Franziska Walther , J.W.v. Goethe Werther Reloaded

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Inhaltsangabe zu „Werther Reloaded“ von Franziska Walther

Goethes Werther wird durch Franziska Walthers Bilder in die Gegenwart versetzt und mit aktuellen Problemen, wie z. B. der vom Kontrollzwang bessesenen Mutter, schnell wechselnden Partnerschaften, Drogen etc. konfrontiert. Als Art Director in New York von Konsum und Wollust getrieben, entgleist das Leben des jungen Mannes zuneh- mend. Erst als die schöne Lotte in sein Leben tritt und er über die Naturerfahrung wieder zu sich selbst findet, scheint alles anders zu werden. Doch gibt es diesmal ein Happy End?
Im ersten Teil erzählt Franziska Walther den Klassiker neu.
Im zweiten Teil des Werkes ist der Originaltext abgedruckt.

Ein ästhetisch sehr ansprechendes Buch und Einstieg in das Genre Graphic Novel

— stadtschreiber

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  • Werther reloaded ist anders, herausfordernd und es so was von wert, gelesen zu werden

    Werther Reloaded

    Vicy

    15. October 2017 um 10:44

    Wie sich schon vom Titel her erahnen lässt, ist „Werther reloaded“ an den Klassiker „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe angelehnt. Denn dieses Werk war die Inspiration für Franziska Walther zur Gestaltung dieses Buches. In Werther reloaded lebt der Werther in New York, wo er als Art-Direktor arbeitet. Nach außen hin wirkt sein Leben ziemlich perfekt, doch Werther füllt sich leer und wird geplagt von Zwängen und seiner Helikopter-Mutter. Als ihm alles zu viel wird, beschließt er sich einige Zeit etwas Ruhe in der Natur zu gönnen und dann trifft er auf Lotte, in die er sich unsterblich verliebt. Doch Lotte ist vergeben und wie es dann weitergeht dürfte bekannt sein… wobei - vielleicht findet der neue Werther einen anderen Weg für sich, der nicht das Ende bedeutet? Was mich wohl am meisten an „Werther reloaded“ gereizt hat, war der Fakt, dass das Buch so ganz anders ist, als all die Bücher die ich sonst so gelesen habe. Ein Buch, das fast nur in Bildern spricht und somit herausfordert, es intensiv zu betrachten, in es einzutauchen und es so zu verstehen. Das fiel mir anfangs alles andere als leicht, bin ich es doch gewohnt von Worten auf meinem Weg durch das Buch geleitet zu werden. Auch die meisten Graphic Novels sind eher wie Comics aufgebaut - „Werther reloaded“ ist es nicht, das Buch ist anders. Voller Bilder, die einzigen Worte, die man im Graphic Novel Teil des Buches findet, sind Auszüge aus Goethes Original, einige Interjektionen und hin und wieder ein Post von Werther. So fühlte ich mich beim Lesen des Buches erst überfordert und hatte Angst, wesentliche Informationen zu verpassen. Dadurch fiel es mir sehr schwer, mich auf das Buch einzulassen und mir war es gar nicht möglich, es zu verstehen. Denn man darf dieses Werk nicht zu verkopft angehen. Ich habe mich dem Buch, nach einigem Abstand, komplett anders zugewendet und versucht, es instinktiv zu verstehen, ganz ohne aktives Denken. So habe ich einen Zugang zu dem Buch gefunden und angefangen, es zu verstehen – nicht mit dem Verstand, sondern ganz anders. Ich denke, dass Bilder uns auf einer ganz anderen Ebene erreichen, als Sprache. Mir hat es unglaublich viel Freude bereitet, in die Geschichte einzutauchen und dieses Kunstwerk zu genießen. Es ist definitiv ein ganz besonderes Erlebnis, so eine Graphic Novel zu lesen. Im Vergleich zu einem Roman lässt sich meines Erachtens nach nur sagen, die beiden sind zu verschieden, als das es fair wäre, sie zu vergleichen. Das eine ist nicht besser oder schlechter, nur anders. Ich denke ein Buch wie „Werther reloaded“ kann man entweder lieben oder hassen, da gibt es kein Zwischending. Denn auch wenn das Werk durch ästhetisch sehr anspruchsvolle Bilder besticht und echt toll gemacht ist, wird man es nicht mögen, wenn man keinen Zugang zu ihm findet. Aber dann kann man es ja noch ein zweites Mal probieren, vielleicht klappt es dann.

