Frauke Berger

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autorin von Grün 1 und Grün 2.

Lebenslauf von Frauke Berger

(K)Eine Parabel auf unsere Gesellschaft: Frauke Berger ist 1991 in Gengenbach, in Baden-Württemberg, geboren. Sie studierte in Münster Design und legte ihren Schwerpunkt auf Illustration. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie als freiberufliche Illustratorin. Während ihrer Studienzeit ist ihr Projekt „Grün“ immer weiter gewachsen und im Frühjahr 2018 erschien schließlich der erste Band der zweiteiligen Comic-Reihe. Die Geschichte handelt von einem immer kleiner werdenden Planeten, der von einer grünen Seuche bedroht ist und der Nomadin Lis, die nach einer Lösung für das Problem sucht. Während Anspielungen auf eine Gesellschaftskritik und die Verschwendung von Ressourcen deutlich werden, konstatiert Berger, dass „Grün“ nicht direkt als Parabel konzipiert ist. Bergers Interessen für Wissenschaft, Insekten und Mechanisches beeinflussen ihren besonderen Zeichenstil.

Alle Bücher von Frauke Berger

Grün 1

Grün 1

 (3)
Erschienen am 22.02.2018
Grün 2

Grün 2

 (0)
Erschienen am 01.03.2019

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MosquitoDiaos avatar

Rezension zu "Grün 1" von Frauke Berger

grüner Sci-Fi
MosquitoDiaovor 4 Monaten

Farbenpracht

Natürlich können schwarz-weiß-Illustrationen ebenfalls eine tolle Wirkung erzielen, aber die meisten sind sich sicher einig, dass ein farbenreicher Kontrast einfach ein Hingucker ist. Frauke Berger ist hier nicht nur Autorin, sondern eben auch Illustratorin und hat mich von den ersten Seiten an mit ihrem Stil gefangen genommen. Die Farben und die Zeichenart harmonieren in meinen Augen wirklich gut miteinander und erschaffen ein Bild, das perfekt aufeinander abgestimmt ist und auch für die richtige Atmosphäre sorgt.

Außergwöhnliches Setting

Ich muss gestehen, dass mich der Anfang doch erst einmal verwirrt hat, definitiv auch neugierig gestimmt, aber in erster Linie konnte ich die Puzzleteile nicht wirklich zusammenfügen. Man befindet sich in einer anderen, neuen Zeit, die viele unbekannte Umstände und Ereignisse für einen bereithält, im ersten Moment wurde man aber mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen.
Dies legt sich aber zum Glück schnell, wenn für mich persönlich auch nie ganz, und ein roter Faden war erkennbar.
So kann man nun erste Eindrücke vom sogenannten grünen Planeten und seine unterschiedlichsten Einwohner gewinnen.

Ideenvielfalt

Ja, dieser Punkt spiegelt sich natürlich auch schon im Setting wieder. Allerdings finde ich es fast noch erstaunlicher unterschiedliche Lebensformen zu erschaffen. Und genau damit hat Frauke Berger meinen Geschmack getroffen. Denn nicht nur Lis sorgt für einen facettenreichen und geheimnisvollen Charakter, sondern auch jene, denen sie auf ihrem Weg begegnet. und nicht zuletzt die Seuche selbst!

Denkanstöße

Immer wieder ein beliebter Aspekt von mir. Aber ich finde es eben einfach fantastisch, nicht nur unterhalten, sondern auch angeregt zu werden, mich mit gewissen Thematiken und Umständen näher auseinanderzusetzen.
Denn das Schicksal des grünen Planeten wirkt im ersten Moment eventuell ein wenig überholt, klingt in meinen Ohren aber alles andere als unrealistisch.
Was passiert dann mit der Menschheit? Was tun wir unserer Umwelt damit an?
Aber auch zwischenmenschliche Beziehungen werden hier nicht außer Acht gelassen und spielen einen wichtigen Faktor.

Die Neugier ist geweckt!

