Brief an den Vater

von Franz Kafka 
4,0 Sterne bei154 Bewertungen
Brief an den Vater
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Positiv (111):
Tiana_Loreens avatar

Kafkas Versuch, all seine Gefühle gegenüber seines Vaters abzuarbeiten. Mir kam es eher wie eine Abrechnung vor.

Kritisch (10):
HamsterHerkuless avatar

Kafka ist überschätzt und hört sich gerne jammern... Entschuldigt wenn ich wem zu nahe gehe.

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Inhaltsangabe zu "Brief an den Vater"

Der vorliegende "Brief an den Vater" gilt als Schlüssel zu Werk und Leben des Prager Dichters Franz Kafka. Anklage und Selbstanalyse zugleich, erzählt der Monolog nicht nur vom tyrannischen und übermächtigen Wesen des Vaters, sondern auch vom komplizierten Seelenleben des feinsinnigen Sohnes. Als kristallklares Psychogramm einer schmerzlichen Entfremdung besteht das einzigartige literarische Werk neben den analytischen Schriften Sigmund Freuds. Erreicht hat das erschütternde Schreiben seinen Adressaten wohl nie – es war Kafkas Mutter, die eine beabsichtigte Aushändigung zu verhindern wußte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783899195927
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:92 Seiten
Verlag:Vitalis
Erscheinungsdatum:01.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 11.11.2013 bei onomato erschienen.

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    pardens avatar
    pardenvor 3 Jahren
    Lebendiges Zeugnis...

    LEBENDIGES ZEUGNIS...

    Der nie abgesandte Brief an den Vater (1919) gilt als Schlüssel zum dichterischen Werk Franz Kafkas (1883–1924). Dieses eindrucksvolle Zeugnis eines dramatischen Vater-Sohn-Konfliktes kann als ein ganz besonderes Dokument der Weltliteratur bezeichnet werden. Anklage und Selbstanalyse zugleich, vermittelt es dem Leser Einblick in das komplizierte Seelenleben des Autors. In eindringlichen Worten, denen man sich kaum entziehen kann, rechnet Kafka mit seinem autoritären Vater ab, der ihm so tyrannisch und übermächtig erschien...

    Kafka hat den in seiner Handschrift mehr als hundert Seiten langen Brief 1919 in einer Pension in Schelesen geschrieben. Er hat den Brief nie abgeschickt oder ihn dem Vater übergeben. Mit 36 Jahren hat er sich daran gemacht, in Form eines Briefes mit dem Vater 'Frieden zu schließen', den für sein gesamtes Leben so wichtigen Konflikt mit dem Vater schreibend zu bewältigen. Womöglich hatte der Brief seinen Zweck schon im Imaginären erfüllt: Im Bewusstsein, sich dem Vater einmal so vollständig wie möglich gegenüber zu erklären, sich überhaupt erklären zu können.
    Dabei versteht Kafka seine Darstellung niemals als bloße Anklage, sondern ist immer bemüht, auch die Schuldlosigkeit des Vaters festzuhalten. Zwei zu unterschiedliche Wesen, ein von Anfang an übermächtiger Vater, dem weder das Kind noch der erwachsene Mann ebenbürtig werden konnten - so hören sich seine Entschuldigungen an. Dennoch litt Franz Kafka Zeit seines Lebens unter dem Eindruck des Vaters, wovon der Brief das lebendigste Zeugnis gibt.

    Wann immer ich mich den Werken Kafkas bislang gewidmet habe, gab ich letztlich entmutigt auf - vielfach fehlte mir schlichtweg der Zugang, das Verständnis. Dieser Brief verdeutlicht jedenfalls eines, nämlich wo die für Kafka so  typische Atmosphäre existenziellen Ausgeliefertseins ihren Anfang nimmt: im Elternhaus. In dieser brieflichen Auseinandersetzung mit seinem Vater, in der Kafka auch schon dessen Entgegnungen antizipiert und wiederum hierauf eingeht, liegt ein Schlüssel zum Verständnis seines schriftstellerischen Werkes.
    Ein fiktiver Diskurs zwischen Vater und Sohn, der Kafka geholfen haben mag, seine Kindheit und Jugend Revue passieren zu lassen und letztlich auch aufzuarbeiten, der aber auch in jedem Fall dem Leser vor Augen führt, was Kafkas Werken zugrunde liegt. Ein beunruhigender aber aufschlussreicher Einblick...


