Franz Herre Joséphine

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Inhaltsangabe zu „Joséphine“ von Franz Herre

Joséphine de Beauharnais (1763–1814), erste Gemahlin Napoleons und Kaiserin der Franzosen, ist von Zeitgenossen als Grande Dame gefeiert und von Nachfahren zur Femme Fatale erklärt worden. Franz Herre zeichnet ein farbiges Porträt der faszinierenden Frau vor dem Hintergrund der Revolution und des Empire und sucht zugleich ihrem bewegten Leben zwischen persönlichen Ambitionen und politischen Interessen gerecht zu werden.

Ein grandiose Biographie einer schillernden Frau und einer ebensolchen Epoche - empfehlenswert

— Bellis-Perennis

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  • "Du wirst unglücklich verheiratet sein. Du wirst Witwe sein. Du wirst Kaiserin sein. "

    Joséphine

    Bellis-Perennis

    09. December 2015 um 15:21

    Der Historiker und Autor Franz Herre stellt seinen Lesern in fünfzehn Kapiteln eine schillernde Persönlichkeit vor: Marie-Rose-Joséphe de Tascher de la Pagerie, besser bekannt unter dem Namen „Kaiserin Joséphine“. Inhalt: Marie-Rose-Joséphe wird 1763 auf Martinique geboren. Sie wächst unter lauter Frauen auf der ständig verschuldeten Zuckerrohrplantage ihrer Eltern auf. Wenn man ihren kolportierten Erinnerungen glauben darf, so hat eine Wahrsagerin der vierzehnjährigen im Jahre 1777 folgendes prophezeit: „Du wirst unglücklich verheiratet sein. Du wirst Witwe sein. Du wirst Kaiserin sein“ (© Sandra Gulland, „Joséphine“). Nun gut, um Satz eins und zwei vorherzusagen braucht man weder Voodoo-Zauber noch Rauschmittel. Der überwiegende Teil der Frauen WAR unglücklich verheiratet und recht bald Witwe. An den dritten Teil der Weissagung klammert sich das Mädchen. Nach Paris geschickt, heiratet sie 1779 Alexandre de Beauharnais. Sie bringt zwei Kinder zur Welt (Eugène und Hortense) und IST unglücklich. Man vereinbart eine Trennung. Nach einem Aufenthalt in ihrer früheren Heimat Martinique geraten die Beauharnais in die Fänge der Französischen Revolution. Alexandre wird hingerichtet. Die mittellose Witwe angelt sich den korrupten Lebemann Barras, seines Zeichens Direktor des Staatskonvents. Auf einer seiner Gesellschaften lernt sie den linkischen General Napoléon Bonaparte kennen. Mit dem untrüglichen Sinn für kommende Männer verkuppelt Barras seine Geliebte mit dem Korsen. Die beiden heiraten. Berichten zufolge ist Napoléon schwer in seine Gemahlin, die er nun Joséphine nennt, verliebt. Er eilt von Sieg zu Sieg, sie von Liebhaber zu Liebhaber. Sie gibt ihm – auf Grund ihrer hocharistokratischen Herkunft – den gewünschten gesellschaftlichen Status, er begleicht laufend ihre immensen Schulden. Klingt nach einer ziemlichen Zweckgemeinschaft. 1804 krönt sich Napoléon zum Kaiser Frankreichs und setzt auch seiner Joséphine die Kaiserkrone auf, sehr zum Missfallen auch seiner eigenen Familie, die mit der alternden und berechnenden Frau nicht viel anfangen können. Somit ist der dritte Teil der Weissagung in Erfüllung gegangen. Als klar wird, dass die Gemahlin keine Kinder mehr bekommen kann, lässt er sich 1809 aus Staatsräson scheiden. Anschließend heiratet Napoléon die Tochter des Habsburgerkaisers, Marie-Louise. Joséphine zieht sich ihr Schloss Malmaison zurück, wo sie 1814 stirbt. Erzählstil/Sprache: Im Gegensatz zu zeitgenössischer Literatur, die sie als „Grande Dame“ feiern und späteren Generationen, die sie im höflichen Fall „Femme Fatale“ sonst aber „alternde Schlampe“ nennen, geht Franz Herre auf die vielschichtige Person der Marie-Rose-Joséphe ein. Der Vorwurf, eine Mätresse zu sein, geht insofern ins Leere, als dass es zu dieser Zeit wenige Möglichkeiten für Frauen gab, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Außerdem war die Erziehung daraufhin abgezielt, einen reichen Mann zu heiraten. Der Schlachtruf „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ galt nur für Männer. Ja, Joséphine ist berechnend. Ja, sie ist verschwendungssüchtig. Doch wer sollte ihr das verdenken? Nur knapp der Guillotine entgangen, muss sie sich um ihre Kinder kümmern. Niemand weiß, wann wieder welche Köpfe rollen. Das Leben wird in vollen Zügen genossen. Der Historiker lässt seine Leser am dekadenten Glanz und Pomp der Napoléonischen Ära teilhaben. Wir hören die seidenen Gewänder rascheln, sehen vor unserem geistigen Auge die Damen der Gesellschaft in hauchzarten durchsichtigen Kleidchen frieren und hören gleichzeitig das Waffenklirren der Armeen. Ergänzt wird das Buch durch zahlreiche zeitgenössische Bilder, die Joséphine in verschiedenen Lebensabschnitten zeigen. Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Herre verwendet präzise Worte und hält sich trotz aller Opulenz nicht mit sprachlichen Schnörkeln auf. Diese Biographie zeichnet das Sittenbild einer Epoche. Wer es lieber romantischer möchte, dem sei die Joséphine-Trilogie von Sandra Gulland empfohlen.

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