Franziska Steinhauer Die Stunde des Medicus

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Inhaltsangabe zu „Die Stunde des Medicus“ von Franziska Steinhauer

Im Herbst 1813 wird von Anglern eine geschundene Frauenleiche gefunden. Gerüchte über ein riesiges wildes Tier kursieren, das sein Unwesen in der Gegend treiben soll. Der Medicus Dr. Prätorius hingegen hält einen Menschen für den Schuldigen. Während sich in Leipzig eine Typhusepidemie ankündigt und Truppenbewegungen die Bevölkerung verängstigen, wird eine weitere Leiche entdeckt. Unruhe macht sich breit. Da wird Dr. Prätorius ins Lager der Franzosen gerufen, um einen Kranken zu behandeln …

Fazit: Spannende, unterhaltsame Story, atmosphärisch dicht erzählt und mit reichlich, aber nicht zu vielen Infos zur Völkerschlacht.

— Bellexr
Bellexr

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  • Die Bestie...

    Die Stunde des Medicus
    ChrischiD

    ChrischiD

    13. July 2014 um 19:44

    Die Angst vor einer Bestie geht um, Töchter werden nicht mehr allein vor die Tür gelassen und dann auch noch eine Epidemie sowie Truppenbewegungen. Das Leben in und um Leipzig im Herbst 1813 ist alles andere als leicht. Dr. Prätorius, der die übel zugerichteten Frauenleichen gesehen hat, glaubt nicht, dass es sich hier um ein wildes Tier handelt. Doch was kann ein einzelner Mann schon ausrichten, gegen diverse Gerüchte. Außerdem hat er selbst noch weitaus andere Dinge, über die er sich Gedanken machen muss, denn er wird ins Lager der Franzosen gerufen, um einen ganz besonderen Patienten zu heilen... Dr. Prätorius hat es wahrlich nicht leicht. Nicht nur, dass die Menschen glauben, er sei ein Scharlatan, da sich die Medizin zu dieser Zeit noch nicht durchgesetzt hatte, er wird auch noch beschuldigt, selbst die Frauen umgebracht zu haben. Woher sonst könne er wissen, dass es sich nicht um ein Tier handelt. Doch Prätorius lässt sich nicht einschüchtern, was ihm die Sympathie des Lesers einbringt. Niemand weiß, ob sein Vorhaben gelingen wird, oder ob er als Einzelner tatsächlich keine Chance hat gegen die Menge, aber er lässt nichts unversucht und dafür hat er Anerkennung verdient. Franziska Steinhauer nimmt den Leser mit in die Vergangenheit. Obwohl man diese selber nicht miterlebt hat, kann man sich auf Grund der detaillierten Erläuterungen, ein sehr gutes Bild machen. Schließt man die Augen, hat man die geschilderten Situationen sogleich vor Augen, als wäre man tatsächlich vor Ort. Auch die teils altertümliche Sprache lässt den Leser nicht stocken. Sie fügt sich nahtlos in die Erzählung ein. Spannung wird von Anfang an aufgebaut, denn die Jagd nach dem Täter gestaltet sich alles andere als unbeschwerlich. Hier zeigt sich, dass es damals noch nicht all jene Methoden gibt, denen die Polizei sich heutzutage bedienen kann. Entsprechend langwieriger ist ein solches Verfahren. Doch Langeweile kommt keine auf, zumal sich Prätorius noch in einem weiteren Handlungsstrang befindet, der ebenfalls für Aufregung sorgt. So bleibt das Geschehen ständig in Bewegung und fesselt den Leser von Anfang bis Ende. „Die Stunde des Medicus“ vereint Historie und Spannung in hohem Maße. Der Leser wird begeistert sein und einige Zeit benötigen, um ins Hier und Jetzt zurückzukehren.

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  • Am Vorabend der Schlacht wird gemordet

    Die Stunde des Medicus
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    13. May 2014 um 01:48

    Leipzig 1813. Für Matthias und seinen Bruder Klaus hätte der Tag so schön werden können. Ein bisschen mit dem Onkel zum Angeln gehen und der Mutter mit den gefangenen Fischen eine Freude machen, prima. Wenn nur der Gestank nicht wäre. Die Jungen gehen dem Gestank nach und entdecken eine übel zugerichtete Frauenleiche. Bei der Toten handelt es sich um die Tochter des Stadtschreibers, und in der Stadt breitet sich das Gerücht aus, sie sei von einer wilden Bestie getötet worden. Für Dr. Peter Prätorius ist das Unsinn. Zu viele Indizien deuten darauf hin, dass zwar eine Bestie am Werk war, aber eine ganz andere – ein Mensch. Und die weiteren Morde unterstützen seine Annahme. Allerdings haben die Nachforschungen, die Dr. Prätorius anstellt, einen Nachteil. Weil er immer so nah am Geschehen ist, gerät er selbst unter Verdacht. Dass die Franzosen die Stadt belagern, macht die Situation nicht einfacher. Die Stadt ist völlig überfüllt, die Soldaten müssen zwangsweise von den Einheimischen aufgenommen und versorgt werden, eine Typhusepidemie greift um sich, und man merkt, dass eine größere Schlacht in der Luft liegt. Und Dr. Prätorius muss ganz im Geheimen einen geheimnisvollen französischen Patienten behandeln. Die Stimmung am Vorabend der Leipziger Völkerschlacht ist in diesem spannenden historischen Krimi gut eingefangen. Eine dunkle, düstere Atmosphäre durchzieht das ganze Buch. Besonders für die Frauen ist das Leben nun noch schwerer als ohnehin schon in dieser Epoche, in der sie wie unmündige Kinder behandelt werden. Der Protagonist Dr. Prätorius hat mir sehr gut gefallen. Er wagt etwas, auch bei seinen Behandlungen, und ist aufgeschlossen für neue oder alternative Methoden, wie Honig oder Hypnose. Seiner Zeit weit voraus, legt er großen Wert auf Hygiene. Aus diesem historischen Krimi mit seinem sympathischen Protagonisten darf gern eine Serie werden.

