Franziska Fischer Die Nacht der Zugvögel

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Inhaltsangabe zu „Die Nacht der Zugvögel“ von Franziska Fischer

Mit "Die Nacht der Zugvögel" hat die Autorin Franziska Fischer einen bild-gewaltigen, zarten und poetischen Liebes-Roman geschrieben, der seinesgleichen sucht. "Ein berührender Roman über Aufbruch und Ankommen" urteilt die Zeitschrift Freundin. Erinnern Sie sich, wann Sie das letzte Mal einen Brief geschrieben haben? Einen richtigen Brief? Also keine SMS, kein Facebook-Post, keine Whats-App-Message? Die Protagonistin Viola schreibt Briefe, die ihr Leben verändern. Alles beginnt in einer Nacht in Berlin. Genau genommen beginnt alles mit den wenigen Stunden, die sie und Leo miteinander teilen. Die beiden kennen sich nicht, sind Fremde, doch dann passiert das, was wir gemeinhin als Magie oder Schicksal bezeichnen. Manchmal auch als Zufall. Denn Violas Zug fällt aus, sie strandet in Berlin auf ihrer Reise von London in ihr Heimatdorf und braucht ein Dach über dem Kopf. In Leos WG steigt eine Party, und er lädt Viola ein, die Nacht bei ihm zu verbringen. Am nächsten Morgen verlässt Viola Leos Wohnung. So, als hätte die Begegnung keinen Eindruck hinterlassen. So, als wäre nichts passiert. Doch dann beginnt sie, Leo zu schreiben. Sie erzählt, warum sie in Berlin gestrandet ist, dass sie seit acht Jahren nicht mehr bei ihrer Familie war und nun zur Beerdigung ihrer Schwester nach Hause fährt. Vor zehn Jahren ist ihre Schwester Lara verschwunden. Spurlos. Und seitdem ist Viola haltlos. Sie schickt ihre Worte an Leos Adresse. Aber die Briefe erreichen ihn nicht. Denn auch er hat eine Reise angetreten. Quer durch Deutschland - von Berlin über Rügen nach München -, immer weiter weg, und mit jedem Kilometer kommt er sich selbst ein Stück näher. Eines Tages, nach vielen Stunden auf der Straße, nimmt er ein Papier zur Hand und schreibt einer Frau, mit der er nur eine Nacht verbracht hat .

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    Die Nacht der Zugvögel
    Rebel_Heart

    Rebel_Heart

    08. October 2016 um 22:28

    Wirklich viel werde ich auch hier nicht zum Klappentext sagen, denn ich denke, weiter oben ist bereits alles gesagt und ich muss ja nicht noch mal extra wiederholen, was dort steht. Ich habe mir vorher keine anderen Rezensionen zu dem Buch durchgelesen und bin völlig unvoreingenommen an dieses Buch gegangen. Der Schreibstil war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht, dass er schlecht war, eher im Gegenteil. Ich kann nicht mal genau sagen, woran das gelegen hat. Der Roman beschreibt jede Art von Beziehnungen miteinander. Freundschaft, Geschwister, Liebe.. jede Beziehungsart wird ein wenig genauer beleuchtet. Zwischen Viola und Leo beginnt alles mit einer Begegnung in Berlin. Diese kleine und recht kurze Begegnung reicht jedoch aus, um beiden die Chance zu geben, über Veränderungen nachzudenken. Die Leute, die beiden in den Wochen darauf in ihrem Leben begegnen, führen sie ebenso dazu, über das eigene Leben nachzudenken. Haben sie sich richtig entschieden? Haben sie die richtige, berufliche und vor allem auch private Bahn eingeschlagen? Der Storyverlauf selbst wird von beiden erzählt. Viola nimmt den Leser mit zur Beerdigung ihrer Schwester. Erst nach und nach erfährt man, was genau mit Violas Schwester passiert ist und auch, wie Familie und Freunde mit diesem Schicksalsschlag umgehen. Leo ist hingegen auf der Suche nach dem Bruder seiner Mitbewohnerin, der spurlos verschwunden zu sein scheint. Auf einer Irrfahrt mit seinen Freunden, wird Leo klar, dass er nur dann etwas ändern kann, wenn er es selbt auch wirklich will. Viola schreibt in diesen Wochen der Veränderungen Briefe an Leo, welche sie an seine Adresse schickt. Sie erzählt davon, was sie dazu gebracht hat, in Berlin zu stranden. Davon, was ihr im Leben eigentlich wirklich wichtig ist. Aber warum antwortet Leo nicht? Hat er die Briefe überhaupt erhalten? Viola kann nicht wissen, dass sich Leo ebenfalls gerade auf der Reise seines Lebens befindet. Ich fand es wirklich gut, die beiden auf ihre Reise zu begleiten. Auch, wenn das Buch manchmal etwas langatmig erschien, konnte es mich fesseln. Ein Roman, der selbst mich zum Nachdenken bringen konnte. Ein Roman, der berührt. Ein Roman, der Melancholie hinterlässt.

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  • Leserunde zu "Die Nacht der Zugvögel" von Franziska Fischer

