Franziska Hauser

 3,6 Sterne bei 79 Bewertungen
Autorin von Die Gewitterschwimmerin, Die Glasschwestern und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Künstlerin mit Leib und Seele: Franziska Hauser, Tochter einer Puppenspielerin und eines Dokumentarfilmregisseurs und Enkelin des Schriftstellers Harald Hauser, wurde 1975 in Berlin geboren. An der Kunsthochschule Berlin Weißensee studierte sie Bühnenbild und freie Kunst. Nach ihrem Abschluss arbeitet sie unter anderem als Fotografin und erhält 2003 ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds, mit dem sie beginnt, Fotografie zu studieren. Sie lernt an einer privaten Hochschule für Fotografie bei Arno Fischer. Nach und nach beginnt sie, zu den eingereichten Fotos in Magazinen auch Texte zu schreiben. Im Frühjahr 2015 erschien ihr Romandebüt „Sommerdreieck“. Das Buch gewann den Debütantenpreis der lit.COLOGNE und stand auf der Shortlist des aspekte-Literaturpreises. Mit ihrem zweiten Roman, „Die Gewitterschwimmerin“, der sich auf wahre Begebenheiten bezieht, schaffte Hauser es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018, dem wichtigsten Literaturpreis Deutschlands.

Neue Bücher

Cover des Buches Die Glasschwestern (ISBN: 9783442772476)

Die Glasschwestern

Neu erschienen am 10.04.2024 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Franziska Hauser

Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783847906445)

Die Gewitterschwimmerin

 (37)
Erschienen am 23.02.2018
Cover des Buches Die Glasschwestern (ISBN: 9783847900450)

Die Glasschwestern

 (30)
Erschienen am 28.02.2020
Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783442719150)

Die Gewitterschwimmerin

 (7)
Erschienen am 08.12.2019
Cover des Buches Sommerdreieck (ISBN: 9783499269202)

Sommerdreieck

 (3)
Erschienen am 22.04.2016
Cover des Buches Keine von ihnen (ISBN: 9783847901129)

Keine von ihnen

 (2)
Erschienen am 28.04.2022
Cover des Buches Die Glasschwestern (ISBN: 9783442772476)

Die Glasschwestern

 (0)
Erschienen am 10.04.2024

Neue Rezensionen zu Franziska Hauser

Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783442719150)
Caro_Lesemauss avatar

Rezension zu "Die Gewitterschwimmerin" von Franziska Hauser

Schwierige Familie
Caro_Lesemausvor einem Jahr

Zwischen den im Klappentext erwähnten historischen Hintergründen der Familie Hirsch, die interessant und zugleich schmerzhaft zu lesen waren, finden sich Kapitel, die in der Gegenwart bzw. jüngeren Vergangenheit spielen. Die beiden Zeitachsen bewegen sich aufeinander zu, die Gegenwartshandlung wird zumeist rückwärts erzählt. Das wurde stellenweise etwas verwirrend und ich musste manchmal zurückblättern um nachzuschauen, wie die zeitlichen Abstände waren. So folgt beispielsweise auf das Kapitel über den Suizid der Schwester das nächste Gegenwartskapitel einige Jahre zuvor mit einem gemeinsamen Urlaub der beiden Schwestern. Mit dieser Anordnung hatte ich eigentlich bis zum Schluss zu tun, es gedanklich auf die Reihe zu bekommen. Was der Klappentext nicht verrät, ist höchst sensibel und verdient eine Triggerwarnung zu Kindesmissbrauch. Zwischen den Kapiteln zur Vergangenheit der jüdischen Familie Hirsch in den 30er-Jahren, die interessant und eher historisch-plaudernd geschrieben sind, finden sich sprachlich in der Gegenwartshandlung aggressive, wütende Töne mit Beleidigungen und vulgären Ausdrücken. Das hat mir nicht so viel Spaß gemacht, zu lesen. Die Erinnerungen an den Missbrauch sind oft kurz eingeschoben, mittendrin, wie Zwangsgedanken, die sogleich wieder beiseite gewischt werden. Ein solches Thema finde ich immer schwer auszuhalten. Hier war es zusätzlich schwierig, weil keiner der Verantwortlichen mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Protagonistin steht sich aufgrund dieser nicht aufgearbeiteten Vergangenheit irgendwie selbst im Weg, die Beziehung zu ihren Töchtern hat darunter gelitten und abgeschlossen hatte sie zeitlebens dann doch nicht damit. Insgesamt ein schwieriger Roman mit schwierigen Themen. Mir hat letztendlich eine Art Konfliktlösung gefehlt sowie auch mehr Hintergründe, warum der Vater so wurde (bei der Mutter habe ich es verstanden, das wurde ausreichend begründet und beschrieben). Aber vielleicht gab es die auch einfach nicht und die Autorin hat dies bewusst so gewählt, da die Geschichte autobiografische Züge trägt. 

Fazit:

Ein schwieriger Roman, dessen Kapitel je nach Zeitachse einen eigenen Sprachstil aufweisen. Die Aufarbeitung der Familiengeschichte ist interessant, wenngleich schockierend. Es fehlen Details, um es vollständig nachvollziehen zu können, aber das ist vielleicht der autobiografischen Komponente geschuldet.

Cover des Buches Die Glasschwestern (ISBN: 9783847900450)

Rezension zu "Die Glasschwestern" von Franziska Hauser

Komplexer Generationenroman
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

„Das Schicksal hat ihnen gleichzeitig denselben Schlag erteilt und gesagt: Seht zu, wie ihr klarkommt, wenn ihr einander nicht helfen könnt.“ (Zitat Seite 9)

 

Inhalt

Dunja und Saphie, neununddreißig Jahre alt, sind Zwillingsschwestern, doch ihr Leben verläuft in unterschiedlichen Bahnen. Dunja war früh Mutter geworden und lebt in der Großstadt, der Sohn studiert bereits, die Tochter bereitet sich auf das Abitur vor, vom Vater ihrer Kinder hat sie sich vor kurzer Zeit endgültig getrennt. Ursprünglich war es Saphie, die möglichst schnell aus dem kleinen Dorf, ehemals DDR, in die Stadt ziehen wollte, doch sie bleibt und leitet gemeinsam mit ihrem Mann ein Hotel. Dann kommt dieser Wintermorgen, Dunjas Ex-Mann stürzt vom Dach und ist tot. Am selben Morgen kippt Saphies Mann tot vom Hometrainer. Nach der Beerdigung bleibt Dunja in Saphies Hotel, entdeckt das Dorf ihrer Kindheit neu. Die Schwestern kommen einander wieder näher, beide sind auf der Suche nach Antworten, wie es nun weitergehen soll. Durch Reporter stoßen sie auf ein Familiengeheimnis, das alle im Dorf schon längst zu kennen schienen, nur Dunja und Saphie nicht. Kann diese Aufarbeitung der Vergangenheit den beiden Frauen helfen, die jeweils für sie selbst passende Zukunft zu finden?

 

Thema und Genre

In diesem Generationen- und Familienroman geht es um Familienstrukturen und Familienbeziehungen, um ein Familiengeheimnis, Dorfleben, Verlust, Trauer und Neubeginn.

 

Charaktere

Nach zwanzig Jahren steht Dunja wieder am Beginn eines Lebens, in dem sie im Mittelpunkt steht, das ihr allein gehören wird, denn ihre Kinder wollen eigene Wege gehen, ihr eigenes Leben führen. Sie will nicht mehr Deutsch als Fremdsprache unterrichten, doch was will sie stattdessen? Bisher war es Saphie, die immer die Kontrolle hatte, nach vorne geschaut hat, den Blick auf die Zukunft gerichtet. Doch plötzlich fühlt sie sich in ihrem Dorf fremd.

 

Handlung und Schreibstil

Die Geschichte wird chronologisch erzählt, wie auch der Übergang der Natur vom Winter in den Frühling und weiter im Jahreslauf. Die kurzen Kapitel tragen jeweils einen Kalenderspruch als Überschrift und berichten abwechselnd, oder auch gleichzeitig, über die das Leben der Hauptfiguren. Handlungsbogen und Spannung ergeben sich nicht aus den Ereignissen, sondern vor allem aus den persönlichen Konflikten und Problemen der einzelnen Figuren, ihren Gedanken, ihrem Verhalten und ihren Entscheidungen. Wiederkehrende Symbole oder auch Metapher, deren Deutung uns Lesenden überlassen bleibt, verdichten die Schilderung der Gefühlswelten, in denen sich die Figuren bewegen. Die Erzählsprache ist angenehm und einfach zu lesen.

