Franz Dobler Ein Schlag ins Gesicht

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Inhaltsangabe zu „Ein Schlag ins Gesicht“ von Franz Dobler

Das neue Buch des Preisträgers des Deutschen Krimipreises 2015 Robert Fallner ist ziemlich am Ende. Seinen Job als Kriminalhauptkommissar ist er endgültig los. Seine Frau wohl auch. Zeit für einen Neuanfang, den ihm ausgerechnet sein Bruder, selbst Ex-Bulle und Privatermittler, ermöglicht. Er drängt ihm einen speziellen Fall in seiner Sicherheitsfirma auf: Den Stalker einer bekannten Schauspielerin zu stellen, von dem keiner glaubt, dass es ihn gibt. Simone Thomas hat schon einiges hinter sich: zwei Ehemänner, dreiundvierzig Jahre Showgeschäft, Dutzende Nacktfotos, diverse Filmproduktionen, Drogenexzesse, Yellow-Press-Skandale. Da fehlte es ihr gerade noch, dass sie von einem Stalker bedroht wird. Und dass diese Idioten von der Sicherheitsfirma ihn einfach nicht zu fassen kriegen. Zwei unfähige Leute hat sie schon verschlissen, bis endlich Fallner für sie eingeteilt wurde. Und Fallner wäre nicht Fallner, wenn er nicht eine Gabe für aussichtslose Fälle hätte. Lässig, feinfühlig und mit sprachlich höchster poetisch-derber Präzision schickt Franz Dobler seinen Held Robert Fallner gefährlich nahe heran an eine exzentrische Diva, deren Stalker unberechenbar ist.

der andere Krimi...

— Vielhaber_Juergen

Stilistisch einwandfreie Hommage an das 70er-Kino, an Deborah Harry, an die alte Münchner Szene. Vom Plot her aber schon etwas dünn.

— Gulan

Stilistisch außergewöhnlich, Story abgefahren, Figuren schön schrullig, hat mir gut gefallen!

— Talitha

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    Ein Schlag ins Gesicht

    Vielhaber_Juergen

    25. February 2017 um 11:22

    Dobler schreibt einen Krimi ohne Serienkiller, ohne Autopsie,ohne Mafia. Der Ex-Bulle Fallner als Antiheld....lakonisch...Schwarze Serie 2.0. Und dann die Hauptfigur: ein Sex-Sternchen der ach so vermissten 70er....ein Deja vu für die Generation BabyBoomer.. Zuerst sah ich Ingrid Steeger vor meinem geistigen Auge,dann Andrea Rau...oder meint er Uschi Buchfellner??? Aber nein: zweifelsohne Christine Schuberth...die Mutzenbacherin mit Comeback. Nicht uninteressant: das Katz-und Maus-Spiel zwischen Fallner und ihr. Marie Meyer ist unschwer als Sylvia S .zu erkennen...Weihnachtsvierteiler, danach Leere... Dafür das Fallner sich "nicht berechtigt fühlt, diesen 70er jahren so nahe zu kommen", nimmt er sich viel heraus. Und im Endeffekt unterhält er zumindest mich damit prächtig.

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  • Ein Ende - und ein Neubeginn?

    Ein Schlag ins Gesicht

    TochterAlice

    12. February 2017 um 22:43

    Robert Fallner ist ein Exbulle - das ist allerdings erst ganz neu. Er hat einen jungen Typen in Notwehr erschossen, und, obwohl eigentlich so ein richtig cooler Typ, kommt er damit gar nicht klar. Und verliert seine Frau. Möglicherweise auch seine Würde und Selbstachtung - das ist ihm selbst noch nicht so ganz klar. Er wird eine Art Sicherheitsmann in der Firma seines Bruders Hans - schon das erniedrigend genug. Und dann noch der Fall - es geht um eine alternde Schauspielerin auf dem absteigenden Ast, die gestalkt wird. Nur angeblich oder wirklich? Irgendwie sind in diesem Buch alle auf dem Weg nach unten - außer Hans. Oder? Und was ist mit dem Fall? Franz Dobler hat es wirklich drauf - zumindest, was den Stil anbelangt, der ist so unterkühlt wie in den allerbesten Noir- Krimis der 1960er Jahre. Sein Held Robert Fallner ist eine Mischung aus Raymond Chandlers Philip Marlowe und Jo Nesbos Harry Hole. Eigentlich sehr einladend, finde ich, aber so gut seine Hauptfigur angelegt sind, so cool - manchmal auch heiß, irgendwie samtig-glatt seine Schilderungen, so wenig fluppt der Fall. Irgendwie ist das nichts Halbes und nichts Ganzes und so hatte ich mit dem Buch und den extremen Längen, die dem Fall die ganze Spannung raubten, so meine Schwierigkeiten. Er zog sich, ebenso wie meine Lektüre. Man muss schon sehr auf den Noir-Stil stehen, um Gefallen an der Geschichte zu finden und genügend Geduld aufzubringen.