    Die Nacht der Zugvögel
    Wortwelten

    Wortwelten

    Nein, das wird keine Liebesgeschichte, nur eine über eine Begegnung, die auf einen winzigen Zeitraum, eine einzige Nacht abgestimmt ist, die genauso gut auch nie hätte geschehen können. Die in Wirklichkeit nie geschehen ist. Es sind nur ein paar nächtliche Stunden, die Viola und Leo miteinander teilen. Sie braucht ein Dach über dem Kopf, und er hat nichts Besseres zu tun. Am nächsten Morgen verlässt Viola Leos WG. So, als hätte die Begegnung keinen Eindruck hinterlassen. Doch dann beginnt sie, Leo zu schreiben. Sie erzählt, warum sie in Berlin gestrandet ist, dass sie seit acht Jahren nicht mehr bei ihrer Familie war und nun zur Beerdigung ihrer Schwester nach Hause fährt. Sie schickt ihre Worte an Leos Adresse. Aber die Briefe erreichen ihn nicht. Denn er hat auch eine Reise angetreten. Eines Tages, nach Hunderten von gefahrenen Kilometern, nimmt er ein Papier zur Hand und schreibt einer Frau, mit der er nur eine Nacht verbracht hat … Liebe Lovelybooker, der Herbst naht, und gewöhnlicherweise dauert es dann nicht mehr lange, bis schon wieder Weihnachten ist. Zu genau der Zeit spielt mein neuer Roman Die Nacht der Zugvögel, allerdings ist es kein Weihnachtsroman, genau genommen auch kein richtiger Liebesroman. Vielmehr erzählt er auf ruhige, nachdenkliche Weise einen Ausschnitt aus Leos und Violas Leben, zwei Geschichten, die hin und wieder zu einer verschmelzen. Für diejenigen, die die beiden gern auf ihrer Reise begleiten wollen, stellt der Verlag 20 Freiexemplare zur Verfügung. Bewerben könnt ihr euch bis zum 21. September 2015, aber natürlich nicht nur mit einem einfachen „Hier“. Das wäre ja langweilig. In meinem Roman ist eine einzige kurze Begegnung der Beginn von einem ungewöhnlichen Briefwechsel. Deshalb lautet die Bewerbungsaufgabe: Gibt es Menschen, die sich (bisher) nie begegnet sind, von denen ihr aber glaubt, aus einer solchen Begegnung wäre etwas Ungewöhnliches entstanden? Das können sowohl berühmte als auch unbekannte Menschen sein, fiktive oder reale, sie können noch leben oder schon längst verstorben sein. Wie stellt ihr euch diese Begegnung vor, und weshalb glaubt ihr, sie wäre etwas Besonderes gewesen? Falls ihr mehr über das Buch wissen wollt, findet ihr auf der Homepage des Droemer-Verlages auch eine Leseprobe. Ansonsten gelten die sonstigen Lovelybooks-Richtlinien für Leserunden, inklusive reger Beteiligung und Schreiben einer Rezension des Buches innerhalb von vier Wochen nach Lesebeginn. Ich freue mich auf eure Bewerbungen! Franziska EDIT: Ich habe den Bewerbungszeitraum um einen Tag bis zum 21. September verlängert, da ich am Montag ohnehin nicht zum Auslosen der Gewinner kommen werde. Nur damit sich diejenigen, die sich bereits beworben haben, nicht wundern. :-)

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  • Gibt es dich wirklich?

    Die Nacht der Zugvögel
    SweetSmile

    SweetSmile

    01. February 2016 um 15:17

    Zum Inhalt:  Es sind nur ein paar nächtliche Stunden, die Viola und Leo miteinander teilen. Sie braucht ein Dach über dem Kopf, und er hat nichts Besseres zu tun. Am nächsten Morgen verlässt Viola Leos WG. So, als hätte die Begegnung keinen Eindruck hinterlassen. Doch dann beginnt sie, Leo zu schreiben. Sie erzählt, warum sie in Berlin gestrandet ist, dass sie seit acht Jahren nicht mehr bei ihrer Familie war und nun zur Beerdigung ihrer Schwester nach Hause fährt. Sie schickt ihre Worte an Leos Adresse. Aber die Briefe erreichen ihn nicht. Denn er hat auch eine Reise angetreten. Eines Tages, nach Hunderten von gefahrenen Kilometern, nimmt er ein Papier zur Hand und schreibt einer Frau, mit der er nur eine Nacht verbracht hat …    persönliche Wertung:  "Dich Nacht der Zugvögel" war für mich ein sehr besonderes Buch! Ich finde das Cover wunderschön, auch wenn es nicht wirklich etwas über den Inhalt des Buches verrät. Das Cover ist ein neuer Star in meinem Bücherregal. :) Als ich das Buch begann, wusste ich während der ersten Kapitel nicht wirklich, was ich von der Geschichte halten soll. Sie ist einfach so ganz anders als alles, was ich sonst lese und auch nicht das, was ich erwartet hatte. Trotzdem mochte ich was ich las und im Nachhinein gesehen finde ich es toll, dass dieses Buch nicht ist wie andere.  Das Buch beinhaltet zwei Geschichten, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen passen und jede für sich hätte auch allein erzählt werden können. Dennoch hat es die Autorin geschafft beide miteinander zu verbinden ohne dass eine von Beiden ihren Reiz verliert. Franziska Fischer hat aus zwei wirklich unterschiedlichen Geschichten und auch Protagonisten ein Großes, Ganzes gezaubert. Meiner Meinung nach ist genau diese Verbindung das Besondere an "Die Nacht der Zugvögel". Beide Geschichten sind einzeln okay, doch zusammen bekommen sie eine Dynamik, die verzaubert.   Violas Vergangenheit hat mich am meisten interessiert, hier hätte ich mir am Ende ein bisschen mehr Aufklärung gewünscht. Leos Leben fehlt es an einem Ziel, auf welches er hinarbeitet. Er ist an einem Punkt, an welchem er eine neue Perspektive braucht um seinem Trott zu entkommen - nur sieht er dies irgendwie selbst noch nicht so richtig ein. Ich finde es gut, dass das Buch zeigt, dass man seinen eigenen Weg nur selbst finden kann. Nur wenn man selbst dazu bereit ist wird man etwas ändern können.   Fazit:  Dieses Buch enthält zwei Geschichten, die den Leser fesseln und die von der Autorin geschickt miteinander verbunden wurden. Ich kann es auf jeden Fall weiter empfehlen, da es mir sehr gut gefallen hat.    

