Franziska Hauser

 3.6 Sterne bei 62 Bewertungen
Autorin von Die Gewitterschwimmerin, Die Glasschwestern und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Franziska Hauser

Künstlerin mit Leib und Seele: Franziska Hauser, Tochter einer Puppenspielerin und eines Dokumentarfilmregisseurs und Enkelin des Schriftstellers Harald Hauser, wurde 1975 in Berlin geboren. An der Kunsthochschule Berlin Weißensee studierte sie Bühnenbild und freie Kunst. Nach ihrem Abschluss arbeitet sie unter anderem als Fotografin und erhält 2003 ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds, mit dem sie beginnt, Fotografie zu studieren. Sie lernt an einer privaten Hochschule für Fotografie bei Arno Fischer. Nach und nach beginnt sie, zu den eingereichten Fotos in Magazinen auch Texte zu schreiben. Im Frühjahr 2015 erschien ihr Romandebüt „Sommerdreieck“. Das Buch gewann den Debütantenpreis der lit.COLOGNE und stand auf der Shortlist des aspekte-Literaturpreises. Mit ihrem zweiten Roman, „Die Gewitterschwimmerin“, der sich auf wahre Begebenheiten bezieht, schaffte Hauser es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018, dem wichtigsten Literaturpreis Deutschlands.

Alle Bücher von Franziska Hauser

Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783847906445)

Die Gewitterschwimmerin

 (30)
Erschienen am 23.02.2018
Cover des Buches Die Glasschwestern (ISBN: 9783847900450)

Die Glasschwestern

 (25)
Erschienen am 28.02.2020
Cover des Buches Die Gewitterschwimmerin (ISBN: 9783442719150)

Die Gewitterschwimmerin

 (5)
Erschienen am 09.12.2019
Cover des Buches Sommerdreieck (ISBN: 9783499269202)

Sommerdreieck

 (2)
Erschienen am 22.04.2016
Cover des Buches Das machen doch nur Männer, oder?! (ISBN: 9783639477856)

Das machen doch nur Männer, oder?!

 (0)
Erschienen am 23.10.2013

Neue Rezensionen zu Franziska Hauser

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Rezension zu "Die Glasschwestern" von Franziska Hauser

Was bedeutet Freiheit?
kassandra1010vor einem Monat

Die Zwillingsschwestern Dunja und Saphie werden mitten aus dem Leben gerissen. Beide Ehemänner sterben am selben Tag.

 

Während Saphie erfolgreich ein kleines Landhotel führt, steckt Dunja in ihrer ganz eigenen Welt als Deutschlehrerin fest.

 

Um mit dem Verlust klarzukommen zieht Dunja mit ihren Kindern Augusta und Jules zu Saphie ins Hotel. Hier blicken die beiden Schwestern zurück.

 

Zurück auf die Grenze zur ehemaligen DDR und natürlich auch zurück in ihr gelebtes Leben.

 

Das Leben der beiden zerrinnt. Nichts ist mehr so wie es mal war. Die Vergangenheit holt sie beide ein, als auch die dritte, deutlich jüngere Schwester Lenka im Hotel auftaucht und kräftig für Trubel sorgt. Mit im Gepäck ein Filmteam, dass ein dunkles Familiengeheimnis lüftet.

 

Das Hotel entwickelt sich nach und nach zu einem Therapiehort. Die Familienmitglieder finden sich, wenn auch über etliche Umwege wieder zu sich selbst und zu ihren Lieben zurück.

 

Immer wieder werden die Schwestern jedoch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Der Tod der Männer zieht sich wie ein tiefroter Faden durch die Geschichte und die Schwestern können der Dominanz dieser Ehen kaum entfliehen.

 

Saphies Lebensweg war bisher einzig von Arbeit und der Ignoranz ihres alkoholabhängigen Ehemannes und kleinen Affären mit Hotelgästen geprägt. Dunja hingegen versuchte sich in einem klassischen Familienbild wiederzufinden. Nur um dann empört festzustellen, dass ihre Vorstellung sich bereits mit der ersten Schwangerschaft in Luft auflöst.

 

Fanziska Hauser hat mit Ihrem Roman eine Welt erschaffen, die zerrissener nicht sein könnte. Auch nach Jahren der Wiedervereinigung schafft es diese Familie nur über zahlreiche Umwege, zu sich selbst zu finden. Geheimnisse, skurrile Beziehungen und Neurosen plagen diese zwei Schwestern durch ihr bisheriges Leben. Scheinbar kann einzig der Tod ihrer Ehemänner sie davor bewahren, zugrunde zu gehen.