 

Fazit

Dieser Roman lässt mich etwas ratlos zurück. Bis etwa zur Hälfte war es für mich eine überraschende, witzige, ungewöhnliche Geschichte mit vielen aus dem Leben gegriffenen Themen wie Alltagsprobleme von Ehefrauen, Müttern mit Kindern auf dem Weg in die Selbstständigkeit, Spannungen und Geheimnisse innerhalb von Familiengefügen, alle diese Komponenten gekonnt verknüpft. Doch dann flacht die Handlung ab, die Befindlichkeiten der beiden so unterschiedlichen Frauen stehen im Mittelpunkt und damit Selbstzweifel und sich wiederholende Fragen, wobei die Sichtweisen zwischen Dunja und Saphie auch öfter die Seiten wechseln, einander widerspiegeln. Eine komplexe, spannende Grundidee, mit Längen in der Umsetzung.

Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783847906445)
Buchstabenliebhaberins avatar

Rezension zu "Die Gewitterschwimmerin" von Franziska Hauser

Gefahrensucherin
Buchstabenliebhaberinvor 3 Jahren

Das Leben in ihrer exzentrischen Familie hat Tamara hart gemacht, sie geht bei Gewitter in ihrem geliebten See schwimmen und hätte nichts dagegen, vom Blitz getroffen zu werden. Manchmal kann sie sich selbst nicht leiden, wenn sie um ihre geliebte Schwester trauert, die sich zu Tode gesoffen hat.

Nach außen hin ist bei den Hirschs alles schillernd und aufregend, eine jüdische Familie, angesehen und renommiert, Großvater Friedrich, Mathematikprofessor, flüchtete vor den Nazis nach England, sein Sohn Alfred war aktiv im Widerstand in Frankreich, entschied sich anschließend für ein wildes, ausschweifendes Künsterleben. Dominante Herren, denen sich die Frauen unterordneten, die depressive Ilse an Heinrichs Seite, die unberechenbare, scheinbar sexuell hörige Adele an Alfreds Seite.

Adele kann mit ihren Töchtern nichts anfangen und macht keinen Hehl daraus, Haushälterin Irmgard ist eine Art Mutterersatz für die beiden Mädchen, die erst den sexuellen Übergriffen des Vater ausgesetzt sind, und später auch denen der Mutter, die alles mitmacht was Alfred vorlebt. Und den Freunden der Familie bei den tabulosen Künstlerparties im Haus. Entsetzlich!

Franziska Hauser kann schreiben! Man hat förmlich vor Augen, wie alle im Hause Hirsch nackig durch die Gegend laufen. Wie die Stimmung immer schnell und unerwartet kippt. Eine Familie, die zusammen hält, durch die tiefe Risse gehen, die von niemanden benannt werden dürfen. Traumen, die von Generation an Generation weitergegeben werden. Schrecklich.

Als Leser*innen allerdings erfahren wir alles. Es ist einfach, Adele zu hassen, die ungebildete ehemalige Krankenschwester, die nur für und mit Alfred sein kann, die nichts eigenes besitzt und immer bösartiger wird. Und Tamara, ihrer Tochter, blüht das gleiche Schicksal, und sie sieht und weiß es, und kommt nicht wirklich dagegen an. Ihr Leben hat sie hart gemacht, und das hat sie überleben lassen. Warum hat niemand den Lebemann Alfred gestoppt? Weil es damals nicht üblich war. Das Thema Missbrauch hat heute einen ganz anderen Stellenwert, das macht das Buch auch sehr deutlich. Früher waren die Kinder damit allein, kaum jemand hat es gewagt sich einzumischen. Oder sah es überhaupt als Problem an.

Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, die Personen einander zuzuordnen. Vor allem Ilse, Irmgard und Irene hab ich gern durcheinander geworfen. Es hat etwas gedauert, bis ich wusste wer zu wem gehört. 

Es ist ein dickes Buch, was mich sofort in seinen Bann zog und schneller als erwartet ausgelesen war. Meine Leseempfehlung!

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Zusätzliche Informationen

Franziska Hauser wurde am 19. Februar 1975 in Pankow (Deutschland) geboren.

Franziska Hauser im Netz:

Community-Statistik

in 123 Bibliotheken

auf 24 Merkzettel

von 2 Leser*innen gefolgt

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