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  • Die Nacht der Zugvögel

    Die Nacht der Zugvögel
    Kleine8310

    Kleine8310

    27. January 2016 um 00:12

    "Die Nacht der Zugvögel" ist ein Roman der Autorin Franziska Fischer. In dieser Geschichte geht es um die Protagonisten Viola und Leo. Die beiden verbringen nur eine Nacht zusammen, weil Viola ein Dach über dem Kopf brauchte und Leo sie in seine WG einlud. Doch ohne dass es vorher so schien haben diese wenigen, nächtlichen Stunden etwas bei den beiden verändert und so beginnen sie sich zu schreiben.    Viola erzählt Leo wie es kam, dass sie in Berlin war und was in ihrem Leben passierte, was sie den Halt verlieren liess. Sie schickt die Briefe an Leo's Adresse, nichtsahnend, dass auch Leo unterwegs ist. Der Protagonist reist quer durch Deutschland und kommt mit jedem entfernten Kilometer sich selbst ein Stückchen näher. Aber eines Tages nimmt auch er ein Blatt Papier und einen Stift, um Viola zu schreiben, mit der er nur eine Nacht verbracht hatte ...    Die Idee des Buches hat mich sogleich sehr neugierig gemacht und ich war sehr gespannt auf diese Geschichte. Das Buch ist in Ich - Form, aus Sicht von Viola und Leo geschrieben und diese Schreibform hat mich den beiden sogleich näher gebracht. Franziska Fischer hat die beiden Charaktere schön ausgearbeitet und sie wirken wirklich authentisch auf mich. Sie sind beide auf ihre Weise verloren gegangen und ich finde der poetische Schreibstil der Autorin passt einfach richtig gut zu der Handlung.    Der Auf-/Umbruch ist das Hauptthema dieses Buches und ich finde, dass die Autorin hiermit einen Nerv bei den Menschen trifft. Viele suchen nach Sinn, nach der richtigen Aufgabe, nach einer Erfüllung, neben dem Alltag und nicht wenige verlieren sich dabei aus den Augen. Frau Fischer schreibt einfühlsam über dieses Thema und die Emotionen kommen nicht zu kurz.   "Die Zugvögel" ist ein atmosphärischer und emotionaler Roman, der nachdenklich macht, aber durch den schönen, poetischen Schreibstil auch dazu einlädt mal wieder von etwas zu träumen!  

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  • Eine poetische Geschichte, auf die man sich einlassen muss

    Die Nacht der Zugvögel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. January 2016 um 00:53

    Es sind nur ein paar nächtliche Stunden, die Viola und Leo miteinander teilen. Sie braucht ein Dach über dem Kopf, und er hat nichts Besseres zu tun. Am nächsten Morgen verlässt Viola Leos WG. So, als hätte die Begegnung keinen Eindruck hinterlassen. Doch dann beginnt sie, Leo zu schreiben. Sie erzählt, warum sie in Berlin gestrandet ist, dass sie seit acht Jahren nicht mehr bei ihrer Familie war und nun zur Beerdigung ihrer Schwester nach Hause fährt. Sie schickt ihre Worte an Leos Adresse. Aber die Briefe erreichen ihn nicht. Denn er hat auch eine Reise angetreten. Eines Tages, nach Hunderten von gefahrenen Kilometern, nimmt er ein Papier zur Hand und schreibt einer Frau, mit der er nur eine Nacht verbracht hat …   Nachdem ihre Zwillingsschwester plötzlich verschwunden war, ist Viola zum Studieren nach England gezogen, um der ganzen Situation zu entfliehen. Nun ist sie Ende 20 und  kehrt nach 8 Jahren zum ersten Mal zur Beerdigung ihrer Schwester Lara in ihr Elternhaus zurück. Was genau mit Lara passiert ist, erfährt man nach und nach in kleinen Bruchstücken. Hier sollte man geduldig sein, denn die Hintergründe werden hier nur wirklich sehr langsam entschlüsselt. Aufgrund diverser Umstände strandet Viola in Berlin bei einer WG Party in Leos Wohnung. Dieser bietet Viola an, die Nacht bei ihm zu verbringen. Am nächsten Tag reist Viola weiter zu ihren Eltern und muss sich dort vielen Leuten aus ihrer Vergangenheit stellen und macht sich dadurch viele Gedanken über ihr bisheriges Leben und ihren weiteren Lebensweg. Leo lebt in den Tag hinein, studiert nur auf dem Papier und hat eigentlich keine Ahnung, was er mit seinem Leben anfangen soll. Er begleitet seine Mitbewohnerin Suri aus einer längeren Reise um deren Bruder Akuma zu suchen, der verschwunden zu sein scheint. Auf dieser Reise erfährt er so einiges über sich selbst. Im gesamten Buch schreiben sich Viola und Viola regelmäßig Briefe, die aber nie beim jeweils anderen ankommen. Besonders in diesen Briefen kann man die persönliche Entwicklung der beiden Protagonisten gut herauslesen. Der Roman ist in gewisser Weise eine Geschichte über Selbstfindung, da beide Protagonisten scheinbar ziel- und planlos im Leben stehen. Ihre Entwicklung im Buch scheint recht passiv zu sein, da sie nur von einer Situation in die nächste geraten und so gezwungen werden, sich weiter zu entwickeln und einen Plan für ihr Leben zu entwickeln. Das fand ich irgendwie schade und dadurch wurde ich leider mit Viola und Leo nicht richtig warm, obwohl beide liebevoll und detailliert gestaltet sind. Der Schreibstil ist sehr poetisch und für meinen Geschmack teils etwas zu bildlich. So werden hin und wieder Metaphern benutzt, die mir eine Spur zu dick aufgetragen sind, so dass man kurz im Lesen inne hält und ins Stutzen kommt. Dies kommt allerdings nicht allzu häufig vor, so dass davon abgesehen der Schreibstil zwar etwas speziell aber angenehm und flüssig zu lesen ist. Insgesamt ist die Stimmung des Romans etwas düster und trübsinnig. Am Ende bleiben immer noch einige Fragen offen, die Spielraum für eigene Interpretationen lassen, was mich aber in diesem Buch überhaupt nicht gestört hat.

