Der Process

von Franz Kafka 
3,8 Sterne bei950 Bewertungen
Der Process
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (637):
S

Teilweise verwirrend, klingt lange nach

Kritisch (120):
Crazy_AMs avatar

Pflichtlektüre fürs Abi. Mehr muss ich dazu nicht sagen.

Alle 950 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Der Process"

Die neue Reihe Schroedel Lektüren bietet preiswerte Textausgaben für Schülerinnen und Schüler sowie sorgfältig ausgearbeitete Modelle für den Literaturunterricht.§§Die Textausgaben enthalten Worterläuterungen neben dem Text, Sacherläuterungen im Anhang sowie einen ausführlicheren Überblick zu Leben und Werk des Autors.§§Die Module und Materialien für Lehrerinnen und Lehrer beginnen mit einer tabellarischen Übersicht und einer fachlichen Orientierung zum behandelten Werk.§§Den Hauptteil bildet die Darstellung des Unterrichts in Modulen, die insgesamt einen vollständigen Unterrichtsgang bieten, sich aber auch einzeln unterrichten und mit eigenem Material kombinieren lassen.§§Jeder Unterrichtsvorschlag ist mit einem Erwartungshorizont versehen. Alle bewährten Methoden des Literaturunterrichts werden aufgegriffen. Im Zentrum steht jedoch die analysierende und deutende Arbeit am Text.§§Arbeitsblätter (Kopiervorlagen) sowie Klausurvorschläge mit Erwartungshorizonten vervollständigen das Angebot.§

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783507697720
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Schroedel
Erscheinungsdatum:01.02.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 28.02.2013 bei onomato erschienen.

Videos zum Buch

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne319
  • 4 Sterne318
  • 3 Sterne193
  • 2 Sterne81
  • 1 Stern39
  • Sortieren:
    Schluffs avatar
    Schluffvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: wenn man nicht schon verrückt ist, davon kann man es werden
    der Prozess

    Wenn es Franz Kafka's Absicht war den Leser in eine verstörende Realität zu führen ist ihm das vorzüglich gelungen. Angeklagt ohne zu wissen wessen, drehen sich die Gedanken des Protagonisten ohne irgendwo anzukommen. Wer nicht genug Durchhaltevermögen hat, wird das Buch nicht bis zu seinem Ende lesen.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    MissMisseys avatar
    MissMisseyvor einem Jahr
    Warum so viel Lob?

    "Jemand musste Joseph K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhafet"
    Mit diesem Satz beginnt die Geschichte eines Mannes der versucht für sein Recht zu kämpfen vor einem  ihm unbekannten Gericht.

    "Der Proceß" ist ein Werk Kafkas, das dieser nie beendet hat und das merkt man leider sehr. Der Übergang zwischen den einzelnen Kapiteln ist teilweise so unzusammenhängend, dass mein ohnehin geringes Lesevergnügen stark beeinträchtigt wurde. Im Anhang wird erwähnt, dass bis auf den Anfang und das Ende, die Reihenfolge der Kapitel noch nicht feststand und ich frage mich nun, ob Kafka überhaupt gewollt hätte, das ein unvollendetes Buch veröffentlicht wird.
    Besonders das letzte Kapitel kam mir zu plötzlich, ich hatte das Gefühl, das ich Teile der Geschichte verpasst hatte und blätterte wirklich nocheinmal zurück um sicher zu gehen, dass ich nichts überlesen hatte.
    Die Geschichte selbst ist äußerst kalt und distanziert geschrieben, so dass es mir schwer fiel mich in Joseph K. hineinzuversetzen. Auch sämtliche anderen Charaktere der Geschichte handelten meiner Meinung nach so übetrieben unrealistisch, dass ich die Geschichte einfach nicht ernst nehmen konnte. Statt bedrohlich oder beängstigend zu wirken fand ich die Dialoge und Handlungen so albern, dass ich das Buch teilweise zugeschlagen habe und nicht wusste ob ich lachen oder den Kopf schütteln sollte.
    Mir fällt leider nicht viel positives ein, obwohl ich mich auf das Buch gefreut hatte. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht es zu beenden und wenn es etwas gibt was ich mochte, dann dass ich an manchen Stellen sehr gut voran kam.
    Im Anschluss an das Buch habe ich direkt den Film von Orson Welles gesehen und fand diesem unvergleichlich besser. Anthony Perkins als Joseph K. hat mit seiner Mimik genau meine Gefühle eingefangen, auch er sah teilweise so amüsiert über diese Absurde Geschichte aus!