Aus den anderen Punkten konnte man sicherlich schon herauslesen, dass die Autorin mit „Grün“ einfach meinen Geschmack getroffen hat.
Aber hier kommen einige Aspekte zusammen, die in meinen Augen ein raffiniertes Werk ergeben. Denn auch, wenn mir der Anfang ein wenig verworren vorkam, zeigt es nur umso mehr, was für eine vielfältige und neue Welt hier auf die Leser wartet, was für facettenreiche und interessante Charaktere man begleiten kann und was für eine unbekannte Welt sich hier eröffnet!
So sehr ich mich auch schon auf den zweiten band freue, bin ich doch auch ein wenig traurig, dass diese Geschichte so schnell wieder ein Ende finden wird, denn nach diesem Auftakt, könnte die Reihe gar nicht lang genug für mich sein!

FAZIT

Frauke Berger hat mich mit ihrem Debütcomic Grün wahrlich überrannt. Der Einstieg ist mir zwar ein wenig schwer gefallen, hat aber einfach den Hintergrund, dass hier eine komplexe Welt aufgebaut wurde, von der man gar nicht genug erfahren kann!
An Lis Seite hat man die Chance erste Einblicke in die neue Gesellschaft und das Leben auf dem grünen Planeten zu erlangen und kann erahnen, was einem in der Fortsetzung noch bevorstehen wird – ich freue mich jetzt schon!

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Niccitrallafittis avatar

Rezension zu "Grün 1" von Frauke Berger

Ein kluger Genre-Mix, der zum Nachdenken anregt
Niccitrallafittivor 7 Monaten

Auf der Leipziger Buchmesse habe ich den Splitter Verlagsstand besucht und Max getroffen, der für die Blogger-Relations zuständig ist und mir prompt Frauke Bergers Comicdebüt Grün in die Hand gedrückt hat. Dass die Autorin zu dem Zeitpunkt auch noch zum Signieren vor Ort war, war natürlich das Sahnehäubchen.

Schon das Cover und die ersten Seiten, durch die ich direkt blättern mussten, sowie der Inhalt haben mich neugierig gestimmt. Es klang wie eine spannende Mischung aus Postapokalypse und Sci-Fi und ich wurde nicht enttäuscht.

„Grün“ ist vieles, aber nicht in eine Schublade einsortierbar – steht auf der Rückseite des großformatigen Hardcoverbuches. Und genau das kann ich nur bestätigen. Ich habe das Comic vor wenigen Tagen gelesen und denke zwischendurch immer mal an die Handlung und einzelne Aspekte zurück, die auf 56 Seiten geschildert wurden. Im Prinzip geht es um die Nomadin Lis, die durch die Gegend reist, um der mysteriösen Seuche zu entkommen. Auf ihrer Reise trifft sie jedoch auf ungewöhnliche Zustände und erkennt, dass sie von der Vergangenheit eingeholt wird und Lösungen finden muss.

Die Zeichnungen sind hauptsächlich in Grün- und Gelbtönen gehalten, werden zwischendurch durch lilane Farben aufgelockert, wodurch man eine klare Trennung der Tages-/Nachtzeit erkennt, was wiederum für eine andere Atmosphäre beim Lesen sorgt. Die Bilder sind an sich super detailreich, sodass ich situativ sehr lange auf einzelnen Seiten verharrte, um auch nichts zu verpassen. Auch gibt es Zeichnungen, die sich über ganze Seiten streckten, was ich richtig cool fand. Auf jeder einzelnen Seite im Comic gab es unfassbar viel zu entdecken und ich werde es definitiv noch ein weiteres Mal lesen. Das Comic ist in zwei Kapitel aufgeteilt, wovon mir das zweite aufgrund der Bedeutung der Tiefgärten am besten gefallen hat. Die Atmosphäre wurde plötzlich sehr düster und hat mich total mitgerissen.

Trotz der geringen Seitenanzahl gab der Inhalt einiges her – Themen wie Umwelt, Freundschaft und Mut wurden gekonnt dargestellt und gaben Impulse zum Nachdenken und somit zur aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte. Grundsätzlich empfand ich die Thematik als ziemlich speziell, als wichtig und als substanziell, sodass noch viel mehr gefüllt werden könnte, als zwei Comics mit jeweils knapp 60 Seiten, was keinesfalls böse gemeint ist, im Gegenteil. Sehr gerne würde ich somit noch viel mehr über die Arche, über die Seuche und den Planeten erfahren, ebenso über Lis‘ Herkunft und ihre Motivation und hoffe somit sehr, dass das im zweiten Band näher beschrieben wird. Leider blieben die Charaktere für mich bisher noch relativ blass.