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  • Rezension: Die Nacht der Zugvögel

    Die Nacht der Zugvögel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. November 2015 um 21:28

    Für Sinnsuchende, die sich nicht vor Melancholie scheuen Franziska Fischer's Buch "Die Nacht der Zugvögel" ist etwas für nebelige Novembertage in denen man mit einer großen Tasse Tee sich in eine Decke mummelt und zu diesem Gefühl die passende Lektüre sucht. Der Schreibstil ist sehr bildlich und man darf nicht ungeduldig werden, wenn zu Anfang die Protagonisten Viola und Leo zusammen mit ihrer Umwelt en detail vorgestellt werden. Stück für Stück erfährt der Leser, mehr über die Menschen die ihm in der Geschichte begegnen, aber auch die Charaktere finden sich erst währenddessen. Alle sind ein wenig verloren und auf der Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Dadurch entsteht ein spannender Beigeschmack. Letztlich muss man den Schreibstil der Autorin mögen und sich ganz auf ihre Schreibform einlassen, die doch etwas ungewöhnlich ist. Es gibt zwei Erzählstränge, die jeweils in Ich-Perspektive und über Briefe geschildert werden. Durch die sehr bildliche Sprache wird die Geschichte am Anfang auch etwas langsam und der Lesefluß gerät ins stocken, in den letzten Kapiteln ändert sich das allerdings. Kritik gibt es von mir einzig für die sehr traditionellen Rollenverständnisse, die oft hindurchschimmern. Was vor allem schade ist, da die Charaktere an sich wirklich interessante Persönlichkeiten sind, in die man sich sonst gut reinversetzen kann. Dadurch hat es mich umso mehr geärgert, wenn weibliche Charaktere sich Seitenlang über Haare, Makeup und Klamotten unterhalten. Insgesamt dennoch eine interessante und ungewöhnlich geschriebene Geschichte, die zum Lesen und Nachdenken anregt.

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  • Alltag trifft Besonderheit, ein Buch für die Ende 20er mit Träumen...

    Die Nacht der Zugvögel
    nettiii

    nettiii

    27. October 2015 um 21:54

    Leo und Viola, zwei Menschen die auf der Suche nach sich selbst und dem richtigen Platz in ihrem Leben sind. "Die Nacht der Zugvögel" von Franziska Fischer, ist kein Liebesroman im klassischen Sinne, kein Drama und auch keine Biographie. Viel mehr ist es ein Buch, welches Alltag und Vergangenheit der beiden Protagonisten auf ganz besondere Art und Weise miteinander verbindet. Durch eine kurze, unbeabsichtigte, jedoch intensive Begegnung, lernen sich die beiden kennen. Sie schreiben einander Briefe, die jedoch der jeweils andere nicht erhält, während der Leser das Buch verschlingt. In diesen Briefen versuchen beide auf ihre Art ihr Leben zu reflektieren. Sie schildern Erlebnisse aus der Vergangenheit, welche sie bis zum heutigen Tag stark beeinflussen. Auch wenn Leo und Viola auf den ersten Blick grundverschieden wirken, so kann man anhand der Briefe viele Parallelen finden. Führen diese Parallelen sie wohlmöglich wieder zusammen? Für mich war dieses Buch etwas ganz Besonderes. Warum? Ich habe mich selbst wieder erkannt. Viola, die mit Ende 20 noch nicht ihren Platz im Leben gefunden hat und von schwangeren, häuserbauenden ehemaligen Mitschülern umzingelt wird. Leo, der seine Träume mit Ende 20 schon fast aufgeben hat und nur den richtigen Menschen braucht um Träume wieder Realität werden zu lassen. Dieses Buch zeigt, dass man oftmals die Vergangenheit ruhen lassen muss um seine eigenen Träume leben zu können. Die Autorin hat für mich auch durch das sprachliche Geschick gepunktet. Sinnbilder und Metaphern zum Träumen und um die eigene Fantasie mal wieder anzukurbeln. Eine ganz besondere Melancholie durchzieht dieses Buch und es ist ein absolutes Muss für einen kuscheligen Herbsttag mit einem Tee auf der Couch. 

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  • Zugvögel auf der Suche nach einem Platz im Leben

    Die Nacht der Zugvögel
    Corsicana

    Corsicana

    27. October 2015 um 14:41

    Ausgangspunkt dieses Buches ist eine kurze Begegnung in Berlin: Viola ist unterwegs in ihre Heimatstadt zur Beerdigung ihrer Schwester. Zufällig landet sie auf einer Party in der WG von Leo. Diese Begegnung ist für beide der zunächst unbemerkte Startpunkt, Veränderungen im Leben zuzulassen und sich zu öffnen für Andere und für das Leben. Beide leben in einer Art Starre, können und wollen sich nicht fest binden und leben fast noch so ungebunden wie Jugendliche, obwohl sie schon Ende zwanzig sind.  Leo ist der Typ ewiger Student, lebt vom Monatsscheck seines Vaters und verkriecht sich ansonsten in seinem Zimmer. Viola hat auf den ersten Blick schon mehr erreicht, sie hat ihr Studium abgeschlossen und arbeitet in London als Auslandskorrespondentin. Aber Viola trägt immer noch schwer am Verschwinden ihrer Zwillingsschwester vor vielen Jahren und hat damals fluchtartig ihre Heimat verlassen und im Ausland studiert. Nun wird sie sich gemeinsam mit ihren Eltern der Vergangenheit stellen müssen. Und auch Leo trägt Narben aus seiner Familiengeschichte mit sich herum und versucht zunächst, dem Kontakt mit seiner Familie zu entgehen.   Viola und Leo schreiben sich nach der kurzen Begegnung gegenseitig Briefe, die aber nicht beim Empfänger ankommen können. Denn Leo geht auf einen Roadtrip quer durch Deutschland mit seiner Mitbewohnerin, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder ist und die Adresse von Viola hat Leo nicht. Sind die Briefe nur Hilfe auf dem Weg zu sich selbst oder werden die Briefe auch den Adressaten erreichen? Werden Viola und Leo sich wiedersehen?  Dies sind die Fragen, die sich der Leser in diesem Buch sicherlich stellt. Darüber hinaus erzählt das Buch von Geschwister-Beziehungen. Und davon, wie sehr Verletzungen und Geschehnisse in der Kindheit das eigene Leben beeinflussen können. Und wie es gelingen kann, den eigenen Platz im Leben zu finden - oder zu erkennen, dass es ihn schon gibt. Das sehr Besondere an diesem Buch ist die Sprache, in der es geschrieben ist. Melancholisch, tiefgründig, poetisch. Es gibt viele Sprachbilder, viele schöne Beschreibungen von Landschaften und von Gefühlen. Natürlich gibt es auch gut beschriebene Handlung, z.B. Leos Roadtrip quer durch Deutschland, der irgendwann in seinem Elternhaus landet. Oder Violas Erfahrungen mit ehemaligen Mitschülern und deren heutiger Lebenswelt. Und die Protagonisten und Nebenfiguren werden gut beschrieben. Einiges bleibt jedoch im Unklaren und manche Dinge hätte man als Leser sicherlich gerne noch gewusst, so ein ganz klein wenig Unzufriedenheit könnte übrig bleiben nach der Lektüre, so ging es mir zumindest.  Aber die wunderschöne Sprache wiegt das für mich auf. Mich hat damals schon der Debüt- Roman der Autorin "Das Meer in dem ich Schwimmen lernte" nachhaltig beeindruckt und auch diesmal war ich wieder begeistert.  Ein sehr besonderes Buch - das ich bald in einem meiner Lesekreise empfehlen werde.

