Das Schloß

von Franz Kafka 
4,0 Sterne bei233 Bewertungen
Das Schloß
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Holdens avatar

In der Abiklausur hätts auch etwas einfacher sein dürfen als ein Vergleich einer "Schloß"passage mit Sartre.

JacquelineZwimpfers avatar

Nur schon dieser Anfangssatz ...

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Inhaltsangabe zu "Das Schloß"

'Es war spät abend als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehn, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an.' – Je dringlicher der Landvermesser K. nach seiner Ankunft versucht, ins Schloss zu gelangen, desto weiter entfernt er sich von seinem Ziel, bis er es schließlich ganz aus seinem Blick verliert. Was bleibt, sind die unnahbaren Beamten und ihre bedrohliche Bürokratie – und ein Roman, der bis heute nichts von seiner großartigen Rätselhaftigkeit eingebüßt hat.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596904563
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:26.09.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.11.2006 bei Der Audio Verlag, DAV erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Bob68s avatar
    Bob68vor 4 Jahren
    Ein Klassiker...hochaktuell

    Wenn ich mir die Nachrichten anschaue und den Alltag so betrachte, bin ich immer wieder erstaunt, wie aktuell dieses Roman ist in Hinsicht aud die Mechanismen, die Menschen als gegeben hinnehmen ohne sie zu überprüfen. Die Hauptperson, der Vermessungstechniker K., gibt sich erst am Ende der Geschichte nach einem langen, von Kafka hervorragend geschriebenen Kampf gegen die irrigen Vorstellungen der Menschen den vermeintlichen Gegebenheiten hin. Heutzutage geschieht dies bei den Meisten leider bereits viel früher...aus Bequemlichkeit.

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    DiagramLajardvor 4 Jahren
    Rezension zu Franz Kafka, Das Schloss

    Was für ein wundervolles Buch! Sehr schnell kriegt man raus, dass der Landvermesser niemals ins Schloss kommen wird, was immer er auch anstellt, und von da an ist das Buch ausgesprochen komisch.

    Auf einer höheren Ebene kann man sich mit der Frage amüsieren, wie denn das eigentlich alles gemeint ist: Ist das eine Satire aufdie Bürokratie? Geht es um die institutionalisierte Religion, die vor den direkten Zugang zu Gott immer neue und immer schwerer zu übersteigende Hürden errichtet? Geht es um den Sinn unserer Existenz, den wir immer nur knapp zu fassen bekommen, und dann doch nicht? Geht es psychoanalytisch gesprochen um Sex - oder warum sind die Protagonisten in so vielen Szenen im Bett und/oder nur unvollständig bekleidet? Man kann sich vornehmen, auf den nächsten zehn Seiten des Buchs einen dieser Ansätze anzuwenden, und man findet heraus, es passt. Ganz egal, welchen Ansatz man für welches Kapitel gewählt hat. Es passt.

    Wahrscheinlich hat sich Kafka mit seiner absichtsvollen Mehrdeutigkeit einen Spaß mit seinen Lesern gemacht, und so wie er den Landvermesser bei seinen Versuchen, ins Schloss zu kommen, immer wieder frustriert, so frustriert er auch den Leser in dessen Bemühen, hinter die Erzählabsicht zu kommen. Irgendwo im Roman steht der schöne Satz: Lass doch das Deuten. Die Pointe ist, dass das eben nun mal einfach nicht geht. Also deuten wir immer weiter, immer weiter ...

     

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    berensteins avatar
    berensteinvor 5 Jahren
    Kafka hat Humor

    Kafka gilt allgemeinhin als düster und schwer, verrätselt und komplexüberladen – zumindest wird dieses Bild von ihm kultiviert und tradiert. Er ist der Autor, der in seinem Werk orakelhaft die Schrecken und Grauen des 20. Jahrhunderts vorweggenommen, ja visioniert hat. Oder er ist das großgewordene Kind, das sein Leben lang die in der Kindheit erlittenen Traumata (vom Vater auf den Balkon gestellt usw.) abarbeiten musste. Man sagt Kafka nach, er wäre ernst, verklemmt und depressiv gewesen. Ein Mann, der ins Kino geht und weint, der aber nicht lacht.

    Warum aber ist man bemüht, Kafka so sehen zu wollen? Keine Ahnung, aber wenn sich einmal ein Bild festgesetzt hat in den Köpfen, ist es schwer wieder zu korrigieren.


    Auf alle Fälle beweist „Das Schloß“, dass Kafka Humor hatte, und leicht und humorvoll erzählen konnte. Die Geschichte vom Landvermesser K., der auf das Schloss gelangen möchte, hat mich wirklich zum Lachen gebracht. All die Dinge, die ihm passieren, die Figuren, denen er begegnet, sein vergebliches Bemühen – all das ist komisch. In diesem Buch zeigt Kafka, wie komisch er wirklich ist. Sein Humor ist aber keiner, der sich aufdrängt oder liebdienerisch anbietet. Er ist eher beiläufig, dahingeworfen, so dass man achtgeben muss, ihn aufzufangen, nicht an ihm vorbeizulaufen.