    "Der Proceß" war mein erstes Buch von Kafka und vielleicht war es einfach eine ungünstige Wahl um mit seinen Werken zu beginnen, dennoch soll es nicht mein letztes gewesen sein und vielleicht gefällt mir ein anderes ja besser.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Sekanias avatar
    Sekaniavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Grotesk, wirr, anstrengend und doch irgendwie fesselnd
    Ein Hauch von Wahnsinn

    Nun um es kurz zu machen, es geht um K., der verhaftet und gegen den ein Prozess geführt wird. Warum? Das wird weder ihm noch dem Leser plausibel erläutert, ist aber auch nicht relevant.


    Ein Buch, so wirr, so grotesk, voller beiläufiger und manchmal offen zur Schau gestellter Unlogik, dass ich beim ersten Lesen gelegentlich dachte, dass so etwas nur unter Drogeneinfluss entstehen kann. Die Tatsache, dass der Roman nicht fertiggestellt, Kafka die Kapitel nicht chronologisch schrieb und sie nach seinem Tod mehr schlecht als recht zusammengebastelt wurden, erleichtert das Verständnis auch nicht unbedingt.
    Auf den Zweiten Blick (und mit Hilfe eines exzellenten Deutschlehrers) hat es mich dann doch irgendwie gepackt. Denn wenn man einen Ansatzpunkt findet, eröffnet sich einem zwar immer noch Nichts mit System, aber dafür eine wahre Fundgrube voller interessanter Deutungsansätze und möglichen Aussagen.
    Zurückgelassen hat mich das Buch mit Faszination und auch ein wenig mit einem klammen, unterschwelligen Gefühl der Angst. Denn lässt man das Absurde weg, dann ist das was K. geschieht in erster Linie ziemlich verstörend. Und der Gedanke bleibt, dass, trotz aller Groteske, die Inspirationen für das Beschriebene vorallem in unserer Wirklichkeit zu finden sind.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    elodie_ks avatar
    elodie_kvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wie immer ein Vergnügen, absurde Geschichten von Kafka zu lesen!
    Der Prozess, doch weshalb?

    Ich stelle mir vor, ich habe einen Prozess am Hals, doch mir wird weder gesagt worum es geht noch werde ich eingesperrt. Es bleibt jedoch stets im Hinterkopf und beginnt mich zu Verfolgen. 

    Im Prozess von Franz Kafka geht es um Josef K., der eines Tages erwacht und bei sich zu Hause von "Wächtern" begrüsst wird, die ihm mitteilen, dass er verhaftet ist. Allerdings bestehen sie darauf, dass es nicht ihre Aufgabe ist Herrn K. darüber zu informieren, was der Grund dafür ist. Herr K. ist völlig überrascht, denn er ist angesehener Prokurist in einer Bank und führt ein anständiges Leben. Von da an beginnt dieser Prozess ihm im Nacken zu sitzen. Ihm wird angemeldet, dass er wöchentlichen Vernehmungen beiwohnen muss. Beim ersten Erscheinen, teilt er der ganzen Versammlung seine Meinung mit und die ganze Geschichte des Prozesses wird immer absurder. Als dann sein Onkel in die Stadt kommt, nachdem er von dem Prozess erfahren hat, drängt er ihm einen Anwalt auf, der jedoch nicht an der Verteidigung Josef K.s arbeitetet, sondern ihm ausschliesslich vom Gericht und seinen Beamten erzählt. Herr K. findet ausserdem einen scheinbaren Helfer in einem Künstler, den ein Bekannter im "empfohlen" hat, doch auch seine Vorschläge zur Freisprache sind absurd. Nebenbei leidet seine Arbeit in der Bank unter seinen Gedanken und Überlegungen zum Prozess; er kann kaum mehr arbeiten und ist davon überzeugt, dass der Stellvertretende Direktor seinem Ansehen schaden will. Die Geschichte nimmt ein unerwartetes Ende..

    Auf jeden Fall mal wieder eine persönliche Empfehlung von mir für jeden der mit absurder Literatur etwas anfangen kann. Während der Geschichte werden die Handlungsstränge immer absurder bis hin zum Ende. 

    Toll geschrieben, trotz der Kafkatypischen Schachtelsätzen. 

