Franz Hartmann Theophrastus Paracelsus von Hohenheim

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Inhaltsangabe zu „Theophrastus Paracelsus von Hohenheim“ von Franz Hartmann

Theophrastus Bombastus von Hohenheim, der sich Paracelsus nannte (und sich damit dem Römer Aulus Cornelius Celsus „zur Seite" [ „para-“] stellte, einem Enzyklopädisten der frühen Kaiserzeit, von dessen Werk acht Bücher über die Medizin erhalten sind), hinterließ über zweihundert Schriften, die uns heutigen Lesern nicht mehr leicht zugänglich sind. Das liegt nicht nur an seinem Deutsch, das – fast hundert Jahre vor dem Jakob Böhmes – noch mehr als dieses die Unbeholfenheit einer Sprache zeigt, in der kaum jemand vorher verwickeltere Zusammenhänge auszudrücken gewagt hat. Vor allem ist es der Inhalt dieser Schriften, die sie schwer verständlich machen. Der Mann, der sich getreu seinem Wahlspruch „Alterius non sit, qui suus esse potest“ („Wer sich selbst angehören kann, sei keines andern Knecht“) von Autoritäten löste und auf die Notwendigkeit der Erforschung der Natur – und in der Medizin besonders auf die Notwendigkeit der Erfahrung am Krankenbett – hinwies, schreibt in seinen Abhandlungen gleichwohl viel von Dingen, die heutigen Beurteilern als mittelalterliche Phantastik, ja wilder Aberglauben erscheinen. Hier Licht hineinzubringen, Zusammenhänge aufzuzeigen, in die sich die Äußerungen des Paracelsus sinnvoll einfügen, ist das Bestreben in den vorliegenden Schriften Franz Hartmanns. Hartmann findet den Schlüssel zum Verständnis des Paracelsischen Werkes in den philosophischen und religiösen Lehren Indiens. So weit hergeholt das auf den ersten Blick erscheinen mag – es dürfte nicht zu viel behauptet sein, wenn Hartmann schreibt, daß diese indischen Lehren völlig mit dem Sinne der Schriften des Paracelsus übereinstimmen. Hartmann betrachtet Paracelsus als Mystiker, dessen Erkenntnisdrang auf das zielt, was „die Welt im Innersten zusammenhält“, und dessen Erkenntnis – wie die aller wahren Mystiker und damit auch der Verfasser heiliger Schriften – aus dieser innersten Quelle fließt, wenn auch in je charakteristischer Färbung, was die Ausdrucksweise betrifft. Man braucht aber nicht einmal so weit auszugreifen, wenn man die Berechtigung der Hartmannschen Deutung verständlich machen will: Paracelsus stand doch dem Neuplatonismus der Florentinischen Akademie nahe, und die Grundgedanken dieser Philosophie sind mit denen der indischen verwandt, wenn nicht gar von ihr immittelbar beeinflußt. Magie, Alchimie, beginnende Chemotherapie, Naturphilosophie – alles das findet sich im Werke des Paracelsus. Ein Überblick ist, wie Hartmann schreibt, nur von einem höheren Standpunkte aus möglich: „Die Fähigkeit, das innere Wesen aller Dinge von der Vielheit der Erscheinungen, in welchen es sich offenbart, zu unterscheiden, ist der Schlüssel zum Verständnisse aller Schriften, die aus dieser Erkenntnis der Einheit hervorgegangen sind. Die Erkenntnis dieser Einheit Gottes in allem ist die Theosophie, und nur von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die Wahrheit in allen Dingen und deshalb auch in den Schriften von Paracelsus klar.“

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