Fred Dewilde Bataclan: Wie ich überlebte

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Bataclan: Wie ich überlebte“ von Fred Dewilde

Die Realität ist nur ein Puzzle aus verschiedenen Wirklichkeiten.
Dies ist nur ein Teil des Ganzen.
Die ist mein Bataclan.

Freitag, der 13. November 2015. An diesem verhängnisvollen Tag stürmen fundamentalistisch-religiös motivierte Attentäter das KonzertCafé Bataclan in Paris und töten wahllos unschuldige Konzertbesucher. Unter den Anwesenden ist auch der Comiczeichner Fred Dewilde. Stundenlang harrt er zwischen Toten und Verletzten aus, während die Terroristen wüten. Seine traumatischen Erlebnisse in den Stunden zwischen Bangen und Hoffen hat er in einer eindrucksvollen Graphic Novel festgehalten. Ein bewegendes Zeugnis gegen fundamentalistischen Terrorismus.

Dieses Buch ist sicherlich keine leichte Kost und der Leser dieser Graphic Novel sollte sich darauf einstellen.

— Flaventus

Stöbern in Comic

Timeless - Retter der verlorenen Zeit

Könnte ich 1000 00 ⭐Sterne vergeben würde ich dies tun, einfach nur WOW WOW WOW mein highlight des Jahres 2017 💕💕💕💕

Shaaniel

Dreamin' Sun 1

Die Konstellationen der Personen, das Setting und weil es von Ichigo Takano ist, verspricht eine packende Geschichte!

Sirene

Die Stadt der Träumenden Bücher - Buchhaim

Eine wunderbare Umsetzung des Buches "Die Stadt der träumenden Bücher" - ein bildgewaltiges Abenteuer

kleeblatt2012

Das Tagebuch der Anne Frank

Ansprechende Adaption zum Graphic Diary, durch die starke Zusammenstreichung der Vorlage entstehen aber leider manchmal Lücken und Holperer.

Irve

Auweia!

Eine witzige Cartoonsammlung zum täglichen Schmunzeln. Einfach und genial!

DonnaVivi

Helden der östlichen Zhou-Zeit - Band 1

Ich habe viel gelernt!

Traubenbaer

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • ‚Getränkt vom Blut von Opfern und Tätern gehöre ich nun zu dem Teil der Menschheit [...].'

    Bataclan: Wie ich überlebte

    sabatayn76

    18. November 2017 um 19:47

    ‚Getränkt vom Blut von Opfern und Tätern gehöre ich nun zu dem Teil der Menschheit, der den Geruch, den Geschmack des Grauens, des Unfassbaren kennt.‘Als Fred Dewilde am 13. November 2015 mit Freunden ins Pariser Bataclan geht, freut er sich auf einen unterhaltsamen Abend und das Konzert der US-amerikanischen Rockband Eagles of Death Metal. Was dann passiert, verändert sein zukünftiges Leben nachhaltig: Das Bataclan wird an diesem Abend eines der Ziele des Islamischen Staates, als an fünf verschiedenen Orten in Paris Attentate durchgeführt wurden, bei denen 130 Menschen starben und fast 700 verletzt wurden, davon beinahe 100 schwer. In ‚Bataclan. Wie ich überlebte‘ erzählt Dewilde von den Ereignissen vor Ort, von seinem Überleben und von seinem Leben nach dem Überleben, wobei das Letztgenannte den größten Raum im Buch einnimmt und zudem nicht als Graphic Novel, sondern als längerer Fließtext abgedruckt ist. ‚Bataclan. Wie ich überlebte‘ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite beeindruckt: die detaillierten Zeichnungen in S/W, die unheimliche Darstellung der Attentäter als Skelette mit Totenschädeln und Kalaschnikows, die berührenden Schilderungen des Überlebens und der Zeit danach. Dewildes Schilderungen vom Attentat selbst bringen dem Leser das Grauen nahe, das der Autor im Bataclan erlebt hat. Dabei beschreibt Dewilde seine Angst, die Ungewissheit, was als nächstes kommt, und die Unsicherheit bezüglich der genauen Umstände und des Schicksals seiner Freunde sehr anschaulich und zeigt zudem die große Menschlichkeit, die er unter den Opfern erfahren und die er selbst vermittelt hat. Im eigentlichen Graphic Novel-Teil, der damit endet, wie der Autor nach den Anschlägen nach Hause geht, findet Dewilde knappe, aber passende Worte, um seine Gedanken und Gefühle mit dem Leser zu teilen. Im zweiten Teil des Buches, in dem es um die Verarbeitung des Traumas geht, erzählt Dewilde ausführlich von Flashbacks, Filmrissen, Vermeidungsverhalten und panikartigen Zuständen, wobei er die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung sehr eindringlich und realistisch beschreibt. Hier erfahren wir auch von seiner Herkunft aus einem Problemviertel, von der wachsenden Radikalisierung in diesen Stadtteilen/Vorstädten sowie von Schuldgefühlen, die so viele Überlebende oft empfinden. Dieser Teil des Buches kommt fast ohne Bilder aus, und die Texte zu den verschiedenen Themen und Aspekten seines Überlebens empfand ich als ebenso klug, komplex und pointiert wie eindrucksvoll und bewegend. Wer sich für das Thema interessiert, dem lege ich zudem ‚Katharsis‘ von Rénald 'Luz' Luzier ans Herz, in der er den Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift 'Charlie Hebdo' am 7. Januar 2015 behandelt, bei dem er zwar selbst nicht vor Ort war, durch den er jedoch enge Freunde und Kollegen verloren hat.