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  • Auf der Suche nach dem Platz im eigenen Leben

    Die Nacht der Zugvögel
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    23. October 2015 um 19:12

    Lara ist vor vielen Jahren kurz vor ihrem 18. Geburtstag verschwunden. Ihre Zwillingsschwester Viola hat dies ziemlich aus der Bahn geworfen. Kaum das Abitur in der Tasche flieht sie nahezu zum Studium nach London. Die doppelt verlassenen Eltern versuchen auf ihre Art und Weise mit der Situation fertig zu werden. Nun wurde Laras Leiche unweit ihres Heimatortes im Wald gefunden. Eine schreckliche Nachricht, aber auch endlich Gewissheit. Nach langer Zeit für Viola ein Grund nach Hause zu reisen. Ein Eintauchen in die Kindheit und Jugend, die Begegnung mit Familie, alten Freunden und Bekannten, eine Konfrontation auch mit Vergessenem  und Verdrängtem, das ist manchmal auch schmerzhaft. Ausgangspunkt der Geschichte ist der Abend, an dem Viola auf der Heimreise zufällig in Los WG strandet und sie eine Nacht mit Reden und Schweigen verbringen. Wenige Stunden nur, die sich beiden aber tief einbrennen.  Auch Leo ist ein wenig auf der Durchreise im eigenen Leben. Er studiert offiziell in Berlin, in Wirklichkeit jobbt er und schlängelt sich eher durch. Zu seinen wohlhabenden Eltern hat er ein eher schwieriges Verhältnis.  Nach der Nacht mit Viola wird auch er aufbrechen, um mit Freunden nach dem Bruder seiner Mitbewohnerin Sri zu suchen. Auch der ist plötzlich verschwunden. Viola und Leo sind beide unterwegs, beide sind mit Ende Zwanzig noch nicht richtig angekommen im Leben, suchen ihren Platz, tragen alte Verletzungen mit sich herum. Beide beginnen, dem jeweils anderen Briefe zu schreiben. Diese Briefe verbinden die beiden Stränge, die abwechselnd erzählt werden. Sie sind für mich ein wenig das Problem der eigentlich sehr schön erzählten Geschichten um das Suchen nach dem eigenen Platz in der Welt, der Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Familie, Verlust von einst nahen Menschen.  In den Briefen wird die schon sehr poetische Sprache noch einmal gesteigert, sie sind derart bedeutungsschwer und tiefsinnig, der melancholische Grundton des gesamten Buchs wird noch eine Spur düsterer, dass sie für mich einfach nicht mehr glaubwürdig waren als Gedankenaustausch zwischen zwei nahezu Fremden. Dazu kommt, dass das Buch zu viele Spuren legt, die letztendlich nicht verfolgt werden. Was geschah wirklich mit Lara, warum brach sie den Kontakt zu ihren Eltern gänzlich ab, was hat es mit dem Verschwinden von Suris Bruder auf sich? Diese Fragen werden nur angerissen, aber nicht nur nicht beantwortet, sondern verlieren völlig ihre Bedeutung. Dadurch verliert man leider ein wenig das Interesse an dieser in seiner Anlage und Idee sehr schönen Geschichte.

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  • Die Geschichte einer schicksalshaften Begegnung