Über den Inhalt möchte ich nicht zu viel verraten, ich kann euch nur empfehlen, euch das Comic mal näher anzuschauen, wenn man ein Freund von postapokalyptischen Settings, ökologischen Aspekten und Sci-Fi Anteilen ist. Es gibt viel her und ist wahrlich nicht schubladisierbar.

Grün konnte mich durch die wunderschönen Zeichnungen und Farben sowie die interessante, neue Thematik beeindrucken und hat gleichzeitig viel Spielraum für eigene Interpretationen gelassen. Sehr gerne würde ich in der Fortsetzung mehr über einzelne Aspekte, wie beispielsweise die Seuche und die Strukturen auf dem Planeten, erfahren.

Vielen Dank an den Splitter Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Flaventuss avatar

Rezension zu "Grün 1" von Frauke Berger

Individuell. Einzigartig. Erfrischend anders.
Flaventusvor 9 Monaten

Für dieses Erstlingswerk braucht der Leser ein bisschen Geduld. Auch wenn Leser von Graphic Novels vielleicht etwas schneller durch die Geschichten lesen, so verlangt dieses Buch ein bisschen mehr, damit sich dem Leser der Sinn und damit auch die Einzigartigkeit dieses Buchs erschließt.

 

Aller Anfang ist schwer

Das gilt vor allem für den Anfang, der mehr verwirrt als erzählt. Nicht nur die Zeichnungen erscheinen ungewöhnlich, sondern auch die Geschichte scheint anfangs sinnbefreit zu sein. Erst nach und nach werden die Puzzleteile dem Leser offenbart, so dass sich nur langsam ein stimmiges Bild ergibt. Das ist es, was diese Graphic Novel derart ungewöhnlich und einzigartig erscheinen lässt.

Setzt man sich als Leser mit diesem Buch ersteinmal ein wenig auseinander und nimmt man sich die Zeit, das Buch ein zweites Mal zu lesen, so erschließt sich diese durch und durch phantastische Welt mit ihren vielen Ideen. Deswegen sagte ich eingangs, dass sich der Leser für dieses Buch Zeit nehmen muss.
Das gilt im Übrigen auch für die Botschaft der Story, die für jeden Leser anders ausfallen dürfte. Sehen die einen in diesem Buch eine Science-Fiction-Erzählung, so mag es für andere eher ein Ökomärchen sein, das einen wesentlichen Bezug zur menschlichen Ressourcenvergeudung auf der Erde nimmt.

 

Illustrationen

Es ist durchaus ungewöhnlich, dass sowohl Story als auch Zeichnungen aus einer Feder stammen. Ich glaube, das ist ein Grund, weshalb Grün in einem derartigen ungewöhnlichen und einzigartigen Licht erscheint. Frauke Berger zeigt dabei einen vollkommen individuellen Stil, der sich nicht an den vorhandenen Werken des Genres orientiert. Das macht die Optik des Buchs so angenehm anders.

Dabei spielt die Autorin durchaus gekonnt mit der Farbgebung der jeweiligen Settings, so dass die Stimmungen gut zur Geltung kommen. Hin und wieder lohnt es sich dabei durchaus den Text mal Text sein zu lassen, und sich ganz den Bildern zu widmen.

 

Fazit

Diese Graphic-Novel ist in dieser Form ein individuelles und einzigartiges Werk, das ich so bisher noch nicht gesehen habe. Dabei sprudeln nicht nur neue erzählerische Ideen aus dem Buch, sondern auch eine unverwechselbare Illustration.

Wer keine Angst vor neuen Darstellungen hat und sich gern auf anderen literarischen Pfaden bewegt, der sollte einen Blick riskieren und sich diesem Buch widmen. Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Geschichte als Zweiteiler angelegt ist und das Buch offen endet. Wann der zweite Teil erscheint, steht derzeit noch nicht fest.


Diese und weitere Rezensionen finden sich auf meinem Bücherblog.

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