    © Parden

    Kommentare: 6
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    Tiana_Loreens avatar
    Tiana_Loreenvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Kafkas Versuch, all seine Gefühle gegenüber seines Vaters abzuarbeiten. Mir kam es eher wie eine Abrechnung vor.
    Rezension von "Brief an den Vater"

    Kafkas Versuch, all seine Gefühle gegenüber seines Vaters abzuarbeiten. Mir kam es eher wie eine Abrechnung vor.

    Inhalt:
    [Inhaltsangabe]
    Franz Kafkas Brief hat den Vater nie erreicht. Ein sehr persönlicher Text, der Franz Sicht der Vater-Sohn-Beziehung beschreibt. Er schreibt über seine Gefühle, seinen Empfindungen, seinen Erinnerungen. Ein tief ehrlicher Brief, der persönliche Einblicke in das Leben des Schriftstellers gibt.

    meine Meinung:
    Das Kafkas Kindheit nicht leicht war, dass wusste ich bereits. Viele seiner Werke haben Aspekte seines Lebens innbegriffen. Er schrieb sein Leben nieder, bzw. seine tiefsten Gefühle und verbaute sie in Werken wie „Die Verwandlung“ oder „Das Schloss“.
    Das Gefühl des Missverstanden werden oder die Konflikte, welcher er immer mit dem Vater hatte.
    Dass er es seinen Vater nie recht machen konnte, dass sein Vater so viel verlangt hat und doch nie zufrieden war. Dass der Vater nur sein eigenes Leben als gelungen angesehen hat und Franz Erfolg nie akzeptieren wollte.

    Der Brief beinhaltet so viele Aspekte von Franz Kafkas Leben. Die Angst, welche er von seinem Vater gehabt hat, den beinahe schon panischen Versuch, ihm alles Recht zu machen, wobei er jedes Mal wieder daran gescheitert ist.
    Der Verwirrtheit, welche er im Bezug auf Glauben und Religion empfunden hat.
    Der Verwirrtheit im Bezug auf seine Herkunft.
    Seine großen Angst, die verhinderte, dass er je geheiratet hat, denn obwohl er verlobt war, wich er immer zurück, aus Angst, das Ebenbild seines Vaters zu werden.

    Tief berührend und sehr schockierend.
    Der Brief war Franz Versuch mit der Vergangenheit zu schließen, schade, dass der Vater ihn nie gelesen hat, vielleicht hätte es so endlich Aussprache gegeben...oder einen großen Streit.

    Fazit:
    Franz Kafka schaffte es nie, sich von seinen Vater zu lösen. Der Brief bringt einen tiefen Einblick in Franz Leben und Vergangenheit und lässt einen schockiert zurück. Tief berührend und schockierend.
    4 von 5 Sterne!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine bewegende kleine Kurzgeschichte, mit der ich mich selbst identifizieren kann
    Brief an den Vater

    Der Brief an den Vater. Es fehlte an Zusammenhalt zwischen diesem und Sohn. Eine Geschichte, die bewegt. Besonders mich. Da ich mich mit ihr und dem Verhältnis identifizieren kann

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    WildRoses avatar
    WildRosevor 4 Jahren
    Trägt zum besseren Verständnis von Kafkas Werken bei

    "Brief an den Vater" ist ein sehr persönlicher Text des berühmten Autors Franz Kafka. Er schrieb den Brief ursprünglich in der Absicht, ihn tatsächlich seinem dominanten, selbstgerechten Vater Helmut Kafka zukommen zu lassen, wovon er dann jedoch wieder absah. Der "Brief an den Vater" wurde posthum veröffentlicht. Kafka versucht darin, sein emotionales Verhältnis zum Vater zu beleuchten, wobei er auf sehr berührende Art und Weise auf Erlebnisse in der Kindheit eingeht, die ihm gut in Erinnerung geblieben sind. Die Erziehungsmittel des Vaters schüchterten ihn ein und machten ihn zu einem menschenscheuen Mann. Sein ganzes Leben wurde von der schwierigen Beziehung zum Vater geprägt und beeinträchtigt. Jeder Anhänger Kafkas sollte den "Brief" lesen, schon allein deshalb, um nach der Lektüre berühmte andere Werke des Autors, zum Beispiel "Die Verwandlung", besser verstehen zu können.