    Die Nacht der Zugvögel
    bookgirl

    bookgirl

    23. October 2015 um 14:14

    Inhalt Viola und Leo – zwei junge Menschen, die zufällig aufeinander treffen und doch so viel mehr füreinander werden, als nur eine Bekanntschaft, die man schnell wieder vergisst. Viola ist auf der Reise zu ihrer Familie, als sie ihren Zug verpasst und zu einer Party mitgenommen wird. Völlig übermüdet landet sie im Zimmer von Leo, den sie so für ein paar Stunden kennenlernt. Am nächsten Morgen zieht sie weiter und fährt zu ihren Eltern, die sie acht Jahre nicht gesehen hat. Acht Jahre, seitdem ihre Schwester plötzlich verschwunden ist und nun beerdigt werden soll. Und auch wenn Viola Leo nur kurz getroffen hat, beschließt sie ihm Briefe zu schreiben. Briefe, in denen sie ihm ihre Gefühle und Gedanken offenbart, auch wenn diese ihn zunächst nicht erreichen. Denn auch Leo begibt sich auf eine Reise und schreibt während er viele Kilometer zurücklegt Viola mit der er eine besondere Nacht geteilt hat. Meine Meinung "Die Nacht der Zugvögel" ist ein Roman mit einer ganz besonderen Erzählstimme. Franziska Fischer schreibt melancholisch, poetisch und sehr eindringlich die Geschichte von zwei jungen Menschen, die ihren Weg versuchen zu finden. Ihr Aufeinandertreffen wirkt zufällig, kann für mich jedoch nur als schicksalshaft bezeichnet werden. Denn, dass Viola ihren Zug verpasst, in der Großstadt Berlin ausgerechnet in Leos Bett landet und ihm nach diesem Kennenlernen ihre intimsten Gefühle und Gedanken offenbart, kann einfach kein Zufall sein. Viola und Leo sind zwei junge Menschen, die wie Zugvögel durch das Leben ziehen. Vor allem Viola ist eine Getriebene, die versucht ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Gelingen tut ihr das nur bedingt, denn egal wie weit weg wir gehen, wir nehmen unsere Erlebnisse und Probleme doch immer mit. Viola kehrt ihrem Elternhaus nach dem Verschwinden ihrer Schwester Lara den Rücken, studiert in London, wohin sie auch ihren Lebensmittelpunkt verlegt. Ihre Beziehung ist vor kurzem gescheitert – auch, weil es ihr schwer fällt Nähe zuzulassen. Nun, da Lara tot ist, kehrt sie zurück nach Hause und all die lange unterdrückten Gefühle und Gedanken treten wieder in Erscheinung. Dass sie sich gerade Leo, einem eigentlich Fremden, offenbart, mag überraschen, aber vielleicht ist auch genau das so viel einfacher, weil er sie nicht kennt und sie völlig wertfrei betrachten kann. Leo begleitet seine Mitbewohnerin Suri, die auf der Suche nach ihrem Bruder Akuma ist, der zwar schon immer ein recht eigenbestimmtes Leben gelebt hat, aber nun völlig unauffindbar zu sein scheint. Auf dem Roadtrip begleitet die beiden Liv, eine gute Freundin und später schließt sich noch Lennart der illustren Truppe hinzu, der die Reisegruppe komplettiert. Leo wird als ziellos beschrieben. Ein junger Mann aus wohlhabendem Elternhaus, mit einem Vater, der ein genaues Bild davon hat, was Leo mit seinem Leben anzufangen hat. Dass Leo dagegen auf seine ganz eigene Art rebelliert, ist nicht überraschend. Aber, dass auch er zu Papier und Stift greift um Viola Briefe zu schreiben, hingegen schon. "Die Nacht der Zugvögel" ist ein wunderschön geschriebener Roman, der mich über weite Strecken nicht nur unterhalten, sondern auch begeistern konnte. Leider bleibe ich aber mit sehr vielen Fragen zurück, die die Autorin nicht beantwortet und den Leser dadurch im Ungewissen lässt. Es gibt Bücher, bei denen ein offenes Ende passt. Bei diesem hier hätte ich es jedoch schöner gefunden, wenn ich klare Antworten erhalten hätte. Fazit "Die Nacht der Zugvögel" ist ein melancholischer Roman über zwei junge Menschen, die ihren Weg noch nicht gefunden haben. Zugvögeln gleich ziehen sie immer weiter, auf der Suche nach etwas, was sie innerlich heilen lässt. Eingeschränkte Lese-Empfehlung, da das Ende zu viele Fragen offen lässt.

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  • Schöne Geschichte mit besondern Schreibstil

    Die Nacht der Zugvögel
    nuffel

    nuffel

    22. October 2015 um 20:21

    Klappentext: ​Es sind nur ein paar nächtliche Stunden, die Viola und Leo miteinander teilen. Sie braucht ein Dach über dem Kopf, und er hat nichts Besseres zu tun. Am nächsten Morgen verlässt Viola Leos WG. So, als hätte die Begegnung keinen Eindruck hinterlassen. Doch dann beginnt sie, Leo zu schreiben. Sie erzählt, warum sie in Berlin gestrandet ist, dass sie seit acht Jahren nicht mehr bei ihrer Familie war und nun zur Beerdigung ihrer Schwester nach Hause fährt. Sie schickt ihre Worte an Leos Adresse. Aber die Briefe erreichen ihn nicht. Denn er hat auch eine Reise angetreten. Eines Tages, nach Hunderten von gefahrenen Kilometern, nimmt er ein Papier zur Hand und schreibt einer Frau, mit der er nur eine Nacht verbracht hat … Zusammenfassung Viola war seit 8 Jahren nicht in ihrer deutschen Heimatstadt. Es war wie eine Flucht, nachdem ihre Zwillingsschwester plötzlich verschwunden war. Nun kehrt Viola zurück zu Laras Beerdigung. Was mit Lara passiert ist erfährt man nur Stück für Stück. Viola ist auf dem Weg zu ihren Eltern, als sie in Berlin strandet. Dieser Umstand führt dazu das sie bei Leo landet. Bei Leo in der Wg findet eine Party statt und Leo bietet ihr an die Nacht dort zu verbringen. Keiner weiß von beiden was diese Begegnung für sie bedeutet. Viola fährt weiter zu ihren Eltern und auf dem Weg trifft sie Leute aus der Vergangenheit, durch die sie über ihr Leben nachdenkt. Auch Leo muss entscheiden wie es für ihn weiter geht. Er studiert nur auf dem Papier und liebt nur so vor sich hin. Seine Mitbewohnerin Suri und er gehen zusammen auf eine Reise und suchen nach Surid Bruder Akuma, der seit einiger Zeit verschwunden ist. Leo und Viola schreiben sich immer wieder Briefe, die der andere aber nicht erhält: Leo nicht, weil er nicht zuhause ist und Viola nicht, weil Leo ihre Adresse nicht hat. Meinung Das Cover  Ist meiner Meinung sehr schlicht gehalt und lässt nicht auf den Inhalt schließen Der Einstieg  Ich bin sehr gut in die Geschichte reingekommen und habe es an einem Abend durchgelesen. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und gefallen mir sehr gut. Man merkt wie sich Leo und Viola versuchen aus ihren alten Gewohnheiten auszubrechen und in ihrem Leben etwas zu ändern. Sie entwickeln sich weiter. Der Hauptteil der Geschichte sind die beiden verschiedenen Sichtweisen der beiden. Man erfährt was die beiden auf ihren Reisen erleben.  Der Schreibstil  ist sehr poetisch, was es am Anfang etwas gewöhnen musste, auch hat die Autorin viele Metaphern benutzt. Durch diese Schreibweise ist die Geschichte sehr bildlich dagestellt. Die Autorin hat die beiden Protagonistin ihre Geschichte nebeneinander her erzählt. Leider bleiben ein paar Fragen am Ende noch offen. Fazit Das Buch hat mir gut gefallen. Die Autorin hat es geschaft zwei Geschichten in ein Buch zu packen und das in einem besonderen Schreibstil.

