Franz Kafka Der Process

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Inhaltsangabe zu „Der Process“ von Franz Kafka

Die neue Reihe Schroedel Lektüren bietet preiswerte Textausgaben für Schülerinnen und Schüler sowie sorgfältig ausgearbeitete Modelle für den Literaturunterricht.§§Die Textausgaben enthalten Worterläuterungen neben dem Text, Sacherläuterungen im Anhang sowie einen ausführlicheren Überblick zu Leben und Werk des Autors.§§Die Module und Materialien für Lehrerinnen und Lehrer beginnen mit einer tabellarischen Übersicht und einer fachlichen Orientierung zum behandelten Werk.§§Den Hauptteil bildet die Darstellung des Unterrichts in Modulen, die insgesamt einen vollständigen Unterrichtsgang bieten, sich aber auch einzeln unterrichten und mit eigenem Material kombinieren lassen.§§Jeder Unterrichtsvorschlag ist mit einem Erwartungshorizont versehen. Alle bewährten Methoden des Literaturunterrichts werden aufgegriffen. Im Zentrum steht jedoch die analysierende und deutende Arbeit am Text.§§Arbeitsblätter (Kopiervorlagen) sowie Klausurvorschläge mit Erwartungshorizonten vervollständigen das Angebot.§

Teilweise verwirrend, klingt lange nach

— Stubenpuma

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  • Warum so viel Lob?

    Der Process

    MissMissey

    24. May 2017 um 18:10

    "Jemand musste Joseph K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhafet"Mit diesem Satz beginnt die Geschichte eines Mannes der versucht für sein Recht zu kämpfen vor einem  ihm unbekannten Gericht."Der Proceß" ist ein Werk Kafkas, das dieser nie beendet hat und das merkt man leider sehr. Der Übergang zwischen den einzelnen Kapiteln ist teilweise so unzusammenhängend, dass mein ohnehin geringes Lesevergnügen stark beeinträchtigt wurde. Im Anhang wird erwähnt, dass bis auf den Anfang und das Ende, die Reihenfolge der Kapitel noch nicht feststand und ich frage mich nun, ob Kafka überhaupt gewollt hätte, das ein unvollendetes Buch veröffentlicht wird. Besonders das letzte Kapitel kam mir zu plötzlich, ich hatte das Gefühl, das ich Teile der Geschichte verpasst hatte und blätterte wirklich nocheinmal zurück um sicher zu gehen, dass ich nichts überlesen hatte.Die Geschichte selbst ist äußerst kalt und distanziert geschrieben, so dass es mir schwer fiel mich in Joseph K. hineinzuversetzen. Auch sämtliche anderen Charaktere der Geschichte handelten meiner Meinung nach so übetrieben unrealistisch, dass ich die Geschichte einfach nicht ernst nehmen konnte. Statt bedrohlich oder beängstigend zu wirken fand ich die Dialoge und Handlungen so albern, dass ich das Buch teilweise zugeschlagen habe und nicht wusste ob ich lachen oder den Kopf schütteln sollte. Mir fällt leider nicht viel positives ein, obwohl ich mich auf das Buch gefreut hatte. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht es zu beenden und wenn es etwas gibt was ich mochte, dann dass ich an manchen Stellen sehr gut voran kam. Im Anschluss an das Buch habe ich direkt den Film von Orson Welles gesehen und fand diesem unvergleichlich besser. Anthony Perkins als Joseph K. hat mit seiner Mimik genau meine Gefühle eingefangen, auch er sah teilweise so amüsiert über diese Absurde Geschichte aus! "Der Proceß" war mein erstes Buch von Kafka und vielleicht war es einfach eine ungünstige Wahl um mit seinen Werken zu beginnen, dennoch soll es nicht mein letztes gewesen sein und vielleicht gefällt mir ein anderes ja besser.

