Fred Licht Villa Ginestra

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Inhaltsangabe zu „Villa Ginestra“ von Fred Licht

Dieser Roman ist eine erhabene Feier von Extravaganz, Leichtigkeit und Verschwendung - und dem Schmerz über ihr Verschwinden Was hat die Zuneigung zwischen Menschen mit Vermögenswerten zu tun' In der internationalen Bankiersfamilie des Ich-Erzählers versteht sich die Antwort von selbst: sehr viel. Harry, ein scharf beobachtender Junge, der in Genf aufwächst, wo sein Vater der europäischen Niederlassung der New Yorker Familienbank vorsteht, ist deshalb früh fasziniert von allem, was er über eine gewisse Cousine Renée erfährt. Diese alleinstehende Ketzerin wider die Prinzipien des Clans leistet sich eine schloßgleiche Villa in Florenz, fördert Künstler und verwaltet ihr großes Vermögen selbst - sehr zum Ärger von Harrys Vater. Über den Generationenabstand hinweg erkennen der junge Harry und die exzentrische Renée einander als Seelenverwandte - und Harry erweist sich in Sachen Großzügigkeit und Weltoffenheit als ihr legitimer Erbe. Während Krieg und Faschismus Europa überziehen, bleibt die Villa Ginestra mitsamt ihrem Publikum und ihren Gästen das magische Zentrum von Harrys Sehnsucht, ein Paradies und ein verwunschener Ort, aus dem ihn vielerlei Sendschreiben erreichen, die immer wieder einen noch ungeahnten Aspekt von Renées Person beleuchten. Indem der Ich-Erzähler stets weitere Schichten des Beziehungsgef lechts dieser Frau ergründet, erforscht er mit subtiler Ironie die schillernden Facetten einer Mentalität: die Psyche des amerikanischeuropäischen Geld- und Bildungsbürgertums im 20. Jahrhundert.

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  • Rezension zu "Villa Ginestra" von Fred Licht

    Villa Ginestra
    Clari

    Clari

    11. July 2010 um 11:57

    Glanz und Ruhm einer kosmopolitischen Familie im 20. Jahrhundert! Sehr verärgert muss der Europachef einer weit verzweigten amerikanischen Bankiersfamilie erleben, dass sein Sohn Harry nicht in das Bankwesen der Familie eintreten will! Die Familie lebt in Genf, und wir schreiben das Jahr 1928. Harry, der Icherzähler, fühlt sich zu seiner Cousine Renée hingezogen, die in Florenz im Kreise von Künstlern und geistvollen Persönlichkeiten ihre Tage verbringt. Sie besitzt ein prächtiges altes Haus, die Villa Ginestra, und hat ihre Familienbande hinter sich gelassen. Harry fühlt sich wohl bei ihr, beginnt ein Kunststudium und genießt das Leben der Jeunesse dorée. Mit wundervoll klaren und eindeutigen Sätzen beginnt der Roman von Fred Licht, in dem er die schönen Künste einbettet in das Gesellschaftsbild der Bankiersfamilie. Die Gründung der amerikanischen Bankendynastie geht über Generationen zurück und hat wesentlich die Gesinnung und den Lebensstil der Clanmitglieder geprägt. Einzelgänger wie die Cousine Renée werden als widerborstige Außenseiterin angesehen. Unangefochten von den Verurteilungen des Familienclans empfängt Renée in ihrer Villa Geistesgrößen, Kunstkenner, beherbergt einen unauffälligen ständigen Gast englischer Herkunft bei sich und versammelt eine intellektuelle Gemeinschaft von Reichen und Gebildeteten in ihrem Haus. Als der Faschismus am Horizont herauf zieht, ändern sich die Verhältnisse. Harry verlässt Florenz und bricht nach Amerika in das Land seiner Väter auf. Die Villa Ginestra bleibt fortan sein ferner Traum! Nach dem zweiten Weltkrieg kehrt er als Angehöriger des Militärs nach Europa zurück. Renée wird mit ihrem gesellschaftlichen Treiben in den Taumel der Kriegsunbilden hineingezogen, der bis zu Schuld und Versagen führt. Der Autor hat eine Atmosphäre eingefangen, in deren Zentrum die blühende Geistes-, Kunst- und Musikszene in Florenz steht. Hoch reflektiert, tief schürfend und nachdenklich erzählt Fred Licht von Menschen, die Dank ihres Reichtums in den Kriegswirren Protektion und Sicherheit genießen. Psychologisch einfühlsam erfährt das unkonventionelle und gesellschaftlich taktvoll arrangierte Verhalten von Renée Würdigung. Eine Vielzahl von verborgenen Vorkommnissen, in die einzelne Protagonisten aus dem Umfeld der Villa und besonders Renée verwickelt sind, gibt der Handlung den anspruchsvollen Spannungsbogen. Der Autor hat ein opulentes, anspruchsvolles und vielschichtiges Werk verfasst. Fasziniert und geblendet ist man vom Zeitkolorit, den geheimnisvollen Vorgängen um die Cousine Renée, dem Kriegwesen und den politischen Veränderungen, die ganz Europa in den Untergang zu ziehen drohen. Judentum, Verfolgung, Kultur und Politik werden in den Rahmen der Handlung gestellt. Nachhaltig nimmt die Atmosphäre des europäisch-amerikanischen Geld- und Bildungsbürgertums Gestalt an. Fred Licht hat als Jude und Verfolgter der Nazis viele Ortswechsel erlebt. Er ist Kunsthistoriker und Kritiker und war lange Jahre Kurator der P. Guggenheim Collection. Seine Kunstkennerschaft ist dem kultivierten Thema seines Buches zugute gekommen und hat seinen Inhalt mit bestimmt.

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