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  • Ein Leben wie Zugvögel

    Die Nacht der Zugvögel
    sommerlese

    sommerlese

    Der Roman "*Die Nacht der Zugvögel*" von Autorin "*Franziska Fischer*" erscheint im "*Droemer Knaur Verlag*". Es ist nur eine Nacht, die Viola und Leo miteinander teilen. Sie braucht ein Dach über dem Kopf und landet in seiner WG. Am nächsten Morgen zieht sie weiter, doch die Begegnung wirkt langsam nach. Sie fängt an, Leo Briefe zu schreiben. Darin erklärt sie, dass sie seit acht Jahren nicht mehr bei ihrer Familie war und nun zur Beerdigung ihrer Schwester nach Hause fährt. Sie schickt ihre Worte an Leos Adresse. Aber die Briefe erreichen ihn nicht. Auch er hat eine Reise angetreten. Leo schreibt ebenfalls. Es scheinen zwei Zugvögel zu sein, die ihren Weg im Leben suchen. Wir lernen Viola und Leo kennen, beide sind Ende 20 und sie begegnen sich zufällig, verlieren sich nach einer Nacht wieder aus den Augen. Wir begleiten sie ein Stück ihres jeweiligen Lebensweges. Sie besuchen nach langer Zeit ihre Eltern, es gibt Wiedersehen mit alten Freunden und wir erleben ihren jeweiligen Roadtrip mit. Dabei lassen uns besonders Leo und Viola an ihrer Gedankenwelt teilhaben. Ihre Träume und Pläne werden genau gezeichnet, sie haben mich berührt und dennoch blieben mir die Personen eigenartig fremd. Vielleicht ist mir ihre Art zu leben, so als Zugvogel durchs Leben zu ziehen, doch zu unbekannt. Alle Personen sind im Wandel, stecken in alten Gewohnheiten fest, suchen neue Ziele und Wege um sich zu finden und zu entwickeln. Diese Probleme kenne ich aus meiner Generation nicht so intensiv und eher um das 20. Lebensjahr und kann es daher durch die Vielfalt der Personen auch nur bedingt nachvollziehen. Hier scheint niemand seinen klaren Weg vor Augen zu haben und sie gehen als Einzelgänger durch ihr Leben. Der Erzählstil dieses Entwicklungsromans ist sehr poetisch und gefällt mir sehr gut. Hier werden mit Metaphern Bilder gemalt, die Sprache wirkt sehr ansprechend und unterhaltsam. Das hat mir sehr gefallen, wobei die Grundstimmung des Romans mir ziemlich grau und trübsinnig vorkommt. Das passt allerdings auch zu der Aufbruchstimmung der jungen Menschen, die allesamt Ende 20 nicht wirklich fest im Leben stehen, sondern immer noch auf der Suche sind. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, ist die personelle Zuordnung, denn hier erzählen Leo und Viola nebeneinander her. Auch gibt es zum Ende noch offenen Fragen, die in Andeutungen verlaufen, aber nicht endgültige Klarheit bringen. Dennoch ist diese Geschichte so feinfühlig erzählt, dass mir das Lesen Spaß gemacht hat. Von dieser Autorin möchte ich noch mehr lesen. Wahrscheinlich bin ich auch nicht die Zielgruppe, die sie mit ihrem Entwicklungsroman ansprechen will. Dieser Gegenwartsroman hat einen einzigartigen Erzählstil und ist mit berührenden Worten geschrieben. Die Phase des Umbruchs kommt deutlich zur Sprache, mich hat das inhaltlich aber nicht angesprochen. Doch auf weitere Werke der Autorin bin ich sehr gespannt.

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  • Auf der Suche nach dem eigenen Platz im Leben / Generation Ende 20

    Die Nacht der Zugvögel
    Arizona

    Arizona

    19. October 2015 um 19:58

    Der Roman erzählt zwei parallel verlaufende Geschichten, von Leo und Viola, beide Ende 20. Viola lebt in London, sie ist gerade unterwegs zu ihren Eltern - ihr wurde jedoch das Portemonnaie gestohlen und ihr Zug ist ausgefallen, daher ist sie für eine Nacht in Berlin gestrandet und durch Zufall auf einer Party in Leo und Suris WG gelandet. So lernen die beiden sich kennen, hier überschneiden sich also ihre beiden Geschichten. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Leo und Viola geschrieben, und am Anfang eines Kapitels steht jeweils ein Brief; nach ihrem Treffen schreiben die beiden sich nämlich. Der Part rund um Viola handelt weiter davon, dass ihre Zwillingsschwester Lara vor zehn Jahren, nach dem Abitur, spurlos verschwunden ist. Jetzt wurde ihre Leiche in einem Wald entdeckt, und Viola reist zur Beerdigung zurück in ihre Heimatstadt. Die Stimmung ist natürlich sehr bedrückt. Viola ist Auslandskorrespondentin, sie hat in London studiert und arbeitet jetzt dort. Ihre Zukunft ist aber noch ungewiss, nach der Trennung von ihrem Freund weiß sie noch nicht genau wie und wo es für sie weiter gehen soll. Leo geht gemeinsam mit seiner Mitbewohnerin Suri auf die Suche nach deren verschwundenen Bruder Akuma, dabei geht es zunächst von Berlin nach Hamburg, dann weiter nach Rügen und schließlich nach Münster. Anschließend begleitet Suri Leo noch in die Villa seiner wohlhabenden Eltern nach München, wo seine Schwester Karin ihren 40. Geburtstag feiert. Sein Vater ist Richter und Staatsanwalt, für ihn zählt nur der berufliche Erfolg. Leo hat jedoch schon längst sein Studium aufgegeben, er hängt eigentlich nur rum, schaut am liebsten DVDs. Er ist also noch auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Dabei wären wir auch schon bei einem der zentralen Themen des Buches: die Suche der Generation Ende 20 nach ihrem Platz im Leben bzw. danach wie es weiter gehen soll. Daher auch der Titel, die beiden sind quasi wie Zugvögel in ihrem Leben unterwegs, haben noch nicht ihren Platz gefunden. Die Stimmung ist allgemein eher trüb und melancholisch. Die eigentliche Handlung rund um Viola und Leo, also z.B. Violas Besuch bei den Eltern, das Wiedersehen mit alten Schulfreunden oder auch die Begegnungen auf ihrem Roadtrip, nette Nebenfiguren – das alles finde ich sehr gefühlvoll erzählt. Die Stimmungen und Situationen sind gut eingefangen. Die Sprache ist recht poetisch und voller schöner Bilder, allerdings ist es mir allgemein etwas zu dick aufgetragen; besonders die Briefe sind mir oft zu bedeutungsgeladen, fast philosophisch. Da sie am Anfang jeden Kapitels stehen haben sie mich oft im Lesefluss gestört, da man sich schon sehr auf den Inhalt konzentrieren musste. Alles in allem habe ich viele schöne Ideen im Buch gefunden, muss allerdings sagen, dass es sich als Zielgruppe für die Generation Ende 20 besser eignet. Das Ende ist für mich auch ein bisschen unbefriedigend, weil einige Punkte offen bleiben, das konnte ich aber akzeptieren. Ich habe mich für 3 Sterne entscheiden, denn für meinen Geschmack gibt es zu viele Sinnsprüche (vor allem in den Briefen).

