Franzobel

 3,9 Sterne bei 141 Bewertungen
Autor von Das Floß der Medusa, Die Eroberung Amerikas und weiteren Büchern.
Autorenbild von Franzobel (©Dirk Skiba / Quelle: Hanser Verlag)

Lebenslauf von Franzobel

Ein Leben gewidmet der Kunst: Franzobel, eigentlich Franz Stefan Griebl, geboren am 1. März 1967 in Vöcklabruck, Oberösterreich, ist ein österreichischer Maler, Dramatiker, Lyriker und Schriftsteller. Er absolvierte eine Ausbildung für Maschinenbau an der Höheren Technischen Lehranstalt in Vöcklabruck und studierte anschließend in Wien Germanistik und Geschichte. Schon damals begeisterte er sich für Theater und Schauspiel und war auch als Komparse am Burgtheater in Wien tätig. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt mit seiner Ehefrau Maxi Blaha, die ebenfalls Schauspielerin ist, an wechselnden Orten, darunter Wien und Buenos Aires. 

Alle Bücher von Franzobel

Cover des Buches Das Floß der Medusa (ISBN: 9783442717194)

Das Floß der Medusa

 (81)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Die Eroberung Amerikas (ISBN: 9783552072275)

Die Eroberung Amerikas

 (18)
Erschienen am 25.01.2021
Cover des Buches Wiener Wunder (ISBN: 9783552056909)

Wiener Wunder

 (8)
Erschienen am 28.07.2014
Cover des Buches Rechtswalzer (ISBN: 9783552059221)

Rechtswalzer

 (3)
Erschienen am 28.01.2019
Cover des Buches Schmetterling Fetterling (ISBN: 9783854528722)

Schmetterling Fetterling

 (3)
Erschienen am 01.01.2004

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Franzobel

Cover des Buches Die Eroberung Amerikas (ISBN: 9783552072275)walli007s avatar

Rezension zu "Die Eroberung Amerikas" von Franzobel

Florida
walli007vor 14 Tagen

Im Jahr 1538 macht sich der Eroberer Ferdinand Desoto mit seinem Tross auf den Weg nach Amerika, um Florida einzunehmen und Eldorado zu finden. In seiner Mannschaft kommt ein buntes Volk zusammen. Auch seine ungeliebte Frau ist mit dabei, sie ist die Schwester seiner großen Liebe. Desoto ist auf seinen vorherigen Fahrten reich geworden. Deshalb geht es ihm wohl mehr um den Ruhm. In Havanna zwischengelandet, lässt er seine Frau als Gouverneurin zurück. An der amerikanischen Küste angekommen, treffen die Seefahrer bald auf einheimische Völker. Derweil klagt in der Gegenwart ein Anwalt gegen den damaligen Verkauf des Landes an die Eroberer.


Wieder widmet sich der Autor einem geschichtlichen Ereignis. Die Entdeckerfahrt des Ferdinand Desoto, der auch als Namensgeber einer amerikanischen Automarke gilt, im Spannungsfeld mit der Klage des Anwalts vor einem amerikanischen Gericht, bildet den Rahmen für eine ungewöhnliche Erzählung. Eroberer, Gauner und Seefahrer machen sich auf den Weg nach Amerika. Die Meisten haben ihrer eigenen Gründe, sich auf die Reise zu begeben. In der damaligen Zeit barg das Unterfangen nicht unerhebliche Gefahren. Dies und auch die persönlichen Querelen für zu empfindlichen Verlusten. Doch wie kommt dann ein Anwalt in der Gegenwart dazu, eine Sammelklage einzureichen?


Die Idee, über die Jahrhunderte einen Spannungsbogen zu legen, weckt sofort Interesse. Leider kommt der Prozess, der in der Gegenwart stattfindet, und der Weg des Anwalts dahin, etwas zu kurz. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Eroberungsreise mit ihren vielen sehr unterschiedlichen Teilnehmern und den Eroberten, die selbstverständlich nicht unbedingt, damit einverstanden sind, erobert zu werden. Das Kaleidoskop der Handelnden ist sehr vielfältig und jeder hat eine Geschichte zu erzählen. Wie während einer solchen Eroberung nicht anders zu erwarten, kommt es auch zu einigen Gemetzeln, die manchmal ein wenig schwer verdaulich sind. Der Roman ist in einer witzigen und pointierten Sprache geschrieben, so manches Mal stutzt man, ehe man die Verbindung zieht und ein Lächeln auf den Lippen hat.


3,5 Sterne

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Cover des Buches Die Eroberung Amerikas (ISBN: 9783552072275)Eskalinas avatar

Rezension zu "Die Eroberung Amerikas" von Franzobel

Tragisch, komisch, gut erzählt - auch so kann Geschichte vermittelt werden
Eskalinavor 2 Monaten

„Franzobels neuer Roman ist ein Feuerwerk des Einfallsreichtums und ein Gleichnis für die von Gier und Egoismus gesteuerte Gesellschaft, die von eitlen und unfähigen Führern in den Untergang gelenkt wird.“ (Zitat Kurzbeschreibung)

Ein Feuerwerk beginnt normalerweise etwas zögerlich und meist endet es mit einem großen Knall. Das passt auch zu diesem großen Roman, der sich mit dem wahrscheinlich erfolglosesten Eroberungszug der spanischen Conquista beschäftigt. Was nach ernstem und düsterem Geschichtswissen klingt, entpuppt sich als ein humorvolles und funkensprühendes Abenteuer, von dem man nicht genug bekommen kann.

Neben der tragischen Hauptfigur des Desoto finden sich unzählige Nebenfiguren, viele kleine und kleinste Lebensgeschichten und niemals hat man beim Lesen das Gefühl, hier in trockenes Historikergebiet zu geraten, obwohl das Ganze sehr gut recherchiert wurde und tatsächlich echte Geschichte ist.

Die Figuren haben alle ihre Macken, wie bei Pinocchio tauchen immer wieder zwei Bösewichte auf, die den Roman durchwandern, es gibt gescheiterte Lieben, Ehedramen, Seeräuber, pardon Freibeuter, und jede Menge tiefschwarzen Humor.

Hätte mein Geschichtslehrer in der Schule uns das Wissen auf diese Art und Weise nahe gebracht, ich hätte den Unterricht geliebt. Zuerst bekam ich nicht genug von der interessanten Schreibe des Autors, allerdings fühlte ich mich irgendwann auch ein bisschen erschlagen; mir war, als würde ich auf ein riesiges Wimmelbild sehen, bei dem jede Figur in unablässiger Bewegung ist. Auch wenn mir das Buch letztlich gut gefallen und mich gut unterhalten hat, ein paar Seiten weniger hätten es nicht schlechter gemacht.

Bleibt insgesamt der Leseeindruck, hier trockenes Geschichtswissen lebendig, humorvoll, bisweilen sarkastisch nähergebracht bekommen zu haben. Ein ungewöhnliches Buch, das mich über weite Teile gut unterhalten hat.

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Cover des Buches Die Eroberung Amerikas (ISBN: 9783552072275)Sikals avatar

Rezension zu "Die Eroberung Amerikas" von Franzobel

Von einem der auszog, die Welt zu erobern …
Sikalvor 2 Monaten

Hintergrund von Franzobels neuestem Roman ist die Expedition Hernando de Sotos nach Florida und Goldland, der sich selbst zum Ziel setzte, als größter Eroberer seiner Zeit in die Geschichte einzugehen. Ist ihm nicht so ganz gelungen und so gilt diese Reise als wohl erfolgloseste aller Zeiten. Trotzdem lohnt es sich, Desoto (wie er im Buch genannt wird) zu folgen und seine Reise zu begleiten.

 

1538 beginnt diese Expedition und Desoto startet mit 800 Männern auf seiner Flotte und nimmt Kurs Richtung Florida mit einigen Zwischenstationen. Nur ein Viertel der Mannschaft kehrt wieder in die Heimat zurück – von dem Wunsch ein großer Eroberer zu sein, bleibt nicht viel außer Krankheit und Tod. Finanzieller Reichtum und kulturelle Verbindungen können nicht vorgewiesen werden, sondern Gräueltaten wie Vergewaltigungen, Folter oder Verwüstungen zieren den Weg.

 

„Frag ihn, ob er damit einverstanden ist, dass wir sein Volk als Träger verwenden und seine Frauen vergewaltigen?“

 

Franzobel schafft es mit Ironie und Sarkasmus diesen Feldzug der Zerstörung durch den Süden Amerikas so zu beschreiben, dass es lesenswert (und erträglich) wird. Viele skurrile Charaktere, Cliffhanger und schnelle Szenenwechsel begleiten die gut recherchierten historischen Fakten. Die Gewaltbereitschaft der Konquistadoren erkennt man zwar, durch die vielen humorvollen Dialoge werden diese jedoch ein wenig abgemildert. Zwischendurch wird immer wieder ein Gegenwartsbezug hergestellt. Dies alles mit einer Sprachakrobatik und Wortwitz, was mir sehr gut gefällt.

 

Was ich nicht unbedingt gebraucht hätte, war die Verbindung zu diesem Anwalt, der sich für die Durchsetzung indigener Rechte einsetzt. Er taucht sporadisch auf – meistens dann, wenn ich ihn bereits verdrängt hatte.

 

Ein faszinierender Roman mit dem richtigen Maß an historischen Gegebenheiten und schriftstellerischer Freiheit, der mit Fabulierkunst punktet und Größenwahn in den Fokus stellt. Gerne vergebe ich hier 4 Sterne.

Kommentare: 2
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Gespräche aus der Community

Im Rahmen der INSIDER-Voting-Challenge wollen wir zusammen "Das Floss der Medusa" von Franzobel lesen.

Offiziell beginnt läuft die Leserunde ab dem 01.11.2017 und geht biszum Ende des Monats. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man ein Los dafür.

Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!

Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.


Eine kurze Info, wann ihr mit dem Lesen beginnen wollte, wäre schön, damit man die Leserunde besser abstimmen kann. Viel Spaß beim Lesen!
17 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Franzobel wurde am 01. März 1967 in Vöcklabruck (Österreich) geboren.

Franzobel im Netz:

Community-Statistik

in 236 Bibliotheken

auf 63 Wunschzettel

von 85 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

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