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  • Leserunde zu "Ein Schlag ins Gesicht" von Franz Dobler

    Ein Schlag ins Gesicht

    Klett-Cotta_Verlag

    Liebe Leserinnen und Leser,diesmal haben wir einen großartigen Krimi für euch in der Leserunde: »Ein Schlag ins Gesicht« von Franz Dobler. Dobler hat im vergangenen Jahr mit »Ein Bulle im Zug« den Deutschen Krimipreis gewonnen. Und auch der neue Krimi hat gleich eingeschlagen: Im Monat November 2016 ist das Buch auf Platz 1 der Krimibestenliste der ZEIT.Wäre das also was für euch? Wer sich nicht sicher ist, sollte sich die Leseprobe ansehen.HIER GEHT'S ZUR LESEPROBEMehr zum Buch: »Doblers Sprache ist maximal ungemütlich, sie hartgesotten und nicht jugendfrei zu nennen, wäre stark untertrieben.« Jürgen Kaube, FAZ Das neue Buch des Preisträgers des Deutschen Krimipreises 2015 Robert Fallner ist ziemlich am Ende. Seinen Job als Kriminalhauptkommissar ist er endgültig los. Seine Frau wohl auch. Zeit für einen Neuanfang, den ihm ausgerechnet sein Bruder, selbst Ex-Bulle und Privatermittler, ermöglicht. Er drängt ihm einen speziellen Fall in seiner Sicherheitsfirma auf: Den Stalker einer bekannten Schauspielerin zu stellen, von dem keiner glaubt, dass es ihn gibt. Simone Thomas hat schon einiges hinter sich: zwei Ehemänner, dreiundvierzig Jahre Showgeschäft, Dutzende Nacktfotos, diverse Filmproduktionen, Drogenexzesse, Yellow-Press-Skandale. Da fehlte es ihr gerade noch, dass sie von einem Stalker bedroht wird. Und dass diese Idioten von der Sicherheitsfirma ihn einfach nicht zu fassen kriegen. Zwei unfähige Leute hat sie schon verschlissen, bis endlich Fallner für sie eingeteilt wurde. Und Fallner wäre nicht Fallner, wenn er nicht eine Gabe für aussichtslose Fälle hätte. Lässig, feinfühlig und mit sprachlich höchster poetisch-derber Präzision schickt Franz Dobler seinen Held Robert Fallner gefährlich nahe heran an eine exzentrische Diva, deren Stalker unberechenbar ist.»Dobler schreibt Kriminalromane wie kein zweiter in Deutschland.«Marcus Müntefering, Spiegel Online, 6.10.2016 Kriminalroman 1. Aufl. 2016, 365 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-608-50216-9 19,95 € auch als E-Book für 15,99 €

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    • 75
  • Stilistisch außergewöhnlich, Story abgefahren, Figuren schön schrullig, hat mir gut gefallen!

