Franz Kotteder

 3.8 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor von Die Billig-Lüge, Der große Ausverkauf und weiteren Büchern.

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Die Billig-Lüge

Die Billig-Lüge

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Erschienen am 01.02.2007
Der große Ausverkauf

Der große Ausverkauf

 (4)
Erschienen am 02.03.2015
Die wissen alles über Sie

Die wissen alles über Sie

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Erschienen am 17.02.2011
35 Jahre Biermösl Blosn

35 Jahre Biermösl Blosn

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Erschienen am 09.04.2013
Kulturverführer München

Kulturverführer München

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Erschienen am 01.10.2012
Florenz. Eine Stadt in Biographien

Florenz. Eine Stadt in Biographien

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Erschienen am 06.05.2014

Neue Rezensionen zu Franz Kotteder

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Die wissen alles über Sie" von Franz Kotteder

Unter 80, kein Handy, keine E-Mail-Adresse? Was haben Sie zu verbergen?
R_Mantheyvor 3 Jahren

Beliebte moderne Handys speichern nach neueren Erkenntnissen das Bewegungsprofil seines Besitzers. Doch dagegen regt sich nur schwacher Protest. Und der kommt auch nur von Leuten, die sich professionell mit dem Schutz unserer Privatsphäre befassen. Was vor 30 Jahren noch die Gemüter heftig erregt hätte, erschreckt offenbar heute kaum noch jemanden. Der Autor dieses Buches gibt unter anderem dem Zeitgeist die Schuld an dieser schwer verständlichen Gleichgültigkeit. Wer freiwillig im Internet sein Privatleben nachvollziehbar macht oder sich mit der halben Menschheit vernetzt, den interessiert die Datensammlungswut von Staat und Wirtschaft offenbar kaum.

Was jedoch wirklich hinter den Kulissen abläuft, versucht dieses Buch ans Licht zu bringen. Leider bleibt zu vermuten, dass der Autor mit seinem Anliegen offene Türen bei denjenigen einrennt, die sich der Lage mehr oder weniger bewusst sind, aber ansonsten ins Leere läuft, weil die eigentlich wichtige Zielgruppe solche Bücher nicht liest.

Der Text ist in drei Teile aufgeteilt. Zunächst befasst sich Kotteder mit der stark zunehmenden behördlichen Datensammlungswut in Deutschland. Wie er dabei zugeben muss, kann man solchen Erhebungen, für die selbstverständlich immer scheinbar überzeugende Gründe wie die Abwehr von Terroranschlägen, die Verschlankung des Staates oder andere Vorwände angegeben werden, nicht ausweichen. Wenn überhaupt, so stellt fast immer erst das Bundesverfassungsgericht die letzte Rettung dar.

Der Autor geht in diesem Teil ausführlich auf die kommende Volkszählung ein. Wie auch später schildert er im Anschluss an alle Abschnitte den schlimmstmöglichen Fall und erklärt, was man gegen die entsprechenden Attacken der Datensammler tun kann. Bei der Volkszählung ist das allerdings kaum der Rede wert. Anschließend schildert Kotteder sehr detailliert die verschiedenen anderen Versuche, den Bürger möglichst durchsichtig zu machen. Insbesondere geht er auf die elektronische Steuererklärung, die geplante superteure neue Gesundheitskarte, den elektronischen Personalausweis, den elektronischen Entgeltnachweis (Elena), die Möglichkeiten von Polizei und Geheimdiensten, die Vorratsdatenspeicherung, mögliche Bundestrojaner auf dem heimischen Rechner und die Videoüberwachung ein.

Liest man dies alles aufmerksam, so wird einem sehr deutlich, in welch erschreckendem Umfang den Behörden Daten über jeden Bürger bekannt sind. Zwar sind Verknüpfungen der verschiedenen Datenbanken gegenwärtig nicht gestattet, doch die Geschichte zeigt, dass Möglichkeiten früher oder später immer genutzt werden. Solche Gefahren beschreibt der Autor relativ ausführlich.

Im zweiten Teil befasst er sich mit den Datensammlungen der Wirtschaft. Hier werden die Bürger als Arbeitnehmer und als Konsument unter die Lupe genommen. Käufer werden in der Regel mit Rabatten zur Offenbarung von Konsuminteressen überredet. Sie geben also zum Beispiel über Kundenkarten völlig freiwillig ihr Profil ab. Kotteder geht dann auf das berüchtigte Scoring ein, über das man sich zwar inzwischen informieren kann, aber gegen das man in Wirklichkeit natürlich machtlos ist. Abschließend schildert er einige Fälle von Überwachungen in Unternehmen und beschreibt neue Möglichkeiten der Kontrolle durch Computerauswertungen von Arbeitsleistungen.

Im letzten Teil geht es um Gefahren, die man sich selbst durch die naive Nutzung des Internetzes ins Haus holt. Wer bei Google sucht, muss damit rechnen, dass er wesentliche Teile seiner Interessen dem Konzern preisgibt. Entsprechend gezielt wird man danach mit personalisierter Werbung bedient. Aber damit nicht genug. Kotteder zeigt, dass Google längst zum Großen Bruder geworden ist, der über viele Menschen mehr weiß, als ihnen lieb sein kann.

Nachdem der Autor kurz auf die Geschichte und die Philosophie dieses Unternehmens eingegangen ist, listet er knapp, aber dennoch auf zweieinhalb Buchseiten alle Dienste von Google auf. Allein diese Aufzählung macht deutlich, dass Google eigentlich alle Bereiche des Lebens abdeckt und auch keinerlei Hemmungen beim Datensammeln besitzt. Dass beispielsweise beim Fotografieren für Street View auch mal kurz private Daten ausgespäht wurden, war keineswegs ein Zufall, sondern eher gelebte Firmenphilosophie.

Der Autor gibt einige Alternativen zu Google an, erklärt getreu seinem Konzept, welche Folgen die Datenkrake Google schlimmstenfalls verursachen kann und erläutert, was man dagegen tun kann.

Danach widmet er sich in gleicher Weise Facebook. Am besten bringt die Facebook-Problematik wohl ein Zitat aus der ZEIT vom August 2010 zum Ausdruck: "Wohl kein Geheimdienst dieser Welt - der chinesische vielleicht ausgenommen - verfügt über ein derart präzises, vielfältiges, ständig aktualisiertes Bild dessen, was in der Bevölkerung vorgeht."

Der Autor appelliert an seine Leser endlich vom Objekt der Ausspähung zum handelnden Subjekt zu werden. Spätestens wenn man dieses gut geschriebene und sehr informative Buch gelesen hat, wird man verstehen, warum dies dringend nötig ist. Abgesehen von einigen Stellen, an denen die persönliche Ideologie des Autors zum Vorschein kommt, ist der Text sachlich und aufklärend verfasst.

Fazit.
Ein sehr informatives und gut geschriebenes Buch, das leider und wohl auch zu recht wenig Hoffnung verbreitet, der schleichenden Auflösung der Privatsphäre noch entrinnen zu können.

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Girdies avatar

Rezension zu "Der große Ausverkauf" von Franz Kotteder

Vermittelt die Problematik von TTIP
Girdievor 3 Jahren

„TTIP“ begegnete mir seit geraumer Zeit mehrfach in den Medien. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ zwischen der Europäischen Union und den USA. Mit dem Buch von Franz Kotteder habe ich mich über den genaueren Inhalt des Abkommens informieren können. Hauptsächlich geht es darum, bestehende Handelsschranken abzubauen, mit dem gesetzten Ziel, Unternehmensgewinne zu maximieren, was wiederum zur Schaffung von Arbeitsplätzen führen soll. Dabei geht es um etliche Details, die ausgehandelt werden müssen. Doch die Verhandlungen dazu werden streng geheim gehalten, was natürlich vor allem bei Verbraucherschützern zu großen Bedenken führt. Es hinterlässt den Eindruck, dass hier vor allem Großkonzerne ihre Interessen durchsetzen möchten. Politiker, die das Gemeinwohl der Bevölkerung im Blick haben, werden möglichst umgangen. 
Nach einigen informativen Kapiteln, was und wer sich hinter der Abkürzung TTIP verbirgt, entfaltet der Autor ein Szenario nach dem anderen bei denen er einzelne zu verhandelnde Themen aufgreift wie beispielsweise Verbraucherschutz, Biotechnik, öffentliche Daseinsvorsorge, Arbeit und Datenschutz. Dabei wirft er auch immer wieder einen Blick auf bisherige Abkommen im jeweiligen Bereich. Der Autor nimmt im vollen Umfang die Position des Kritikers ein, wie bereits aus dem Untertitel des Buchs hervorgeht. Er zeigt dem Leser die möglichen Konsequenzen auf, wenn bei den Verhandlungen Unternehmensinteressen im Vordergrund stehen. Dies ist durchgehend beängstigend. Die Darstellung der Auswirkungen der möglichen Partnerschaft finde ich sehr beunruhigend. Im letzten Kapitel zeigt Herr Kotteder zu meiner Beruhigung auf, dass es zahlreiche Gruppierungen von Nichtregierungsorganisationen gibt, die Widerstand gegen das Abkommen leisten. Franz Kotteder räumt ein, dass ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA Handelserleichterungen bringt und in dessen Folge auch einiges Gute bringen kann, wenn denn gewisse Spielregeln dabei eingehalten werden. Die positiven Folgen führt er dabei nicht weiter aus.
Das Buch konnte mir einen guten, verständlichen Überblick über die Problematik des Vertrags, der zwischen der EU und den USA geschlossen werden soll vermitteln. Die weitere Entwicklung werde ich nun mit dem nötigen Hintergrundwissen in den Medien weiter verfolgen können.

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Sabrinaslesetraeumes avatar

Rezension zu "Der große Ausverkauf" von Franz Kotteder

Informativ aber leider irgendwann nur noch Wiederholungen
Sabrinaslesetraeumevor 4 Jahren

EU-Politiker und US-Abgeordnete verhandeln schon seit geraumer Zeit am Transatlantischen Freihandelsabkommen kurz TTIP. Prinzipiell ist ein freier Markt für die Wirtschaft nicht schlecht, aber man sollte nicht darauf vergessen, Regelungen einzubinden, die es der Politik erlauben im Ernstfall einzugreifen und den Markt zu stabilisieren. Den über 1500 Lobbyisten, die sich in Brüssel befinden und mit Argusaugen über die Entwicklung des Abkommens wachen, gefällt das überhaupt nicht, denn Gesetze, Standards und Schutzmechanismen für die Bürger, wie die Arbeitnehmerrechte oder der Verbraucherschutz sind den Großkonzernen ein Dorn im Auge, da sie nicht schalten und walten können wie es ihnen beliebt. Das Buch zeigt eine düstere Zukunft voraus, wenn das Freihandelsabkommen in der Form ratifiziert wird, wie es sich einige Wenige wünschen.

Es ist schwierig zu sagen, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht, denn bei Sachbüchern ist das immer so eine Sache. Das Cover sticht mit seinen grellen gelben Buchstaben auf jeden Fall aus der Masse hervor. Der Titel passt zu dem Buch, denn es befasst sich mit den Themen Wirtschaft, im Schwerpunkt freier Handel und wie die Ideologie der Liberalisten das demokratische Prinzip aushebeln kann. Es werden mehrere Beispiele genannt, was passieren kann, wenn das Freihandelsabkommen zwischen den USA und den Europäischen abgeschlossen wird. Wobei das “kann” wirklich dick hervorgehoben werden muss. Es sind zum Großteil worst-case Szenarien, was der Autor auch unumwunden zugibt und auch immer wieder betont. Denn ein Freihandelsabkommen kann viel Gutes bringen, wenn es richtig ausgehandelt worden ist und somit nutzen für die Allgemeinheit bringt. Dies ist nachdem, was über den Verhandlungsstand des Abkommens an die Öffentlichkeit gedrungen ist, nicht der Fall. Schlimmer noch es würde weltweit agierenden Großkonzernen die Möglichkeit geben, einer politischen Kontrolle zu entgehen bzw. die Politik sogar handlungsunfähig zu machen. Das Bild, das gezeigt wird ist sehr düster und regt zum Nachdenken an. Nicht nur über das Abkommen sondern über die Menschheit allgemein. Was mich an dem Buch etwas stört ist, dass gut 190 Seiten ein Szenario nach dem anderen durchgespielt wird, eines schlimmer als das andere. Das war einfach zu viel, denn mir war schon nach der Hälfte klar, was der Autor mitteilen wollte und anschließend war es nur ein ständiges Widerholen, nur mit anderen politischen Bereichen. Ich kann schon verstehen, dass aufgezeigt werden soll, dass ein Abkommen in diesem Ausmaß nicht nur die Wirtschaft betrifft, aber das Buch was mir insgesamt zu pessimistisch. Erst am Ende wurde dann etwas entgegengesteuert und auf den letzten Seiten vor dem Quellenverzeichnis noch ein paar positive Aspekte aufgeführt, die das Abkommen haben kann, wenn es richtig ausgehandelt wird. Da das nur 10 Seiten in Anspruch nimmt, bekommt man leider das Gefühl, dass der Autor am Ende schnell noch etwas hingeschrieben hat, dass man ihm nicht auslegen kann die ganze Sache nur von einer Seite betrachtet zu haben. Es wurde eine gute Recherche betrieben, wobei dies dem Autor als Redakteur und Reporter sicher leichter gefallen sein dürfte als seinen Kollegen, die sich nicht auch noch im Berufleben mit diesen Dingen befassen. Insgesamt bin ich nun besser über Freihandelsabkommen allgemeinen und TTIP im besonderen informiert und für Leser, die sich gerne über die aktuellen politischen bzw. wirtschaftlichen Themen informieren, kann ich das Buch empfehlen. Mich haben nach etwa der Hälfte die ständigen Wiederholen gestört und deshalb gibt es auch nur

4 von 5 Punkten.

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