Rattatatam, mein Herz

von Franziska Seyboldt 
4,5 Sterne bei42 Bewertungen
Rattatatam, mein Herz
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Lykes avatar

Erfrischend ehrlich und dabei dennoch poetisch. Tolles Buch für einen ersten Einblick ins Thema Angststörung!

Lakritzschneckes avatar

Hat mir sehr gefallen. Vor allem der Humor.

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Inhaltsangabe zu "Rattatatam, mein Herz"

Jeder 6. Deutsche leidet im Laufe seines Lebens einmal unter einer Angststörung.
Angststörungen treten laut einer internationalen Studie häufiger auf als Depressionen. Und doch sind sie immer noch ein Tabuthema. Franziska Seyboldt will dies mit 'Rattatatam, mein Herz' ändern.Die Angst hat sich schon früh eingeschlichen in Franziska Seyboldts Leben. Und sie ist weit über das hinausgegangen, was man allgemein unter 'ängstlich' versteht. Angst davor, mit der U-Bahn zu fahren, zum Arzt zu gehen, in beruflichen Situationen zu versagen, kurz: generalisierte Angststörung. Panikattacken. Millionen von Menschen kämpfen sich mit dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Angst vor der Angst durchs Leben und sind wahre Meister im Ausredenerfinden geworden, notgedrungen. Warum spricht niemand darüber? Warum ist die Angststörung nicht so 'normal' wie Depressionen oder Burn-out? Diese Fragen stehen am Anfang von Franziska Seyboldts poetischem und mutigen Buch, das ihren Weg durch die Angst beschreibt. Sie ist nie eingeladen, diese Angst, und doch immer dabei. Indem sie unter ihrem Klarnamen schreibt, befreit sich Franziska Seyboldt aus dem Zwang nicht aufzufliegen, keine Schwäche zu zeigen: 'Ist man schwach, wenn man Schwäche zeigt, oder holt man sich gerade so die Kontrolle zurück?', fragt sie.Ein wegweisendes Buch, das eines der wichtigsten Themen unserer durchperfektionierten Gesellschaft aufs Tapet bringt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462050479
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:11.01.2018

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Rezensionen und Bewertungen

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    hanghuhns avatar
    hanghuhnvor 4 Monaten
    authentisch und wichtig!

    Ich habe erst gezögert, ob ich das Buch überhaupt lesen soll. Schließlich kenne ich ein Leben mit der Angst sehr gut. Warum sollte ich also lesen, wie andere damit umgehen? Genau deshalb!
    Die Angststörung ist etwas, was mich schon seit 18 Jahren begleitet. Sie traf mich eines grauen Februarvormittages in der Schule im Jahre 2000 - genauer, im Sportunterricht. Soweit ich mich erinnere, hatten wir eine Vertretungsstunde. Sie traf mich mit einer solchen Wucht, dass ich die nächsten Jahre zu kämpfen hatte.

    Auch Franziska Seyboldt, die Autorin von "Rattatatam, mein Herz - Vom Leben mit der Angst" kämpft gegen die Angst. Sie will sie loswerden, doch wie eine Klette begleitet das Biest sie durch ihren Alltag. Sie taucht in unpassendsten Situationen auf. An vielen Stellen dachte ich: "Genauso geht es mir auch!" Die Autorin erzählt von einem Therapeuten, mit dem sie nicht zurecht kam. Als ich noch nicht volljährig war, hatte ich auch mal eine solche Therapeutin. Wenn die Chemie nicht stimmt, funktioniert das ganze nicht.

    Dazu kommt das Gefühl, die Welt um mich herum sei unwirklich, (...) (Seite 16)

    Ich dachte früher immer, dieses Gefühl würde sonst niemand kennen. Was war los mit mir? Ich konnte es am Anfang nicht einordnen, was mein Herz nur noch mehr rasen ließ. Genau wie Franziska Seyboldt wollte ich aufstehen und aus der Situation fliehen. Dass das aber keine Option ist, habe ich erst später gelernt.