    Es gibt Berichte darüber, dass er bei Lesungen seiner eigenen Werke gelacht haben soll. Es gibt tatsächlich Fotos, auf denen Kafka lächelnd zu sehen ist.

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    einMalTees avatar
    einMalTeevor 7 Jahren
    Rezension zu "Das Schloß" von Franz Kafka

    Dieses Buch sollte es eigentlich gar nicht geben. Kafka hat in seinem Testament hinterlassen, dass alle vollgeschriebenen Zettel und unvollständige Manuskripte verbrannt werden sollten. Darunter befand ich auch „Das Schloß“ (neben 'Der Prozeß' und 'Amerika'). Wie sein enger Vertrauter und Verleger Max Brod aber richtig erkannt hat, war es gut, dies nicht zu tun, sondern all diese Niederschriften aufzubewahren. Posthum wurde dieses Buch herausgegeben.
    Worin besteht aber der Reiz ein unvollendetes Buch zu lesen? Also nur noch Fragment.
    Es ist eine schwer zu beantwortende Frage. Es kann daran liegen, dass Kafkas Stilistik unverwechselbar und schier lesenswert ist. Ein Ziel kann es natürlich auch sein, sich selbst das Ende zu denken. Zwar hat Kafka Brod dies mündlich mitgeteilt, aber schien noch nicht bis zur Gänze ausgereift zu sein.
    Worum geht es aber in dem Werk?
    Wie auch in 'Der Prozeß' ist der Hauptcharakter ein gewisser 'K.'. Im 'Prozeß' hat er noch den Vornamen Josef, beim 'Schloß' heißt er einfach nur: K. Sein Beruf ist Landvermesser und angeblich hat er den Auftrag in einem Dorf das dazugehörige Schloß auszumessen. K. ist ein sehr selbstbewusster und kluger Mann. Dennoch lässt er sich gerne ablenken, ist zu akribisch und gewillt alles zu wissen. Es hat den Anschein, dass genau diese Eigenschaften ihm das Genick brechen. Denn sonderbarer Weise soll er gar nicht dem Auftrag nachgehen, es schien ein bürokratischer Fehler zu sein. Die Quelle ist nicht klar auszumachen, wahrscheinlich ging es von Klamm aus, einem der höchsten Beamten, der im Schloß arbeitet.
    Selbstverständlich will K. nun Klamm sprechen. Erreichen soll er dies nie. Er wird nicht ein Mal die Möglichkeit haben das Anwesen zu betreten, auch in die Nähe des Schloßes wird er nicht gelangen.
    Groß und unfassbar verflochten ist das bürokratische System. So lernt K. viele Leute kennen, die ihn immer nur weiterleiten. Sein Wille weiterzugelangen ist allerdings so groß, dass er mit allen Mitteln versucht im Dorf Fuß zu fassen und irgendwann seine Messarbeiten zu beginnen. Das Herz der jungen Frieda will er erobern, mit dem Boten Barnabas und seiner Schwester Olga hat er zwei Freunde gefunden, die ihm immer wieder helfen wollen, doch wirklich nützlich scheint es nicht.
    So endet das Buch nach über dreihundert Seiten mehr oder weniger im Nichts.

    Was bleibt?
    Es bleibt ein wahnsinniger Eindruck, wie durchdacht das Werk ist. Es ist geboten, sehr aufmerksam zu lesen, was schwer fällt, da einige Passagen ermüdend sind. Kafkas Sprache ist sehr nüchtern, geradlinig und äußerst korrekt.
    Ein beliebter Interpretationsansatz ist der religiöse. Das unerreichbare Schloß stehe für eine gewisse Göttlichkeit, Brod spricht von „Gnade“. Das Schloß, seine Beamten und die dazugehörigen Entschlüsse tun den Menschen gut, die verleihen allen Bewohnern Zuversichtlichkeit, Schutz und Geborgenheit; auf das Schloß ist Verlass. So sei es auch mit Gott, eine immerwährende Konstante, aber doch unerreichbar.
    Das Schloß an sich kann aber auch für zahlreiche andere Dinge stehen: Väter, totalitäre Systeme oder ein Witz auf die Bürokratie.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Das Schloá" von Franz Kafka

    Ein Landvermesser auf der Suche nach einem Schloß, deren undurchsichtiger Bürokratieapparat ihn nur in immer enger werdene Gänge treibt, je näher er diesem Schloß kommt, das er nicht zu Gesicht bekommt. Eine Woche treibt er sich um. Ich glaube es ist das gelungste Werk, es ist wahrlich künstlerisch.

