Franz Hessel Heimliches Berlin

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Inhaltsangabe zu „Heimliches Berlin“ von Franz Hessel

1924 befindet sich die Gesellschaft Berlins im wirtschaftlichen und sozialen Durcheinander, kein Geld, kein Status, nichts mehr da, nur das Gefühl, etwas Großes und Schönes erreichen zu müssen. Der Freundeskreis des verarmten jungen Mannes Wendelin aus gutem Hause besteht aus Menschen, die sich deshalb einem ironisch gefärbten Bohemeleben hingeben. Eines Tages aber flüchtet nach einer Partynacht Karola, die Frau eines älteren guten Freundes, zu ihm und will mit ihm fliehen … Bevor es zur Entscheidung kommt, geht es in einem wild-melancholischen Reigen durch das so graue wie schillernde Berlin jener Zeit. Das Nachwort zu dieser Ausgabe von Hessels Roman stammt von dem Berliner Schriftsteller Manfred Flügge.

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    Heimliches Berlin
    Carol-Grayson

    Carol-Grayson

    16. August 2013 um 15:39

    In einer kleinen Dreiecksgeschichte um Liebe, Freundschaft und pure Lebensfreude wird das alte Berlin der 20er-Jahre in diesem Buch für kurze Zeit wieder zum Leben erweckt. Einer Zeit, in der die Menschen nach Ende des ersten Weltkrieges in den nächsten Abgrund tanzten, der am Schwarzen Freitag 1929 mit dem Zusammenbruch der Börse eingeläutet werden sollte. Übrigens befindet sich unsere Zeit gerade in einer sehr ähnlichen Situation! Man muss diese Geschichte mit der gebotenen Ruhe lesen und genießen wie einen alten Cognac, um auch die Dinge zwischen den Zeilen zu erfassen. Der nostalgisch verspielte Schreibstil des berühmten Autors Franz Hessel erinnert an ein flirrendes Jugendstilgemälde, in dem man verborgene Details entdecken oder sich in den Schnörkeln verlieren kann. Doch zwischen den Worten ahnt man die Sehnsucht, den Schmerz und die Verzweiflung. "Heimliches Berlin" ist ein kulturelles Kleinod und vielleicht eher für geneigte ältere Leser geeignet. 

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  • Rezension zu "Heimliches Berlin" von Franz Hessel

    Heimliches Berlin
    Clari

    Clari

    15. October 2011 um 15:33

    Der fast in Vergessenheit geratene jüdische Autor Franz Hessel ist vom Lilienfeldverlag neu entdeckt und sein vorliegender Roman jetzt wieder aufgelegt worden. Franz Hessel bot im wahren Leben die Vorlage zu Truffauts Film “Jules and Jim.“ Hessel war jener Jules, der mit Jim die gleiche Frau ( Helen Grund) liebte. Auch in diesem Roman geht es um eine „menage à trois.“ Der Autor beschreibt mit einer fast geheimnisvollen Magie die zwanziger Jahre in Berlin. Jeder, der etwas auf sich hielt, wollte nicht hinter dem Bohèmeleben jener Jahre zurückstehen, und genau dieses Milieu beschreibt der Autor mit feinen Blicken. Die Ehe galt zwar noch etwas, doch wurden die Gesetze der Treue schnell mit toleranter Gandezza über Bord geworfen. Man wollte ja nicht spießig sein! So freundet sich die Frau des Professors der Philologie Clemens Kestner mit einem jungen Mann an, der sich mit ihr an geheime Orte wünscht. Rom, die weite Stadt mit ihrem Künstlermilieu, oder auch Paris locken. Doch wird man es wagen, sich aus den alten Banden zu lösen? Träumereien vom wilden Leben machen die Runde. Mit viel Lokalkolorit wartet der Roman über das heimliche Berlin auf. Das Hotel Adlon , „der alte Westen“ um die Gedächtniskirche, Tauentzienstraße und das KaDeWe bieten den äußeren Rahmen zur Handlung. In bekannten Weinkneipen tummelt sich eine illustre Gesellschaft von Bohèmiens, und nicht nur jene, und teilt die Lust am Leben. Es ist das morbide Berlin, das sich seinen geheimen Genüssen hingibt, vorwiegend der Liebe und der ausschweifenden Feierlaune. Veraltete Konventionen werden über Bord geworfen. Die Handlung überdauert nur einen Abend, einen Tag und einen weiteren Abend. Gespräche dominieren und beherrschen die Handlung und zeigen die Protagonisten, die dem Theatermilieu zu geneigt sind und dem Großbürgertum oder dem verarmten Adel entstammten. Man bleibt dabei distinguiert und zeigt feine Lebensart. Alles wirkt ein wenig wie der Tanz auf dem Vulkan. Franz Hessel musste währende der Nazizeit Deutschland verlassen und flüchtete vor den deutschen Besatzern nach Südfrankreich, wo er interniert wurde. Nach seiner Entlassung 1941 starb er bald an den Folgen der Lagerhaft. Der Lilienfeld Verlag hat wie immer eine feine bibliophile Neuausgabe dieses kleinen Romans herausgebracht.

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