Fred Uhlman

 4,2 Sterne bei 105 Bewertungen
Autor*in von Der wiedergefundene Freund, Der wiedergefundene Freund und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Fred Uhlman

Fred Uhlman, geboren 1901 in einer mittelständischen jüdischen Familie in Stuttgart, studierte in Freiburg, München und Tübingen Rechtswissenschaften, war aktives Mitglied der SPD und mit Kurt Schumacher befreundet. 1933 flüchtete er nach Frankreich und lebte später als vielbeachteter Maler und Schriftsteller in Paris, Spanien und England. Fred Uhlman starb 1985 in London.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Fred Uhlman

Neue Rezensionen zu Fred Uhlman

Cover des Buches Der wiedergefundene Freund (ISBN: 9783257608267)
heavyraiinss avatar

Rezension zu "Der wiedergefundene Freund" von Fred Uhlman

Würdest du für deinen Freund sterben?
heavyraiinsvor 4 Monaten

Die Freundschaft zwischen Hans und Konradin ist einzigartig, Hans ist Jude und Konradin Deutscher. In einer Zeit wie damals ein großes Problem. Wie die Freundschaft entsteht, wie eng sie ist, was in der Zukunft geschieht und wie sie zerstört wird nimmt einem den Atem. Der letzte Satz hat mich sehr mitgenommen, ich war traurig aber auch sehr glücklich, denn Hans hat in einer gewissen Weise seinen Freund doch wiedergefunden. 

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Cover des Buches Der wiedergefundene Freund (ISBN: 9783257608267)
Herbstroses avatar

Rezension zu "Der wiedergefundene Freund" von Fred Uhlman

Zerbrochene Freundschaft
Herbstrosevor einem Jahr

Hans Schwarz, der Sohn eines jüdischen Arztes der im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz geehrt wurde, besucht das Karl-Alexander-Gymnasium in Stuttgart. Der 16-Jährige ist sehr in sich gekehrt, träumt davon Dichter zu werden und hat kaum Kontakt zu seinen Mitschülern. Dies ändert sich, als im Januar 1932 ein neuer Schüler, Konradin Graf von Hohenfels, in die Klasse kommt. Hans fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und sucht seine Nähe. Bald entsteht eine innige Freundschaft zwischen den beiden. Der junge Graf wird zum gern gesehenen Gast im Hause Schwarz, während Hans nur einige Male, in Abwesenheit der Eltern, in die Villa des Freundes kommen darf. Nach einer Opernaufführung, bei der Hans von Konradin völlig ignoriert wurde, erfährt er, dass Konradins Mutter keine Juden in der Nähe ihrer Familie duldet. Der aufkommende Nationalsozialismus und die antisemitische Hetze dringen bald auch bis zur Schule vor. Als Hans von seinen Mitschülern schikaniert wird, wird dies von Konradin teilnahmslos toleriert … 

Der Autor Fred Uhlman (geb.1901 - gest.1989) besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart, das auch einige Jahrgänge unter ihm Claus Graf Schenk von Stauffenberg besuchte. Uhlmann war ein jüdischer Rechtsanwalt, Schriftsteller und vielbeachteter Maler. Als aktives Mitglied der SPD und Freund von Kurt Schumacher floh er 1933 vor den Nazis nach Frankreich, wo er seinen Lebensunterhalt zunächst als Kunsthändler verdiente. Nachdem er seine spätere Ehefrau Diana Croft, Tochter von Sir Henry Baron Croft, kennen lernte, zog er mit ihr 1936 nach England. Seine Eltern und seine Schwester, die in Deutschland zurück geblieben waren, überlebten den Holocaust nicht. Als Schriftsteller bekannt wurde Uhlmann durch die in neunzehn Sprachen übersetzte Novelle von 1978 „Reunion“, deren deutsche Übersetzung zunächst 1979 unter dem Titel „Versöhnt“ erschien, dann 1988 unter dem Titel „Der wiedergefundene Freund“ neu aufgelegt und 1989 verfilmt wurde. Bereits 1960 erschien in England seine Autobiografie, die er seiner Frau und seinen beiden Kindern widmete. 

Ob eine Freundschaft zwischen einem jüdischen Arztsohn und einem jungen Adligen in der Zeit der Machtergreifung Hitlers möglich ist und Bestand hat, diese Frage greift der Autor in seiner Novelle auf. Er macht das großartig, geht sehr behutsam vor, lässt den Leser aber schon ahnen, dass die Harmonie und das Einvernehmen auf Dauer nicht so bleiben kann. Die Wege der jungen Männer müssen sich trennen, der Kontakt reißt ab – bis Hans etwa 30 Jahre später einen Spendenaufruf seiner damaligen Schule bekommt. Jetzt hat er die Möglichkeit, etwas über den Verbleib seines einstigen Freundes Graf von Hohenfels zu erfahren. Auch wenn der Schreibstil in der heutigen Zeit etwas antiquiert wirkt und einige Längen vorhanden sind, lohnt es sich weiter zu lesen. Die Quintessenz kommt ganz zum Schluss!

Fazit: Eine elegante kleine Erzählung, die man getrost in die Reihe der Klassiker aufnehmen kann. 

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Cover des Buches Der wiedergefundene Freund (ISBN: 9783257231014)
patrick2804s avatar

Rezension zu "Der wiedergefundene Freund" von Fred Uhlman

Eine kleine Novelle mit dem Zeug zum KLassiker
patrick2804vor 4 Jahren

Durch einen Leseclub bin ich auf diese kleine feine Erzählung aufmerksam geworden und sie hat mich sofort ganz und gar in ihren Bann gezogen.

Die Freundschaft zwischen einem jüdischen Arztsohn und einem jungen Adligen im Jahre 1933. Wenn man diesen Satz liest, kann man sich im Grunde denken, wohin der Weg hier führt: Eine Studie über die Anfänge des Nationalsozialismus und ihre Folgen für zwei junge Männer. Fred Uhlman macht das grandios. Der Schrecken kommt langsam, schwelt zunächst an der Oberfläche, um schließlich zu explodieren. Es gibt unendlich viel Literatur über diese Zeit in Deutschland, aber hier wurde mir erneut bewusst, daß der Schrecken auch im Kleinen, im Alltäglichen gewohnt hat. Wie er den Lebensweg von jungen Menschen grundlegend verändert hat.

Nach einer langen räumlichen Trennung findet Hans am Ende seinen Jugendfreund Konradin wieder, und die Art und Weise, wie das passiert, hat mich nachdenklich zurückgelassen. Dieses kleine Büchlein sollte man gelesen haben.

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