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  • Ein Hauch von Wahnsinn

    Der Process

    Sekania

    15. February 2017 um 01:36

    Nun um es kurz zu machen, es geht um K., der verhaftet und gegen den ein Prozess geführt wird. Warum? Das wird weder ihm noch dem Leser plausibel erläutert, ist aber auch nicht relevant. Ein Buch, so wirr, so grotesk, voller beiläufiger und manchmal offen zur Schau gestellter Unlogik, dass ich beim ersten Lesen gelegentlich dachte, dass so etwas nur unter Drogeneinfluss entstehen kann. Die Tatsache, dass der Roman nicht fertiggestellt, Kafka die Kapitel nicht chronologisch schrieb und sie nach seinem Tod mehr schlecht als recht zusammengebastelt wurden, erleichtert das Verständnis auch nicht unbedingt. Auf den Zweiten Blick (und mit Hilfe eines exzellenten Deutschlehrers) hat es mich dann doch irgendwie gepackt. Denn wenn man einen Ansatzpunkt findet, eröffnet sich einem zwar immer noch Nichts mit System, aber dafür eine wahre Fundgrube voller interessanter Deutungsansätze und möglichen Aussagen. Zurückgelassen hat mich das Buch mit Faszination und auch ein wenig mit einem klammen, unterschwelligen Gefühl der Angst. Denn lässt man das Absurde weg, dann ist das was K. geschieht in erster Linie ziemlich verstörend. Und der Gedanke bleibt, dass, trotz aller Groteske, die Inspirationen für das Beschriebene vorallem in unserer Wirklichkeit zu finden sind.

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  • Der Prozess, doch weshalb?

    Der Process

    elodie_k

    09. December 2016 um 14:26

    Ich stelle mir vor, ich habe einen Prozess am Hals, doch mir wird weder gesagt worum es geht noch werde ich eingesperrt. Es bleibt jedoch stets im Hinterkopf und beginnt mich zu Verfolgen. Im Prozess von Franz Kafka geht es um Josef K., der eines Tages erwacht und bei sich zu Hause von "Wächtern" begrüsst wird, die ihm mitteilen, dass er verhaftet ist. Allerdings bestehen sie darauf, dass es nicht ihre Aufgabe ist Herrn K. darüber zu informieren, was der Grund dafür ist. Herr K. ist völlig überrascht, denn er ist angesehener Prokurist in einer Bank und führt ein anständiges Leben. Von da an beginnt dieser Prozess ihm im Nacken zu sitzen. Ihm wird angemeldet, dass er wöchentlichen Vernehmungen beiwohnen muss. Beim ersten Erscheinen, teilt er der ganzen Versammlung seine Meinung mit und die ganze Geschichte des Prozesses wird immer absurder. Als dann sein Onkel in die Stadt kommt, nachdem er von dem Prozess erfahren hat, drängt er ihm einen Anwalt auf, der jedoch nicht an der Verteidigung Josef K.s arbeitetet, sondern ihm ausschliesslich vom Gericht und seinen Beamten erzählt. Herr K. findet ausserdem einen scheinbaren Helfer in einem Künstler, den ein Bekannter im "empfohlen" hat, doch auch seine Vorschläge zur Freisprache sind absurd. Nebenbei leidet seine Arbeit in der Bank unter seinen Gedanken und Überlegungen zum Prozess; er kann kaum mehr arbeiten und ist davon überzeugt, dass der Stellvertretende Direktor seinem Ansehen schaden will. Die Geschichte nimmt ein unerwartetes Ende.. Auf jeden Fall mal wieder eine persönliche Empfehlung von mir für jeden der mit absurder Literatur etwas anfangen kann. Während der Geschichte werden die Handlungsstränge immer absurder bis hin zum Ende. Toll geschrieben, trotz der Kafkatypischen Schachtelsätzen.

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    • 4
  • Nicht schlecht, aber hat mir nichts neues gebracht

    Der Process

    ritzelmeierbabette

    22. November 2016 um 14:38

    Interessante Zusammenführung. Aufgrund des Stils habe ich es aber nur überflogen. 

  • in 208 Seiten den Willen gebrochen

    Der Process

    waizenernse

    18. August 2016 um 21:41

    Das Buch ist eigentlich unfertig und sollte gemäß Kafka nie veröffentlicht werden. Die Kapitel bieten dramaturgisch und logisch aber nicht viel Spielraum, sie willkürlich anzuordnen, weshalb sich mir die Frage stellt, warum es allein hier auf der Plattform dutzende Versionen von "der Prozess" gibt und worin sie ich unterscheiden. Sprung zum Wesentlichen inklusive Spoiler (obgleich fast jeder die wichtigen Details aus der Schulzeit kennen wird): es geht um Josef K., der von einer undurchsichtigen Gerichtsmaschinerie derart gebrochen wird, dass er am Ende sogar seine eigene Hinrichtung schulterzuckend annimmt. Versucht Josef eingangs noch sich nicht beirren zu lassen - in einer fast heldenhaften Rede sogar eine Auflehnung gegen das unmenschliche System zu entfachen - so fügt er sich doch relativ schnell dem äußeren Einfluss. Damit ist die Story doch näher an der Realität als es das unwirkliche Setting vermuten lässt. Ein Meer aus passiven Mitschwimmern und aktiven Opportunisten erlaubt Aufrichtigkeit nur dort, wo sie sowieso schon maßgebend ist. Das Buch war mir zu langatmig, wodurch es allerdings dem Leser ein Gefühl für Josef K.s Prozess gestattet. "Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht." "Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht."

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  • In jedem Dachstuhl verbirgt sich ein Gericht

    Der Process

    Farbwirbel

    10. August 2016 um 11:58

    Franz Kafka ist einer der überragend gelobten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Bisher hatte ich lediglich die Verwandlung gelesen – sogar mehrmals. Die Novelle um Gregor Samsa hatter mir sehr gut gefallen. Zudem noch ein paar Kurzgeschichten. 'Der Proceß' ist nun ein fragmentarischer Roman, der sich mit Josef K. befasst. Josef K. ist Prokurist einer Bank in einer fiktiven Stadt. Er hat ein Zimmer in einer Pension angemietet und wird nun dreißig Jahre alt. An seinem Geburtstag aber geschieht etwas verwunderliches: Herr K. wird verhaftet. Den Grund dafür erfährt er nicht, denn niemand der Rechtsdiener scheint Bescheid zu wissen und er selbst ist sich keiner Schuld bewusst. Es ist ein Bild dafür, wie die Institutionen, die an sich von Menschenhand geschaffen wurden, nun den Menschen selbst domestizieren. Nun beginnt aber genau das, was man wohl als kafkaesk bezeichnet. Ein Verwirrspiel und eine monologische Argumentationskette, die ihres gleichen sucht. Kafka schafft es hier, sich in den Spiralen um den Fall K. herum zu winden und nie konkret den Fall zu benennen. An keiner Stelle bekommt man heraus, was K. denn nun getan hatte. Dennoch muss er sich um seine Verteidigung kümmern – dabei stets darum besorgt, sein Umfeld würde von Prozess erfahren. Von seinem Onkel bekommt er einen befreundeten Advokaten gestellt und durch einen Klienten der Bank erhält er Kontakt zu einem Gerichtsmaler, der ihm womöglich weiterhelfen könnte. Doch ist dem so? Vor allem geht es in dieser Geschichte darum, danach zu fragen, wie Gerechtigkeit erwogen wird. Wo sind ihre Grenzen, wer entscheidet über sie? Für mich ist der Roman eine Dystopie der Bürokratie. Man könnte wohl auch einen ironischen Klang gegen menschliche Aktenordner hineinlesen. Ganz bestimmt sogar. Immer wieder werden Bilder vom Autor geschaffen, die einen zum Grübeln veranlassen. So gibt es zwei Szenen, in denen K. über sein Verfahren und die möglichen Ausgänge unterrichtet wird, in denen die knappe Luft zum literarischen Mittel wird. Immer stickiger und wärmer wird sie. Das erinnert natürlich an die Floskel „Pass lieber auf, die Luft wird immer dünner.“ Eine implizite Warnung also? Doch erscheint mir, auch wenn K. teilweise gegen Anraten von vermeintlichen Freunden handelt, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, dass die Luft um ihn nicht dünner werden würde. Des Weiteren fand ich die Szene um den Maler Titorelli sehr schön. Die beiden stehen vor einem Gemälde, welches Titorelli in Auftrag malt und reden darüber: „Es ist die Gerechtigkeit“, sagte der Maler schließlich. „Jetzt erkenne ich sie schon“, sagte K., „hier ist die Binde um die Augen und hier die Wage. Aber sind nicht an den Fersen Flügel und befindet sie sich nicht im Lauf?“ „Ja“, sagte der Maler, „ich mußte es über Auftrag so malen, es ist eigentlich die Gerechtigkeit und die Siegesgöttin in einem.“ „Das ist keine gute Verbindung“, sagte K. Lächelnd, „die Gerechtigkeit muß ruhen, sonst schwankt die Wage und es ist kein gerechtes Urteil möglich.“ „ich füge mich darin meinem Auftraggeber“, sagte der Maler. - S. 133 Ziemlich tief, oder? Es zeigt, wie der Staat, dem die Herren bewohnen, funktioniert. Spannend ist auch, dass das Bild in Pastelltönenn gemalt wird, was auch nochmal eine starke Aussagekraft hat. Seltsam ist auch das skizzierte Verhältnis der Advokaten Huld zu seinem Klienten Block, der von Huld wie eine Art Sklave gehalten wird, obwohl doch, nach unserem Verständnis, der Advokat in einem Dienstleisterverhältnis zu Block stehen müsste. „[...] Die Schriften, die Du ihm geliehen hast sind wahrscheinlich schwer verständlich.“ „Jja“, sagte der Advokat, „das sind sie allerdings. Ich glaube auch nicht, daß er etwas von ihnen versteht. Sie sollen ihm nur eine Ahnung davon gebben, wie schwer der Kampf ist, den ich zu seiner Verteidigung führe. Und für wen führe ich diesen schweren Kampf? Für – es ist fast lächerlich es auszusprechen – für Block. Auch was das bedeutet soll er begreifen. [...]“ - S. 179 Die Türhüterlegende steht fast zum Schluss des Romans. Diese ist, so denke ich, recht bekannt, wird sie doch häufiger im Unterricht durchgenommen. Dieses philosophische Bild und K.s Auseinandersetzung damit waren wiedereinmal interessant zu lesen. Ich persönlich empfand das Werk als sehr tiefsinnig, kritisch und zeitlos. Auch konnte ich mich mit seinem Schreibstil gut anfreunden und mochte die verketteten Argumentationsreden der verschiedenen Sprecher.

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    • 7
  • Die Umstände sind grotesk, der Leser ist verwirrt

    Der Process

    MyriamErich

    Die Ohnmacht, mit der sich viele Menschen im Zeitalter der Moderne konfrontiert sahen, manifestiert sich unter anderem in Kafka´s Werk "Der Prozess". Bankprokurist Joseph K. wird an seinem 30. Geburtstag verhaftet. Auf die Frage nach seinem Vergehen vermag ihm niemand zu antworten, die Umstände sind grotesk, das Gericht bleibt anonym. Seine Ansätze, zu einer auskunftsbereiten Instanz zu gelangen, erscheinen von Beginn an zum Scheitern verurteilt, auch sein Anwalt kann keine erkennbaren Fortschritte erzielen. Schlussendlich wird der Protagonist vor den Stadtmauern exekutiert. Kafka zeichnet in seinem Werk den letzten verzweifelten Versuch, eines von einer inneren Leere und Zerrissenheit getriebenen Individuums, die Macht und Kontrolle über sein Leben wiederzuerlangen. Der Eingriff einer höheren, anonymen Instanz erzwingt bei ihm ein Gefühl der Orientierungslosigkeit und Ohnmacht, da er gegen sie nichts auszurichten vermag. Der daraus resultierende und für die Moderne typische Subjektzerfall, lässt Joseph K. farblos erscheinen. Seine Charakterzüge verbleichen, die Ästhetik des Hässlichen, vor allem in den weiblichen Charakteren verdeutlicht, kommt zum Ausdruck. Die sprachliche Gestaltung erscheint zu Beginn recht einfach, doch tritt durch Wiederholungen und lange Sätze, sowie die grotesken Umstände eine gewisse Monotonie in den Vordergrund, die das Lesen erschwert. Die recht handlungsarme Geschichte lässt den Leser ermüden. Dennoch kann man über die beschriebenen Umstände vor Verwunderung nur den Kopf schütteln. Anstatt die Fragen des Lesers zu beantworten, wirft der Text immer neue Fragen auf und man ist froh, wenn man auf der Zielgeraden zum Endspurt angekommen ist. Ein durchweg langatmiges Buch, das nur durch seine vielfältigen Interpretationsansätze faszinieren kann.

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    • 5
  • Ein Meisterwerk von Kafka

    Der Process

    Stephanus

    15. November 2015 um 10:39

    Der höhere Bankangestellte Josef K wird, an seinem 30. Geburtstag, aus heiterem Himmel verhaftet, ohne dass er etwas getan hat und weiß, was überhaupt passiert ist. Langsam wird klar, dass ein grotesker Prozess vor einem anonymen Gericht gegen ihn läuft, gegen den es kein Mittel zu geben scheint und der zwangsläufig in der Verurteilung endet. Durch den Prozess gerät das einstmals beschauliche Leben des Josef K. aus den Fugen und wird schließlich zerstört. Mit seinem exzellenten Erzähltalent und der ihm eigenen Sprache und Stil schreibt Kafka eine groteske Geschichte über ein obskures Gericht und einen anonymen, grotesken Prozess. Das Buch ist letztlich eine Kritik an der Gesellschaft vor dem 1. Weltkrieg und die Rechtsprechung, aber auch noch viel tiefer eine Auseinandersetzung mit den zentralen Themen Recht, Gerechtigkeit und Leben. Allein das Bild eines absurden Gerichtsverfahrens mit alle seinen Auswirkungen vor einem anonymen Gericht ohne rechtsstaatliche Grundsätze zeigt die herrschende Willkür. Der Leser wird sprachgewaltig in diese Welt eingetaucht und auch noch mehr als 100 Jahre nach seinem Entstehen ist dieses Fragment lesenswert und gehört für mich zu einem der besten Bücher Kafkas.

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  • Der Prozess

    Der Process

    sweetpiglet

    05. October 2015 um 14:51

    Meine Meinung: Durch unseren Leseclub bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden, für den Monat August war es nämlich die zu lesenden Lektüre und ich war gespannt wie diese berühmte Meisterwerk von Kafka wirklich ist. Zunächst war ich vom Schreibstil und Aufbau wirklich überrascht, allerdings mehr negativ als positiv, denn es handelt sich um einen reinen Fließtext, egal ob eigentlich grad ein Dialog zwischen zwei Protagonisten läuft oder nicht, der Text wurde ohne Punkt und Komma fortgesetzt. Wo wir bei der zweiten Schwierigkeit wären, die unfassbaren Schachtelsätze die Kafka verwendet, da muss man sich wirklich erstmal rein lesen. Hat man diese zwei Hürden überwunden, dann erwartet einen die Geschichte von Josef K., der fast immer K. genanntn wird, der eines Morgens aufwacht und verhaftet wird, aber nicht im üblichen Sinne. Er wird zwar darüber unterrichtet, aber mehrpassiert nicht, er kommt in kein Gefängnis oder Besserungsanstalt, stattdessen geht er ganz normal zur Arbeit und wartet nur auf weitere Hinweise zu seinem Prozess. Damit beginnt auch schon das ganze Wirr-Warr aus Handlungssträngen und der Findung des roten Fadens und der Lösung des Problem von Joef K., denn das scheint fast nebensächlich, viel mehr geht es darum wer alles in K.'s Leben eine Rolle spielt oder gespielt hat und etwas mit dem Prozess zu tun hat. Wir erfahren nicht wirklich wieso er angeklagt wird, was mich als Leser etwas frustriert und äußerst fragend zurücklässt. Die gesamten Umstände im Buch und das Ende konnten mich nicht wirklich überzeugen. Leider ist Kafka tot weshalb wir ihn heute nicht mehr über dieses Werk ausfragen können, interessant fand ichjedoch, dass er eigentlich nie wollte, dass es veröffentlicht wird. Dennoch hat ein naher Freund von ihm die Kapitel des Prozess zusammengefügt und dann nach seinem Ableben der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man könnte jetzt darüber spekulieren, dass Kafka die Veröffentlich verhindern wollte weil das Werk nicht fertig ist, oder gar weil es zu autobiografisch ist, denn viele Züge des Hauptprotagonisten an Kafka selbst erinnern. Auch meine persönlcihe Interpretation, dass er vieles der erlebten Dinge im Buch nur in einer Art Traumwelt erlebt und nicht in der realen Welt, wird mir Kafka niemals bestätigen können, daher werden es immer nur Ansätze bleiben, reine Spekulationen. Fazit: Für mich ist der Prozeß ein unfertiges Werk, das zwar nicht leicht zu lesen ist, aber defintiv interessante Züge mit sich bringt. Dennoch fehlt am Ende einfach eine Art Aufklärung oder ein Kapitel, denn es endet einfach zu barupt und zu viel bleibt offen.

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  • Ein stilbildendes Meisterwerk

    Der Process

    Creed

    13. April 2015 um 21:36

    Mein Gott, was für ein Buch! Bislang von mir immer nur bruchstückhaft gelesen, einzelne, nichtssagende Passagen und im Hinterkopf stets das Stöhnen von Generationen von Schülern: "Öde"..."Langweilig"..."Unverständlich"..."Trocken"... Nein, nichts davon stimmt. Im Gegenteil, für mich war es eine der aufregendsten Leseerfahrungen meines bisherigen Bücherlebens, jede Seite überraschend, jede Zeile ein Genuß. Gewiss, für den Schulunterricht ist Kafka wirklich nicht die klügste Wahl, denn Kafka sollte man freiwillig lesen, ihn entdecken, interpretieren, darüber staunen... Die Geschichte des Josef K., der eines Morgens verhaftet wird und gegen den ein imaginärer, bizarrer Prozess geführt wird, ist voll von skurrilen, geheimnisvollen und kryptischen Situationen, besetzt mit interessanten, geheimnisvoll wirkenden Charakteren und voller Gleichnissen, versteckten Andeutungen und Rätseln, die schon tausendfach analysiert und interpretiert worden sind...und dessen letztendlicher Sinn vielleicht nie komplett entschlüsselt wird, da Kafka seine ureigene Deutung mit ins Grab genommen hat. Mich hat der stellenweise aufblitzende Humor überrascht, der die düstere, morbide Grundhandlung immer wieder durchbricht, mit solchen grotesken Szenen und Begebenheiten hatte ich bei Kafka nicht gerechnet. (Als Beispiel mag hier der recht merkwürdige Dialog Josef K.'s mit dem Maler dienen). Was das Buch dann endgültig zu einem absoluten und zeitlosen Meisterwerk macht, ist Kafkas formvollendete deutsche Sprache...jede Seite, jeder Satz wirkt bis ins Letzte ausformuliert. Der Autor hat das Buch als Romanfragment bezeichnet, dabei bricht nur ein Kapitel mitten in der Handlung ab, dafür ist aber der komplette Schluß vorhanden, was bei Kafkas anderem berühmten Roman "Das Schloß" nicht der Fall ist. Das 9. Kapitel mit dem Titel "Im Dom" wirft dann wenigstens ein wenig Licht auf den vielfältig interpretierbaren Plot. Darin enthalten ist die kurze Parabel "Vor dem Gesetz", die herausgelöst aus dem Roman eines der bekanntestes Kurzprosawerke Kafkas darstellt, und das man stellvertretend für die Situation Josef K.'s nehmen kann. Fazit: Für mich einer der besten und ungewöhnlichsten Romane, den ich je gelesen habe. Jedem, der bereit ist, sich auf eine morbide, düstere und vielfältig deutbare Geschichte einzulassen, sei dieses grandiose Buch ans Herz gelegt. Ein Jahrhundertwerk!

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  • vollkommen verrückt

    Der Process

    dominona

    19. October 2014 um 16:11

    Wenn scheinbar alle zu einer Institution gehören und der Prozess, bei dem nicht einmal ein Grund offen gelegt wird, einen so mürbe macht, dass es egal ist, ob man unschuldig ist oder nicht, dann kann man nicht mehr logisch argumentieren und der Verstand driftet automatisch ab. Der Zustand wird dann gerne mal als kafkaesk bezeichnet. Nein, Spaß bei seite, das Buch ist gut, surreal und verwirrend, aber gut.

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  • Leserunde zu "Der Proceß" von Franz Kafka

    Der Process

    aba

    Ich freue mich, die nächste Leserunde zu der LovelyBooks Klassiker Zeitreise eröffnen zu dürfen. Mit "Der Proceß" von Franz Kafka geht es weiter. Zur Ausgabe "Der Proceß" ist Franz Kafkas weltweit meistgelesener und bekanntester Roman – nicht zuletzt dank der kongenialen Verfilmung durch Orson Welles. In der Geschichte des Josef K., dem in einem ebenso absurden wie undurchsichtigen Verfahren der Prozess gemacht wird, zeigt der große Prager Schriftsteller seine ganze Erzählkunst. Je mehr K. seine ungenannte Schuld zu ergründen und sich zu verteidigen sucht, desto tiefer gerät er in die alptraumhaften Labyrinthe einer undurchschaubaren Gesetzesmaschinerie. Lakonisch im Ton, steigert sich der Text vom Grotesk-Komischen ins abgrundtief Tragische – ein literarisches Meisterwerk. Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Über Franz Kafka Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka 1908 in die "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt" ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb. Zusammen mit den S. Fischer Verlagen lade ich euch zu einer Leserunde zu diesem Klassiker ein. Für die Leserunde werden vom Verlag 10 Freiexemplare zur Verfügung gestellt. Diese werden unter den Interessenten verlost. Ihr könnt aber auch mit euren eigenen Exemplaren teilnehmen oder solche bei den Fischer Verlagen erwerben, wenn ihr diese Leserunde auf keinen Fall verpassen möchtet. Wer ein Exemplar gewinnen möchte, antwortet bitte bis zum 24.04.2014 auf folgende Frage: Wem gehört Kafka? Sehr aktuell ist der Streit um Kafkas Nachlass. Sein Werk gilt gleichzeitig als jüdisch und als "urdeutsch". In einem sehr komplizierten internationalen Rechtstreit erhebt der Staat Israel Anspruch auf die Schriftstücke Kafkas und bezeichnet sie als "nationales Kulturgut". Das Familiengericht in Tel Aviv verweigerte den Schwestern Eva und Ruth Hoffe die Erbberechtigung für ihre verstorbene Mutter Ilse Ester Hoffe, die die Handschriften 1945 als Geschenk von Max Brod bekommen hatte. Hoffe verkaufte einen Teil der Texte, darunter 1988 den "Prozess" an das Deutsche Literaturarchiv Marbach, für etwa zwei Millionen Dollar. Habt ihr Lust, über die Frage "Wem gehört Kafka?" hier zu diskutieren? Übrigens, wer das Glück hat und sich in oder um Marbach befindet, kann noch bis zum 21. April die Sonderausstellung "Der ganze Prozess" besuchen. Ausgestellt werden die erhaltenen 161 Blätter des Manuskripts. Wenn das nicht eine aufregende Ausstellung ist! Mehr dazu unter: http://www.dla-marbach.de/dla/museum/ausstellungen/wechselausstellungen/index.html Im Gewinnfall verpflichten sich die Teilnehmer der Leserunde, innerhalb von ca. vier Wochen zum Austausch in allen Abschnitten sowie zum Schreiben einer Rezension.

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    • 222
  • „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“

    Der Process

    MissErfolg

    19. August 2014 um 19:51

    Eigentlich scheint es vermessen, Kafka ohne Vorbereitung (sei es durch schulischen Unterricht oder ein Seminar an der Universität) zu lesen. Ist es überhaupt möglich, die vielschichtigen Botschaften des Textes zu durchdringen, wenn man dabei nicht von einem literarischen Fachmann begleitet wird?  „Der Proceß“ war mein erster Kontakt mit Franz Kafka und wird definitiv nicht mein letzter sein. Trotz einiger Schwierigkeiten beim Lesen bleibt mir vor allem die  düstere und geheimnisvolle Atmosphäre des „kafkaesken“ Schreibstils in Erinnerung. „Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht.“ In dem unvollendeten Roman, der erstmals postum im Jahre 1925 erschienen ist, dringen wir in die Welt von Josef K. vor. Oder besser gesagt in seine ehemalige Welt, denn bereits zu Beginn der Lektüre bricht sie nach und nach auseinander. Als Leser sind wir ebenso machtlos wie Josef K. selbst, dem am Morgen seines 30. Geburtstags die Nachricht überbracht wird, er sei Angeklagter in einem Prozess – ganz ohne Angabe von Gründen. Anstatt jedoch ins Gefängnis gebracht zu werden, soll er sein Leben fortsetzen wie bisher, er bleibt frei beweglich. Erfolglos versucht Josef K. herauszufinden, wer ihn anklagt oder warum. Ebenso fragwürdig bleiben das Gericht, das auf dem Dachboden seines Wohnhauses tagt, und das Gesetz, auf dessen Grundlage geurteilt werden soll. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch der Angeklagt selbst bleiben vom Prozess ausgeschlossen. Letzten Endes wird Josef K. von der unerreichbaren Gerichtsinstanz zum Tode verurteilt, ohne jemals zu erfahren, was ihm eigentlich vorgeworfen wird. „Wie ein Hund“ erstechen zwei Schergen Josef K. an seinem 31. Geburtstag in einem Steinbruch. Der Roman endet mit den Worten: „Es war, als sollte die Scham ihn überleben". "Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht." Obwohl ich mich, wie bereits erwähnt, ohne großartige Vorbereitung an den Proceß herangewagt habe, hat mich Kafkas absurde, albtraumartige Welt noch lange beschäftigt. Die absolut grotesken Gegebenheiten entwickelten sich nach einer mir unverständlichen Logik, sodass man das Schicksal des Protagonisten als Leser rat- und hilflos mitverfolgen muss. Zeuge zu werden, wie sich Josef K.s Welt nach und nach als Scheinrealität entpuppt, war phasenweise nicht ganz einfach. „Der Proceß“ lässt sich dabei weder mit dem Prädikat „kurzweilig“ noch „vergnüglich“ beschreiben, da es mich mit allerhand Fragen zurückgelassen hat. Nichtsdestotrotz betrachte ich die gemachte Leseerfahrung als bereichernd und ungemein anregend.

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  • Nicht leicht zu lesen, aber gut

    Der Process

    lesebiene27

    Der Protagonist Josef K. erfährt eines Morgens, dass er verhaftet und gegen ihn der Prozess eröffnet wurde, jedoch nicht, weshalb. Anfangs vermutet sowohl der Leser als auch K. einen Spaß, an dem auch seine Kollegen in der Bank teilnehmen und der Ernst der Lage wird erst nach einigen Seiten so wirklich deutlich. Diese anfängliche Vermutung rührt unter anderem auch daher, dass sein Leben in keinster Weise eingeschränkt wird und er wie sonst auch arbeiten gehen darf. Bei dem dabei laufenden Prozess führt Josef K. dadurch auch seine Verteidigung selber, was es allerdings für ihn nicht sonderlich leicht macht, da sich die ganze Geschichte nach und nach zuspitzt. Mit diesem Buch ist Kafka ein beachtliches Werk gelungen, dass dazu geführt hat, dass ich so manches Mal verwundert den Kopf geschüttelt und mich gefragt habe, ob der Protagonist dies alles vielleicht einfach nur träumt. Allerdings hat es mich auch immer wieder zum Nachdenken angeregt, was ich bei einem solchen Werk toll finde. Kafka schafft es, den Leser in eine Welt zu führen, die man sich wirklich nicht wünscht und bringt dabei so viele verwirrende, psychologische, abstruse und düstere Facetten zum Vorschein, die den Leser fesseln und mit Josef K. mitfiebern lassen. Dabei übt er auch Kritik an der Gesellschaft aus, was mich als Leser ebenso gefesselt hat. Der Sprachstil ist im Gegensatz zu der recht klaren Geschichte nicht leicht. Mir ist das Lesen vor allem deshalb schwer gefallen, weil dieses Buch ohne Korrekturen übernommen wurde und daher die alte Sprache und den Stil sowie Komma- und Grammatikfehler aufführt. Kafka hat aber auch nur wenige Absätze gemacht, wodurch ich das Lesen als ein wenig anstrengend empfunden habe. Der Protagonist Josef K. war mir am Anfang ein wenig suspekt, ist mir aber nach und nach sympathisch geworden und ich konnte gut mit ihm mitfühlen. Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es an Fans und solche, die es vielleicht einmal werden wollen, weiterempfehlen. Denjenigen, den der Sprachstil Kafkas nicht gefällt, wird auch dieses Buch nicht gefallen. Wichtig zu beachten ist dabei, dass man das Buch auf keinen Fall in einem Rutsch durchlesen kann. Ich persönlich gebe dem Buch „Der Proceß“ von Franz Kafka 4 von 5 Sternen.

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    • 11
  • Schwere unvollendete Kost

    Der Process

    gorgophol

    Herr K. wird unschuldig verhaftet und gerät dadurch in die Mühlen der (wie auch immer gearteten) Justiz.  Wie K. hat auch der Leser keinerlei Informationen worum es eigentlich geht. Die Geschichte schleppt sich durch eine Aneinanderreihung von Einzelkapiteln, die jedes fast eine eigene Geschichte darstellen und einem K. und die Welt in der er lebt etwas näher bringen.  K. selbst wird von Kapitel zu Kapitel unsympathischer. Die Kapitel selbst sind so sprunghaft, dass es schwer fällt einen Fluss darin zu finden. Wirklich bedrohlich wirkt die Situation nie, dennoch findet K. sein tragisches Ende.  Der Prozess ist eine von Kaffkas unvollendeten Geschichten, das sei zur Ehrenrettung gesagt. Und genau so liest sie sich auch. Ein Klassiker, den ich gelesen haben wollte. Mehr aber auch nicht. 

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    • 3

    Toolkat

    15. August 2014 um 08:03
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