    Kommentare: 3
    15
    Teilen
    ritzelmeierbabettes avatar
    ritzelmeierbabettevor 2 Jahren
    Nicht schlecht, aber hat mir nichts neues gebracht

    Interessante Zusammenführung. Aufgrund des Stils habe ich es aber nur überflogen. 

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    waizenernses avatar
    waizenernsevor 2 Jahren
    in 208 Seiten den Willen gebrochen

    Das Buch ist eigentlich unfertig und sollte gemäß Kafka nie veröffentlicht werden. Die Kapitel bieten dramaturgisch und logisch aber nicht viel Spielraum, sie willkürlich anzuordnen, weshalb sich mir die Frage stellt, warum es allein hier auf der Plattform dutzende Versionen von "der Prozess" gibt und worin sie ich unterscheiden.

    Sprung zum Wesentlichen inklusive Spoiler (obgleich fast jeder die wichtigen Details aus der Schulzeit kennen wird): es geht um Josef K., der von einer undurchsichtigen Gerichtsmaschinerie derart gebrochen wird, dass er am Ende sogar seine eigene Hinrichtung schulterzuckend annimmt. Versucht Josef eingangs noch sich nicht beirren zu lassen - in einer fast heldenhaften Rede sogar eine Auflehnung gegen das unmenschliche System zu entfachen - so fügt er sich doch relativ schnell dem äußeren Einfluss. Damit ist die Story doch näher an der Realität als es das unwirkliche Setting vermuten lässt. Ein Meer aus passiven Mitschwimmern und aktiven Opportunisten erlaubt Aufrichtigkeit nur dort, wo sie sowieso schon maßgebend ist.

    Das Buch war mir zu langatmig, wodurch es allerdings dem Leser ein Gefühl für Josef K.s Prozess gestattet.

    "Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht."

    "Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht."

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Farbwirbels avatar
    Farbwirbelvor 2 Jahren
    In jedem Dachstuhl verbirgt sich ein Gericht

    Franz Kafka ist einer der überragend gelobten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Bisher hatte ich lediglich die Verwandlung gelesen – sogar mehrmals. Die Novelle um Gregor Samsa hatter mir sehr gut gefallen. Zudem noch ein paar Kurzgeschichten. 'Der Proceß' ist nun ein fragmentarischer Roman, der sich mit Josef K. befasst.

    Josef K. ist Prokurist einer Bank in einer fiktiven Stadt. Er hat ein Zimmer in einer Pension angemietet und wird nun dreißig Jahre alt. An seinem Geburtstag aber geschieht etwas verwunderliches: Herr K. wird verhaftet. Den Grund dafür erfährt er nicht, denn niemand der Rechtsdiener scheint Bescheid zu wissen und er selbst ist sich keiner Schuld bewusst. Es ist ein Bild dafür, wie die Institutionen, die an sich von Menschenhand geschaffen wurden, nun den Menschen selbst domestizieren.

    Nun beginnt aber genau das, was man wohl als kafkaesk bezeichnet. Ein Verwirrspiel und eine monologische Argumentationskette, die ihres gleichen sucht. Kafka schafft es hier, sich in den Spiralen um den Fall K. herum zu winden und nie konkret den Fall zu benennen. An keiner Stelle bekommt man heraus, was K. denn nun getan hatte.

    Dennoch muss er sich um seine Verteidigung kümmern – dabei stets darum besorgt, sein Umfeld würde von Prozess erfahren. Von seinem Onkel bekommt er einen befreundeten Advokaten gestellt und durch einen Klienten der Bank erhält er Kontakt zu einem Gerichtsmaler, der ihm womöglich weiterhelfen könnte. Doch ist dem so?

    Vor allem geht es in dieser Geschichte darum, danach zu fragen, wie Gerechtigkeit erwogen wird. Wo sind ihre Grenzen, wer entscheidet über sie? Für mich ist der Roman eine Dystopie der Bürokratie. Man könnte wohl auch einen ironischen Klang gegen menschliche Aktenordner hineinlesen. Ganz bestimmt sogar.

    Immer wieder werden Bilder vom Autor geschaffen, die einen zum Grübeln veranlassen. So gibt es zwei Szenen, in denen K. über sein Verfahren und die möglichen Ausgänge unterrichtet wird, in denen die knappe Luft zum literarischen Mittel wird. Immer stickiger und wärmer wird sie. Das erinnert natürlich an die Floskel „Pass lieber auf, die Luft wird immer dünner.“ Eine implizite Warnung also? Doch erscheint mir, auch wenn K. teilweise gegen Anraten von vermeintlichen Freunden handelt, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, dass die Luft um ihn nicht dünner werden würde.

