Franziska Walther

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Franziska WaltherWerther Reloaded
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Werther Reloaded
Werther Reloaded
 (3)
Erschienen am 17.03.2016
Franziska WaltherHoch hinaus
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Hoch hinaus
Hoch hinaus
 (1)
Erschienen am 19.06.2017

Neue Rezensionen zu Franziska Walther

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Rezension zu "Werther Reloaded" von Franziska Walther

Werther reloaded ist anders, herausfordernd und es so was von wert, gelesen zu werden
Vicyvor einem Jahr

Wie sich schon vom Titel her erahnen lässt, ist „Werther reloaded“ an den Klassiker „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe angelehnt. Denn dieses Werk war die Inspiration für Franziska Walther zur Gestaltung dieses Buches.

In Werther reloaded lebt der Werther in New York, wo er als Art-Direktor arbeitet. Nach außen hin wirkt sein Leben ziemlich perfekt, doch Werther füllt sich leer und wird geplagt von Zwängen und seiner Helikopter-Mutter. Als ihm alles zu viel wird, beschließt er sich einige Zeit etwas Ruhe in der Natur zu gönnen und dann trifft er auf Lotte, in die er sich unsterblich verliebt. Doch Lotte ist vergeben und wie es dann weitergeht dürfte bekannt sein… wobei - vielleicht findet der neue Werther einen anderen Weg für sich, der nicht das Ende bedeutet?

Was mich wohl am meisten an „Werther reloaded“ gereizt hat, war der Fakt, dass das Buch so ganz anders ist, als all die Bücher die ich sonst so gelesen habe.
Ein Buch, das fast nur in Bildern spricht und somit herausfordert, es intensiv zu betrachten, in es einzutauchen und es so zu verstehen.

Das fiel mir anfangs alles andere als leicht, bin ich es doch gewohnt von Worten auf meinem Weg durch das Buch geleitet zu werden. Auch die meisten Graphic Novels sind eher wie Comics aufgebaut - „Werther reloaded“ ist es nicht, das Buch ist anders. Voller Bilder, die einzigen Worte, die man im Graphic Novel Teil des Buches findet, sind Auszüge aus Goethes Original, einige Interjektionen und hin und wieder ein Post von Werther. So fühlte ich mich beim Lesen des Buches erst überfordert und hatte Angst, wesentliche Informationen zu verpassen. Dadurch fiel es mir sehr schwer, mich auf das Buch einzulassen und mir war es gar nicht möglich, es zu verstehen.

Denn man darf dieses Werk nicht zu verkopft angehen. Ich habe mich dem Buch, nach einigem Abstand, komplett anders zugewendet und versucht, es instinktiv zu verstehen, ganz ohne aktives Denken. So habe ich einen Zugang zu dem Buch gefunden und angefangen, es zu verstehen – nicht mit dem Verstand, sondern ganz anders. Ich denke, dass Bilder uns auf einer ganz anderen Ebene erreichen, als Sprache. Mir hat es unglaublich viel Freude bereitet, in die Geschichte einzutauchen und dieses Kunstwerk zu genießen. Es ist definitiv ein ganz besonderes Erlebnis, so eine Graphic Novel zu lesen. Im Vergleich zu einem Roman lässt sich meines Erachtens nach nur sagen, die beiden sind zu verschieden, als das es fair wäre, sie zu vergleichen. Das eine ist nicht besser oder schlechter, nur anders.

Ich denke ein Buch wie „Werther reloaded“ kann man entweder lieben oder hassen, da gibt es kein Zwischending. Denn auch wenn das Werk durch ästhetisch sehr anspruchsvolle Bilder besticht und echt toll gemacht ist, wird man es nicht mögen, wenn man keinen Zugang zu ihm findet. Aber dann kann man es ja noch ein zweites Mal probieren, vielleicht klappt es dann.

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Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Hoch hinaus" von Franziska Walther

Eine wundervolle, kunstvolle,poetische Bildergeschichtenach einer wahren Begebenheit
Kinderbuchkistevor einem Jahr

Eine wunderbare, kunstvoll illustrierte  Bildergeschichte
 nach einer wahren Begebenheit

Bilderbücher wie diese gibt es leider zur Zeit relativ wenig auf dem deutschen Buchmarkt.
Umso schöner, dass der Kunstanstifter Verlag seine eigenen Weg fern ab vom Mainstream geht.

