Franziska Seyboldt

 4.4 Sterne bei 49 Bewertungen
Autorin von Rattatatam, mein Herz, Müslimädchen und weiteren Büchern.
Franziska Seyboldt

Lebenslauf von Franziska Seyboldt

Franziska Seyboldt, geboren 1984 in Baden-Württemberg, studierte Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie ist Redakteurin, Autorin und Kolumnistin bei der taz, schreibt Werbetexte und Bücher für Erwachsene und Kinder.

Alle Bücher von Franziska Seyboldt

Rattatatam, mein Herz

Rattatatam, mein Herz

 (43)
Erschienen am 11.01.2018
Müslimädchen

Müslimädchen

 (5)
Erschienen am 19.04.2013
Theo weiß, was er will

Theo weiß, was er will

 (1)
Erschienen am 28.07.2016
Ketchup ist doch auch Gemüse

Ketchup ist doch auch Gemüse

 (0)
Erschienen am 08.10.2014

Neue Rezensionen zu Franziska Seyboldt

Neu
hanghuhns avatar

Rezension zu "Rattatatam, mein Herz" von Franziska Seyboldt

authentisch und wichtig!
hanghuhnvor 6 Monaten

Ich habe erst gezögert, ob ich das Buch überhaupt lesen soll. Schließlich kenne ich ein Leben mit der Angst sehr gut. Warum sollte ich also lesen, wie andere damit umgehen? Genau deshalb!
Die Angststörung ist etwas, was mich schon seit 18 Jahren begleitet. Sie traf mich eines grauen Februarvormittages in der Schule im Jahre 2000 - genauer, im Sportunterricht. Soweit ich mich erinnere, hatten wir eine Vertretungsstunde. Sie traf mich mit einer solchen Wucht, dass ich die nächsten Jahre zu kämpfen hatte.

Auch Franziska Seyboldt, die Autorin von "Rattatatam, mein Herz - Vom Leben mit der Angst" kämpft gegen die Angst. Sie will sie loswerden, doch wie eine Klette begleitet das Biest sie durch ihren Alltag. Sie taucht in unpassendsten Situationen auf. An vielen Stellen dachte ich: "Genauso geht es mir auch!" Die Autorin erzählt von einem Therapeuten, mit dem sie nicht zurecht kam. Als ich noch nicht volljährig war, hatte ich auch mal eine solche Therapeutin. Wenn die Chemie nicht stimmt, funktioniert das ganze nicht.

Dazu kommt das Gefühl, die Welt um mich herum sei unwirklich, (...) (Seite 16)

Ich dachte früher immer, dieses Gefühl würde sonst niemand kennen. Was war los mit mir? Ich konnte es am Anfang nicht einordnen, was mein Herz nur noch mehr rasen ließ. Genau wie Franziska Seyboldt wollte ich aufstehen und aus der Situation fliehen. Dass das aber keine Option ist, habe ich erst später gelernt.

Ich habe in meine Handinnenfläche gekniffen, bis es wehtat, damit ich etwas spüre, das nicht die Angst ist, oder nicht nur.  (Seite 240)

Die Angst wird in dem Buch - zu welchem Genre gehört das eigentlich? Ein Ratgeber ist es nicht, ein Roman auch nicht. Ein Erfahrungsbericht? Erfahrungsroman? Erfahrungserzählung? - personifiziert. Das finde ich gut, so wird sie nicht nur greifbar, sondern angreifbar. Sie ist eine lästige Persönlichkeit, die immer dumme Fragen stellt, sagt, dass etwas passieren könnte. Immer da. Und wenn sie mal nicht da ist? Dann fehlt irgendetwas.

Als Leser begleitet man die Protagonistin, Franziska Seyboldt selber, einige Jahre lang, durch verschiedene Lebensbereiche, die Angst auslösend sind. Ob Autofahren oder ein Flugzeug besteigen, öffentliche Verkehrsmittel, Partys. Überall lauert die Angst.

Es ist schwer, ein solches Buch zu bewerten. Es ist immerhin kein Roman über eine fiktive Handlung, sondern etwas Reales. Es ist authentisch und gibt einen Einblick in das Leben mit der Angst. Es gibt Mut und den Anstoß, das Thema nicht zu tabuisieren, sich nicht hinter seiner Angst zu verstecken aus Sorge, die Leute im Umfeld könnten einen in Schubladen stecken, komisch anschauen, anders behandeln. Wir müssen aufhören, Menschen mit psychischen Krankheiten zu stigmatisieren. Bücher wie "Rattatatam, mein Herz" können dazu beitragen, dass mehr Menschen dazu stehen, Angst zu haben.