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  • Goethes Werther ludert in New York

    Werther Reloaded

    stadtschreiber

    19. January 2017 um 17:38

    Johann Wolfgang von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ ist für die einen Erinnerung an eine lästige Pflichtlektüre in der Schule, für andere eine zeitlose Geschichte über Liebe und Verzweiflung. Franziska Walther, Illustratorin der Reloaded-Version, ist in der Goethestadt Weimar geboren und studierte an der dortigen Bauhaus-Universität. Heute arbeitet sie als freie Grafikerin und Illustratorin in Weimar und Hamburg.242 Jahre nach dem Erscheinen wagt sich Franziska Walther mit „Werther Reloaded“ an Goethes Briefroman. Spannend ist dabei nicht nur das Format einer Graphic Novel. Die Illustratorin möchte die tragische Geschichte nämlich nicht nacherzählen, sondern lediglich als Referenz nutzen, so heißt es im Nachwort. 2016: Protagonist Werther ist ein hipper Art Director in New York. Er führt ein exzessives,  aber sinnenentleertes Leben mit  One-Night-Stands, Partys und Drogen. Seine Gefühle teilt er der Welt über die sozialen Medien mit. Auf mich wirken diese ersten Seiten des Buches zu gewollt modern und klischeebeladen. Mehr Tiefe erhält Franziska Walthers Neuinterpretation, als sich Werther nach einem Zusammenbruch eine Auszeit in der Natur nimmt. Ab diesem Teil werden die Illustrationen mit Originalauszügen aus Goethes Roman kombiniert, was hervorragend funktioniert. Die mit Hashtags versehenen Bilder auf der Social-Media Plattform Instagram ziehen sich weiter durch das Buch, was meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen wäre, um den aktuellen Bezug herzustellen. Bei einer Party lernt Werther Lotte kennen und verliebt sich. Wie aus Goethes Klassiker bekannt, ist diese jedoch bereits an Albert vergeben. Zurück in New York, wird Werther von den Gedanken an Lotte weiter verfolgt und stürzt in einen Strudel aus Depression und Suizidgedanken. Bei der Gestaltung des Endes, soviel sei gesagt, löst sich Franziska Walther von der Originalgeschichte. Durch die kleinen Abwandlungen der vertrauten Handlung wird diese Graphic Novel in keinem Moment langweilig, selbst wenn man Goethes Klassiker in und auswendig kennt. Im Gegenteil: Es macht Lust darauf, noch einmal in Goethes Werk von 1774 reinzulesen. Umso mehr habe ich mich als Leserin gefreut, dass der vollständige Originaltext als Anhang abgedruckt ist. Interessant ist dabei auch, noch einmal die Inspiration für Franziska Walthers Bilder vor Augen zu haben. Ihre Illustrationen sind sehr farbintensiv und überraschen auf jeder Seite neu. Hier wird klar, dass Graphic Novels eine ganz eigene Kunstform darstellen, die zu Recht mehr und mehr den deutschen Markt erobern. Fazit:  Ein ästhetisch sehr ansprechendes Buch! Franziska Walther schafft es, Werthers tragische Geschichte in die Gegenwart zu transportieren, obwohl die Neuinterpretation an manchen Stellen etwas übertrieben wirkt. Dank der bekannten Vorlage ist dieses Buch ein empfehlenswerter Einstieg für alle, die sich noch nie an das Genre Graphic Novel gewagt haben. Vielen Dank an die Autorin der Rezension Franziska Schmidt

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  • Eine bemerkenswerte Graphic Novel!

    Werther Reloaded

    renie

    17. April 2016 um 12:09

    Wie war das nochmal mit Goethes Werther? Also, Werther liebte Lotte - Lotte liebte Werther (oder auch nicht) - doch Lotte war einem anderen versprochen (Albert) - Werther litt wie ein Tier, konnte Lotte nicht umstimmen - einziger Ausweg: Selbstmord!Liebhaber der klassischen Literatur mögen mir diese respektlose Kurzversion verzeihen - wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass sich jemals ein Klassik-Leser auf meinen Blog verirren wird. Aber denjenigen, die sich an klassische Literatur nicht herantrauen oder immer noch mit den Nachwirkungen des Deutsch-Unterrichts in der Schule zu kämpfen haben, kann ich nur raten: Versucht es mal mit einer Graphic Novel! Und falls doch ein Fan klassischer Literatur hierher finden sollte.... Sieh mal an, was man aus einem Klassiker alles machen kann! Franziska Walther geht alles andere als respektlos an Goethes "Die Leiden des jungen Werther" heran.Sie versetzt ihren Protagonisten Werther in unsere Zeit. Da lebt er nun in New York, arbeitet in der Werbung und macht das, was ein Hipster so macht: Arbeit, Party, Sex, Drogen ... - alles im Überfluss, aber trotzdem nie genug. Ein Leben, das von Oberflächlichkeit geprägt ist und dem die Sinnhaftigkeit fehlt. Eine Auszeit wäre nicht schlecht. Er macht Urlaub auf dem Land, je mehr Ruhe und Natur desto besser. Hier lernt er Lotte kennen und verliebt sich in sie. Seine Gefühle werden erwidert, jedoch nicht in dem Maße, wie Werther es sich erhofft. Irgendwann offenbart sie ihm, dass sie bereits mit jemandem zusammen ist: Albert. Werther kommt mit der Situation nicht klar. Er kann nicht gegen seine Gefühle angehen und versucht, Lotte für sich zu gewinnen. Damit tut er sich jedoch keinen Gefallen. Sie weist ihn zurück. Werther kehrt zurück nach New York und fällt wieder in den alten Trott. Doch er schafft es einfach nicht, Lotte aus dem Kopf zu bekommen und verfällt in Depressionen ..... weiter erzähle ich nicht. "Am 21. November.Sie sieht nicht, sie fühlt nicht, daß sie ein Gift bereitet, das mich und sie zugrunde richten wird; und ich mit voller Wollust schlürfe den Becher aus, den sie mir zu meinem Verderben reicht. Was soll der gütige Blick, mit dem sie mich oft - oft? - nein, nicht oft, aber doch manchmal ansieht, die Gefälligkeit, womit sie einen unwillkürlichen Ausdruck meines Gefühls aufnimmt, das Mitleiden mit meiner Duldung, das sich auf ihrer Stirne zeichnet?..."- aus Goethes "Die Leiden des jungen Werther Franziska Walther arbeitet in dieser Graphic Novel mit leuchtenden Farben: Blau- und Rottöne, Pistaziengrün sowie Rosa und Violett.Violett ist dabei die dominierende Farbe, anfangs dosiert eingesetzt, nimmt sie im Verlauf der Geschichte immer mehr Raum ein. Welche Bedeutung hat die Farbe Violett eigentlich? Ich kann mich vage daran erinnern, dass sie von einigen Völkern als Farbe der Trauer angesehen wird. Im Internet gibt es seitenweise Abhandlungen über die Symbolik von Farben. Bei meiner Recherche bin ich dabei auf ein paar Begriffe gestoßen, die man allgemein mit der Farbe Violett verbindet:Mystik, Magie, Über-Ich, Inspiration, Melancholie, Leid, Verzicht, Neigung zu Neurosen.Ist das jetzt ein Zufall, dass im Verlauf der Geschichte, die Farbe Violett immer stärker vertreten ist? Zumindest demonstriert Franziska Walther damit eindrucksvoll das Gefühlsleben von Werther. Je tiefer er in seinem Kummer um die unerfüllte Liebe versinkt, je mehr Leid, Melancholie und Gefühlschaos er empfindet, desto mehr werden die Zeichnungen von der Farbe Violett dominiert.Anfangs wirkt die Farbgebung grell und unruhig. Sie geben das hektische Leben Werthers in New York wieder. Im Verlauf der Geschichte erhalten die Bilder etwas Düsteres und Schwermütiges. Als Leser spürt man den Seelenschmerz von Werther, die Depression, mit der er zu kämpfen hat. Franziska Walter arbeitet auf einmal Schatten in ihre Bilder ein. Sind das etwa die Schatten die sich auf Werthers Seele legen? Franziska Walther hat ihre Zeichnungen durch Auszüge aus Goethes Briefroman um den jungen Werther ergänzt. Anfangs ist dies gewöhnungsbedürftig. Der Kontrast zwischen modernem Bild und alter Sprache ist schon extrem. Aber je intensiver man sich mit Zeichnungen und Text beschäftigt, desto selbstverständlicher wird diese Kombination und man möchte sie am Ende nicht missen. Werther Reloaded von Franziska Walther ist für mich ein Paradebeispiel, dass Klassische Literatur Spaß machen kann. Sie hat es geschafft, einem Briefroman, 1774 von Goethe verfasst, ein modernes Gewand zu verpassen. Dabei hat sie Goethes Plot aufgegriffen, modifiziert und auf unsere heutige Zeit angepasst. Franziska Walther beweist viel Feingefühl bei der Umsetzung. Durch die Aussagekraft ihrer Zeichnungen erzählt sie eine eigene Geschichte, liefert viele Parallelen zu Goethes Werther und hält somit immer eine Verbindung zu dem Ursprungswerk. Verstärkt wird dies noch durch die Textauszüge aus dem Originalwerk.Und wer am Ende wissen will, wie es wirklich bei Goethes Werther zugegangen ist, der kann Goethes Briefroman, der im hinteren Teil dieses Buches abgedruckt ist, in seiner ganzen Herrlichkeit nachlesen. © Renie PS: Schade, dass hier keine Abbildungen zu erkennen sind. Wer stöbern möche, hier geht es zur Internetseite von Franziska Walther: http://sehenistgold.de/werther/

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