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  • Zufallsbegegnungen

    Die Nacht der Zugvögel
    TochterAlice

    TochterAlice

    19. October 2015 um 12:00

    können im Leben manchmal eine besondere, eine prägende Rolle spielen. So auch die von Viola und Leo, die sich im Bett kennenlernen und zwar in dem von Leo. Viola gerät auf der Durchreise in die Wohnung von Leo - eine 2er-WG - und sucht sich eine bequeme Schlafstatt und da liegt sie eben schon drin, als Leo, ebendieses Ziel anpeilend, sein Zimmer betritt. Dass sie Zugvögel sind, alle beide, das stellt sich erst nach und nach heraus. Für mich sind sie Verlorene, erst einmal noch nicht Suchende - dazu werden sie erst, entwickeln sich, denn gewissermaßen ist dies ein Entwicklungsroman, allerdings nicht einer für die Jugend, sondern für die etwas ältere Generation, die Endzwanziger, diejenigen, von denen in einer anderen Zeit erwartet wurde, ihren Platz schon längst gefunden zu haben. Das es heute nicht immer so ist, das liest man hier. Viola hat ihre Zwillingsschwester verloren - schon vor langer Zeit und jetzt endgültig, also einen Teil von sich und und Leo: nun, er hat ganz klar sich selbst verloren. Ein beiläufiges, doch auf gewisse Art und Weise signifikantes Treffen, das zunächst nicht wiederholt, sondern in Briefen fortgesetzt wird. In solchen, die ihren jeweiligen Adressaten erreichen? So ganz klar wird das nicht, wie auch einiges andere eher unklar bleibt, unklar, wie offenbar das Leben beider Protagonisten ihnen selbst erscheint. Ein Roman über Selbstfindung? Vielleicht, zumindest einer über einen Orientierungsversuch, allerdings einen eher passiven - ich hatte den Eindruck, das die Dinge einfach so passieren mit den Protagonisten. Keine besonders sympathische Visitenkarte einer Generation, finde ich, aber eine, die mir schon mehrfach in dieser Form vermittelt wurde, wenn sie auch - gottseidank - nur einen Teil dieser Generation präsentiert. Die Autorin Franziska Fischer schreibt in einer schönen, besonderen und ansprechenden Sprache, wenn mich auch das Thema nicht so ganz packen konnte - es blieb für mich einfach ein bisschen zu beiläufig. Dennoch eine Autorin, die ich ganz klar im Auge behalten werde, eine der unangepassten Art, von der dieses Land durchaus mehr gebrauchen könnte!

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  • Sehr poetischer Erzählstil, aber Geschichte hat mich nicht so ganz überzeugt

    Die Nacht der Zugvögel
    Talitha

    Talitha

    16. October 2015 um 22:49

    Zum Inhalt: Leo und Viola, zwei junge Leute, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, die sich nur kurz begegnen, aber doch durch Briefe, die sie nicht abschicken, in Beziehung bleiben. Man erfährt in diesem Roman parallel ihre Geschichte: Viola, die auf dem Weg zur Beerdigung ihrer vor langer Zeit verschwundenen Schwester ist und Leo, der mit seiner Mitbewohnerin Sari deren Bruder Akuma sucht, der ebenfalls nun verschwunden ist... Der Erzählstil ist sehr poetisch. Hier passt jedes Wort. Die Metaphern und Vergleiche sind sehr gelungen. Das hat mir sehr gefallen, wenn auch die Grundstimmung des Romans durchweg sehr düster und depressiv ist. Die Figuren mit ihren Motivationen, allen voran den Hauptfiguren Leo und Viola, waren gut und überzeugend gezeichnet und wirkliche Charaktere, keine Stereotypen. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, ist die Geschichte und vor allem ihre Auflösung bzw. ihre teilweise Nicht-Auflösung. Es ist mir schon in neuen Romanen der letzten Zeit (z. B. bei "Der Dieb in der Nacht" von Katharina Hartwell) öfters aufgefallen, dass oftmals nur Andeutungen gemacht werden, Mutmaßungen in den Raum geworfen werden, die dann wieder zurückgenommen werden, Rätsel und Belanglosigkeiten so vermischt werden, dass man nicht mehr weiß, was nun wichtig ist. Das ist in gewissem Grade für die Spannung geeignet, aber wenn es zu häufig, wie hier, auftritt, dann verunsichert und verwirrt es den Leser nur. Etwas mehr Informationen zu den Verschwundenen und weniger Nebenschauplätze und Nebenfiguren und deren Alltage und Lebensgeschichten hätten dem Buch meiner Meinung nach gut getan. Mein Fazit ist durch die Diskrepanz von Inhalt und Form etwas zwiegespalten: Vom Stil her ist der Roman 1A, da gibt von meiner Warte nichts zu meckern. Vom Inhalt bin ich dagegen, gerade auch nach der Leseprobe, eher etwas enttäuscht.

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