Das Päckchen

von Franz Hohler 
4,8 Sterne bei5 Bewertungen
Das Päckchen
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Sannys avatar

Spannung pur

Barbara62s avatar

Trotz der unerhörten Zufälle eine tolle Geschichte um eine alte Handschrift, vor allem für mich als Bibliothekarin, und perfekt gelesen.

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Inhaltsangabe zu "Das Päckchen"

Durch einen Zufall stößt ein Bibliothekar auf eine verschollene Handschrift aus dem 8. Jahrhundert. Seitdem lässt ihn die Frage nicht mehr los, was es mit dem rätselhaften Fund auf sich hat.

Als er gerade dienstlich in Bern ist, erreicht den Züricher Bibliothekar Ernst ein offensichtlich irregeleiteter Anruf. Am anderen Ende der Leitung ist eine ihm unbekannte Frau, die ihn anfleht, umgehend zu ihr zu kommen. Aus einer ihm selbst unbegreiflichen Augenblickslaune heraus begibt sich Ernst zu der nahe gelegenen Adresse. Dort erwartet ihn eine ältere Frau und drückt ihm ein kleines Päckchen in die Hand. Dieses sei, so sagt sie, aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes, und Ernst solle es verwahren, damit es nicht in falsche Hände gerate. Zu seiner eigenen Verblüffung kommt Ernst der Bitte nach. Als er das Päckchen bei sich zu Hause öffnet, entdeckt er eine alte Handschrift, die er als ein verschollenes Original des "Abrogans" erkennt, eines lateinisch-althochdeutschen Wörterbuchs, das als vermutlich ältestes deutschsprachiges Buch überhaupt gilt. Was, fragt sich Ernst, hat es mit diesem Fund auf sich? Und was soll er jetzt am besten tun...
Grandios und atmosphärisch gelesen von Gerd Heidenreich.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783837140583
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Random House Audio
Erscheinungsdatum:11.09.2017
Das aktuelle Buch ist am 11.09.2017 bei Luchterhand erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Sannys avatar
    Sannyvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannung pur
    Spannung pur

    Der Sprecher Gert Heidenreich hat eine sehr angenehme Stimme. Ich habe ihm gerne zugehört. Er hat eine gute Betonung und es wird nicht langweilig. Mit knapp über fünf Stunden hat das Hörbuch eine gute Länge. Es war auf jeden Fall nicht das letzte Hörbuch von ihm, welches ich höre.Im Gegensatz zu der Gegenwart wird ebenfalls in der Vergangenheit erzählt, wie das alte Buch entstand und wie es den weiteren Weg gefunden hat. 
    Der Protagonist Ernst war recht sympatisch, auch wenn ich oft seine Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Er ist ein spontaner Mensch, der aus einer Augenblickslaune entscheidet und sich dadurch in diese Situationen im Buch befördert. Aus diesem Grund kommt es auch, dass er alle in seinem Umfeld anlügt und weiter ins Geschehen rutscht. 
    Die Story um ein uraltes Buch ist super und konnte mich auch in der Umsetzung überzeugen. Es ist spannend und faszinierend. Dieser Thriller konnte mich gleich fesseln, auch wenn ich eigentlich selten dieses Genre lese/höre. Eine Empfehlung an alle, die mal wieder eine spannende Story hören möchten.

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    WinfriedStanzickvor 9 Monaten
    Besticht durch ihre einfühlsame Interpretation der verschiedenen Charaktere



    Der neue Roman des Schweizer Schriftstellers Franz Hohler beschäftigt sich mit einem alten bibliophilen Werk und seinem Weg durch die Geschichte.

    Der Roman beginnt damit, dass der Bibliothekar Ernst Stricker am Berner Hauptbahnhof den Hörer eines öffentlichen Telefons abnimmt und nicht wirklich weiß warum:
    "Er schaute sich um, um zu sehen, ob da jemand war, der sich vielleicht zurückrufen ließ, aber erst am übernächsten Apparat sprach ein fremdländischer Mann eindringlich und leise in die Muschel, ohne auch nur den Kopf zu drehen. Da machte er den ersten Schritt, hob den Hörer und sagte: 'Hallo?'"


    Eine alte Frau am anderen Ende der Leitung sucht ihren Neffen Ernst und Ernst Stricker lässt sich, indem er vorgibt jener Ernst zu sein, und dann auch gleich in die Wohnung der alten Dame fährt, auf eine Geschichte ein, die er nicht für möglich gehalten hätte. Die alte halbblinde Dame bittet Ernst darum, ein kleines Päckchen aufzubewahren, damit es nicht in falsche Hände gelangt. Zuhause öffnet Ernst heimlich das Päckchen, von dem er seiner Frau erst sehr viel später erzählen wird, was die Verwicklungen noch kompliziert, und entdeckt darin an handgeschriebenes Exemplar des sogenannten „Abrogans“ eines Wörterbuchs, das als ältestes deutschsprachiges Buch gilt. Ernst denkt, dass er das Original in Händen hält. In der Zeitung in der das Buch eingewickelt ist, entdeckt er einen Hinweis auf eine Berghütte.

    Und nun ruht er nicht, bis er dieser Spur folgen kann und Erstaunliches dort findet. In der Zwischenzeit blendet Franz Hohler in der Zeit zurück und erzählt immer wieder von dem Mönch Haimo und seiner Partnerin Maria, der im Jahr 772 durch Zufall Schreiber am Kloster Weltenburg wird und darf den „Abrogans“ schreiben, der ihm vom Abt diktiert wird.

    Danach wird er vom Abt auf eine über zehnjährige Reise nach Italien geschickt, wobei er (zusammen mit Maria, die unterwegs ein gemeinsames Kind verlieren wird) unterwegs immer wieder Station in Klöstern machen soll, wo er im Gegenzug für die Abschrift des Abrogans andere wichtige Schriften kopieren und nach Weltenburg schicken soll, bevor der Abrogans sein endgültiges Ziel in Montecassino finden soll.

    In abwechselnden Kapiteln treibt Hohler die alte und die gegenwärtige Geschichte vorwärts mit überraschenden Wendungen und einem versöhnlichen Ende.

    Ein intelligenter und unterhaltsamer Roman mit viel hintergründigen Humor. Die hier vorliegende ungekürzte Lesung von Gert Heidenreich besticht durch ihre einfühlsame Interpretation der verschiedenen Charaktere und schafft es hervorragend die über 1300 Jahre zwischen den einzelnen jeweiligen Abschnitten stimmlich und atmosphärisch zu überbrücken.








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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Trotz der unerhörten Zufälle eine tolle Geschichte um eine alte Handschrift, vor allem für mich als Bibliothekarin, und perfekt gelesen.
    Die Odyssee einer mittelalterlichen Handschrift

    Wieder einmal lässt Franz Hohler, 1943 geboren und inzwischen einer der bedeutendsten Schweizer Autoren, diesen Roman an einem Bahnhof beginnen, dem Berner Hauptbahnhof. Dort entscheidet sich der Bibliothekar der Züricher Zentralbibliothek, Ernst Stricker, der eigentlich weder zu spontanen Handlungen noch gar zu Abenteuern neigt, den klingelnden öffentlichen Fernsprecher abzunehmen. Auf den Hilferuf einer nahezu blinden alten Frau hin, die ihn mit ihrem Neffen verwechselt, eilt er zu ihr in die Gerechtigkeitsgasse und nimmt ein Päckchen ihres 1980 in den Bergen verschollenen Mannes entgegen, das sie in Sicherheit wissen möchte. Es ist, wie Ernst sofort vermutet hat, ein Buch, aber zu seinem maßlosen Erstaunen nicht irgendeines, sondern eine unschätzbar kostbare mittelalterliche Handschrift aus Pergament, der Abrogans, ein lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch, das älteste Buch in deutscher Sprache, von dem sonst nur drei Abschriften in Bibliotheken in Karlsruhe, Paris und St. Gallen existieren. Handelt es sich um eine weitere Abschrift oder gar um das Original?

     

    Das Hören dieses Romans hat mir aus verschiedensten Gründen großes Vergnügen bereitet, auch wenn die immer wieder eingebauten Zufälle fast schon überirdischer Natur zu sein scheinen. Zum einen hat es mich fasziniert, die Veränderung meines Kollegen Ernst zu verfolgen, der von einer Stunde zur anderen vom biederen, grundehrlichen, fast langweiligen Musterbibliothekar zum routinierten Lügner und risikofreudigen Abenteurer wird, indem er das Missverständnis nicht aufklärt, seiner Frau Jacqueline, seinen Kollegen, der Polizei und allen Beteiligten immer neue, spontan erdachte Flunkereien serviert und unkalkulierbare Risiken eingeht. Wie selbstverständlich und nahezu ohne Gewissensbisse verstrickt Ernst sich immer tiefer in das Geschehen. Dieser Teil des Romans gleicht einem Detektivroman, daneben gewährt Hohler Einblicke in eine Ehe und in die moderne Bibliothekswelt, beides oftmals mit einem Augenzwinkern. Zum zweiten hat mir die gekonnte Verstrickung von zwei Haupt- und einer Nebenzeitebene gut gefallen. Erste Haupthandlung ist natürlich die des Ernst Stricker, nahezu gleichberechtigt jedoch ist die des jugendlichen Mönchs und Skriptors Haimo, der das Original zwischen 770 und 780 im Benediktinerkloster Weltenburg nach Vorlagen seines Abts geschrieben hat und dann von diesem über die Klöster Wessobrunn, St. Gallen und Bobbio nach Monte Cassino entsandt wurde, um die Handschrift zur Abschrift anzubieten und gleichzeitig dortige Werke zu kopieren, eine im Mittelalter übliche Form der Verbreitung von Schriften. Seine Geschichte und die seiner ungeheuerlichen Verbindung mit einer Frau, die ihn auf der Reise zu Fuß mit einem Esel begleitete, ist eine mittelalterliche Abenteuererzählung, die manchmal an Umberto Eco denken lässt. Ein weiterer, kleinerer Erzählstrang enthält eine Kriegsgeschichte aus dem Italienfeldzug der Wehrmacht, die erklärt, wie der Abrogans letztlich in die Küchenschublade der alten Frau gelangte. Last but not least hat mich als Bibliothekarin natürlich das wunderbare Happy End für die Handschrift erfreut, das ich mir nicht schöner hätte wünschen können.

     

    Gert Heidenreich liest den Roman ungekürzt auf fünf CDs in 318 Minuten sehr professionell und unterhaltsam, nuancenreich und der jeweiligen Zeitebene angepasst, und bringt sowohl Hohlers Naturbeschreibungen als auch seinen immer wieder aufblitzenden Humor wunderbar zur Geltung.


    http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/franz-hohler-das-paeckchen/

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    Literaturwerkstatt-kreativs avatar
    Literaturwerkstatt-kreativvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein unterhaltsames und spannendes Hörspiel !!!
    Abrogans

    Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert

    Das Päckchen“ von Franz Hohler


    Franz Hohler erzählt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen.


    In der Gegenwart treffen wir auf Ernst Stricker, ein Züricher Bibliothekar. Er gehört eher zu den ruhigeren Zeitgenossen und ist seit vielen Jahren glücklich verheiratet mit seiner Frau Jacqueline. Durch Zufall nimmt er einen fehlgeleiteten Anruf einer älteren Frau – Adele Schäfer – entgegnen und wird gebeten ein Päckchen abzuholen. Ernst Stricker ist neugierig und einem inneren Impuls folgend, beginnt er zu recherchieren, Sie zu suchen und tatsächlich findet er Sie. Da Frau Schäfer halbblind ist, denkt sie ihr Neffe Ernst stände vor ihr. Unser Protagonist Ernst Stricker klärt die Verwechslung aber nicht auf, nimmt das Päckchen entgegen und nimmt es mit nach Hause. Frau Schäfer gibt ihm noch mit auf den Weg, das er das Päckchen gut aufbewahren solle, damit es nicht in falsche Hände käme. Zwei Männer wären deswegen schon bei ihr gewesen und hätten sich danach erkundigt. Zu Hause angekommen öffnet er das Päckchen und entdeckt eine sehr alte Handschrift, den „Abrogans“. Ein lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch, möglicherweise aus dem 8. Jahrhundert. Wie ist dieses Buch bei Adele Schäfer gelandet? Ernst Stricker lässt diese Geschichte, dieses Buch nicht mehr los und beginnt zu ermitteln. Das Ganze entwickelt sich für ihn so mysteriös, so „aus der Zeit gefallen“, damit hatte er ganz und gar nicht gerechnet.


    Die zweite Zeitebene führt uns zurück ins 8. Jahrhunderts, ins Kloster Weltenburg bei Regensburg. Dort treffen wir auf den Novizen Haimo. Dieser wird mit der Abschrift eines Wörterbuchs beauftragt, den Abrogans. Als das Buch fertig ist, wird Heimo vom Abt aufgefordert, sich auf eine Reise zu begeben. Er soll andere Klöster aufsuchen, damit diese den Abrogans ebenfalls abschreiben können. Im Gegenzug soll Heimo Abschriften aus den Klöstern anfertigen und am Ende seiner Reise diese wieder mit in das Kloster Weltenburg bringen. Haimo, der mittlerweile Mönch geworden ist, begibt sich nun auf einen langen beschwerlichen Weg. Heimlich nimmt er sein Freundin Maria mit, die er nie ganz vergessen konnte. Ein langer mühsamer, gefährlicher Weg liegt vor den Beiden.


    Fazit:

    Franz Hohler hat eine tolle Geschichte kreiert und die beiden Zeitebenen wunderbar spannend erzählt und zum Ende hin geschickt zusammen gefügt. Durch die intensive und empathische Stimme von Gerd Heidenreich wird das Hörbuch zum reinsten Genuss. Heidenreich hat sich in alle Protagonisten sehr gut hineinversetzt. Durch seine sehr angenehme, ruhige und bedächtige Art hat er genau den richtigen Ton für die jeweils Handelnden getroffen, aber auch beide Zeitebenen hervorragend herausgearbeitet. Der Autor führt uns zurück ins Mittelalter, beschreibt bildhaft und stimmig das Klosterleben, aber auch deren Regeln und Strafen bei Nichteinhaltung. Hervorragend recherchiert! Sehr gelungen fand ich, mit welcher Finesse er die Geschichte des Abrogans, in den Roman – von früher bis heute – mit feiner Nadel hinein gewoben hat. Hohler hat einen brillanten Erzählstil, sodass ich das Hörbuch in einem Rutsch durch gehört habe und auch das Ende absolut stimmig fand. Nur durch Zufall bin ich auf dieses Hörbuch gestoßen und kann nur sagen, es gehört auf jeden Fall zu meinen positiven Überraschungen in diesem Jahr.

    Ein Lese- Hörgenuss der besonderen Art !!!


    www.literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2017/10/17/abrogans


    Besten Dank an den „Random House Audio Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

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    Irves avatar
    Irvevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tolle Geschichte auf zwei Zeitebenen, die Spannung und historischen Flair mit sich bringt. http://irveliest.wordpress.com
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