    Ein Schlag ins Gesicht

    Talitha

    31. December 2016 um 15:27

    Normalerweise fange ich beim Inhalt an, aber bei diesem Krimi ist der Inhalt meiner Meinung nach eher zweitrangig. Was mir vor allem sehr gut gefallen hat und auch wirklich beeindruckt hat, war der Erzählstil, die Sprache des Krimis, die weit über jegliche Norm hinausging, was ich sonst so in Unterhaltungsliteratur lese, besonders in Krimis.Der Inhalt ist schnell erzählt, ohne zu spoilern: Robert Fallner, Ex-Polizist nach einem tödlichen Schuss, wird von seinem Bruder in dessen Security-Firma eingestellt. Erster Auftrag: Ein Ex-Pornostar aus den 1970ern wird von einem Stalker belästigt. Besagte Dame, Simone Thomas, erzählt nebenher noch ihre wirklich interessante Lebensgeschichte, die als Erzählstrang zwischen die Haupthandlung geschoben wird (ein guter Kunstgriff, da man nach und nach erfährt, warum sie überhaupt die aktuellen Probleme hat und wer hinter allem stecken könnte).Die Figuren sind etwas überzeichnet, aber dabei schön schrullig, vor allem die Hauptfigur Fallner, den ich sehr sympathisch fand. Eben die typische verschrobene, etwas depressive, runtergekommene Bullen-Figur, wie man sie öfters mal in Filmen hat. Wie schon angedeutet, ist der Erzählstil hier das, was den Krimi so außergewöhnlich macht und von Pulp Fiction abhebt. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich versuche es dennoch: Der Autor spielt mit Witz und Worten, erfindet kreative, aber treffende Neuschöpfungen, wo es keine passenden Worte gibt, lässt skurile Typen auftreten, mit denen teilweise krasse und absurde Dialoge geführt werden, spielt gleichzeitig auf andere Medien an (besonders auch die Geschichte des deutschen Pornofilms und all seiner Peinlichkeiten gg) und persifliert gleichzeitig die Groschenromane und Krimilesegewohnheiten der Leser. Einfach genial!Von mir für Neues im Krimi aufgeschlossene Leser eine klare Leseempfehlung! Mir hat das Buch sehr gefallen. Den ersten Band werde ich mir auch noch vornehmen. :-) 

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    • 2
  • Kann man das so sagen?

    Ein Schlag ins Gesicht

    Maddinliest

    30. December 2016 um 13:48

    Robert Fallner hat vor knapp einem Jahr in einem Polizeieinsatz einen jugendlichen erschossen. Obwohl er freigesprochen wird, kommt er mit der Situation nicht klar und quittiert seinen Dienst. Er heuert bei seinem Bruder, der eine Security-Firma leitet, an und erhält gleich einen speziellen Auftrag. Die ehemalige Filmschauspielerin Simone Thomas, die in den 70ern eher in Schmuddelfilmen auf sich aufmerksam gemacht hat, wird von einem Stalker belästigt. Fallner nimmt den Auftrag an und versucht den Stalker zu stellen. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht, da die gefühlte Filmdiva zunächst wenig kooperativ ist und mit Informationen sehr sorgsam umgeht... Jürgen Kaube von der FAZ hat zum Schreibstil des Autors Franz Dobler gesagt »Doblers Sprache ist maximal ungemütlich, sie hartgesotten und nicht jugendfrei zu nennen, wäre stark untertrieben.« Die Aussage hat mich neugierig gemacht und ich kann mich nun, nachdem ich "Ein Schlag ins Gesicht" gelesen habe, seiner Meinung voll und ganz anschließen. Franz Dobler arbeitet mit vielen Anspielungen und Zitaten aus den 70er-Jahren und er tut dies immer derb und schonungslos. Diese sehr außergewöhnliche Stilart hat mir richtig gut gefallen und mich an das Buch gefesselt. Ein wenig enttäuschend kam dann leider die Handlung daher. Für mich spielte sie indem Buch eine eher untergewichtete Rolle, aber erzeugte so in dem Buch leider auch einige Längen. Wer einen spannenden Kriminalroman lesen möchte, erhält bei diesem Buch im wahrsten Sinne des Wortes einen Schlag ins Gesicht, wer sich allerdings einer interessanten und somit auch spannenden literarischen Herausforderung stellen möchte sollte sich mal einen Roman des Autors zur Hand nehmen. Insgesamt ist das Buch für mich schwer zu bewerten, da es mich inhaltlich eigentlich nicht überzeugen konnte, stilistisch aber beeindruckt hat. Ich entscheide mich daher für vier von fünf Sternen, die dem künstlerischen Wert gewidmet sind.  

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    • 2
  • Hommage.