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  • Die Bestie von Leipzig

    Die Stunde des Medicus
    Bellexr

    Bellexr

    08. May 2014 um 18:48

    Per Zufall wird im Herbst 1813 von Anglern bei Leipzig eine Frauenleiche gefunden. Schnell breiten sich die Gerüchte aus, die Tochter des Stadtschreibers wäre einer wilden Bestie zum Opfer gefallen. Dr. Peter Prätorius interessiert sich für den Mordfall, glaubt aber nicht an eine Bestie. Noch bevor der Medicus sich eingehender mit dem Fall beschäftigen kann, wird er in das Lager der Franzosen gerufen, um einen geheimnisvollen Patienten zu behandeln. Währenddessen geht das Morden in Leipzig weiter.   Die Franzosen belagern Leipzig und die Stadt platzt aus allen Nähten. Da ist es nicht verwunderlich, dass bald schon eine Typhusepidemie ausbricht, aber auch die ständigen kleineren Gemetzel unter den verfeindeten Soldatentruppen sorgen dafür, dass der Tod zum Alltag der Bürger gehört. Doch der bestialische Mord an der Tochter des Stadtschreibers rüttelt die Bevölkerung auf. Schnell entstehen die unterschiedlichsten Gerüchte, von einer Bestie ist die Rede, aber auch unbescholtene Bürger geraten plötzlich unter Mordverdacht. Und mitten in diesen Wirren versucht Dr. Prätorius zum einen seinen geheimnisvollen Patienten zu heilen und zum anderen den Mörder der jungen Frauen zu fassen zu bekommen. Doch seine beharrliche Meinung, dass es sich hierbei nicht um eine Bestie, sondern um ein menschliches Wesen handeln muss, lässt ihn ebenfalls als Verdächtigen erscheinen. Und der Mob ist dieser Tage unberechenbar.   Die Völkerschlacht steht unmittelbar bevor, in Leipzig brodelt es unter der Bevölkerung, die Straßen sind überfüllt von Soldaten und Verletzten, Nahrungsmittel werden immer knapper, eine Typhusepidemie breitet sich immer weiter aus und das Wetter ist in diesem Herbst mehr als schlecht. Franziska Steinhauer fängt sehr gut die bedrückende wie auch verängstigte Stimmung der Bürger von Leipzig ein, gibt gleichzeitig einen guten Einblick in die strategische Vorgehensweise der Franzosen und verpackt das Ganze zudem in eine ziemlich spannend erzählte Krimihandlung.   Somit hat der historische Kriminalroman alles was er braucht. Atmosphärisch dicht, fesselnd und jederzeit äußerst unterhaltsam erzählt Franziska Steinhauer die Tage vor der Völkerschlacht und die verzweifelte Suche nach dem Mörder der jungen Frauen. Dass hier keine Bestie wütet, sondern ein menschliches Wesen hinter den Morden steht, ist schnell klar. Denn welche Bestie kann schriftlich seine Opfer zum Tatort locken. Doch um wen es sich handelt, dies verrät die Autorin ihren Lesern lange Zeit nicht. Es gibt zwar einige Verdächtige und es werden auch einige falsche, durchaus logische Fährten ausgelegt, doch die Identität des wahren Mörders erahnt man erst zur Mitte des Krimis hin.   Neben der fesselnden Story überzeugen auch durchweg alle Charaktere des Kriminalromans. Allen voran Protagonist Dr. Peter Prätorius. Dieser gilt in Leipzig ein wenig als Sonderling, gar als Hexenmeister, wendet er doch für seine Behandlungen oftmals recht unkonventionelle Methoden an. So war beispielsweise die Hypnose Anfang des 19. Jahrhunderts unter der Bevölkerung noch recht unbekannt. Und auch mit Pflanzen experimentiert der Medicus gerne und legt – für die Zeit noch untypisch – sehr viel Wert auf Hygiene. Doch der selbstbewusste, aufgeschlossene Medicus interessiert sein Ruf in der Bevölkerung recht wenig, sehr zum Ärgernis seines Gehilfen, der ihn nicht nur einmal aus einer prekären Situation retten muss.   Fazit: Ein historischer Krimi, der alles bietet: spannende, unterhaltsame Story, atmosphärisch dicht erzählt und mit reichlich, aber nicht zu vielen Informationen zur Völkerschlacht.  

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