Fred Bodsworth

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Der Fremde von Barra, Kanina und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Fred Bodsworth

der letzte Eskimobrachvogel

der letzte Eskimobrachvogel

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Erschienen am 01.01.1977
Lauft, Füsse, lauft

Lauft, Füsse, lauft

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Erschienen am 01.01.1969
Kanina

Kanina

 (1)
Erschienen am 01.01.1996
Last of the Curlews

Last of the Curlews

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Erschienen am 24.05.2011
Lauft, Füße, lauft

Lauft, Füße, lauft

 (0)
Erschienen am 01.02.1991

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Rezension zu "der letzte Eskimobrachvogel" von Fred Bodsworth

Die Bestie Mensch
Buchperlenblogvor 2 Jahren

"Und manchmal wurden bei Nordoststürmen ungeheuer viele Brachvögel vom Wind an die Küste von Neuengland geweht, wo sie gelegentlich völlig erschöpft niedergingen. Die Jagd auf sie war dann ein leichtes, und wenn sie davonfliegen wollten, konnte man sie ohne weiteres niederknüppeln." (S.52)

Inhalt
Wie der Titel es schon vermuten lässt, geht es in diesem schmalen Büchlein um den letzten Eskimobrachvogel. Wir begleiten den kleinen Vogel auf seiner langen und beschwerlichen Reise von Argentinien bis hinauf an die arktischen Küsten, wo seine Brutstelle ist. Dort wartet er bereits seit fünf Jahren auf ein Weibchen. Der Instinkt sagt ihm, dass er Nachwuchs zeugen muss, aber es kommt einfach kein Weibchen. Nach etlichen Wochen des vergeblichen Wartens schließt er sich einem Schwarm Regenpfeifer an, um den tausende Kilometer langen Flug zurück nach Argentinien zurückzulegen, um sich, einmal dort angekommen, im nächsten Jahr wieder auf die Reise zu begeben.

Rezension
Keine leichte Lektüre. Wer denkt, dass es sich hierbei um eine lustig veranschaulichte Reise á la kommentierte Tierdokumentation handelt, der liegt falsch. Das Buch ist von Grund auf traurig. 

Fred Bodsworth gelingt es, sehr detailliert zu beschreiben, wie sich der Vogel bewegt, wie er lebt, wie er instinktiv handelt. Sein Leben widmet er der Wanderung. Im Frühling fliegt er an die kanadische Küste, wo die Brutstellen sind. Das Winterquartier jedoch ist im Süden des Landes, in Brasilien und Argentinien. Die Reise ist lang, Klima und Umwelt heimtückisch. 
Und dann gibt es natürlich auch uns. Den Menschen. Eingestreut in die Reise des Brachvogels wurden originale Artikel aus wissenschaftlichen Abhandlungen, Zeitungen etc., die den Spießrutenlauf des Vogels aufzeichnen. Erstmals gesichtet wurde die Gattung Ende des 18. Jahrhunderts. Der Eskimobrachvogel entwickelteniemals eine natürliche Scheu vor uns, landete auf den Feldern der Bauern und wurde somit zum Schädling erklärt, den man niederschießen konnte. Wurden nun also die dichten Schwärme der wandernden Vögel gen Norden oder Süden beobachtet, sahen die Menschen es als Sport an, diese Vögel in Scharen vom Himmel zu holen.

"Fünfundzwanzig bis dreißig Männer schossen an einem einzigen Tag zweitausend Brachvögel." (S. 45)

Aus den Millionenbeständen wurden zusehends weniger, bis die Gattung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahezu ausgerottet war. 

Unser Eskimobrachvogel ist eines der letzten lebenden Exemplare, auf der verzweifelten Suche nach einem Weibchen. Das Schicksal will es, dass ihm auf seiner erneuten Reise endlich eines begegnet. Sie treten gemeinsam den Weg in den Norden an. Doch sie kommen nie zusammen an. Und die Schuld daran trifft allein uns Menschen. Dieses entsetzliche Bestreben des Menschen, alles auszurotten, ob wissentlich oder nicht, ist äußerst beispielhaft und macht mich krank. Es macht mich wütend und es beweist einmal mehr, dass der Mensch die schlimmste Krankheit ist, die die Natur jemals hervorgebracht hat. 

Fazit
Leider ist dieses Buch vergriffen, kann aber noch über diverse Antiquariate zu einem sehr moderaten Preis erworben werden. Wer sich also für die Natur interessiert, der sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen. Je mehr Menschen solches lesen, umso größer ist die Hoffnung, dass wir uns eines Tages ändern.

"Schönheit und Geist eines Kunstwerks können nachgebildet werden, auch wenn es zerstört ist; eine verschwundene Harmonie vermag den Komponisten von neuem zu inspirieren; doch wenn eine Gattung von Lebewesen dahin ist, müssen Himmel und Erde vergehen, bevor es sie wieder geben kann."
C. William Beebe

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