Kommentieren0
1
Teilen
Bambisusuus avatar

Rezension zu "Rattatatam, mein Herz" von Franziska Seyboldt

Informativ und gut veranschaulicht
Bambisusuuvor 7 Monaten

Das Buch "Rattatatam, mein Herz" wurde von der Autorin "Franziska Seyboldt" geschrieben und ist im "Kiepenheuer & Witsch Verlag" erschienen. Franziska beschäftigt sich mit der Angst, der Ursache und der Bewältigung. Der Wortwitz bleibt dabei erhalten.


Angststörungen begleiten den Alltag. Vielen ist nicht bewusst, dass Millionen von Menschen mit dieser Störung leben. Es ist ein Tabuthema mit dem sich Franziska Seyboldt bewusst auseinandersetzen will. Es beginnt bereits mit kleinen Ängsten, wie U-Bahn zu fahren oder im Beruf zu versagen. Die generalisierte Angststörung versucht Franziska auf den Grund zu gehen. Sie befreit sich aus dem Zwang und stellt sich der Angst. 

Franziska Seyboldt widmet sich mit diesem Buch mal einem Thema, das andere eher verdrängen oder aus dem Weg gehen wollen. Mit Veröffentlichung ihres Namens beweist sie Stärke und möchte möglichst vielen Personen zeigen, dass es gar nicht so schwer ist über Angst zu reden. Auch ihre Angst begleitet sie seit ihrer Kindheit und plagt sie bis heute. 

Innerhalb der Kapitel berichtet Franziska von ihren Sorgen und Ängsten und versucht zu verstehen, woher die Angst kommt und was sie von ihr möchte. Ist die Angst ein Zustand oder eher nur eine Wahrnehmung? Mutig schildert Franziska dabei von ihren eigenen Erlebnissen. Die Erzählung bleibt dabei realistisch, authentisch und interessant. Für mich ein Sachbuch der besonderen Art.

Mit Sarkasmus bringt mich Franziska bei vielen Szenen zum Schmunzeln. Die Angst wird als Persönlichkeit verkörpert, was direkt für lockere und amüsante Stimmung sorgt. Bildlich macht es Spaß ihren Gedanken zu folgen. Gleichzeitig wirkt es fast albern und kindisch, was mir aber bei diesem Thema gefällt. So sorgt Franziska mit der Metapher für Wortwitz und zeigt, dass es nicht schlimm ist Angst zu haben.

Die Ängste verschwinden nach diesem Buch nicht, trotzdem ist es hilfreich sich auf dieses Buch einzulassen. Franziskas authentische Erzählung löst und entfernt die eingeschränkte Haltung zu dem Tabuthema und regt dabei zum Nachdenken an!

Kommentieren0
75
Teilen
buecherkompasss avatar

Rezension zu "Rattatatam, mein Herz" von Franziska Seyboldt

RATTATATAM, MEIN HERZ. FRANZISKA SEYBOLDT.
buecherkompassvor 8 Monaten

INHALT

Jahrelang leidet Franziska Seyboldt an Angststörungen ohne es zu wissen. Zu wenig wird über das Thema gesprochen, zu häufig versuchen die Betroffenen ihre Krankheit zu vertuschen. Erst durch therapeutische Sitzungen wird Franziska klar was mit ihrer Psyche los ist und wie sie mit ihrer Angst umgehen kann. In Rattatatam, mein Herz spricht die Autorin über ihre Angststörung und den alltäglichen Kampf mit widerstreitenden Gefühlen.

MEINUNG

In Rattatatam, mein Herz erzählt Franziska Seyboldt ihre Geschichte vom Leben mit der Angst. Dabei hat die Autorin sich ganz bewusst dazu entschieden nicht unter einem Pseudonym zu schreiben. Wie bei so vielen anderen Themen auch gilt: viel zu häufig fühlen sich die Betroffenen, angesichts möglicher Konsequenzen, dazu gezwungen unter einem fremden Namen zu schreiben. Franziska Seyboldt setzt mit ihrem Buch ein Zeichen. Schließlich sind Angststörungen weit verbreitet und nur, wenn die Betroffenen die Möglichkeit erhalten sich offen über ihre Angst auszutauschen und sich mit ihr auseinanderzusetzen können sie lernen ihre Angst zu akzeptieren und mit ihr umzugehen.

Sehr bildlich schildert Franziska Seyboldt ihren Alltag mit der Angst. Die Angststörungen begleiten sie bereits seit ihrer Kindheit, erst im Erwachsenenalter und mit Hilfe Außenstehender erkennt sie diese jedoch auch als eine solche. Von da an lernt die Autorin sukzessive ihre Angst zu akzeptieren und schließlich auch offen nach außen hin zu kommunizieren. Ihre Offenbarung sorgt dabei nicht selten für Verwirrung. Zu tief sitzt die Vorstellung eine Person mit Angststörungen sei zwangsläufig als eine solche zu erkennen.

Doch nicht nur ihren Bekannten öffnet Franziska durch ihre Ehrlichkeit die Augen. Im offenen Austausch mit anderen erkennt die Autorin, dass sie kein Einzelfall ist. Allerdings scheint kaum Jemand darüber im Bilde zu sein. Denn wer entblößt sich schon gerne vor seinen Mitmenschen. Und sei es nur verbal.

Mit ihrem Buch lenkt Franziska den Blick auf ein Thema, das in der Öffentlichkeit derzeit (noch) viel zu wenig Beachtung erfährt. Sie macht den Betroffenen Mut sich ihren Ängsten zu stellen und sie offen nach außen zu kommunizieren. Ihr Bericht liest sich leicht und ermöglicht auch Außenstehenden einen Zugang zur Thematik.

Rattatatam, mein Herz ist also nicht nur für Betroffene eine durchaus lesenswerte Lektüre.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
diewortklauberins avatar

Nur Mut! 

„Du machst Sachen“, sagte die Angst und hob eine Augenbraue. „Muss ich mir Sorgen machen?“ Ich wischte eine Träne weg, die sich aus meinem Augenwinkel gelöst hatte und Anstalten machte, über meine Wange zu rollen. Die Angst setzte sich rittlings auf die Liege und schaute sich um. 

Was passiert, wenn die Angst dein ständiger Begleiter ist? Bei der Fahrt zur Arbeit, im Flugzeug, im Meeting-Raum. Mutig und mit viel Sprachwitz beschreibt Franziska Seyboldt ihren Weg durch die Angst. 

Diskutiert mit uns und der Autorin über das Tabuthema Angst und gewinnt eines von 10 Exemplaren von "Rattatatam, mein Herz".

Mehr zum Inhalt 
Jeder 6. Deutsche leidet im Laufe seines Lebens einmal unter einer Angststörung.
Angststörungen treten laut einer internationalen Studie häufiger auf als Depressionen. Und doch sind sie immer noch ein Tabuthema. Franziska Seyboldt will dies mit "Rattatatam, mein Herz" ändern. Die Angst hat sich schon früh eingeschlichen in Franziska Seyboldts Leben. Und sie ist weit über das hinausgegangen, was man allgemein unter "ängstlich" versteht. Angst davor, mit der U-Bahn zu fahren, zum Arzt zu gehen, in beruflichen Situationen zu versagen, kurz: generalisierte Angststörung. Panikattacken. Millionen von Menschen kämpfen sich mit dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Angst vor der Angst durchs Leben und sind wahre Meister im Ausredenerfinden geworden, notgedrungen. Warum spricht niemand darüber? Warum ist die Angststörung nicht so "normal" wie Depressionen oder Burn-out? Diese Fragen stehen am Anfang von Franziska Seyboldts poetischem und mutigen Buch, das ihren Weg durch die Angst beschreibt. Sie ist nie eingeladen, diese Angst, und doch immer dabei. Indem sie unter ihrem Klarnamen schreibt, befreit sich Franziska Seyboldt aus dem Zwang nicht aufzufliegen, keine Schwäche zu zeigen: "Ist man schwach, wenn man Schwäche zeigt, oder holt man sich gerade so die Kontrolle zurück?", fragt sie. Ein wegweisendes Buch, das eines der wichtigsten Themen unserer durchperfektionierten Gesellschaft aufs Tapet bringt.


>> Hier geht's zur Leseprobe

Mehr zur Autorin
Franziska Seyboldt, geboren 1984 in Baden-Württemberg, studierte Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie ist Redakteurin, Autorin und Kolumnistin bei der taz, schreibt Werbetexte und Bücher für Erwachsene und Kinder. "Rattatatam, mein Herz" ist ihr drittes Buch.

Gemeinsam mit Kiepenheuer & Witsch verlosen wir 10 Exemplare von "Rattatatam, mein Herz" unter allen, die sich fleißig an der Diskussion beteiligen. Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und diskutiert im Anschluss zusammen mit uns in den unterschiedlichen Unterthemen!

Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussionswoche und wünschen euch viel Freude beim aktiven Austausch rund um dieses spannende Thema!

*Bitte beachtet auch unsere Richtlinien zur Teilnahme an Leserunden und Buchverlosungen!
Zur Buchverlosung

Community-Statistik

in 92 Bibliotheken

auf 28 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks