Franziska Hauser

 3.9 Sterne bei 16 Bewertungen
Autorin von Die Gewitterschwimmerin, Sommerdreieck und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Franziska Hauser

Künstlerin mit Leib und Seele: Franziska Hauser, Tochter einer Puppenspielerin und eines Dokumentarfilmregisseurs und Enkelin des Schriftstellers Harald Hauser, wurde 1975 in Berlin geboren. An der Kunsthochschule Berlin Weißensee studierte sie Bühnenbild und freie Kunst. Nach ihrem Abschluss arbeitet sie unter anderem als Fotografin und erhält 2003 ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds, mit dem sie beginnt, Fotografie zu studieren. Sie lernt an einer privaten Hochschule für Fotografie bei Arno Fischer. Nach und nach beginnt sie, zu den eingereichten Fotos in Magazinen auch Texte zu schreiben. Im Frühjahr 2015 erschien ihr Romandebüt „Sommerdreieck“. Das Buch gewann den Debütantenpreis der lit.COLOGNE und stand auf der Shortlist des aspekte-Literaturpreises. Mit ihrem zweiten Roman, „Die Gewitterschwimmerin“, der sich auf wahre Begebenheiten bezieht, schaffte Hauser es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018, dem wichtigsten Literaturpreis Deutschlands.

Alle Bücher von Franziska Hauser

Franziska HauserDie Gewitterschwimmerin
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Die Gewitterschwimmerin
Die Gewitterschwimmerin
 (14)
Erschienen am 23.02.2018
Franziska HauserSommerdreieck
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Sommerdreieck
Sommerdreieck
 (2)
Erschienen am 22.04.2016
Franziska HauserDas machen doch nur Männer, oder?!
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Das machen doch nur Männer, oder?!
Das machen doch nur Männer, oder?!
 (0)
Erschienen am 23.10.2013

Neue Rezensionen zu Franziska Hauser

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buecherwurm1310s avatar

Rezension zu "Die Gewitterschwimmerin" von Franziska Hauser

Eine erschreckende Familiengeschichte
buecherwurm1310vor 10 Tagen

Mit diesem Roman „Die Gewitterschwimmerin“ erzählt die Autorin Franziska Hauser die Lebensgeschichte der Tamara Hirsch und damit die Geschichte ihrer eigenen Familie.

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter Adele, ist Tamara dabei, das Haus zu entrümpeln. Sie schwingt den Vorschlaghammer und verbrennt Erinnerungsstücke. Dabei blickt sie auf ihr Leben zurück und erinnert sie sich, wie unglücklich sie in dem Haus gewesen ist. 

Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich in die Geschichte hineingelesen hatte. Wir lernen die Geschichte der Familie Hirsch ab dem Jahr 1889 kennen und gegenläufig dazu die Geschichte von Tamara als Ich-Erzählerin. Dabei wird immer wieder zwischen den Zeiten hin und her gesprungen. Gleichzeitig ist diese Familiengeschichte auch ein Stück Zeitgeschichte. Die politischen Verhältnisse haben Einfluss auf die Hirschs, die verfolgt waren und Widerstand geleistet haben, die Geschichte mitgeprägt haben und die sich angepasst haben.

Der Schreibstil ist sehr direkt und authentisch.

Ich mochte die unangepasste, sperrige Tamara, die Mutter von zwei Töchtern ist und auch schon Enkel hat. Dass sie eine Ausbildung zur Puppenspielerin gemacht hat, ist bei ihrer Familie nicht gut angekommen. Sie hat schon früh gelernt zurechtzukommen und nicht zimperlich zu sein, sie macht es sich aber auch selbst nicht leicht. Zu ihrer Mutter Adele hat sie eine schwierige Beziehung. Sie und ihre Schwester Datscha werden durch die Eltern und den Onkel missbraucht. Ihre Schwester ist an allem zugrunde gegangen, Tamara wurde dadurch, wie sie nun mal ist. Sie geht gerne schwimmen, allerdings nur bei Gewitter. Sie hofft, dass der Blitz einschlägt und alles vorbei ist.

Auch die anderen Charaktere sind komplex und sehr exzentrisch. Die Männer hatten ihre politischen Überzeugungen, für die sie einstanden. Frauen waren eher schmückendes Beiwerk und wurde gerne auch mal ausgetauscht.

Es ist ein interessantes Buch, aber auch eines mit vielen Abgründen. Besonders heftig wurde es, wenn es um den Missbrauch ging. Es macht einfach fassungslos.

Auf dieses Buch muss man sich einlassen können.

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Buecherwurm1973s avatar

Rezension zu "Die Gewitterschwimmerin" von Franziska Hauser

Eine deutsche Familienchronik
Buecherwurm1973vor 21 Tagen

Ich bin den ganzen Frühling um dieses Buch geschlichen. Mir gefiel der Titel und ich mag Familiengeschichten und trotzdem stellte ich es in der Buchhandlung immer wieder zurück ins Regal. Im August kam die  Longlist des Deutschen Buchpreises heraus, wo ich dem Buch wieder begegnete. Auf NetGalley konnte man Leseexemplare von Titeln aus der Longlist anfragen. Bevor ich es richtig realisierte, hatte ich den Button „Anfragen“ gedrückt und bin froh so impulsiv gehandelt zu haben.

Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Hirsch in zwei Handlungsstränge. Der eine erzählt die Chronik der Familie und beginnt 1889. Der andere wird aus der Sicht von Tamara Hirsch erzählt, dieser beginnt in der Gegenwart und wird rückwärts erzählt. Im letzten Drittel prallen die beiden Handlungsläufe aufeinander.

Als ich zu lesen anfing, empfand ich Tamara als durchgeknallt. Man lernt sie als reife Frau kennen, ihre Kinder sind bereits flügge und ihre Mutter ist gerade gestorben. Sie schwimmt am liebsten bei Gewitter im See, in der Hoffnung von einem Blitz getroffen zu werden. Je länger ich las, verstand ich ihre Eigenart. Eindringlich erzählt Franziska Hauser ein Familienuniversum, in dem Kinder nur mit einem Knacks entkommen können. Die Kindheit der Mädchen Tamara und Dascha ist geprägt von Missbrauch und Vernachlässigung. Mir kam es vor, als würden sie wie Puppen behandelt werden. Obwohl die deutsche Geschichte ein Nebenschauplatz ist, bleibt nur das Schicksal der beiden Schwestern im Nachgang hängen. Die Geschichte ist zwar fiktiv, aber an der Familiengeschichte der Autorin angelehnt. Das macht einen umso fassungsloser, ich könnte noch manch andere Gefühlsregungen nennen. 


Wie sie die Geschichte aufgleist, ist für mich einzigartig und gelungen. Die beiden Handlungsstränge Vergangenheit und Gegenwart rasen wie zwei Crashtest-Autos aufeinander zu.

Trotz aller Tragik kann man hin und wieder schmunzeln. Es gibt ein paar Dialoge im Dialekt. Das Spiel mit der Vielfältigkeit der Sprache liebe ich sehr. 

Ich hoffe, dass die Nominierung für den Deutschen Buchpreis dem Buch noch viele Leser bescheren wird. 

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Kathrin_Schroeders avatar

Rezension zu "Die Gewitterschwimmerin" von Franziska Hauser

Potential verschenkt
Kathrin_Schroedervor einem Monat

Franziska Hauser - Die Gewitterschwimmerin

Erscheinungsdatum: 23.2.2018 gelesen als ebook (Kindle) dank Netgalley im September 2018

Genre: Historischer Roman, Zeitgeschichte

Auf dieses Buch wurde ich aufmerksam über die Leseproben der Longlist des Deutschen Buchpreises. Die Leseprobe erschien mir griffig, das Thema Familiengeschichte im Dritten Reich, DDR bis heute hier, Mißbrauch, Künstler, Kommunisten erschien mir reizvoll, die Sprache der Leseprobe angenehm.

Doch durch dieses Buch musste ich mich die ersten 2/3 durchquälen. Die Autorin arbeitet mit Zeitsprüngen, springt scheinbar wahllos zwischen 1889 und am Ende 2017 hin und her. Genauer betrachtet sind es wohl 2 Zeitschienen, die, eine vorwärts und eine zurück, die Geschichte aufrollen. Eine Ich-Erzählerin in der Neuzeit und ihre Vorfahren, dazu Kinder und Enkel. Die Autorin schreibt, wie eine Familienrunde sich Dinge erzählt, fragmentarisch, kurze Eindrücke, Geschichte und Geschichtchen. Bis fast 2/3 des Buches komme ich mit den Personen ins Schwimmen, nur Tamara, die Ich-Erzählerin, hat Konturen und Substanz, alle anderen sind Holzschnitte, plakative Gestalten, die kaum an Tiefe gewinnen. Wer ist Vater, Großvater, Mutter, Schwester, welche Rolle hat die Frau mit dem Spitznamen und zu wem gehört der. Was ist an den Ecken geschehen, die dem Vorschlaghammer zum Opfer fallen. Wäre dieselbe Geschichte strukturierter erzählt worden, wären Personen mit Eigenschaften, guten und schlechten Strukturen, im Buch zu finden, ich hätte es mögen können. Doch so verschwimmt fast alles in Banalität, versinkt in Sinnlosigkeit und langweilt. Selbst die Tragödien der Geschichte geschehen nur nebenbei in einem Halbsatz und verlieren sich in der Wortwüste. Nicht einmal der Titel hat eine Bedeutung - sie schwimmt halt gern bei Gewitter, na und ....
#DieGewitterschwimmerin #NetGalleyDE #FranziskaHauser #KathrinliebtLesen #Rezension

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Zusätzliche Informationen

Franziska Hauser wurde am 19. Februar 1975 in Pankow (Deutschland) geboren.

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