"Hoch hinaus"
Ist eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit, die zur Einführung kurz erzählt wird.
Das ist dann aber auch schon das Einzige an Text was wir in diesem Buch finden, denn die Geschichte wird durch ihre Bilder erzählt.
*
Was war wirklich passiert?
2014 verirrte sich ein junger Elchbulle in eine Siemens Kantine in Dresden ,nach dem er zuvor mehrfach in Radebeul in einem Wohngebiet gesichtet wurde  und auch dabei beobachtet wurde wie er durch die Elbe schwamm.
Wieso er sich gerade die Kantine aussuchte ist unbekannt.
Auf jeden Fall fand er anscheinende den Ausgang nicht mehr, so dass er von der Feuerwehr befreit werden musste.
*
Franziska Walther hat schon einige Bücher illustriert und auch zahlreiche Auszeichnungen für ihre Illustrationen erhalten.
"Hoch hinaus" ist ihr erstes Bilderbuch und es ist zu hoffen, dass es noch viel weitere geben wird.
*
Ihre Geschichte erzählt von Erasmus, einem jungen neugierigem ,abenteuerlustigem Elch, den das Fernweh packt.
So verlässt er seine Eltern und macht sich auf  in die weite Welt. Er durchstreift Wälder, und Felder überquert Höhenzüge und Berge. Als er in einer Vollmond-Nacht an einem großen Fluss ankommt schwimmt er auch hier durch. Wieder an Land erreicht er eine kleine Vorortsiedlung. Er steckt hin und wieder neugierig seinen Kopf durch die offenen Fenster der Häuser. Vielleicht findet er hier etwas Leckeres zu fressen?
Sein Weg führt ihn weiter und weiter bis er die Stadt erreicht. Hier ist es nicht ungefährlich. Hecktisch herumlaufende Leute, hupende Autos. Manche Passanten füttern ihn mit Äpfeln. Erasmus beobachtet sie, sieht wie sie in Häusern verschwinden, tut es ihnen gleich und landet prompt in einem großen Kaufhaus. Er schaut sich um, probiert einen Hut an, betrachtet sich neugierig im Spiegel. Zunächst scheint es ihm Spaß zu machen. Er läuft mal hier hin, mal da hin, die Treppen hoch und wieder runter und landet dann irgendwann auf dem Dach des Hauses. Ganz schön tief geht es da runter. Auf einmal fühlt sich Erasmus ganz klein.
Er sucht den Ausgang, doch die Tür ist hinter ihm zugefallen. Wo er auch hin sieht, wo er auch hin geht er findet keinen Ausgang.
Die Nacht kommt und der Elch schaut wieder einmal den Vollmond an, traurig liegt er nun da oben und träumt bis er plötzlich eine Idee hat. Fliegen müsste man können. Er pustet sich ganz doll auf bis sein Bauch riesengroß und kugelrund ist und ihm langsam Flügel wachsen, die ihn durch die Nacht und den Tag über, Häuser und Bäume tragen.
*
Es ist eine Geschichte, die zeigt, dass man mit Mut, Willenskraft und einer gehörigen Portion Phantasie alles erreichen kann und sogar aus scheinbar ausweglosen Situationen heraus kommt wenn man an sich selbst glaubt und nicht aufgibt, denn dann wachsen einem Flügel.
Die Flügel symbolisieren häufig, das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.
Auch umgangssprachlich heißt es  "  ... es scheint ihm sind Flügel gewachsen..." wenn man damit ausdrücken möchte, dass jemand etwas erreicht hat ,dass scheinbar nicht möglich war. Wenn er selbst über seine Grenzen gegangen ist.
Es gibt den Spruch
Man soll Kinder wenn sie ganz klein sind Wurzeln geben und später dann Flügel.
*
Franziska Walther erzählt in sehr poetischen Bildern, die mal seitenfüllend und mal unterteilt in kleinere Bildsequenzen  sind diese abenteuerliche Geschichte.
Warme, klare Farben, spiegeln die Sehnsucht, die Abenteuerlust, die Neugierde aber auch die Anstrengungen und Niederlagen deutlich wieder. Sie fokussiert auf das Wesentlich, schafft keine Ablenkungen durch unnötige Details und lässt  so viel Raum für eigene Interpretationen.
Raum für eigene Interpretationen finden wir leider viel zu wenig in  Bilderbücher . Oftmals werden die jungen Leser mit so viel festen Informationen in einer Geschichte zu getextet, dass sie nur konsumieren aber nicht mehr selbst nachdenken.
Daher sind Bücher wie dieses so wichtig für unsere Kleinen.
Nicht nur dass sie mit Bildergeschichten die Möglichkeit haben selbst eine Geschichte zu erzählen, sie werden auch in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Denn eine eigene Geschichte zu erfinden und zu erzählen ist etwas besonderes. Diese Erfahrung stärkt und verleiht Flügel, so wie  unserem kleinen Elch Erasmus Flügel gewachsen sind.
*
Für den Einsatz im Kindergarten
ist dieses Buch eine wichtige Bereicherung. Es werden Erzählanlässe geschaffen und somit die Sprachkompetenz gefördert und der Wortschatz erweitert.
Gleichzeitig besteht die Möglichkeit die Geschichte weiter zu führen und für die Fortsetzung auch eigene Bilder zu gestalten.
Diese neuen Bilder könnten dann z.B.im Kamishibai Erzähltheater Rahmen den anderen Kindern vorgestellt und die Geschichte erzählt werden.
*
 Ich würde mir wünschen, dass unsere Lehrer auf dieses Buch aufmerksam werden und es im Unterricht einbringen.
Haben wir nicht alle die "Vater Sohn Geschichten" erzählen müssen?
Wieso nicht mal zur Abwechslung "Hoch hinaus" mit seiner wahren Geschichte und einer wichtigen Botschaft?
*
 Nachtrag

Heute habe ich das Buch mit in unsere Lesestunde genommen. Kinder zwischen 3 und 7 Jahren waren da um eine Geschichte vorgelesen zu bekommen.
Ich erzählte den Kindern die wahre Geschichte von Erasmus dem kleinen Elch. Dann zeigte ich ihnen das Buch.
"Seht mal, hier habe ich eine Bildergeschichte. Bildergeschichten haben keinen Text. Hier erzählen die Bilder die Geschichte.
Wer möchte denn zum ersten Bild etwas erzählen?...."
Ein kleiner Junge sagte, wieso sollen wir denn erzählen, wir möchte doch eine Geschichte vorgelesen bekommen."
Gleichzeitig viel ihm ein anderer Junge ins Wort, der unbedingt erzählen wollte. Nachdem er anfing wollten plötzlich alle etwas dazu sagen....
Es wurde eine lustige, interessante Lesestunde, die mit dem Kommentar endete:
"Können wir das noch mal machen?"

Hier erkennt man deutlich, das die Kinder noch nie mit Bildergeschichten in Kontakt gekommen sind. Wimmelbilder kennen sie aber Bildergeschichten waren ihnen neu.
Hier müssen wir wirklich noch viel Fördern.
*

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Rezension zu "Werther Reloaded" von Franziska Walther

Goethes Werther ludert in New York
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Johann Wolfgang von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ ist für die einen Erinnerung an eine lästige Pflichtlektüre in der Schule, für andere eine zeitlose Geschichte über Liebe und Verzweiflung. Franziska Walther, Illustratorin der Reloaded-Version, ist in der Goethestadt Weimar geboren und studierte an der dortigen Bauhaus-Universität. Heute arbeitet sie als freie Grafikerin und Illustratorin in Weimar und Hamburg.

242 Jahre nach dem Erscheinen wagt sich Franziska Walther mit „Werther Reloaded“ an Goethes Briefroman. Spannend ist dabei nicht nur das Format einer Graphic Novel. Die Illustratorin möchte die tragische Geschichte nämlich nicht nacherzählen, sondern lediglich als Referenz nutzen, so heißt es im Nachwort.

2016: Protagonist Werther ist ein hipper Art Director in New York. Er führt ein exzessives,  aber sinnenentleertes Leben mit  One-Night-Stands, Partys und Drogen. Seine Gefühle teilt er der Welt über die sozialen Medien mit. Auf mich wirken diese ersten Seiten des Buches zu gewollt modern und klischeebeladen. Mehr Tiefe erhält Franziska Walthers Neuinterpretation, als sich Werther nach einem Zusammenbruch eine Auszeit in der Natur nimmt. Ab diesem Teil werden die Illustrationen mit Originalauszügen aus Goethes Roman kombiniert, was hervorragend funktioniert. Die mit Hashtags versehenen Bilder auf der Social-Media Plattform Instagram ziehen sich weiter durch das Buch, was meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen wäre, um den aktuellen Bezug herzustellen.

Bei einer Party lernt Werther Lotte kennen und verliebt sich. Wie aus Goethes Klassiker bekannt, ist diese jedoch bereits an Albert vergeben. Zurück in New York, wird Werther von den Gedanken an Lotte weiter verfolgt und stürzt in einen Strudel aus Depression und Suizidgedanken. Bei der Gestaltung des Endes, soviel sei gesagt, löst sich Franziska Walther von der Originalgeschichte.

Durch die kleinen Abwandlungen der vertrauten Handlung wird diese Graphic Novel in keinem Moment langweilig, selbst wenn man Goethes Klassiker in und auswendig kennt. Im Gegenteil: Es macht Lust darauf, noch einmal in Goethes Werk von 1774 reinzulesen. Umso mehr habe ich mich als Leserin gefreut, dass der vollständige Originaltext als Anhang abgedruckt ist. Interessant ist dabei auch, noch einmal die Inspiration für Franziska Walthers Bilder vor Augen zu haben. Ihre Illustrationen sind sehr farbintensiv und überraschen auf jeder Seite neu. Hier wird klar, dass Graphic Novels eine ganz eigene Kunstform darstellen, die zu Recht mehr und mehr den deutschen Markt erobern.

Fazit:  Ein ästhetisch sehr ansprechendes Buch! Franziska Walther schafft es, Werthers tragische Geschichte in die Gegenwart zu transportieren, obwohl die Neuinterpretation an manchen Stellen etwas übertrieben wirkt. Dank der bekannten Vorlage ist dieses Buch ein empfehlenswerter Einstieg für alle, die sich noch nie an das Genre Graphic Novel gewagt haben.

Vielen Dank an die Autorin der Rezension Franziska Schmidt

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