Franz Xaver Roth Falscher Mann

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Inhaltsangabe zu „Falscher Mann“ von Franz Xaver Roth

Skurriler Provinzkrimi der Extra-Klasse Über Bayern wölbt sich der Himmel blau-weiß, und in den idyllischen Vororten der Isar-Metropole ist die Welt noch in Ordnung. Von wegen! Im kleinen Ort Leuterding geschieht ein rätselhafter Mord, und plötzlich müssen sich alle an Dinge aus längst vergangener Zeit erinnern. Noch schlimmer aber ist, dass Luginger, der Wirt vom „Hammer-Eck“, sich gezwungen sieht, in die Ermittlungen der eigentlich so netten Kommissarin Weibel einzugreifen. In Leuterding stürzt eine Brasilianerin vom Dach des Parkhauses, und für die Polizei steht fest, dass Gernot, einer der Stammgäste aus dem „Hammer-Eck“, dabei nachgeholfen hat. Als die Tote sich auch noch als Mann mit Leuterdinger Vergangenheit entpuppt und im Münchner Vorort lauter längst vergessene Dorfg’schichten für helle Aufregung sorgen, wird Luginger von seiner alten Mutter gedrängt, sich um die ganze Angelegenheit zu kümmern. Denn schmutzige Wäsche soll nicht in aller Öffentlichkeit gewaschen werden … Wie schon in Böser Mann gelingt Franz Xaver Roth auch in seinem neuen Roman rund um den Wirt Luginger und seine schrägen Freunde ein skurriler Heimatkrimi vom Feinsten.

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    Falscher Mann
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. May 2013 um 12:44

      Nach „Böser Mann“ legt Franz Xaver Roth nun seinen zweiten Regionalkrimi aus der bayrisch-Münchner Provinz vor. Ein Jahr ist seit den letzten Aufregungen vergangen und Franz Luginger, Wirt des „Hammer-Eck“, konnte endlich wieder zum  Alltag zurückkehren.   Wobei, was heißt schon Alltag? Eher ein Treiben lassen ist es, das Franz mag und was ihm entspricht. Seit 10 Jahren in Bindung zu Barbara, aber einfach und nur mit eitel Sonnenschein versehen ist das nicht (wie sich zeigt, als Franks Koch Sammy seine neue Freundin mal richtig „vornimmt“ und dem Leser an Barbaras Reaktion erkennbar wird, dass sie in dieser Beziehung bei Luginger doch einiges vermisst).   Treiben lassen ist auch die Devise der Kneipe. Alles preiswert wie eh und je, jedes Wochenende Fußballübertragung, die Stammgäste bekannt seit ebenfalls eh und je (nicht wenige seit der Schulzeit). Man steht füreinander ein, wenn nicht zuviel geredet wird. Lugingers Sorgen gelten eher seinem defekten Dodge Ram als den Einnahmen, mehr seiner entspannten Haltung mit der „Selbstgedrehten“ als den vielfachen Alltagsdiskussionen seiner Mitmenschen. Seine alte Mutter macht ihm genügend Mühe, das reicht eigentlich völlig aus. Und bitte nichts dazu und nicht ändern, selbst die Idee mit einem Pizza Ofen als Neuerung für die Kneipe geht ihm schon ziemlich auf die Nerven   „Nachdenken erschien ihm als mickriger Versuch, der Unübersichtlichkeit des Lebens mit Verstandesleistung beizukommen. Nachdenken war was für Optimisten und die, die ohne Antworten nicht leben könnten. Er konnte das. Einfach da sein und schauen, was kam“.   Doch nun muss Luginger seine ruhige Seite verlassen. Sein Freund Gernot taucht abends auf. Betrunken und blutbesudelt. Und ein Mord ist geschehen. An einer Frau, die früher einmal ein Mann war. Einer Frau aus Brasilien, die früher einmal im Dorf lebte. Ein Mord an einem Transsexuellen, der vor langer Zeit einmal Gernots Bruder war und nun als seine Schwester vom Parkdeck auf die Strasse zu Tode gestoßen wurde.   Was das alles mit „der Kümmernis“ zu tun hat, wie ein Landrat mit drin hängen könnte, was ein alter, seniler Pfarrer und ein ebenso älterer, aber noch im Kopf frischer ehemaliger Kaplan über „damals“ wissen, ob der Mord überhaupt einen Bezug zu Leuterding hat, wie sich die Luginger schon vertraute Kommissarin Weibel mit einbringen wird und ob (und wenn ja was) für Geheimnisse eine alte Hauswirtschafterin mit sich herumträgt, all das wird Luginger Nerven, Ruhe, Gelassenheit und Schlaf kosten. Samt Komplikationen, die seine Mutter bereiten wird. Denn auch Anna Luginger hat ein Wissen, dass sie mit sich trägt.   Überzeugend in den Personen und der bayerisch-provinziellen Atmosphäre, mit so mancher Spitze gegen das „moderne Leben“, einer tragenden Figur, die das alles realistisch verkörpert und einer trockenen, manchmal Dialoge nur andeutenden Sprache unterhält Roth auch in seinem zweiten Kriminalroman in Bezug auf die regionale Verankerung bestens. Der Fall selber wirkt hier und da doch etwas wirr und unglaubwürdig, birgt aber in der Grundidee eines Aufwachsens „im falschen Körper“ in der damals noch verstaubten Provinz eine interessante Grundidee. Manches Mal zuviel an Motiven und Ereignissen und ob das, was nachher rauskommt, einen Mord rechtfertigen würde, das muss der Leser dann selbst entscheiden. Sehr unterhaltsam und ganz eigen in Stil und Atmosphäre aber allemal.

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