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    PaulTemples avatar
    PaulTemplevor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Schloß" von Franz Kafka

    Kafkas Erzählungen und Romane lösten bei mir schon immer Faszination und Unwohlsein aus, beherrscht er doch wie kaum ein Zweiter den atmosphärischen Aufbau einer undurchsichtigen, ablehnenden und sich lähmenden Umgebung. Auch "Das Schloss" weist die typischen Erzählmerkmale auf, bei denen ein Mensch anscheinend zufällig in ein immer unüberschaubareres und sich verdichtendes Netz von Bürokratie und Organisationsformen gerät, aus denen es kaum einen Ausweg zu geben scheint.
    Doch während im "Prozess" der Protagonist Josef K. vor diesen Machenschaften zu flüchten versucht, stellt sich im "Schloss" die Hauptfigur K. der Herausforderung und beabsichtigt unbeirrbar dem Geheimnis des scheinbar alles beherrschenden Schlosses mitsamt seinen Verwaltungsbeamten auf die Spur zu kommen.

    Unbedingt lesen, ein wahrer Prototyp der kafkaesken Erzählform!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Rezension zu "Das Schloß" von Franz Kafka

    Diese Erzählung finde ich hochinteressant. Man kann so viel hineininterpretieren, aber andererseits hat man nie das Gefühl, wirklich dahinter zukommen (ich jedenfalls nicht). Sehr anstrengend zu lesen.
    Schade, dass Kafka die Geschichte nie zu Ende geschrieben hat!

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    Holdenvor 10 Jahren
    Kurzmeinung: In der Abiklausur hätts auch etwas einfacher sein dürfen als ein Vergleich einer "Schloß"passage mit Sartre.
    Rezension zu "Das Schloß" von Franz Kafka

    Ein typischer Kafka mit dem Problem eines einzelnen, der einer anoymen Bürokratie gegenübersteht. Eien Schullektüre, wäre in der Freizeit nicht so mein Ding.

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    tvbs avatar
    tvbvor 10 Jahren
    Rezension zu "Das Schloß" von Franz Kafka

    Oft hat man den Eindruck, dass die Einführung dient, um einen Überblick zu verschaffen. Dieser Überblick ermöglicht dann auch später die Einblicke in die Zusammenhänge zwischen den Personen. Doch hier sind die Motive von Personen verschwommen und wechselhaft. Besonders ist, dass Behörden und Institutionen einen Eigendynamik und damit eine Eigenmotivik leistet. Die allerdings folgt klaren Regeln, die jedoch dem einzelnen Individuum verborgen bleiben.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Rezension zu "Das Schloß" von Franz Kafka

    Ein Buch wie ein Marsch durch Schnee - glitzernd, beklemmend, euphorisch, aussichtslos, unwirklich - den sich kein Freund des Träumers aus Prag entgehen lassen sollte. Was mit Anklängen des Schauerromans beginnt, führt schnell vor verschlossene Türen und undurchsichtige Strukturen des Schlosses, lässt uns Bekanntschaft mit bizarren Dorfbewohnern schließen und schlägt einem mitunter wie ein Vorschlaghammer ins Gesicht. Auch in diesem Fragment dämonischer Heftigkeit findet sich viel Humor, den der Literaturapparat Kafka immer wieder streitig macht, obwohl er doch so offensichtlich zwischen den Pappdeckeln seiner Bücher waltet. "Das Schloss" mag zwar das kryptischste unter den außergewöhnlichen Werken Kafkas sein, aber auch ohne akademische Interpretation sickert dieses in kühl und befremdender Sprache erzählte Werk ins Unterbewusstsein, schlägt dort Wurzeln und verwandelt sich in ein aufbäumendes Etwas, das nicht nur sich, sondern auch den geschätzten Leser verwandelt. Ich stehe in Flammen.

    Auch nicht schlecht: Sex bei Kafka... "Dort lagen sie, aber nicht so hingegeben wie damals in der Nacht. Sie suchte etwas, und er suchte etwas, wütend, Grimassen schneidend, sich mit dem Kopf einbohrend in die Brust des anderen suchten sie und ihre Umarmungen und ihre sich aufwerfenden Körper machten sie nicht vergessen, sondern erinnerten sie an die Pflicht zu suchen, wie Hunde verzweifelt im Boden scharren so scharrten sie an ihren Körpern und hilflos enttäuscht, um noch letztes Glück zu holen, fuhren manchmal ihre Zungen breit über des andern Gesicht. Erst die Müdigkeit ließ sie still und einander dankbar werden. Die Mägde kamen dann auch herauf, "sieh, wie die hier liegen", sagte eine und warf aus Mitleid ein Tuch über sie." Franz Kafka, Das Schloss.

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