    Ein Schlag ins Gesicht

    Gulan

    27. December 2016 um 16:23

    Sie hatte den Schmerz von gestern vergessen und die Demütigung, die man bei jedem Schlag erfuhr, den man einstecken musste, ohne ihn parieren zu können. Die Schläge, die man nicht kommen gesehen hatte, waren die härtesten. Man konnte den Schmerz vergessen, aber die Demütigung würde sich immer wieder melden. (S.277) Robert Fallner hat vor etwa einem Jahr im Dienst einen Jugendlichen in Notwehr erschossen. Seitdem ist es mit ihm stetig bergab gegangen, beruflich wie privat. Nun hat er selbst seinen Job als Polizist gekündigt, um in der Sicherheitsfirma seines Bruders anzuheuern. Sein erster Auftrag ist eine in die Jahre gekommene Schauspielerin von 70er-Jahre-Schmuddelfilmchen, die nun von einem Stalker bedroht wird. Simone Thomas, in Fan-Kreisen immer noch gefeiert für ihre Rolle in „Die Satansmädels von Titting“, macht es Fallner auch nicht gerade leicht. Sie ist eine echte Diva, plant über eine Realityshow ein Comeback und gibt definitiv nicht alles von sich preis. Fallner selbst gefällt sich zunehmend in der Rolle des Beschützers und verbringt zunehmend Zeit, um in der Vergangenheit der Schauspielerin herumzustöbern. „Ein Schlag ins Gesicht“ ist der zweite Roman um den (Ex-)Polizisten Robert Fallner. Mit dem ersten, „Ein Bulle im Zug“, gewann Autor Franz Dobler vor zwei Jahren den Deutschen Krimi Preis. Dabei schreibt Dobler alles andere als Mainstream-Krimis. „Ein Schlag ins Gesicht“ ist an vielen Stellen eine Hommage an das Kino der 70er Jahre, an die damalige (und heutige) Szene am Münchener Hauptbahnhof, an Deborah Harry, an andere Kriminalromane. Dabei schreibt Dobler stilistisch äußerst versiert, lässig, mit vielen inneren Monologen bzw. Reflexionen und einigen hervorragenden Dialogen bzw. Szenen gepflegten Aneinandervorbeiredens. Allerdings – und jetzt kommt das Aber: Bei aller Stilistik kommt mir der Plot und die Krimihandlung dann doch arg zu kurz. Der Roman ist ziemlich Avantgarde, aber er hat mich zu keiner Zeit gefesselt. Dafür war mir einfach zu wenig Fleisch am Knochen. Aber gut ausgesehen hat der Knochen auf jeden Fall.

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    • 8
  • Ex-Bulle

    Ein Schlag ins Gesicht

    walli007

    24. December 2016 um 09:45

    Zweimal ist einmal zu viel. Robert Fallner hat den Polizeidienst verlassen. Die Therapie hat irgendwie nichts gebracht und Fallner ist froh, dass er in dem Privatermittlungs- und Sicherheitsdienst seines älteren Bruders anfangen kann. So viel anders ist das auch nicht, denn viele Ex-Bullen arbeiten da. Die Trennung von seiner Freundin hat er ebenfalls noch nicht verschmerzt. Da kommt die Sache mit der abgehalfterten Softpornodarstellerin genau richtig. Die Schauspielerin fühlt sich von einem Stalker verfolgt. Allerdings ist die Beweislage so unklar, dass die Polizei nicht wirklich eingreifen kann. Fallner bekommt den Auftrag zugewiesen, die Diva zu beschützen und gleichzeitig zu versuchen, den Stalker dingfest zu machen. In diesem zweiten Roman um Robert Fallner lässt Franz Dobler seinen Helden an einem Tiefpunkt ankommen. In düsterer und mit den Jahren heruntergekommener Umgebung lässt er Fallner wandeln. Die Wohnung halbleer, die Kneipen nicht mehr das, was sie mal waren, die Zeit des Punk auch irgendwie vorbei. Genau in dieses Bild passt die ältliche Schauspielerin, deren so genannte Karriere auch schon bessere Tage gesehen hat. So richtig glaubt ihr niemand, dass tatsächlich eine Bedrohung besteht. Fallner versucht zunächst, sich darüber klar zu werden, ob er sich hier einer übersensiblen Person gegenüber sieht, die vielleicht wegen des früheren Rauschmittelkonsums, zu viel in harmlose Dinge hinein interpretiert oder ob die Schauspielerin einer echten Bedrohung ausgesetzt ist. So lange die Firma für den Auftrag bezahlt wird, kann Fallner seine Nachforschungen anstellen. Unverblümt schildert Dobler Fallners Erleben nach dem Absturz, sein Hadern mit sich und dem Rest der Welt, die Umgewöhnung vom Staatsdienst zum privaten Ermitteln, seine Beschäftigung mit der Lebensgeschichte der Schauspielerin und mit seiner eigenen Vergangenheit und Gegenwart. Plakative Sprache, die ihre Wirkung nicht verfehlt. Man fühlt sich mittendrin in Fallners Welt, erspürt seine Ängste, seine Zerrissenheit, aber auch seinen knochentrockenen Humor. Ein ums andere Mal scheint er die Distanz zu seinem Fall aber auch die zu seiner Ex-Freundin zu verlieren. Und dennoch lässt es ihn nicht los, er will einfach wissen, was hinter den Übergriffen steckt, denen sich die Klientin ausgesetzt sieht. Und mit ihm wissbegierig bleibt der Leser, der manchmal verblüfft stutzt ob dieses Krimis, der sehr hard boiled daherkommt, gleichzeitig bissig und witzig.

