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Rezension zu "Langenscheidt Nachbar-Deutsch/Deutsch-Nachbar" von Franz Obst

Rezension zu "Langenscheidt Nachbar-Deutsch/Deutsch-Nachbar" von Franz Obst
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Wer kennt das nicht. Samstagmorgen in Deutschland. Alles liegt in friedlichem Schlaf. Alles? Wirklich alles?? Nein! Während hart arbeitende Männer und Frauen, Mütter und Väter, Groß und Klein noch friedlich im Traumland verweilen, sind sie schon auf den Beinen. Die lieben Nachbarn von nebenan.
Mit Laubgebläse und Co. bewaffnet, nehmen sie den täglichen Kampf gegen alles auf, was nicht ganz so ins Bild passt und das ganz ungefragt und selbstlos.
Dass man sich damit nicht nur gute Freunde macht, sondern schnell zum Hassobjekt zahlreicher Nachbarn mutiert, wird meist schnell unter den Teppich gekehrt, verdrängt oder einfach mit dem Laubgebläse weggepustet.
Tja, und weil es mit Nachbarn, meist genauso wie mit der Familie ist, man konnte sie sich nicht aussuchen, muss aber trotzdem mit ihnen leben, kann ein Ratgeber, oder besser gesagt eine Übersetzungshilfe, für alle die nicht "Nachbaräisch" sprechen, nicht schaden.
Das haben sich auch Franz Obst und Rolf Deilbach gedacht und prompt nach jahrelanger Erfahrung und Selbststudien diesen Ratgeber der Extraklasse geschrieben.

Das Buch: Nachbar-Deutsch/Deutsch-Nachbar ... Nachbarn sind ein Geschenk-Umtausch ausgeschlossen von Franz Obst und Rolf Deilbach ist der Kleine, aber feine und vielleicht nicht ganz so ernst gemeinte Ratgeber für alle, die schon immer herausfinden wollten, welcher Typ Nachbar sie wirklich sind und wer da so alles in der eigenen Nachbarschaft zu finden ist.

Meine Meinung: Nachbar-Deutsch/Deutsch Nachbar von Franz Obst und Rolf Deilbach ist die etwas andere Übersetzungshilfe im täglichen Miteinander.
Spätestens seit Franz Obst, bekannt auch durch die RTL- Doku Soap "Nachbarschaftsstreit", uns allen klar gemacht hat, dass das tagtägliche vorgärtliche Miteinander durchaus einem Schlachtfeld verlorener Gartenzäune und Bobbycars gleicht und man sich mit streitlustigen Nachbarn besser nicht anlegen sollte, steht eins fest, wir brauchen Hilfe. Hilfe um vielleicht nicht mehr alles so ernst zu nehmen, uns selbst mal wieder vom Wehrturm im Garten runter zu holen und etwas relaxter in die Welt hinauszuschauen.
So ist es nicht verwunderlich das Nachbar-Deutsch/Deutsch-Nachbar kein Ratgeber, wie kriege ich den Nachbarn von nebenan schnellstmöglich in die Klapse, sondern viel mehr auf lustige nicht ganz so ernst gemeinte Art und Weise den Leser dazu ermuntern möchte sich selbst zu fragen, welcher Typ Nachbar er denn eigentlich selbst ist.
Um uns die Reise durch unser kleines nachbarschaftliches Biotop zu erleichtern, haben Franz Obst und Rolf Deilbach ihren kleinen Ratgeber in drei Teile unterteilt.
So lernen wir in Teil 1 "Hallo wir sind die neuen Nachbarn" erst mal die verschieden Typen kennen. Vom allesbesser wissenden Hausmeister bis hin zum Paragrafenreiter, über die lieben Studenten zur beinahe ausgestorbenen Großfamilie. Natürlich nicht ohne vor und Nachteile der beschrieben Spezies aufzuzählen. So lernen wir, dass der Typ Hausmeister zwar unwahrscheinlich hoch im Kurs steht, wenn es um den handwerklichen Bereich geht, aber der Funfaktor doch leider so gut wie gar nicht vorhanden ist. Polizisten zu entspannten Nachbarn erst im Alter werden und man bei Großfamilien immer eine Großpackung Ohropax bereitstehen haben sollte, was ich nur unterstützen kann.
Getreu dem Motto " Zeige mir, wie Du wohnst", lernen wir in Teil 2 des Buches, die verschieden Wohntypen kennen. Von Loftbewohner bis hin zum Reihenhäuschenbesitzer ist hier alles vertreten und ich konnte nicht umhin anzuerkennen, dass ich mit meiner Wohnsituation zu den ganz Stinknormalen zähle.
Doch so richtig interessant wird es in Teil 3 der das Motto trägt " Auge um Auge, Zahn um Zahn". Doch ob man jeden Ratschlag wirklich in die Tat umsetzen möchte, ich wage es zu bezweifeln. Zumindest sorgt dieser Teil für Schmunzelattacken und Tagträume, die man aber nach näherer Betrachtung lieber schnell wieder vergisst. Denn mal ehrlich, wer möchte schon Kampfgänse im eigenen Garten halten?
Mich hat diese kleine Übersetzungshilfe nicht nur gut unterhalten, sie hat auch bei dem einen oder anderen Gespräch für ordentlich Zündstoff gesorgt. Denn über nichts lässt sich bekanntlich so schon lästern, wie über die lieben Nachbarn;-)

Mein Fazit: Mit 128 Seiten eine sehr schöne Lektüre zum Zwischendurchlesen und als Mitbringsel auf jede Grillparty geeignet, wo man dann mit seinen Freunden über die lieben Nachbarn herziehen und stundenlang diskutieren kann, ob und was man selbst für ein Nachbarschaftstyp ist.

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