Franz Dobler Letzte Stories

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Inhaltsangabe zu „Letzte Stories“ von Franz Dobler

Ob Franz Dobler wirklich der "letzte bayerische Cowboy" ist, wie die FAS behauptete, muss bezweifelt werden - auch wenn er seit 1991, als mit "Jesse James und andere Westerngedichte" sein erstes Buch erschien, eine beständig wachsende Fangemeinde hat. Zu seinen Einflüssen zählen Jörg Fauser ebenso wie Johnny Cash, Rosa Luxemburg nicht weniger als Charles Bukowski. Und doch ist Franz Dobler eher der Gentleman der Gegenwartsliteratur - der Lässigkeit bewahrt, auch wenn's ernst wird. "Letzte Stories" sind 26 neue Geschichten, alphabetisch geordnet ergeben sie ein "ABCdes Lebens".

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  • Rezension zu "Letzte Stories" von Franz Dobler

    Letzte Stories

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    20. May 2010 um 10:18

    Franz Doblers Geschichten spannen einen weiten Bogen und erzählen von Katzen und Kindern, Kriminellen und Literaten, von Huren und Säufern. Sie spielen mal im Las Vegas der 50er Jahre, wo sich Elvis unsterblich in Vampira verliebt, im Nachkriegsdeutschland genauso wie in der Clubszene der Großstädte von heute. Es sind Geschichten über Verlierer, über schräge Gestalten und Außenseiter, deren Charakterisierungen an Jarmusch Filme erinnern. Wie überhaupt Doblers lakonischer Stil, seine sprunghaften Assoziationen filmisch in Szene gesetzt sind, mal traurig, mal poetisch oft mit hintergründigem Witz. Die losen Erzählungen sind kurz und knapp, erzählen von neonbeleuchteten Ereignissen der Nacht, vom pulsierenden Alltag am Tag, hautnah an den flüchtigen Momenten des Lebens. Seine Sprache ist klar und direkt. „Letzte Stories“ ist eine kuriose Sammlung von Geschichten, fiebrig und flüchtig, schön und zerstörerisch, melancholisch und poetisch. Franz Dobler, der Romancier, dessen Johnny-Cash-Biographie als die beste gehandelt wird, die jemals über den Mann in Schwarz auf Deutsch geschrieben wurde erweist sich hier als Könner der Kurzgeschichte: Kurzgeschichten, die Seele haben, vom Alltag erzählen, vom Scheitern, unerbittlich und illusionslos. Doblers Gedankengänge sind sprunghaft wie das pralle, bunte aber auch hektische und brutale Leben am Rande der Gesellschaft. Es sind Stories vom Einstecken-Müssen, vom Aushalten schmerzlicher Zustände, von Illusionen in der harten Wirklichkeit. Die scharf gezeichneten Figuren und die blitzartigen Episoden, die hier geschildert werden zeigen Ausschnitte, kurze Momente und verstehen sich dadurch als unfertige Eindrücke, als Einsichten in die Unwägbarkeiten und Ungerechtigkeiten des Lebens. „Letzte Stories“ sind atmosphärisch dicht und realitätsnah und wirken wie Bluessongs, die unter die Haut gehen.

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