 

Dunja und Saphie machen es dem Leser nicht gerade leicht. Man möchte mehr als einmal in das Leben der Beiden hineintreten und die Frauen wachrütteln und ihnen den Weg in die Freiheit zeigen…

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Rezension zu "Die Gewitterschwimmerin" von Franziska Hauser

Eine Familie vor einem Jahrhundert deutscher Geschichte
reneevor 2 Monaten

Ein wunderbares Buch! Für den Deutschen Buchpreis war es nominiert, stand 2018 auf der Longlist, vollkommen nachvollziehbar, wie ich finde. Mich hat es begeistert! Rückwärtserzählt, springt es mäandernd durch die verschiedenen Zeiten der Familie Hirsch und ihren verschiedenen Personen. Dabei steht die Familie Hirsch für die Familie Hauser selbst. Interessant dazu sind Recherchen im Netz und auch die Widmung der Autorin am Anfang des Buches. Applaus für diesen Mut! Denn das Erzählte hat es in sich, "Die Gewitterschwimmerin" ist eine Familiengeschichte vor einem interessanten historischen Hintergrund und eine Familiengeschichte, die auch einige dunkle Geheimnisse der Familie preisgibt. Missbrauch und seine Folgen anhand von Beispielen in einer realen Familie, der eigenen Familie, das ist definitiv harter Tobak. Und auch die Charaktere der Familie Hirsch sind keine rosaroten und durchweg liebenswürdigen Wesen, sondern haben Kanten, scharfe Kanten, an denen sich so mancher Leser tief schneiden wird. Auch dazu gehört viel Mut, denn so etwas hat meist Folgen. Besonders auch die historische Thematik ist hier recht gehaltvoll, sind doch die älteren Generationen der Familie Hirsch/Hauser politisch aktiv und darüber werden Verbindungen zwischen der Zeit der Nationalsozialisten und der folgenden der Sozialisten sichtbar, denn vielleicht ist gerade das Erlebte der alten Kommunisten in der Zeit des Nationalsozialismus der Grund für ihr rigoroses Vorgehen gegen eventuelle Gegner. Zumindest könnte man nach der Lektüre auf diese Idee kommen. Tamara Hirsch erzählt hier, aber über ihre Kinder erfährt man fast gar nichts. Wenn ich als Autorin aber soweit aushole und in meiner Familiengeschichte sehr tief grabe, sollten auch Informationen zu mir selbst kommen. Denke ich zumindest und das könnte der einzige Schwachpunkt des Buches in meinen Augen sein. Genauso wie der Stoff des Romans historisch interessant ist, hat mich das Geschilderte auch tief berührt. Deswegen satte 5 Sterne und eine Leseempfehlung von mir. 

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Rezension zu "Die Glasschwestern" von Franziska Hauser

Einen Neuanfang wagen
Buecherseele79vor 3 Monaten

Dunja und Saphie sind Zwillingsschwestern. Und am gleichen Tag sterben ihre beiden Ehemänner. Dieser Schicksalsschlag sitzt bei beiden und die Schwestern müssen sich fragen was sie nun mit ihrer zweiten Lebenshälfte beginnen wollen, alleine, entzweit von der Familie. Was haben sie erreicht? Was wollen sie noch erreichen? Lohnt es sich noch? Für was hat man bisher gelebt, war es gut, lohnenswert, oder sollte man lieber nochmals von ganz vorne beginnen? Dunja und Saphie müssen sich diesen Fragen gemeinsam stellen.

„Dem Kamermann steht die Frage ins Gesicht geschrieben, ob es hier irgendwo einen Mann gibt zu dieser Frau. Manchmal sieht er sich um, als fühle er sich beobachtet. Am liebsten würde Dunja dazwischenrufen: Der ist gerade gestorben, und meiner übrigens auch. Am selben Tag. Haben sich verabredet. Witzig, oder?“ (Seite 80)

Das ist ein Buch welches wohl drei Arten von Lesen freisetzen wird – „Was für ein Mist“, „War  zum Ende ganz okay“ oder „Wow, ich bin begeistert.“ Ich bin ehrlich dass ich alle 3 Arten durchgemacht habe aber zum Ende hin sagen kann – es hat hier und da ein paar Überlängen, es geht sehr holprig los, aber unter dem Strich hat mich das Buch berührt und sehr angesprochen.

Der Schreibstil ist sehr ruhig, sehr angenehm und eben doch anders, berührend, fordernd aber nicht mit Spannungsbögen oder dergleichen ausgestattet. Ich würde auch nicht sagen dass dieses Buch einen roten Faden beinhaltet, die Autorin springt sehr freudig in der Geschichte der Familie hin und her, es werden Rückblicke eingebaut, neue Wendungen und Ereignisse, aber alles unter dem großen Wort  Lebenspläne und Neuanfänge. Die bildhafte Beschreibung nimmt einen mit an die ehemalige deutsch- deutsche Grenze und beschäftigt sich auch mit der Familie zu DDR Zeiten.

Dunja und Saphie könnten, trotz Zwillinge, nicht unterschiedlicher sein.
 Dunja ist die Ruhige, Mutter von 2 Kindern, von ihrem Ehemann getrennt was ihr viel  Missgunst der Kinder eingebracht hat. Sie hat die ganze Zeit für die Familie alles gegeben, hier und da sich mit günstigen Jobs über Wasser gehalten,  war da wenn ihr Ehemann Winnie immer wieder verschwand um sein Ding durchzuziehen.

Saphie ist die Person die anpackt, die ein Hotel mit ihrem Mann in dem kleinen Dorf betreibt aus dem die Familie stammt. Sie hatte mit 20 eigentlich andere Pläne und nun muss sie sich alleine um das Hotel kümmern seid ihr Mann Gilbhart tot ist. Auch in ihrer Ehe gab es immer mehr Schwierigkeiten, nun muss Saphie, wie Dunja, mit dieser neuen Erkenntnissen leben und planen.

Ich fand beide Schwestern unglaublich toll und interessant dargestellt, alleine weil sie so unterschiedlich sind. Die Eine hat zwei erwachsene Kinder und muss jetzt ihren neuen Platz im Leben suchen, die Andere hat immer schon ihren Platz gehabt und merkt dass es doch nicht das ist was sie eigentlich wollte. So kann man sich als Leser in beide oder eben nur in einen Charakter sehr gut hineinversetzen und sich seine eigenen Gedanken darüber machen.

Der Einstieg war gut, dann kam eine längere Strecke wo ich mir dachte – na wenn das so weitergeht…toll… und dann, wie durch ein Finger schnippen wurde die Geschichte sehr interessant, gut umgesetzt und konnte mich berühren, begeistern und mitnehmen. Ich habe beide Schwestern nachvollziehen können, habe angefangen mir meine Gedanken über das eigene Leben zu machen, über Neuanfänge, über neue Chancen, alte Dinge die mir nicht zusagen die man aber vielleicht trotzdem noch behält  und durchzieht, aber vor allem zeigt es eben auch auf wie schwer es ist aus seinem eigenen Trott auszubrechen, neue Wege gehen zu wollen, diese Unsicherheit, diese Angst vor dem Neuen, was schaffe ich, was nicht?

Auch die Umgebung der beiden Schwestern, die restliche Familie, die alten Geheimnisse und Schicksale zur Zeiten der DDR, die Veränderung von diesem ganzen Umfeld wenn sich die Hauptprotagonistinnen ändern, das hat die Autorin sehr überzeugend und einfühlsam zusammengesetzt und mitgenommen.

„Sie fährt in den Nachbarort und geht durch die kleine Fußgängerzone. Um ihren Kopf wirbeln Haarsträhnen. Sie mag das Wetter, wenn es etwas mit ihr tut. Wenn es sie frieren lässt oder ihr Haar zerrauft,  wenn der Wind sie durch die Straßen schiebt oder sie sich ihm entgegenstemmen muss. Dann ist sie stark und lebendig. Das grobe Wetter bleibt Heilmittel gegen ihre Empfindlichkeit. Es hilft ihr, sich gegen die Traurigkeit zu wehren.“ (Seite 163)

Man muss sich auf das Buch auf jeden Fall einlassen können, trotz Anfangsschwierigkeiten, trotz der in oder anderen Überlänge. Aber man wird mit seiner Suche nach dem ein oder anderen Sinn, Neuanfang belohnt, mit viel Humor und Feingefühl in einem aussergewöhnlich schönen Schreibstil. Ich war doch sehr angetan und begeistert von der Geschichte der Glasschwestern.

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Franziska Hauser wurde am 19. Februar 1975 in Pankow (Deutschland) geboren.

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