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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    Abrechnung

    Ich denke manche Menschen sollten sich einen solchen Brief zum Vorbild nehmen und selbst so einen verfassen, dem Vater oder der Mutter die Erziehung einmal vo Augen führen. Wie stark sich Franz Kafka von seinem Vater beeinflusst fühlte dringt durch jedes Wort des Briefes und er argumentiert geschickt, wenn auch, wie nicht anders zu erwarten, subjektiv gefärbt, sich häufig auf Kindheitserlebnisse beziehend. Franz war unfähig sich von seinem Vater zu lösen und würde ihm am liebsten auch noch diese Tatsache in die Schuhe schieben, wie schon seine Unfähigkeit eine Ehe einzugehen. Zwar ist der Brief sehr emotional und plastisch in seiner Schilderung,doch können wir nicht sagen, ob nicht übertrieben wird. Der Autor kann sich nicht vom jammern abhalten und versucht selbst in dem Brief noch zurückzurudern, dennoch ist er für seine Enttstehungszeit etwas besonderes.

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    Immasoldes avatar
    Immasoldevor 4 Jahren
    Brief an den Vater

    Dieser Brief ist tatsächlich ein Brief, den Franz Kafka an seinen Vater geschrieben hat.
    In diesem beschreibt er die Beziehung der beiden und versucht seinem Vater alle möglichen Dinge zu erklären.
    So versucht er zum Beispiel zu erklären, warum sein Vater, seiner Meinung nach, teilweise Schuld daran ist, warum er so ist, wie er ist. Er ist nämlich ziemlich zurückhaltend und hat sich als kleiner Junge nie getraut, vor seinem Vater zu sprechen.
    In diesem Brief wird ganz eindeutig klar, dass Kafkas Vater ein Tyrann ist und sich Franz trotzdem versucht, die Taten seines Vaters zu erklären. Vor allem wird deutlich, dass sich Kafka unter seinen Vater stellt und diesen als groß und mächtig beschreibt und sich selbst eher als klein uns gehorsam.

    Es ist ziemlich interessant, aber auch erschreckend gewesen, zu erfahren, unter welchen Umständen Kafka, ausgelöst durch seinen Vater, leben musste. Vor allem wie er trotz allem versucht seinen Vater zu erklären und ihm nichts vorwirft und ihm die Schuld für nichts gibt.

    Es ist ein wirklich aufschlussreicher, aber auch erschreckender Brief. Schade, dass er ihn nie abgeschickt hat. 

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    Winterdreamsvor 5 Jahren
    Sehr empfehlenswert

    Zum einen eine beeindruckend ehrliche autobiografische "Abrechnung" von Kafka mit seinem Vater, die immer auf objektiver Ebene bleibt und nicht in stumpfe Beschimpfungen ausartet; zum anderen auch ein typisches Abbild einer Vater-Sohn-Beziehung im wilhelminischen Zeitalter.

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    Kleine1984s avatar
    Kleine1984vor 6 Jahren
    Rezension zu "Brief an den Vater" von Franz Kafka

    Hilft ungemein, wenn man Kafka verstehen will, insbesondere Werke wie "Die Verwandlung" in der er seine Beziehung zum Vater verarbeitet hat.

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    LauraOstertags avatar
    LauraOstertagvor 7 Jahren
    Rezension zu "Brief an den Vater" von Franz Kafka

    Dank einer Facharbeit für die Schule das erste, was ich von Kafka gelesen habe - psychologisch sehr beeindruckend.

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    Ines_Muellers avatar
    Ines_Muellervor 8 Jahren
    Rezension zu "Brief an den Vater" von Franz Kafka

    In "Brief an den Vater" verarbeitet Franz Kafka die Beziehung zu seinem Vater. Dabei macht er diesen für seine Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle verantwortlich, verursacht durch die strenge Erziehung des Vaters, die aus "Schimpfen, Drohen, Ironie, böses Lachen und - merkwürdigerweise - Selbstbeklagung" bestand...
    Nachdem ich "Verwandlung" von Kafka gelesen hatte, machte ich mich nun an "Brief an den Vater", um Kafkas gestörte Beziehung zu seinem Vater bessser verstehen zu können. Aber eigentlich hätte ich mir dies auch sparen können, da ich nichts wirklich Neues erfuhr. Interessant fand ich allerdings den Unterschied zwischen dem Schreibstil dieses Buches und dem von die "Verwandlung". Während die "Verwandlung" in einem sehr einfachen, schmucklosen Stil verfasst wurde, glänzt Kafka in "Brief an den Vater" mit einer schönen Sprache, deren Sätze lang und auch verschachtelt sind. Trotzdem gibt es von mir nur drei Sterne, da es Stellen gab, die mich absolut langweilten. Aber trotzdem kann ich es jedem, der mehr über Kafka erfahren möchte, ans Herz legen.

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