Frauke Geyken

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Wir standen nicht abseits

Wir standen nicht abseits

 (3)
Erschienen am 09.05.2014
Freya von Moltke

Freya von Moltke

 (1)
Erschienen am 23.08.2012

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Wir standen nicht abseits" von Frauke Geyken

Widerstand gegen das Nazi-Regime - von vielen Frauen (mit)getragen
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Nicht nur Männer engagierten sich im Widerstand gegen Hitler. Sie sind (leider?) nur viel präsenter. 
Die Erinnerung an die meisten Widerstandskämpferinnen mit Ausnahme von Sophie Scholl fristet ein untergeordnetes Ansehen. 

Warum? Weil es „Nur-Hausfrauen“ sind, die Flüchtige verstecken, die ihren im Widerstand tätigen Männern den Rücken freihalten?

 Historikerin Frauke Geyken nimmt uns mit auf die Spurensuche nach Frauen, die nicht abseitsstanden, sondern unter Einsatz des eigenen Lebens und der ständigen Gefahr ihre Liebsten dem Nazi-Terror auszusetzen, Widerstand leisteten.

Neben Sophie Scholl stellt uns Frauke Geyken folgende Frauen vor:

• Kommunistin Antje Havemann
• Cato Bontjes van Beek (Mitglied der Widerstandsgruppe “Rote Kapelle”)
• Annedore Leber (an der Seite der Attentäter vom 20. Juli)
• Rosemarie Reichwein unterstützte den "Kreisauer Kreis"
• Marie Louise von Scheliha (war teilweise in die Pläne ihres Mannes eingeweiht)

Diese Frauen stehen stellvertretend für alle jene Frauen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens dem Nazi-Terror Widerstand leisteten und beinahe vergessen sind.

Dass wir so viel über die Aktivitäten der „Weißen Rose“ der Geschwister Scholl wissen, ist vor allem Inge Aicher-Scholl zu verdanken, die es sich als Lebensaufgabe gemacht hat, das Andenken von Sophie und Hans, die beide 1943 hingerichtet wurden, hoch zu halten.

Annedore Leber, Rosemarie Reichwein und Marie Louise von Scheliha unterstützten ihre Männer. Sie waren mehr oder weniger in deren Aktivitäten eingeweiht. Nach der Hinrichtung der Männer mussten sie ihr Leben und das ihrer Kinder neu organisieren. Immer unter dem Damoklesschwert der „Sippenhaftung“ und Diffamierung als Familienmitglieder von Verrätern. Sie wurden angefeindet und die Behörden verweigerten ihnen häufig Renten bzw. Entschädigungen.

Fazit:

Eine Hommage an alle (oft unbekannten) Frauen, die es mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, geschafft haben, dem Nazi-Regime die Stirn zu bieten. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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Sikals avatar

Rezension zu "Wir standen nicht abseits" von Frauke Geyken

„Vergessen Sie mich nicht“
Sikalvor einem Jahr

Viel wurde bereits über die Männer rund um das Juli-Attentat auf Hitler geschrieben. Dass hinter den Männern Frauen stehen, die diese unterstützen oder den Rücken frei halten, wird oftmals als selbstverständlich erachtet und nicht diskutiert.

Die Autorin Frauke Geyken, Historikerin und Publizistin, gibt diesen Frauen eine Stimme. Stellvertretend für viele Frauen, die aktiv oder passiv den Widerstand gegen das Naziregime unterstützten, befasst sich dieses Buch hauptsächlich mit: Antje Hasenclever sowie Cato Bontjes van Beek, die selbst im Widerstand aktiv waren. Sophie Scholl, die gemeinsam mit ihrem Bruder Hans in der Weißen Rose Widerstand leistete, indem Flugblätter fabriziert und verteilt wurden. Sophie Scholl wurde im Februar 1943 hingerichtet.

Die Frauen Annedore Leber, Rosemarie Reichwein und Marie Louise von Scheliha unterstützten ihre Männer, waren mehr oder weniger in deren Aktivitäten eingeweiht und mussten nach der Hinrichtung der Männer ihr Leben und das ihrer Kinder organisieren bzw. schützen. Ebenso Platz findet in diesem Buch Inge Aicher-Scholl, die seit Kriegsende bemüht ist, die Erinnerung an ihre ermordeten Geschwister hoch zu halten.

Viele der Frauen waren Zeit ihres Lebens von diesen Jahren in der Diktatur geprägt. Sie mussten – auch nach Beendigung des Krieges – mit vielerlei Anfeindungen kämpfen, die Männer wurden teilweise als Verräter abgestempelt, Renten bzw. Entschädigungen wurden ihnen verweigert. Respektloses Verhalten ihnen gegenüber stand an der Tagesordnung und ohne die Hilfe von Freunden hätten sie keine Möglichkeit gefunden, um ihren Alltag zu bestreiten.

Während Sophie Scholl durch einige Bücher und Filme bekannt ist (dies wurde von ihrer Schwester Inge gefördert), hatte ich zu den übrigen starken Frauen keinen Bezug. Sehr informativ beschreibt die Autorin Kindheit, Jugend und Familienhintergründe der einzelnen Frauen, deren Einstieg in den Widerstand, ihren Idealismus, ihr kritisches Denken und zuletzt auch ihren Mut das Schicksal zu ertragen.

„Der Ursprung war sozusagen eine Nottat von Menschen, die im Dritten Reich leben mussten, die nicht absehen konnten, wie das enden würde, und wünschten, dass es enden solle, aber nichts dazu tun konnten, unmittelbar, dass es ende, und doch weiterleben mussten, bis es dann soweit war. Diese Menschen haben sich zusammengefunden und darüber gesprochen, wie es aussehen könnte und müsste und sollte, wenn es einmal vorüber war. Das ist der Ursprung.“

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