Franz Friedrich

 3.6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Franz Friedrich

Franz Friedrich wurde 1983 geboren. Er studierte Experimentalfilm an der Universität der Künste in Berlin, außerdem studierte er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Im August 2014 ist sein Debütroman "Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr" im S. Fischer Verlag erschienen, für den er mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2014 ausgezeichnet wurde. Außerdem steht Friedrich mit diesem Roman auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2014.

Alle Bücher von Franz Friedrich

Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr

Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr

 (5)
Erschienen am 23.06.2016

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Rezension zu "Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr" von Franz Friedrich

Rhythmus und Melodie
Phliegevor 4 Jahren

Die Sätze, die er vorlas, waren vor allem Rhythmus und Melodie.

Und dann liest man von Eisbrechern im Bottnischem Meer und sieht das Eis förmlich vor seinen Augen krachend aufbrechen. Franz Friedrich steht zurecht auf der Longlist des deutschen Buchpreises. Der Schreibstil ist einzigartig und mitreißend, Rhythmus und Melodie sind so sorgfältig bedacht, dass kein Wort austauschbar ist.

Über dem fernen Land ein Himmel, der von einem zweiten Horizont unterteilt war, ein gewittriges Violett und ein verhangenes Blau berührten sich entlang einer unendlichen Geraden.

Friedrich erfasst mit seinen Worten Filme und Gesang, sodass sie vor dem inneren Auge und Ohr klar und deutlich ablaufen. Sein Schreibstil ist mit "Sprachgewalt" jedoch nicht zu fassen, sein literarisches Geschick liegt dabei viel feiner und subtiler vor.

Sein Buch befasst sich mit dem plötzlichen Verstummen der Lapplandmeisen auf Uusima und dessen Auswirkungen auf unterschiedliche Akteure, die alle nur in losem Zusammenhang stehen. Die Handlung der einzelnen Erzählstränge ist dabei zwar einfach zu verfolgen, ihre Bedeutung im Kontext ist jedoch nicht gerade einfach zu erfassen. Damit wurde ein komplexes Werk geschaffen, das viel Raum für Interpretationen lässt und dem Leser vieles gibt. Außer Klarheit.

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Mina - Das Irrlichts avatar

Rezension zu "Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr" von Franz Friedrich

Longlist zum Deutschen Buchpreis
Mina - Das Irrlichtvor 4 Jahren

Franz Friedrichs Debütroman schildert im Haupterzählstrang von den Filmen einer Dokumentarfilmerin, die dem Rätsel der schweigenden Meisen auf den Grund gehen will. Darin “eingebettet” werden verschiedene Geschichten erzählt. Mal mehr, mal weniger ausführlich. Und für mich, mal mehr mal weniger packend. Besonders gefallen hat mir der Anfang, der von dem Filmstudenten erzählt, der dringend nach Uusimaa reisen will, um herauszufinden, was mit der Dokumentarfilmerin passiert ist und warum die Lapplandmeisen nicht mehr singen. Und die Geschichte Monikas weiter hinten im Buch hat mir gut gefallen. Dazwischen tat ich mir eher schwer und fand mich in dem Buch nicht so sehr zurecht. Ich glaube, es lag daran, dass keine wirklich zusammenhängende Geschichte erzählt wurde, sondern vielmehr der Spot des Scheinwerfers plötzlich wo anders hinzielte und das vorherige Geschehen im Dunkel verschwand; lediglich der rote Faden der Lapplandmeisen blieb immer erhalten, so wie die Bühne in einerm Theaterstück immer erhalten bleibt, auch wenn sich alles andere komplett verändert.

Egal, wie ich die Geschichte oder Nicht-Geschichte fand; was mir sehr gut gefiel, war Friedrichs Sprache! Er hat über viele Sätze hinweg, das Leben der Lapplandmeise festgehalten und bringt einem bildgewaltig und doch sanft die Vielfalt der Natur nahe. Auch ansonsten ist Friedrichs Sprache klar und einprägend:

“Ein Verlangen überkam sie, sie wollte hineingreifen in das Bild, hinabsteigen in die Vergangenheit und die Menschen auf der Fotografie warnen vor der Zeit, die ihnen noch bevorstand, vor den Arbeitslagern, der Vernichtung, sie wollten sie retten vor dem Überfall der Faschisten, ihrem Auslöschungskrieg.”

Alles in allem habe ich mit “Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr” zum ersten Mal ein Werk gelesen, dass auf der LongList des Deutschen Buchpreises stand. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Werk, fand aber andere Nominierungen auf der LongList deutlich ansprechender.

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