Fred Chappell Dagon. Ein unheimlicher Roman.

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Inhaltsangabe zu „Dagon. Ein unheimlicher Roman.“ von Fred Chappell

Mit dem "Cthuhlhu-Mythos" und seinem Pantheon überirdischer Wesen (in Ermangelung eines besseren Ausdrucks "Götter" genannt) schuf der amerikanische Schriftsteller H. P. Lovecraft -- unangefochten der bedeutendste Verfasser unheimlicher Phantastik im zwanzigsten Jahrhundert -- eine populäre Mythologie des Schreckens, die nach seinem Tod von zahlreichen Schriftstellern weiter ausgebaut wurde. Mit Dagon ist nun -- mehr als dreißig Jahre nach der Erstveröffentlichung in den USA -- erstmals einer der interessantesten und literarisch anspruchsvollsten Beiträge zum Lovecraftschen Kosmos in deutscher Übersetzung erschienen. Dagon schildert das Leben des Methodistenpaters Peter Leland, dessen wohlgeordnetes Leben nach der Begegnung mit einer seltsamen, halb-menschlichen Mischlingsfrau namens Mina gründlich aus den Fugen gerät. Lelands Niedergang führt, nachdem er seine Frau ermordet hat und zunehmend tiefer in den Bann seiner Obsessionen gerät, durch Schmerz und Demütigung über eine Begegnung mit dem Fischgott Dagon in den Tod -- und damit in eine neue Existenz. Der Nachdruck und die Vehemenz, mit der Fred Chappel diesen Niedergang verfolgt, ihn akribisch in einer bis zur Kantigkeit kargen Sprache schildert, haben unter den zahlreichen Lovecraft-Epigonen nicht ihresgleichen. Chappel, der in den amerikanischen Südstaaten als literarische Größe gilt, verbindet (das höchst informative und kenntnisreiche Nachwort des Herausgebers Frank Rainer Scheck hebt es deutlich hervor) Elemente der Südstaaten-Literatur in der Tradition William Faulkners mit denen des materialistischen, existenzialistischen Kosmos von H. P. Lovecraft, in dem der Mensch eine unbedeutende Randerscheinung ist -- Zufall und Notwendigkeit aus literarischer Sicht. So wandelt sich der Roman vom psychologischen zum philosophischen Horror, wirft Fragen nach dem Sinn menschlicher Existenz, menschlichen Strebens in einem gleichgültigen Universum auf und veranschaulicht seinen philosophischen Standpunkt, indem er seinem Protagonisten Unerträgliches aufbürdet. Nicht "vom Himmel durch die Welt zur Hölle" führt der Weg von Peter Leland, sondern durch die Hölle Welt hin zur Transzendenz im Augenblick des Todes: Ein aufwühlendes, quälendes Buch, ein vergessenes Kleinod der Phantastik. Und obendrein, in der deutschen Ausgabe mit ihren informativen Nachbemerkungen und Erläuterungen, in einer vorbildlichen Edition. --Joachim Körber
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