    Des Weiteren fand ich die Szene um den Maler Titorelli sehr schön. Die beiden stehen vor einem Gemälde, welches Titorelli in Auftrag malt und reden darüber:

    „Es ist die Gerechtigkeit“, sagte der Maler schließlich. „Jetzt erkenne ich sie schon“, sagte K., „hier ist die Binde um die Augen und hier die Wage. Aber sind nicht an den Fersen Flügel und befindet sie sich nicht im Lauf?“ „Ja“, sagte der Maler, „ich mußte es über Auftrag so malen, es ist eigentlich die Gerechtigkeit und die Siegesgöttin in einem.“ „Das ist keine gute Verbindung“, sagte K. Lächelnd, „die Gerechtigkeit muß ruhen, sonst schwankt die Wage und es ist kein gerechtes Urteil möglich.“ „ich füge mich darin meinem Auftraggeber“, sagte der Maler. - S. 133

    Ziemlich tief, oder? Es zeigt, wie der Staat, dem die Herren bewohnen, funktioniert. Spannend ist auch, dass das Bild in Pastelltönenn gemalt wird, was auch nochmal eine starke Aussagekraft hat.

    Seltsam ist auch das skizzierte Verhältnis der Advokaten Huld zu seinem Klienten Block, der von Huld wie eine Art Sklave gehalten wird, obwohl doch, nach unserem Verständnis, der Advokat in einem Dienstleisterverhältnis zu Block stehen müsste.

    „[...] Die Schriften, die Du ihm geliehen hast sind wahrscheinlich schwer verständlich.“ „Jja“, sagte der Advokat, „das sind sie allerdings. Ich glaube auch nicht, daß er etwas von ihnen versteht. Sie sollen ihm nur eine Ahnung davon gebben, wie schwer der Kampf ist, den ich zu seiner Verteidigung führe. Und für wen führe ich diesen schweren Kampf? Für – es ist fast lächerlich es auszusprechen – für Block. Auch was das bedeutet soll er begreifen. [...]“ - S. 179

    Die Türhüterlegende steht fast zum Schluss des Romans. Diese ist, so denke ich, recht bekannt, wird sie doch häufiger im Unterricht durchgenommen. Dieses philosophische Bild und K.s Auseinandersetzung damit waren wiedereinmal interessant zu lesen.

    Ich persönlich empfand das Werk als sehr tiefsinnig, kritisch und zeitlos. Auch konnte ich mich mit seinem Schreibstil gut anfreunden und mochte die verketteten Argumentationsreden der verschiedenen Sprecher.

    Kommentare: 6
    15
    Teilen
    Stephanuss avatar
    Stephanusvor 3 Jahren
    Ein Meisterwerk von Kafka

    Der höhere Bankangestellte Josef K wird, an seinem 30. Geburtstag, aus heiterem Himmel verhaftet, ohne dass er etwas getan hat und weiß, was überhaupt passiert ist. Langsam wird klar, dass ein grotesker Prozess vor einem anonymen Gericht gegen ihn läuft, gegen den es kein Mittel zu geben scheint und der zwangsläufig in der Verurteilung endet. Durch den Prozess gerät das einstmals beschauliche Leben des Josef K. aus den Fugen und wird schließlich zerstört.

    Mit seinem exzellenten Erzähltalent und der ihm eigenen Sprache und Stil schreibt Kafka eine groteske Geschichte über ein obskures Gericht und einen anonymen, grotesken Prozess. Das Buch ist letztlich eine Kritik an der Gesellschaft vor dem 1. Weltkrieg und die Rechtsprechung, aber auch noch viel tiefer eine Auseinandersetzung mit den zentralen Themen Recht, Gerechtigkeit und Leben. Allein das Bild eines absurden Gerichtsverfahrens mit alle seinen Auswirkungen vor einem anonymen Gericht ohne rechtsstaatliche Grundsätze zeigt die herrschende Willkür. Der Leser wird sprachgewaltig in diese Welt eingetaucht und auch noch mehr als 100 Jahre nach seinem Entstehen ist dieses Fragment lesenswert und gehört für mich zu einem der besten Bücher Kafkas.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    MyriamErichs avatar
    MyriamErichvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Naja...
    Die Umstände sind grotesk, der Leser ist verwirrt

    Die Ohnmacht, mit der sich viele Menschen im Zeitalter der Moderne konfrontiert sahen, manifestiert sich unter anderem in Kafka´s Werk "Der Prozess".

    Bankprokurist Joseph K. wird an seinem 30. Geburtstag verhaftet. Auf die Frage nach seinem Vergehen vermag ihm niemand zu antworten, die Umstände sind grotesk, das Gericht bleibt anonym. Seine Ansätze, zu einer auskunftsbereiten Instanz zu gelangen, erscheinen von Beginn an zum Scheitern verurteilt, auch sein Anwalt kann keine erkennbaren Fortschritte erzielen. Schlussendlich wird der Protagonist vor den Stadtmauern exekutiert.

    Kafka zeichnet in seinem Werk den letzten verzweifelten Versuch, eines von einer inneren Leere und Zerrissenheit getriebenen Individuums, die Macht und Kontrolle über sein Leben wiederzuerlangen. Der Eingriff einer höheren, anonymen Instanz erzwingt bei ihm ein Gefühl der Orientierungslosigkeit und Ohnmacht, da er gegen sie nichts auszurichten vermag.

    Der daraus resultierende und für die Moderne typische Subjektzerfall, lässt Joseph K. farblos erscheinen. Seine Charakterzüge verbleichen, die Ästhetik des Hässlichen, vor allem in den weiblichen Charakteren verdeutlicht, kommt zum Ausdruck.

    Die sprachliche Gestaltung erscheint zu Beginn recht einfach, doch tritt durch Wiederholungen und lange Sätze, sowie die grotesken Umstände eine gewisse Monotonie in den Vordergrund, die das Lesen erschwert.

    Die recht handlungsarme Geschichte lässt den Leser ermüden. Dennoch kann man über die beschriebenen Umstände vor Verwunderung nur den Kopf schütteln. Anstatt die Fragen des Lesers zu beantworten, wirft der Text immer neue Fragen auf und man ist froh, wenn man auf der Zielgeraden zum Endspurt angekommen ist.

    Ein durchweg langatmiges Buch, das nur durch seine vielfältigen Interpretationsansätze faszinieren kann.

    Kommentare: 4
    104
    Teilen
    sweetpiglets avatar
    sweetpigletvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Mir fehlte leider der rote Faden und ein passendes Ende
    Der Prozess

    Meine Meinung:
    Durch unseren Leseclub bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden, für den Monat August war es nämlich die zu lesenden Lektüre und ich war gespannt wie diese berühmte Meisterwerk von Kafka wirklich ist.

    Zunächst war ich vom Schreibstil und Aufbau wirklich überrascht, allerdings mehr negativ als positiv, denn es handelt sich um einen reinen Fließtext, egal ob eigentlich grad ein Dialog zwischen zwei Protagonisten läuft oder nicht, der Text wurde ohne Punkt und Komma fortgesetzt. Wo wir bei der zweiten Schwierigkeit wären, die unfassbaren Schachtelsätze die Kafka verwendet, da muss man sich wirklich erstmal rein lesen.

    Hat man diese zwei Hürden überwunden, dann erwartet einen die Geschichte von Josef K., der fast immer K. genanntn wird, der eines Morgens aufwacht und verhaftet wird, aber nicht im üblichen Sinne. Er wird zwar darüber unterrichtet, aber mehrpassiert nicht, er kommt in kein Gefängnis oder Besserungsanstalt, stattdessen geht er ganz normal zur Arbeit und wartet nur auf weitere Hinweise zu seinem Prozess. Damit beginnt auch schon das ganze Wirr-Warr aus Handlungssträngen und der Findung des roten Fadens und der Lösung des Problem von Joef K., denn das scheint fast nebensächlich, viel mehr geht es darum wer alles in K.'s Leben eine Rolle spielt oder gespielt hat und etwas mit dem Prozess zu tun hat. Wir erfahren nicht wirklich wieso er angeklagt wird, was mich als Leser etwas frustriert und äußerst fragend zurücklässt.

