Franz P Waritsch Die kleine Düdin wächst

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Inhaltsangabe zu „Die kleine Düdin wächst“ von Franz P Waritsch

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  • Rezension zu "Die kleine Düdin wächst" von Franz P Waritsch

    Die kleine Düdin wächst

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. October 2010 um 09:05

    Seit gestern haben wir eine neue Welt. Die Wörter haben alles neu verteilt. In ihrer letzten Sitzung gab es eine Diskussion darüber, ob sie den Menschen endlich ihr Geheimnis verraten sollten. Der Einwand des jüngsten Wortes "Genügt es nicht, sich einfach in uns zu verlieben?" erfuhr große Zustimmung. Doch wer sollte sich ausgerechnet in Wörter verlieben? Der Leser mag es ahnen - es ist natürlich niemand geringeres als die kleine Düdin selbst und dann auch noch persönlich. Sie hat eine klare Vorstellung von ihrem Leben und möchte einiges anders machen als ihr Großonkel Konrad Duden. Sie trifft sich regelmäßig mit den Wörtern und hört sich ihre Sorgen an, denn sie wollen raus aus dem Gefängnis ihrer starren Einteilung. Staunend erfährt die kleine Düdin von den kleinen und großen Geheimnissen der Wörter. Es kam, was kommen musste - die kleine Düdin verliebte sich ...! Das Wort war ihr Auserwählter. Ein Anfang war gemacht ... auch wenn es diesen nie gegeben hat. Die Welt ist ohne Anfang und Ende. Sie ist uneingeschränkt ... wie das Wort! Da die kleine Düdin übliche Definitionen von Wortbedeutungen einfach doof findet, bietet sie uns eine Auswahl von Wörtern von A-Z, und offenbahrt deren wahre Seele. Wir sehen das Wort und die Welt plötzlich mit völlig anderen Augen. "Jedes Wort trägt die Ursache seiner Wirkung in sich, deren Zusammenhang die Düdin aufdeckt." Das Wort ist die Larve, das Wortwörtliche die Metamorphose und der neue Kontext ein Schmetterling! Die kleine Düdin stellt (unbequeme) Fragen. Warum z.B. wird eine Ehe eigentlich geschlossen? "Wer will denn schon ab- oder zuschließen, wenn gerade geöffnet werden soll?" Oder sie stellt einfach fest, dass ein Depp "eher männlich" ist! "Die Deppin, hat man kaum je gehört." Sie kann auch philosophieren, indem sie folgende These in den Raum stellt: "Wo der Apfelstrudel steht, finden Auge und Gedärm die verlorene Einheit." Sie zerlegt Europa in "Euro" und "Opa", steht auf Kriegsfuß mit dem Q ("Sieht aus wie eine Spermie."), wird lyrisch ("Dem Tag ist zuzuschauen, wie er im Beischlaf der Nacht verfällt.") und kann auch verdammt witzig sein ("Das Ei hat kein Bein. Weil ihm das B und das N fehlen.") Selbst Lebensberatung fehlt nicht und in "Kurz" bringt sie ein zentrales Thema zur Sprache. Über das was (uns) nie reicht und das ach so gern gejammerte "Zukurzkommen" führt das Leben schließlich zum "letzten Kurzschluss": Es war zu kurz. Doch die kleine Düdin wäre nicht die kleine Düdin, wenn sie nicht zu einem überraschenden Schluss käme, und dann auch gleich die Lösung des Problems mitliefert: "Wir schließen zu kurz. Und kommen deshalb zu kurz. Also kurzum Schluss machen mit den kurzen Schlüssen, weil sie der Grund unseres Zukurzkommens sind." Unserer Phantasie wachsen Flügel, wenn wir durch bisher verborgene Türen Zugang zum Wesen der Wörter entdecken. Dort, wo herkömmliche Auslegungen das große Bedeutungs-Los gezogen haben! Dort, wo man weiß, dass man auf einem Liegesitz hauptsächlich sitzt und nebensächlich liegt, dass Ohne-Kohl nach Mit-Kohl ist, oder dass vor dem Abfall noch alles unentschieden sein kann. "Ob gefallen wird oder nicht." Wirklich erstaunlich, welche Zusammenhänge sich auftun, und welche Perspektiven entstehen, wobei gesagt werden muss, dass sich diese dem unaufmerksamen Leser nicht unbedingt in jedem Falle sofort erschliessen. Die Kleine Düdin erklärt, deckt auf, belächelt, definiert, entdeckt, fabuliert, analysiert und hat nur einen einzigen Lebenszweck: Sie will gelesen werden! Dabei präsentiert sie sich nicht nur anspruchsvoll, sondern durchaus auch (angenehm) anstrengend. Sie ist kopflastig aber keine Last für den Kopf! Als schnelle Lektüre für Zwischendurch dennoch weniger geeignet, denn "Die kleine Düdin wächst" ist meiner bescheidenen Meinung nach der erste Überflieger, der zum überfliegen völlig ungeeignet ist! Trotzdem liest sich dieses Buch, wie sich ein Urlaub anfühlt. Weg von verstaubten Formulierungen und sinnfreien Sachverhalten. Es ist eine herrliche Bildungsreise, und es macht einfach Spaß, in diesem Wörter-See zu tauchen. Die kleine Düdin wächst (na hoffentlich!) und wir wachsen mit. Aber hoffentlich wird sie nie so ganz erwachsen ...! Fazit: Sprache neu entdeckt. Kleine Düdin - große Wirkung! Ein wahrer Wort-Schatz!! © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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