    Mehr
  • Dieses Buch kann keinen kalt lassen

    Bataclan: Wie ich überlebte

    Flaventus

    27. September 2017 um 09:31

    Bataclan am Freitag, den 13. November 2015. Sagt das irgendjemanden etwas? Wenn ich jetzt allerdings von einem Pariser Rockclub spreche, in dem ein terroristisches Attentat verübt wurde, wird bei den meisten wohl der Groschen fallen. Heutzutage scheint es so weit entfernt zu sein, dass seinerzeit 84 Menschen den Tod fanden. Erschossen von Terroristen, die wahllos im Lokal das Feuer eröffnet und Handgranaten in die Menge geworfen haben. Mit dabei war der Autor dieses Buchs Fred Dewilde, der sich seinen Lebensabend als Grafiker und Designer verdient. Was geht in einem Menschen vor, der ein solches Attentat live miterlebt hat und zwei Stunden in der Gewalt der Täter gewesen ist?   Eindringliche Illustrationen Mit sehr eindringlichen Schwarz-Weiß-Grafiken zeigt Dewilde ein Bild, wie er es in Erinnerung hat. Teils abstrahiert und dennoch sehr mitreißend erzählt er seine Geschichte, ohne dabei explizit die Folgen der Gewalt darzustellen. Allerdings heißt das nicht, dass dieses Buch für Kinder geeignet ist, können die Schilderungen zuweilen verstörend auf Kinder wirken. Die Grafiken sind aber nur ein Teil des Buchs, denn nur die ersten 20 Seiten erzählen die Geschichte von Dewilde in ausdrucksstarken Bildern. Danach folgen 27 Seiten hauptsächlich Text, in dem der Autor näher auf das eingeht, was passiert und was in ihm vorgegangen ist.   Berührender Text Dieser erzählerische Teil fokussiert sich dabei eher auf den Teil nach den Ereignissen und wie er sie erlebt hat. Dabei lässt er zuweilen seinen Gedanken freien Lauf und schießt vereinzelt über das Ziel hinaus, wenn er den ein oder anderen Missstand in der Gesellschaft anprangert. Der Text wird mitunter politisch und prangert vor allem die französische Politik an. Dies nimmt allerdings einen relativ kleinen Teil der Geschichte ein. Der Leser taucht dafür tiefer in seine Gefühlswelt ein, wobei man merkt, dass es Dewilde merklich schwer fällt die passenden Worte zu finden. Und dem Leser dürfte es schwer fallen, seine Situation nur ansatzweise nachzuempfinden.   Mix aus Text und Illustration Schon beim Lesen des Buchs dachte ich, dass er sicherlich zuerst die Geschichte aufgeschrieben und dann gezeichnet hat. Ich weiß gar nicht mal, warum dem so ist und was den Eindruck hinterlassen hat, den der Autor später auch bestätigt. Das Zusammenspiel von der ersten Seiten mit der bildgewaltigen und eindrucksvollen Graphic Novel gepaart mit den darauf folgenden Erzählungen ist sehr stimmig. Manches kann man einfach nicht in Form einer Graphic Novel darstellen.   Fazit Dieses Buch kann keinen kalt lassen. Es nimmt den Leser mit auf eine Reise in die Abgründe der Menschlichkeit. Das ist sicherlich keine leichte Kost und der Leser dieser Graphic Novel sollte sich darauf einstellen. Der Leser sollte sich nicht davon täuschen lassen, dass das Buch vom Panini Comics Verlag veröffentlicht wurde, den der Leser villeicht eher mit den Marvel-Superhelden in Verbindung bringen dürfte. Diese Graphic Novel ist kein (Kinder-)Comic! Was passiert mit einem Menschen, der zufällig Opfer eines terroristischen Anschlags wird? Wie geht das Leben nach der Greueltat weiter? Auf diese und viele weitere Fragen findet der Leser Antworten … und noch so einiges mehr. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Diese und andere Rezensionen finden sich auf meinem Bücherblog.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks