Fredéric Armand Strubberg Armands Werke / Ralph Norwood

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Inhaltsangabe zu „Armands Werke / Ralph Norwood“ von Fredéric Armand Strubberg

Mit Ralph Norwood legte Fredéric Armand Strubberg im Jahr 1860 den umfangreichsten Roman seiner Karriere vor und schuf mit dem Titelhelden eine seiner düstersten und gleichzeitig gelungensten Figuren. Mit einer Mischung aus Abscheu, Bangen und Hoffen verfolgt der Leser den Lebensweg eines sich immer weiter in Schuld und Verbrechen verstrickenden Antihelden, den er am Todestage des Vaters als charakterschwachen, wiewohl mit guten Anlagen versehenen jungen Mann kennenlernt. Ralph Norwood, Sohn eines Ansiedlers an der Indianergrenze und einer Seminolenfrau, war von seinem Vater im Alter von sechs Jahren auf eine Schule in Columbus geschickt worden, um ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Schon bald war Ralph dort an die falschen Freunde geraten, dem Spiel und dem Alkohol verfallen, und so versäumt er trotz rechtzeitiger Benachrichtigung von dessen schwerer Erkrankung den Tod seines Vaters, dem er zur Tilgung seiner Spielschulden sogar das Vieh gestohlen hat. Zwar bereut Ralph in der unmittelbaren Trauer um den Verlust des Vaters seine Jugendsünden, die ihm dieser noch auf dem Sterbebett vergeben hat, doch verfällt er schon bald wieder den Verlockungen seines früheren Lebens. Vor dem historischen Hintergrund der Seminolenkriege in Florida entwarf Strubberg mit Ralph Norwood eine facettenreiche Abenteuererzählung, die mit Seeräubern, Familienintrigen und politischen Verschwörungen Elemente des zeitgenössischen Sensationsromans zitiert und damit die Grenzen des eigentlichen Wildwestromans sprengt. Thematisch ging der Autor damit erstmals weit über seine eigenen Erfahrungen während seiner Amerikaaufenthalte hinaus. Auch deshalb stellt der Roman eine deutliche Zäsur in Strubbergs literarischem Schaffen dar und ist wegweisend für nachfolgende Werke aus der mittleren Periode wie Saat und Ernte (AW-MA X) und In Süd-Carolina und auf dem Schlachtfelde von Langensalza (AW-MA XIII). Der Band enthält neben dem zeichengetreuen Text auch das Frontispiz aus der Erstausgabe von 1860. Zur Edition: Die Marburger Ausgabe macht das Werk dieses zu Unrecht nahezu vergessenen Meisters der klassischen deutschen Abenteuerliteratur in seiner Gesamtheit und in ursprünglicher Gestalt dem Leserpublikum erstmals zugänglich. Zugleich werden der literaturwissenschaftlichen Forschung damit zuverlässige, nach den Erstdrucken sorgfältig edierte Texte an die Hand gegeben. Ein Variantenapparat enthält die Lesarten aller autorisierten Fassungen, und ein kurzer Abriss zur Entstehungs- und Editionsgeschichte der enthaltenen Romane rundet jeden der bibliophil gestalteten Bände ab.

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