Obwohl schon öfters ein Bewunderer von einzelnen Gedichten und Aphorismen von Franz Hodjak, habe ich bisher noch nie einen ganzen Gedichtband von ihm gelesen – ich werde da jetzt wohl einiges nachholen müssen. Denn dieser Band bei danube books ist innerhalb zwei Morgenstunden nur so in mich hineingerauscht.
Das liegt neben der Qualität sicher auch an der Verfahrensweise, dem Stil der Gedichte: sie häufen gerne an, jede Zeile eine neue Behauptung, Welle, Abbiegung, vermischend und mischend. Dieses konstante Fusionieren von Elementarem und Abstraktem setzt Energien frei, die das Sujet weiten, nach außen treiben; doch zugleich hält die Gravitation großer Worte und Ideen (wie bspw. Liebe, Schicksal, Glück, Hoffnung, Tod und Freiheit) alles beisammen.
Abseits der großen Ideen und des ewigen Gedichttoposes Vergänglichkeit, dem stirb und werde, sind vor allem Tiere und Jahreszeiten eine gewisse Konstante – und, dem Titel entsprechend, Tänze, die nicht nur Sinnbild für die Bewegung, das schrittfolgenhafte und illustre Drehen und Gleiten dieser Gedichte sind, sondern generell für das Leben(dige) stehen; ein Oxymoron aus freier Beschwingheit und verschränkter Ordnung.
Diese Gedichte spielen also quasi auf, zum Tanz! Selbst schuld, wer da nicht aufsteht und mitgeht und sich vom eigenen Schwerpunkt und der Bewegungslust und anderen leichten Gefühlen gleichermaßen tragen lässt.
Franz Hodjak
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Wäre es gegangen, wäre es anders gelaufen
Alle Bücher von Franz Hodjak
Ewig ist das Vorläufige
Im Ballsaal des Universums
Franz, Geschichtensammler
Das Glas gibt dem Wein die gewünschte Form
Der Sängerstreit
Ehrenplatz im Jenseits
Grenzsteine
Ich verirrte mich im Nadelöhr
Neue Rezensionen zu Franz Hodjak
Vor einer Woche starb der Dichter Franz Hodjak (als ich dies schreibe). Sein Gedichtband in der neuen Reihe gravity von Königshausen & Neumann wird damit zu einem vorläufigen Vermächtnis.
Es fällt mir schwer, Worte zu finden, um die fast schon lässliche Art zu beschreiben, mit der Hodjak die großen Begriffe, ja, man könnte sagen: die schwersten unter den Worten (Welt, Liebe, Zeit, Traum, etc.) leichthändig aufeinanderstapelt, mit ihnen jongliert und die sonst so mächtigen Entitäten mal hierhin und mal dahin beordert und immer wieder neu anordnet, bevor er sie mit seiner Sprache knipst.
Ähnlich wie beim Dichter Ulrich Koch steckt in dieser Leichtigkeit, in der scheinbar wilden Kombinatorik, eine Komik, aber eine mit großem metaphysischem Echoraum, in dem jede Beliebigkeit verhallt.
Wobei: jede? Ähnlich wie bei Georg Trakl (oder auch Koch) kommt es mir auch bei Hodjak manchmal so vor, als wäre die ständige Variation mancher Elemente zwar authentisch (und kraftvoll), nichtsdestotrotz hier und da auch redundant.
Aber das soll diesen herrlichen, tiefbeeindruckenden Band nicht schmälern. Ich werde ihn noch oft zur Hand nehmen und immer wieder überraschende Einblicke in die Wirklichkeit der Phantasie erhalten, da bin ich mir sicher.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
2 Bibliotheken