    Ich habe in meine Handinnenfläche gekniffen, bis es wehtat, damit ich etwas spüre, das nicht die Angst ist, oder nicht nur.  (Seite 240)

    Die Angst wird in dem Buch - zu welchem Genre gehört das eigentlich? Ein Ratgeber ist es nicht, ein Roman auch nicht. Ein Erfahrungsbericht? Erfahrungsroman? Erfahrungserzählung? - personifiziert. Das finde ich gut, so wird sie nicht nur greifbar, sondern angreifbar. Sie ist eine lästige Persönlichkeit, die immer dumme Fragen stellt, sagt, dass etwas passieren könnte. Immer da. Und wenn sie mal nicht da ist? Dann fehlt irgendetwas.

    Als Leser begleitet man die Protagonistin, Franziska Seyboldt selber, einige Jahre lang, durch verschiedene Lebensbereiche, die Angst auslösend sind. Ob Autofahren oder ein Flugzeug besteigen, öffentliche Verkehrsmittel, Partys. Überall lauert die Angst.

    Es ist schwer, ein solches Buch zu bewerten. Es ist immerhin kein Roman über eine fiktive Handlung, sondern etwas Reales. Es ist authentisch und gibt einen Einblick in das Leben mit der Angst. Es gibt Mut und den Anstoß, das Thema nicht zu tabuisieren, sich nicht hinter seiner Angst zu verstecken aus Sorge, die Leute im Umfeld könnten einen in Schubladen stecken, komisch anschauen, anders behandeln. Wir müssen aufhören, Menschen mit psychischen Krankheiten zu stigmatisieren. Bücher wie "Rattatatam, mein Herz" können dazu beitragen, dass mehr Menschen dazu stehen, Angst zu haben.

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    Bambisusuus avatar
    Bambisusuuvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Informativ, unterhaltsam und gut veranschaulicht! Ein Buch, das zum Nachdenken anregt.
    Informativ und gut veranschaulicht

    Das Buch "Rattatatam, mein Herz" wurde von der Autorin "Franziska Seyboldt" geschrieben und ist im "Kiepenheuer & Witsch Verlag" erschienen. Franziska beschäftigt sich mit der Angst, der Ursache und der Bewältigung. Der Wortwitz bleibt dabei erhalten.


    Angststörungen begleiten den Alltag. Vielen ist nicht bewusst, dass Millionen von Menschen mit dieser Störung leben. Es ist ein Tabuthema mit dem sich Franziska Seyboldt bewusst auseinandersetzen will. Es beginnt bereits mit kleinen Ängsten, wie U-Bahn zu fahren oder im Beruf zu versagen. Die generalisierte Angststörung versucht Franziska auf den Grund zu gehen. Sie befreit sich aus dem Zwang und stellt sich der Angst. 

    Franziska Seyboldt widmet sich mit diesem Buch mal einem Thema, das andere eher verdrängen oder aus dem Weg gehen wollen. Mit Veröffentlichung ihres Namens beweist sie Stärke und möchte möglichst vielen Personen zeigen, dass es gar nicht so schwer ist über Angst zu reden. Auch ihre Angst begleitet sie seit ihrer Kindheit und plagt sie bis heute. 

    Innerhalb der Kapitel berichtet Franziska von ihren Sorgen und Ängsten und versucht zu verstehen, woher die Angst kommt und was sie von ihr möchte. Ist die Angst ein Zustand oder eher nur eine Wahrnehmung? Mutig schildert Franziska dabei von ihren eigenen Erlebnissen. Die Erzählung bleibt dabei realistisch, authentisch und interessant. Für mich ein Sachbuch der besonderen Art.

    Mit Sarkasmus bringt mich Franziska bei vielen Szenen zum Schmunzeln. Die Angst wird als Persönlichkeit verkörpert, was direkt für lockere und amüsante Stimmung sorgt. Bildlich macht es Spaß ihren Gedanken zu folgen. Gleichzeitig wirkt es fast albern und kindisch, was mir aber bei diesem Thema gefällt. So sorgt Franziska mit der Metapher für Wortwitz und zeigt, dass es nicht schlimm ist Angst zu haben.

    Die Ängste verschwinden nach diesem Buch nicht, trotzdem ist es hilfreich sich auf dieses Buch einzulassen. Franziskas authentische Erzählung löst und entfernt die eingeschränkte Haltung zu dem Tabuthema und regt dabei zum Nachdenken an!

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    buecherkompasss avatar
    buecherkompassvor 6 Monaten
    RATTATATAM, MEIN HERZ. FRANZISKA SEYBOLDT.

    INHALT

    Jahrelang leidet Franziska Seyboldt an Angststörungen ohne es zu wissen. Zu wenig wird über das Thema gesprochen, zu häufig versuchen die Betroffenen ihre Krankheit zu vertuschen. Erst durch therapeutische Sitzungen wird Franziska klar was mit ihrer Psyche los ist und wie sie mit ihrer Angst umgehen kann. In Rattatatam, mein Herz spricht die Autorin über ihre Angststörung und den alltäglichen Kampf mit widerstreitenden Gefühlen.

    MEINUNG

    In Rattatatam, mein Herz erzählt Franziska Seyboldt ihre Geschichte vom Leben mit der Angst. Dabei hat die Autorin sich ganz bewusst dazu entschieden nicht unter einem Pseudonym zu schreiben. Wie bei so vielen anderen Themen auch gilt: viel zu häufig fühlen sich die Betroffenen, angesichts möglicher Konsequenzen, dazu gezwungen unter einem fremden Namen zu schreiben. Franziska Seyboldt setzt mit ihrem Buch ein Zeichen. Schließlich sind Angststörungen weit verbreitet und nur, wenn die Betroffenen die Möglichkeit erhalten sich offen über ihre Angst auszutauschen und sich mit ihr auseinanderzusetzen können sie lernen ihre Angst zu akzeptieren und mit ihr umzugehen.

    Sehr bildlich schildert Franziska Seyboldt ihren Alltag mit der Angst. Die Angststörungen begleiten sie bereits seit ihrer Kindheit, erst im Erwachsenenalter und mit Hilfe Außenstehender erkennt sie diese jedoch auch als eine solche. Von da an lernt die Autorin sukzessive ihre Angst zu akzeptieren und schließlich auch offen nach außen hin zu kommunizieren. Ihre Offenbarung sorgt dabei nicht selten für Verwirrung. Zu tief sitzt die Vorstellung eine Person mit Angststörungen sei zwangsläufig als eine solche zu erkennen.

    Doch nicht nur ihren Bekannten öffnet Franziska durch ihre Ehrlichkeit die Augen. Im offenen Austausch mit anderen erkennt die Autorin, dass sie kein Einzelfall ist. Allerdings scheint kaum Jemand darüber im Bilde zu sein. Denn wer entblößt sich schon gerne vor seinen Mitmenschen. Und sei es nur verbal.

    Mit ihrem Buch lenkt Franziska den Blick auf ein Thema, das in der Öffentlichkeit derzeit (noch) viel zu wenig Beachtung erfährt. Sie macht den Betroffenen Mut sich ihren Ängsten zu stellen und sie offen nach außen zu kommunizieren. Ihr Bericht liest sich leicht und ermöglicht auch Außenstehenden einen Zugang zur Thematik.

    Rattatatam, mein Herz ist also nicht nur für Betroffene eine durchaus lesenswerte Lektüre.

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    ichundelaines avatar
    ichundelainevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wichtiges Buch zu einem todgeschwiegenen Thema, besonders für Nicht-Betroffene! Herrlicher Galgenhumor.
    "Irgendwie ist jetzt alles so anstrengend"

    Angst - kein schönes Thema. Keiner redet gerne darüber, man soll ja funktionieren und alles soll schön und geschmeidig sein. Gerade deshalb ist dieses Buch so unfassbar wichtig, denn die Autorin beschreibt als Betroffene, wie es sich mit einer Angststörung lebt und räumt endlich und für alle mal mit den ätzenden Verharmlosungen ("Ich hab auch manchmal Angst."/ "Denk an was anderes!"/ "Stell dich nicht so an") auf. 


    "Jetzt bin ich erwachsen und muss ständig kontrolliert sein, Contenance bewahren, eine gute Figur machen."

    Franziska Seybold nimmt uns mit auf die Reise vom ersten Ohnmachtsanfall bis zum Psychologen, erklärt das Phänomen Angst und wie man damit lebt, denn die Angst ist nichts, was man so schnell los wird. 

    " Die Angst kommt in Situationen, in denen mich die äußeren Umstände daran hindern, mich frei zu bewegen."  

    Besonders gefällt mir hier der locker flockige Schreibstil, gepfeffert mit viel Selbstironie und einer dicken Portion Galgenhumor. So sieht sie ihre Angst als furchtbar nervige, arrogante Begleitperson, mit der sie teilweise im Zwiegespräch ist. 

    Ebenfalls positiv hervorzuheben ist, dass es hier kein Happy End gibt. Angst ist nicht wie Grippe, die man mit Antibiotika und viel Schlaf in die Knie zwingt. Angst ist mehr wie ein multiresistentes Arschloch-Virus, das immer dann wiederkehrt, wenn man es schon längst überwunden glaubt. 

    Ich möchte dieses Buch sowohl Betroffenen and Herz legen, die nun endlich eine Stimme haben und sehen, dass sie nicht alleine/verrückt sind, aber besonders Nicht-Betroffenen, damit sie einen Einblick in die Materie Angststörung bekommen. Franziska Seybold findet Worte, die manch Betroffenen fehlen und verpackt das ganze ohne einen Tropfen Selbstmitleid, weshalb dieses Buch von mir volle fünf Sterne bekommt.

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    LaMenschvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein authentisches, berührendes und einfach ehrliches Buch über ein sehr wichtiges Thema.
    Authentisch, unterhaltsam und informativ

    Franziska Seyboldt ist Redakteurin der taz. Schon in der Kindheit fällt sie häufiger in Ohnmacht. Sie lebt mit der Angst. Später, als sie erkennt, dass sie Hilfe braucht wird bei ihr eine Angststörung diagnostiziert. In diesem Buch schreibt sie „Vom Leben mit der Angst“.

    Dieses Buch ist von der Schreibweise wirklich super. Die komplexen Themen im Bezug auf die Angststörung (Therapietheorien und Therapieansätze) werden bildlich und für jeden verständlich dargestellt. Die Angst ist in diesem Buch keine abstrakte Eigenschaft ihrer Persönlichkeit, sie ist eine eigene, handelnde Person. Dies macht das ganze so anschaulich und gezielte Metaphern lockern das doch schwere und wichtige Thema auf.

    Dieses Buch hat sie, wie sie schreibt zur Verarbeitung ihrer eigenen Situation geschrieben. Ich denke nicht nur dafür war es gut, es kann auch anderen Menschen mit Angststörungen Mut machen und zeigen, dass man sich damit nicht verstecken muss. Es ist eine Erkrankung wie jeder andere auch und offen und ehrlich mit der eigenen Umwelt umzugehen ist das einfachste und authentischste. Diese Message transportiert dieses Buch ganz klar und trotz des ernsten Themas ist dieses Buch nicht nur informativ, es ist auch unterhaltsam und teilweise auch lustig.
    Für diese Klasse Leistung vergebe ich volle Punktzahl: 5 von 5 Sternen.

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    jawolf35s avatar
    jawolf35vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ehrliches und mutmachenedes Buch für Betroffene und informativ für alle die das Thema interessiert und es verstehen wollen
    Und wieder rast das Herz

    Jeder kennt dieses Gefühl wenn das Herz rast und man sich einfach unwohl fühlt "Angst".
    Ein Instinkt der in jedem Menschen sitzt .
    Jeder hat vor etwas Angst ,die einen vor Spinne oder Hunden ,die anderen vor Dunkelheit oder großen Höhen .
    Was aber wenn die Angst sich zu einem undefenierbaren Dauerzustand manifestiert ,ohne erkennbaren Grund ohne Auslöser  ohne Kontrolle!,dann handelt es sich um eine Angststörung .
    Eine Erkrankung unter der viele Menschen imStillen leiden,denn wer möchte schon gerne eine Schwäche zugeben.


    Mit"Rattatatamm mein Herz hat die Autorin Franziska Seyboldt ein Buch geschrieben in dem sie dieses Tabu bricht .
    Auf ehrliche und humorvolle Art schreibt sie sich hier ihr Leiden von der Seele und erzählt von ihrem Leben mit der Angst.


    Zum Inhalt .
    Bereits als Kind machen sich bei Franziska Seyboldt erste Angstattaken bemerkbar ,doch erst als Erwachsene wagt sie den Schritt sich ihren Ängsten zu stellen .
    Denn eins will sie nicht mehr haben ,die ständige Angst vor der Angst die ihr Leben oftmals durcheinander bringt und behindert .


    Zum Cover .
    Dieses wirkt eher schlicht ,sticht jedoch durch seine gelbe Farben und den Zacken doch aus der Masse heraus .


    Zum Buch .
    Der Schreibstil ist einfach und flüssig lesbar die Schrift angenehm groß .
    Auf 253 Seite und 45 Kapiteln erzählt sie aus ihrem Alltag mit der Angst und wie sie es geschafft hat diese zu bekämpfen .


    Meine Meinung.Eingelungenerr Seelen- Striptease der absolut erheblich und authentisch ist mit der richtigen Menge Humor und Sarkasmus .
    Für mich ein tolles Buch für Betroffene das Mut macht und ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung über die Krankheit .
    Absolut lesenswert 

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    Isadors avatar
    Isadorvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Tolles Buch! Ich finde es total mutig von der Autorin, dass sie sich zu diesem Werk entschlossen hat! Ich habe es regelrecht verschlungen!
    Ein informatives, mutiges Buch

    In "Rattatatam, mein Herz" erzählt die Autorin Franziska Seyboldt über ihr Leben mit der Angst. Sie zeigt die Anfänge ihrer Krankheit auf, und beschreibt, wie aus einer Kleinigkeit etwas richtig großes gewachsen ist. 


    Als Person, die selbst mit Ängsten zu kämpfen hat, konnte ich mich sehr gut in die Autorin hineinversetzen. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie dargestellt hat, dass ein ängstlicher Mensch durchaus in anderen Bereichen seines Lebens, die nichts mit der Angst zu tun haben, sehr erfolgreich sein kann. Obwohl es mir genauso geht, ist es mir erst durch diese Lektüre so richtig bewusst geworden, dass das wirklich möglich ist.


    Ich finde es total mutig von der Autorin, dass sie nicht zu einem Pseudonym gegriffen hat, sondern ihren eigenen Namen preisgegeben hat. Dies ist der erste Schritt dazu, es anderen Menschen möglich zu machen, sich ein Bild von der Erkrankung zu machen. Ich persönlich wäre dazu nicht in der Lage, daher hat sie meinen absoluten Respekt.


    Der Schreibstil ist sehr locker, teilweise mit viel Humor. Gleichzeitig zeigt sie auf, welche Therapien sie hinter sich hat, und dass es viele Hilfemöglichkeiten gibt, die einen nicht weiterbringen, aber auch sehr gute Angebote. Man muss sich nur zunächst auf alles einlassen und den Willen zur Veränderung mitbringen.


    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und mir etwas mehr Klarheit ins Leben gebracht. Ich danke der Autorin für ihre offenen Worte und hoffe, dass sich in Zukunft noch viele Menschen ein Beispiel an ihr nehmen, so dass Angsterkrankungen nicht mehr länger totgeschwiegen werden! Ich gebe diesem Buch volle 5 Sterne!

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    Shimonas avatar
    Shimonavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht nur erleuchtend für Leser mit einer Angststörung oder für Menschen die hochsensibel sind, ebenfalls für die ihnen nahe stehenden Mensc...
    Ein Gruß von der Amygdala

    Das Buch liest sich sehr flüssig und es ist eine erhellende Quelle für Menschen, die unter einer Angststörung leiden oder die hochsensibel sind. Jedoch ist es auch denen zu empfehlen, die ihnen nahe stehen. Ja, gerade Ihnen würde ich das Buch empfehlen, weil die Autorin genau erklärt worum es geht. Dadurchkönnen Familienangehörige und Freunde dieGefühlswelt des Leidenden besser nachvollziehen und können besser begreifenwarum das Verhalten dieser Menschen so ist. 
    Mit diesem Buch platzt nun endlich ein Knoten und es wird ungeschminkt dargestellt wie ein hochsensibler Mensch seine Umwelt wahrnimmt.Das ist der richtige Weg. Wir können FrauSeyboldt dankbar sein für diesen mutigen Schrittins Licht. Dieses Buch ist WICHTIG!
    Am besten haben mir die Kapitel gefallen, in denen die Angst im Dialog mit der Autorin steht.Dadurch wird der Sachverhalt noch nachvollziehbarer. Außerdem ist es überaus amüsant zu lesen.

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    VeraHoehnes avatar
    VeraHoehnevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender, sehr persönlicher Erfahrungsbericht zum Umgang mit Angststörungen
    Spannender, sehr persönlicher Erfahrungsbericht zum Umgang mit Angststörungen

    Autorin:
    Franziska Seyboldt, geboren 1984 im badischen Teil von Baden-Württemberg, zog zunächst zum Studium in Modejournalismus und Medienkommunikation nach Hamburg. Seit 2008 lebt sie in Berlin und ist dort Redakteurin und Kolumnistin bei der taz.de im Ressort „Gesellschaft und Kultur“, wo sie sich u. a. in ihrer Kolumne „Psycho“ bereits mit psychischen Erkrankungen beschäftigt hat. Neben dem Kinderbuch „Theo weiß, was er will“ hat sie mit „Müslimädchen“ zuvor schon mal einen Einblick in ihr Leben gewährt.

    Handlung:
    Die taz-Redakteurin Franziska Seyboldt leidet bereits seit ihrer Kindheit unter einer Angststörung und entschließt sich erst im Erwachsenen-Alter, sich dieser endlich zu stellen und sie öffentlich zu machen, wozu ihre Kolumne „Psycho“ in der taz ihr endlich einen passenden Boden bietet. Mutig schildert sie in ihrem Buch ihr eigenes Leben mit der Angst und welche Mittel sie ergreift, damit es ein Leben ohne Angst wird.

    Fazit:
    Das Cover ist recht minimalistisch gehalten: Raues Umweltpapier und darauf diese zackigen gelben, leicht verschwommenen und alle etwas unterschiedlichen Spitzen. Diese kann man im übertragenen Sinne als Angst interpretieren: Grell, spitz und immer ein wenig anders in Erscheinung tretend.
    Der Minimalismus des Covers setzt sich auch im Buch fort: Der Text verteilt sich auf 253 Seiten und 45 Kapitel – und das sehr großzügig verteilt: Die Ränder sind in alle Richtungen breit gehalten, das Schriftbild ist recht groß mit 1,5zeiligem Druck gewählt; da jedes Kapitel rechtsseitig beginnt, sind zahlreiche Seiten links vollkommen unbedruckt. In seinem Erscheinungsbild kommt das Buch sehr hochwertig daher, der Verkaufspreis ist hier allerdings mit 18€ dennoch recht hoch angesetzt.
    Was jedoch gar nicht minimalistisch ist, ist das Thema und somit der Inhalt dieses Buches, bei dem es nicht um einen Ratgeber, sondern einen persönlichen Erfahrungsbericht handelt.
    Franziska Seyboldt leidet bereits seit ihrer Kindheit unter einer Angststörung – erstmals in Erscheinung getreten bei einem Arztbesuch, wo sie ihn Ohnmacht fiel. Sie erkennt diese aber erst viel später als solche, wie es bei den meisten Patienten mit einer Angststörung der Fall ist. Ich weiß leider selbst zu gut, wovon die Rede ist, denn auch ich habe damals vor meinem BurnOut die Panik-Attacken als Kreislaufstörung oder Folge des Bluthochdrucks versucht zu erklären. Auch die Angst vor Kontrollverlust und die eigene Meinung, als Person nicht richtig zu sein, wie man ist, scheint unter vielen Angstpatienten sehr verbreitet, so auch bei Franziska Seyboldt. Sie beschreibt Situationen aus der Kindheit, Schule, Beruf und Privatleben in denen die Angst übermächtig ist, z. B. Redaktionskonferenzen im Job oder Flugreisen. Aber auch Tage oder gar Wochen, in denen sie es schafft, sich einen dicken Panzer zuzulegen und der Angst somit Paroli zu bieten. Sie sucht Rat bei Psychologen und findet für sich neue Wege, der Angst zu begegnen. Mal setzt sie sich poetisch mit ihr auseinander, mal betrachtet sie sie freundschaftlich und mal mit Ignoranz – sie setzt sich immer wieder in Dialogen mit ihr auseinander, so lange bis die Angst ihre Überlegenheit verliert. Der Umgang mit der Angststörung wird einfacher für sie, als sie sie öffentlich macht, sich selbst mutig dazu bekennt und in ihrer Kolumne „Psycho“ in der taz darüber schreibt und nicht mehr versucht es zu verheimlichen, was ich persönlich auch sehr wichtig finde – der Umgang mit psychischen Erkrankungen sollte nicht immer tabuisiert werden. Ein tolles Buch über ein ernstes Thema, in dem trotz Allem der Humor nicht zu kurz kommt. Wirklich sehr lesenswert – nicht nur für Betroffene. Einziger Kritikpunkt ist, dass oft Personen genannt werden, die man nicht zuordnen kann, weil sie weder vorher noch nachher mal erwähnt wurden und auch nicht bekannt ist, in welcher Beziehung sie zur Autorin stehen oder standen – das fand ich teilweise etwas verwirrend. Tolles Buch und eine 4****-Leseempfehlung von mir.

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    Naburas avatar
    Naburavor 8 Monaten
    Was es heißt, mit der Angst zu leben und sich nicht unterkriegen zu lassen

    Die Angst ist seit ihrer Kindheit Franziska Seybolds ständiger Begleiter. Mit zwölf fällt sie beim Arzt in Ohnmacht. Was wäre, wenn ihr das noch mal passiert – wieder beim Arzt? Oder vor Kollegen? Oder in der U-Bahn? Überhaupt malt sie sich ständig aus, was alles geschehen könnte. Sind ihre feuchten Hände und ihr rasendes Herz ein Vorzeichen? Sollte sie besser aus der Situation fliehen? Die Autorin gibt Einblicke, was es für sie heißt, mit ihrer Angst zu leben und sich von ihr nicht unterkriegen zu lassen.

    Fast jeder sechste Erwachsene in Deutschland leidet unter einer Angststörung – diese Zahl war mir schon länger bekannt, doch was heißt das für die Betroffenen? Anonyme Berichte findet man im Internet viele. In diesem Buch gibt Franziska Seyboldt ganz unanyonym preis, was das Leben mit der Angst für sie heißt. Dazu holt sie etwas aus, denn es ist gar nicht so einfach und schnell erklärt.

    „[Die Angst] eignet sich einfach nicht für Smalltalk, dafür ist sie viel zu komplex. Und vieles verstehe ich ja selbst nicht.“ (S. 192)

    Die Autorin beschreibt dem Leser, welche Situationen bei ihr Angst auslösen – rückblickend in ihrer Kindheit und Jugend sowie in ihrem Alltag heute. Ich durfte teilhaben an ihren Gedanken und Reaktionen in diesen Momenten, sodass ich einen Eindruck von ihren Innenleben erhalten habe. Sie berichtet von guten und schlechten Tagen, Erfahrungen mit Psychotherapie und Auszeiten, Situationen, in denen sie ihre Angst besiegt hat und innere Zwiegespräche mit jener. Interessant fand ich auch ihren Bericht über die Reaktionen ihrer Umwelt auf ihren Artikel über Angst, der schon vor diesem Buch erschienen sind.

    Franziska Seybold ist sehr reflektiert und schlägt einen eher nachdenklichen Ton an, ist mal witzig, mal ernst. Man merkt beim Lesen, wie wichtig ihr dieses Thema ist, das heute kein Tabu mehr sein sollte. Gleichzeitig zeigt sie, dass sie kein Mitleid braucht und auch nicht die mit der Angststörung sein will. Die Angst ist ein Teil von ihr, aber nicht das, was sie hauptsächlich ausmacht. Ein ehrliches Buch, das mein Verständnis in Bezug auf Angststörungen vertieft hat und dem ich noch viele Leser wünsche.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    diewortklauberins avatar

    Nur Mut! 

    „Du machst Sachen“, sagte die Angst und hob eine Augenbraue. „Muss ich mir Sorgen machen?“ Ich wischte eine Träne weg, die sich aus meinem Augenwinkel gelöst hatte und Anstalten machte, über meine Wange zu rollen. Die Angst setzte sich rittlings auf die Liege und schaute sich um. 

    Was passiert, wenn die Angst dein ständiger Begleiter ist? Bei der Fahrt zur Arbeit, im Flugzeug, im Meeting-Raum. Mutig und mit viel Sprachwitz beschreibt Franziska Seyboldt ihren Weg durch die Angst. 

    Diskutiert mit uns und der Autorin über das Tabuthema Angst und gewinnt eines von 10 Exemplaren von "Rattatatam, mein Herz".

    Mehr zum Inhalt 
    Jeder 6. Deutsche leidet im Laufe seines Lebens einmal unter einer Angststörung.
    Angststörungen treten laut einer internationalen Studie häufiger auf als Depressionen. Und doch sind sie immer noch ein Tabuthema. Franziska Seyboldt will dies mit "Rattatatam, mein Herz" ändern. Die Angst hat sich schon früh eingeschlichen in Franziska Seyboldts Leben. Und sie ist weit über das hinausgegangen, was man allgemein unter "ängstlich" versteht. Angst davor, mit der U-Bahn zu fahren, zum Arzt zu gehen, in beruflichen Situationen zu versagen, kurz: generalisierte Angststörung. Panikattacken. Millionen von Menschen kämpfen sich mit dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Angst vor der Angst durchs Leben und sind wahre Meister im Ausredenerfinden geworden, notgedrungen. Warum spricht niemand darüber? Warum ist die Angststörung nicht so "normal" wie Depressionen oder Burn-out? Diese Fragen stehen am Anfang von Franziska Seyboldts poetischem und mutigen Buch, das ihren Weg durch die Angst beschreibt. Sie ist nie eingeladen, diese Angst, und doch immer dabei. Indem sie unter ihrem Klarnamen schreibt, befreit sich Franziska Seyboldt aus dem Zwang nicht aufzufliegen, keine Schwäche zu zeigen: "Ist man schwach, wenn man Schwäche zeigt, oder holt man sich gerade so die Kontrolle zurück?", fragt sie. Ein wegweisendes Buch, das eines der wichtigsten Themen unserer durchperfektionierten Gesellschaft aufs Tapet bringt.


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    Mehr zur Autorin
    Franziska Seyboldt, geboren 1984 in Baden-Württemberg, studierte Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie ist Redakteurin, Autorin und Kolumnistin bei der taz, schreibt Werbetexte und Bücher für Erwachsene und Kinder. "Rattatatam, mein Herz" ist ihr drittes Buch.

    Gemeinsam mit Kiepenheuer & Witsch verlosen wir 10 Exemplare von "Rattatatam, mein Herz" unter allen, die sich fleißig an der Diskussion beteiligen. Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und diskutiert im Anschluss zusammen mit uns in den unterschiedlichen Unterthemen!

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