Franz Winter Orfanelle

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Inhaltsangabe zu „Orfanelle“ von Franz Winter

Venedig, die "Serenissima", feiert ihren Abschied von der Weltbühne mit einem grandiosen Fest, in dem Luxus, Promiskuität, Geldgier, Spielsucht, Oper und Konzerte die Hauptrollen spielen. Antonio Vivaldi und das Mädchenorchester der Pietà. Die Folgen dieses immerwährenden Karnevals sind Hunderte von Kindern, die verkauft oder weggelegt werden - die Knaben als billige Arbeitskräfte aufs Festland, die Mädchen verschwinden anonym hinter den Babyklappen der Waisenhäuser. Sie werden zu Krankenschwestern, Mägden oder Nonnen erzogen und viele von ihnen schiffsladungsweise als Siedlerbräute nach Übersee verkauft. Die Begabtesten aber werden zu Musikerinnen ausgebildet. Orchester entstehen, die von den berühmtesten Komponisten unterrichtet und mit eigens für sie geschaffenen Werken versorgt werden. So schreibt Antonio Vivaldi (1678-1741), der rothaarige Priester mit dem Liturgiedispens, seine brillantesten Oratorien und Konzerte (u.a. auch Die vier Jahreszeiten) für die Waisenhausmädchen des Ospedale Santa Maria della Pietà, genannt Orfanelle, und feiert mit ihnen seine größten internationalen Triumphe. Franz Winter verwebt meisterhaft das Leben des weltberühmten Komponisten mit dem Schicksal zweier Findlingsmädchen.

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  • Rezension zu "Orfanelle" von Franz Winter

    Orfanelle
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    23. December 2012 um 02:36

    Nach der Pest 1348 feierte in Venedig die Lebenslust ein andauerndes Fest. Jeder hatte das Recht, sich zu maskieren, und so fielen auch die Grenzen des Anstands. Das Ergebnis waren Hunderte von unehelich geborenen Kindern, die von ihren Müttern weggegeben wurden. Die Jungen wurden als billige Arbeiter auf das Festland geschickt, die Mädchen wurden in einer frühen Form der Babyklappe beim Waisenhaus abgelegt. Sie wurden für einfache Arbeiten ausgebildet, Auswanderern nach Übersee als Bräute mitgegeben oder wurden Nonnen. Unter diesen armen Mädchen gab es einige etwas Privilegierte, die „Orfanelle“, die Begabten, die zu Musikerinnen ausgebildet wurden. Antonio Vivaldi schrieb Werke für sie, und ganz Venedig kam zu den Konzerten. Unter den Musikerinnen sind auch die Protagonistinnen Anna, die eine berühmte Sängerin und Vivaldis Geliebte wird, und Pelegrina, eine hervorragende Geigerin, die an einen deutschen Grafen verkauft wird. Das Buch zeichnet ihr Aufwachsen als Orfanelle und ihre tiefe Freundschaft nach. Ihre Wünsche und Träume von einer besseren Welt, in der sie zusammenbleiben können, werden nicht erfüllt. Dieses Buch hat mich tief berührt, besonders die völlige Rechtlosigkeit der Findelkinder, die unter der Macht der Kirche zu leiden hatten. Die Kirche hatte ein knallhartes finanzielles Interesse an den Waisen und hat sie entweder selbst ausgebeutet oder an Zahlende verschachert. Zwar hatten die Orfanelle eine etwas bessere Stellung, aber auch sie waren ohne Chance auf eine selbstbestimmte Lebensplanung. Dies ist ein ungewöhnliches und in einer poetischen Sprache geschriebenes Buch, in dem das 18. Jahrhundert besonders in den Reisebeschreibungen sehr lebendig wird. Und natürlich ist es voller Musik. Musik, die zum einzigen Trost in düsteren Lebensumständen wird.

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