„Mein Fühlbilderbuch – Weihnachten“ präsentiert sich auf den ersten Blick als liebevoll gestaltetes Pappbilderbuch: Die weihnachtlichen Motive sind ansprechend illustriert und werden jeweils von kurzen, zweizeiligen Reimen begleitet, die gut ins Ohr gehen und sich angenehm vorlesen lassen. Auf den ersten Blick macht das Buch also durchaus etwas her.
Allerdings erfüllt es den Anspruch eines echten Fühlbilderbuchs nur sehr eingeschränkt – und schon gar nicht so, wie ich es für kleine Kinder erwarten würde. Die taktilen Elemente sind durchweg viel zu klein und heben sich häufig kaum vom Untergrund ab. Oft sind sie so glatt oder so minimal strukturiert, dass sie sich fast nicht von der normalen Pappseite unterscheiden. Auf einigen Seiten lässt sich die besondere Materialstelle gar nicht ertasten; lediglich durch sehr genaues Hinsehen erkennt man etwa eine eingearbeitete Glitzerfolie, die haptisch aber völlig unauffällig bleibt.
Zwar gibt es einzelne gelungene Ausnahmen: Bereiche mit Filz, Frottee oder deutlicher strukturiertem Papier bieten tatsächlich eine wahrnehmbare Abwechslung zum glatten Karton. Doch diese wenigen funktionierenden Fühlelemente reichen leider nicht aus, um das Konzept des Buches überzeugend zu tragen.
Gerade für ein Buch, das sich an sehr junge Kinder richtet, ist die geringe haptische Differenzierung enttäuschend. Ein Fühlbilderbuch soll zum Entdecken und Begreifen einladen – hier bleibt dieser zentrale Effekt weitgehend aus.
Insgesamt wirkt „Mein Fühlbilderbuch – Weihnachten“ wie ein hübsch illustriertes Weihnachtsbuch, das jedoch seinem eigenen Anspruch als Fühlbuch nur bedingt gerecht wird. Optisch gelungen, haptisch leider wenig überzeugend.