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  • Sprachlich herausragender Krimi

    Ein Schlag ins Gesicht

    michael_lehmann-pape

    31. October 2016 um 14:35

    Sprachlich herausragender KrimiEs sind die, die am Ende sind. Die vielleicht vor langer Zeit mal „in“ waren, oder „cool“, di aber schon lange nicht mehr mit der Welt da draußen Schritt halten wollten oder auch nur könnten, wenn Sie ehrlich sind.„Der Rest ging im Sturm unter, der jetzt im Raum ausbrach – die Rentner gingen unter, der Hund bellte…..die Theke füllte sich klirrend mit Flaschen und Gläsern“.In dieser Kneipe am Silvesterabend, die eine Minute vorher noch so behaglich mit ein paar gestrauchelten Gestalten gefüllt war.Armin, der Punk (damals) und Fallner, der Polizist (ehemaliger), Trübsinn, Alkohol, Aussichtslosigkeit (was die Frau von Armin und die Lebensgefährtin von Fallner angeht, beide weg. Dauerhaft).Das einzige, was bis zu diesem Auftritt der attraktiven Frauen, alle im roten Mantel gekleidet, störte, war der desaströse Musikgeschmack des Enkels des Wirts, der an diesem Abend den Laden bediente. Da kennt sich Fallner aus, da hat er ganz eigene Vorstellungen.Die ansonsten in seinem Leben gerade wohl alle die Biege gemacht haben, einen festen Rahmen, eine klare Ausrichtung, die hat dieser Fallner schon lange nicht mehr. Ein „Gefallener des Lebens“ eben. Unter so vielen, die nur noch Randgestalten im eigenen biographischen Film darzustellen scheinen.Der erfolgreiche Bruder hat Fallner einen kleinen Auftrag als nunmehr „Privatier“ gegeben. Den Beschwerden einer ebenso alternden (wie immer noch gecken) „Schauspielerin“ über einen Stalker nachzugehen. Wobei das „Schauspiel“ in den „berühmten Rollen“ eher an anderen Attributen festgemacht wurde, als an darstellender Kunst oder gar dem Text, den Simone Thomas vielleicht barbusig auch noch gemurmelt haben könnte.Ein Stalker, der nicht nur nicht zu fassen, sondern auch gar nicht zu sehen ist. Außer von Simone, die steif und fest behauptet, da wäre einer.Und Fallner nimmt das durchaus ernst. In seiner trockenen, zynischen, ständig hochironischen Sprache, in der Dobler sattsam Anklänge an die „coolen Männer“ der alten Hollywoodthriller erinnert.Und auf dem Weg in die Hinterstuben einiger heruntergekommenen Gastronomie, im Hinterkopf den Betrug seines Ex-Kollegen, der ihm eine Waffe untergejubelt hat, damit er sich in Ruhe Fallners Frau „vornehmen“ kann, dringt dieser Fallner tief hinein in die „70er“, die damaligen Helden, das Gefühl der Zeit, das im Haus der Simone Thomas irgendwie stehen geblieben sein könnte„Sein Leben war eine Kette von Fehlern. Er hatte dem Bruder sein Wort gegeben und dummerweise war „Sein-Wort-geben“ eine Dummheit, die man nicht löschen konnte“.Die aber durchgezogen wird, auch das ein Relikt aus Zeiten, als ein Wort noch galt.Auch diesmal wieder nicht mit zarter Hand schickt Dobler seine Personen in eine sich ständig entfaltende und verändernde Geschichte. Mit spürbarer Lust an der Gestaltung des Scheiterns damals und heute, dem Anblick des Gefallen-Seins bei Menschen, bei denen jedes „wieder aufstehen“ mühseliger und mühseliger wird.Und das in solch hinreißender, anderer, zynischer, verdrehter Sprache, dass der eigentliche „Fall“ und seine „Lösung“ mehr und mehr in den Hintergrund treten beim Genuss, diesem Personal in seiner Vielfalt beim agieren zuzschauen.

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