    Die gesamten Umstände im Buch und das Ende konnten mich nicht wirklich überzeugen. Leider ist Kafka tot weshalb wir ihn heute nicht mehr über dieses Werk ausfragen können, interessant fand ichjedoch, dass er eigentlich nie wollte, dass es veröffentlicht wird. Dennoch hat ein naher Freund von ihm die Kapitel des Prozess zusammengefügt und dann nach seinem Ableben der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man könnte jetzt darüber spekulieren, dass Kafka die Veröffentlich verhindern wollte weil das Werk nicht fertig ist, oder gar weil es zu autobiografisch ist, denn viele Züge des Hauptprotagonisten an Kafka selbst erinnern. Auch meine persönlcihe Interpretation, dass er vieles der erlebten Dinge im Buch nur in einer Art Traumwelt erlebt und nicht in der realen Welt, wird mir Kafka niemals bestätigen können, daher werden es immer nur Ansätze bleiben, reine Spekulationen.


    Fazit:
    Für mich ist der Prozeß ein unfertiges Werk, das zwar nicht leicht zu lesen ist, aber defintiv interessante Züge mit sich bringt. Dennoch fehlt am Ende einfach eine Art Aufklärung oder ein Kapitel, denn es endet einfach zu barupt und zu viel bleibt offen.

    Kommentieren0
    2
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    abas avatar
    Ich freue mich, die nächste Leserunde zu der LovelyBooks Klassiker Zeitreise eröffnen zu dürfen.

    Mit "Der Proceß" von Franz Kafka geht es weiter.

    Zur Ausgabe

    "Der Proceß" ist Franz Kafkas weltweit meistgelesener und bekanntester Roman – nicht zuletzt dank der kongenialen Verfilmung durch Orson Welles. In der Geschichte des Josef K., dem in einem ebenso absurden wie undurchsichtigen Verfahren der Prozess gemacht wird, zeigt der große Prager Schriftsteller seine ganze Erzählkunst. Je mehr K. seine ungenannte Schuld zu ergründen und sich zu verteidigen sucht, desto tiefer gerät er in die alptraumhaften Labyrinthe einer undurchschaubaren Gesetzesmaschinerie. Lakonisch im Ton, steigert sich der Text vom Grotesk-Komischen ins abgrundtief Tragische – ein literarisches Meisterwerk.

    Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

    Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

    Über Franz Kafka

    Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka 1908 in die "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt" ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.

    Zusammen mit den S. Fischer Verlagen lade ich euch zu einer Leserunde zu diesem Klassiker ein.

    Für die Leserunde werden vom Verlag 10 Freiexemplare zur Verfügung gestellt. Diese werden unter den Interessenten verlost. Ihr könnt aber auch mit euren eigenen Exemplaren teilnehmen oder solche bei den Fischer Verlagen erwerben, wenn ihr diese Leserunde auf keinen Fall verpassen möchtet.

    Wer ein Exemplar gewinnen möchte, antwortet bitte bis zum 24.04.2014 auf folgende Frage:

    Wem gehört Kafka?

    Sehr aktuell ist der Streit um Kafkas Nachlass. Sein Werk gilt gleichzeitig als jüdisch und als "urdeutsch".
    In einem sehr komplizierten internationalen Rechtstreit erhebt der Staat Israel Anspruch auf die Schriftstücke Kafkas und bezeichnet sie als "nationales Kulturgut".
    Das Familiengericht in Tel Aviv verweigerte den Schwestern Eva und Ruth Hoffe die Erbberechtigung für ihre verstorbene Mutter Ilse Ester Hoffe, die die Handschriften 1945 als Geschenk von Max Brod bekommen hatte. Hoffe verkaufte einen Teil der Texte, darunter 1988 den "Prozess" an das Deutsche Literaturarchiv Marbach, für etwa zwei Millionen Dollar.

    Habt ihr Lust, über die Frage "Wem gehört Kafka?" hier zu diskutieren?

    Übrigens, wer das Glück hat und sich in oder um Marbach befindet, kann noch bis zum 21. April die Sonderausstellung "Der ganze Prozess" besuchen.
    Ausgestellt werden die erhaltenen 161 Blätter des Manuskripts.
    Wenn das nicht eine aufregende Ausstellung ist!

    Mehr dazu unter:

    http://www.dla-marbach.de/dla/museum/ausstellungen/wechselausstellungen/index.html

    Im Gewinnfall verpflichten sich die Teilnehmer der Leserunde, innerhalb von ca. vier Wochen zum Austausch in allen Abschnitten sowie zum Schreiben einer Rezension.
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks