Franziskus (Papst) Die Interviews mit Papst Franziskus

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Inhaltsangabe zu „Die Interviews mit Papst Franziskus“ von Franziskus (Papst)

Mit seinen Interviews hat Papst Franziskus immer wieder die Welt überrascht. Seine Aussagen sind authentisch, ehrlich und nicht selten auch unbequem. Wer die Gespräche liest, sieht das Bild einer Kirche von morgen, wie sie sich der Papst vorstellt, immer bezogen auf das Evangelium. Dabei geht es nicht nur um Kurienreform und Kirchenpolitik, sondern viel wichtigere und essenziellere Dinge. Franziskus spricht so, dass ihn die Menschen verstehen und gebraucht Beispiele, die einen berühren und zum Nachdenken anregen. Deshalb ist dieses Buch als einmalige Sammlung vieler Interviews eine der wichtigsten Zugänge zum Denken des Papstes und unverzichtbar für jeden, der wissen will, was Franziskus denkt, wie er handelt und wohin er mit der Kirche will.

gelungene Sammlung der Interviews mit dem Papst

— SeilerSeite

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    Die Interviews mit Papst Franziskus

    SeilerSeite

    12. April 2016 um 14:43

    Von seinem Amtsantritt am 13. März 2013 an erschien Papst Franziskus als Papst der Überraschungen. Ob mit seinen ersten Worten an das Volk auf dem Petersplatz oder mit seinem Schreiben "Evangelii Gaudium" – der neue Pontifex sorgte für jede Menge Gesprächsstoff.Das Buch "Die Interviews mit Papst Franziskus" hat nun fast alle offiziellen Gespräche mit dem Papst dokumentiert. 13 Interviews und 9 Pressekonferenzen im Zeitraum von 2013 bis Ende 2015 zeigen die Anliegen, Hoffnungen und Wünsche von Franziskus in dessen eigenen Worten. Dabei stellen sowohl berühmte Journalisten wichtiger Zeitungen als auch Mitarbeiter einer Obdachlosenzeitung ihre Fragen. Neben den Gesprächen selbst enthält das Buch ein Vorwort des Herausgebers Ludwig Ring-Eifel und eine Einleitung von Luigi Accattoli. Darin macht der langjährige Vatikan-Reporter auf zwei Besonderheiten der Interviews aufmerksam. Zum Einen gibt Franziskus, anders als andere Päpste vor ihm, inhaltlich nicht nur bereits entschiedene Lehrurteile der Kirche wieder, sondern schneidet auch kritische Themen an und lässt Raum für Diskussionen. Zum Anderen gebraucht er eine sehr einfache und direkte Sprache. Auch theologische Fachthemen formuliert er so, dass sie von jedem gut nachvollziehbar sind. Dies entspricht dem Paradigma seiner "missionarischen Wendung nach außen", das er sich als Leitbild für sein Pontifikat gesetzt hat. Die einzigen Stellen, die sprachlich nicht ganz so einfach zu verstehen sind, betreffen die Fachausdrücke, die nicht erklärt werden. Wenn man also im ersten Moment nicht gleich darauf kommt, was primus inter pares bedeutet oder die Investigatio previa meint, muss man selber nachschlagen. Der rote Faden und der Sinn des Gesagten ist jedoch trotzdem immer nachvollziehbar.Die beiden Punkte von Inhalt und Sprache sind auch in den Gesprächen selbst zu spüren. Jedes Interview wird nochmals kurz eingeleitet und Hintergründe sowie Interviewpartner kurz vorgestellt. So findet man gut in das Gespräch hinein und weiß sofort, um was es geht. Wie Accattoli bemerkte, kommen durchaus brisante Themen zur Sprache. Auf Fragen zu Vatileaks, der Stellung der Frau in der Kirche oder der Reform der IOR (Bank des Vatikan) antwortet der Papst ehrlich und meistens sehr direkt. Doch das Besondere des Buches liegt darin, dass durch die vielen verschiedenen Gespräche ein sehr persönliches Bild des Papstes entsteht, und zwar aus seinen eigenen und nicht aus fremden Worten heraus. So erfährt man, dass das schlimmste Erlebnis während der ersten vier Monate des Pontifikats ein Ischiassyndrom war, dass in der schwarzen Aktentasche immer der Rasierapparat mitreist und dass er sich spirituell immer noch als Jesuit fühlt.Im Anhang bietet das Buch noch ein Quellen- und ein Stichwortverzeichnis. Letztes ist besonders praktisch, um gezielt Schlagworte im Text zu finden. Die Interviews sind zwar chronologisch geordnet, sie lassen sich jedoch ebenso gut nach den eigenen Vorlieben durcheinander lesen. Das Layout ist grundsätzlich sehr übersichtlich. Fragen der Presse werden kursiv gesetzt, die deutlichen Absätze und das lockere Schriftbild erlauben ein zügiges Durchlesen. Nicht so einfach ist es natürlich, auch immer die korrekten Anführungszeichen zu verwenden. Diese kommen überhaupt nur im ersten Gespräch vor. Dort öffnen sie mal und schließen nicht oder öffnen doppelt zu Beginn und am Ende von Gesprächsabschnitten. Dies ist jedoch das einzige Manko der Buchtypografie.Insgesamt sind die Interviews mit Papst Franziskus nicht nur für Katholiken interessant. Theologie-Interessierte jeder Konfession finden in den Gesprächen Denkanstöße, Impulse oder auch Widersprüche, die zum eigenen Weiterdenken anregen. Da sich der Papst stets auch mit aktuellen sozialen, politischen und ökologischen Fragen befasst, finden sich auch diese Themen in dem Buch wieder. Bei der Beschäftigung mit den Interviews muss dabei immer die Dualität der päpstlichen Aussagen im Hinterkopf behalten werden. Vieles formuliert Franziskus als seine eigene, persönliche Meinung. Dennoch bleibt er als "Sohn der Kirche" (S. 25) stets der Lehre der Kirche verhaftet und gibt diese ebenfalls wieder. Dies ist theologisch gesehen nicht ganz uninteressant, würde aber den Rahmen dieser Rezension sprengen.Fazit: Eine gelungene Sammlung der offiziellen Gespräche mit dem Papst. Interessant und lesenswert für alle, die mehr über das Denken dieser wichtigen Persönlichkeit erfahren wollen.

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