Fred Vargas Das Orakel von Port-Nicolas

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Inhaltsangabe zu „Das Orakel von Port-Nicolas“ von Fred Vargas

Ex-Inspektor Louis Kehlweiler sitzt auf Bank 102 an der Pariser Place de la Contrescarpe, als sein Blick auf einen winzigen weißen Gegenstand fällt, ein blankgewaschenes Knöchelchen, so scheint es. Man muß schon Kehlweilers blühende Phantasie haben, um daran etwas Ungewöhnliches zu finden. Doch nach wenigen Tagen hat er dank seiner alten, nicht immer ganz legalen Beziehungen heraus, daß es sich um den kleinen Zeh einer Frau handelt, der von einem Hund verdaut worden ist. Eine dazugehörige Leiche gibt es allerdings nicht im ganzen Arrondissement - dafür eine Menge Hundehalter, die zu beobachten und deren Gewohnheiten herauszufinden Kehlweiler sich vornimmt. Mit Hilfe der drei wissenschaftlich tätigen, wenn auch arbeitslosen junge Historiker Mathias, Marc und Lucien stößt er schließlich auf einen Pitbull-Besitzer und leidenschaftlichen Sammler alter Schreibmaschinen, der allwöchentlich zwischen Paris und der Bretagne pendelt. Und in Port-Nicolas, einem trostlosen bretonischen Hafenstädtchen, ist in der Tat vor wenigen Tagen eine Frau von der Steilküste gestürzt.

'Knochentrocken selbst in den absurdesten Momenten
und voller Wahnsinns-Typen.' Frankfurter Rundschau

'Mörderisch menschlich, mörderisch gut.'
Frankfurter Rundschau

Anstrengender Start des Buches, entwickelt sich jedoch zu einem spannungsgeladenen Krimi! Sprachlich, wie immer, hervorragend!

— verena scott

Stellenweise leider sehr langatmig, es kommt kaum Spannung auf!

— angi_stumpf

Lokalkolorit ist keine Stärke der Vargas-Krimis; aber man darf gespannt sein, wie die Privatkriege des Monsieur Kehlweiler sich entwickeln...

— Nemo

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    Das Orakel von Port-Nicolas

    angi_stumpf

    02. April 2016 um 22:51

    Die Geschichte: Ex-Inspektor Louis Kehlweiler macht eine seltsame Entdeckung im Park: durch den Regen wird aus einem Hundehaufen ein kleiner Knochen freigespült. Er findet heraus, dass es sich um das letzte Glied einer menschlichen Zehe handelt, wahrscheinlich von einer Frau. Louis muss der Sache auf den Grund gehen: zu diesem Knochen muss es irgendwo eine Leiche geben. Doch in ganz Paris wird niemand vermisst. Zusammen mit ein paar Helfern überwacht er die Hundebesitzer, die im Park Gassi gehen und die Spur führt ihn schließlich bis in die Bretagne. Dort stoßen sie nicht nur auf einen angeblichen Unfall, sondern auch auf einige andere ungeklärte Rätsel der Vergangenheit. Meine Meinung: Von Fred Vargas hatte ich bisher nur jüngere Werke gelesen, die ich echt gut fand. Nun habe ich diesen älteren Roman entdeckt und der konnte mich leider nicht so wirklich begeistern. Das lag daran, dass sich die Autorin in Details und Einzelheiten ergeht, die größtenteils nur den Sinn haben, die Skurrilität und Schrulligkeiten der Protagonisten hervorzuheben. So zog sich die Story vor allem in der ersten Hälfte des Buches in eine gefühlte Unendlichkeit. Man hätte das Geschehen auch in extrem gekürzter Form ohne große Verluste erzählen können. Sehr bezeichnend fand ich einen Satz auf Seite 234, der meinen Eindruck sehr gut wiedergibt:“Marc hätte das Ganze in fünf Minuten zusammenfassen können, aber er mochte Umwege, Nuancen, Einzelheiten, flüchtige Eindrücke, sprachliche Spitzenklöppelei, all jene rednerischen Ausarbeitungen, die Mathias einfach Geschwätz nannte.” Die Figuren werden sehr lebendig und ausführlich beschrieben, trotzdem konnte ich sie lange Zeit nicht so richtig einordnen. Durch ihre Schrullen und Macken wirken sie aber irgendwie liebenswürdig und sympathisch. Von einem Krimi erwartet man natürlich auch ein gewisses Maß an Spannung, das fehlte mir allerdings größtenteils. Die Geschichte wird erst am Schluss etwas ereignisreicher, dann aber überschlagen sich die Vorkommnisse fast. Es ist interessant zu sehen, wie sich ein Autor im Laufe der Jahre entwickeln kann und ich werde künftig bei den aktuelleren Büchern von Fred Vargas bleiben, denn die fand ich unterhaltsamer. Fazit: Leider stellenweise sehr langatmig und vollgepackt mit eher unwichtigen Details, aber die Figuren sind skurril und irgendwie liebenswert.

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  • Vargas vom Feinsten

    Das Orakel von Port-Nicolas

    Wortklauber

    06. October 2013 um 09:57

    Das Innenministerium hat ihn geschasst, aber das heißt für Kehlweiler noch lange nicht, dass er sich von nun an nur um seinen eigenen Kram kümmert. Im Gegenteil: Ein ganzes Netzwerk von Informaten hat er sich aufgebaut - Journalisten, Kneipenwirte, Prostituierte ... - Pariser Sitzbänke, strategisch durchnumeriert, dienen die ihm als Spähposten. So ist es eines Tages die Bank 102, in deren Nähe Kehlweiler ein unscheinbares Ding ins Auge fällt - ein Knöchelchen, aber nicht etwa irgendeines, sondern ein menschliches Zehenglied, ganz offensichtlich verdaut von einem Hund. Mit Hilfe seiner vielfältigen Kontakte stößt er schließlich auf einen Pitbull-Besitzer, der zwischen Paris und einem unscheinbaren Nest in der Bretagne pendelt. Und dort ist vor wenigen Tagen eine alte Frau zu Tode gekommen - ein Unfall, scheint es. Kehlweiler macht sich auf ins Finistère, zählt eins und eins zusammen und beweist den ermittelnden Behörden, dass es Mord gewesen ist. Fred Vargas zählt zu meinen Lieblingskrimiautorinnen, ihren Inspektor Kehlweiler kannte ich noch nicht. Der hat mich aber gleich für sich eingenommen. Der 50-Jährige, der seinem Gegenüber überlässt, ob er ihn Louis oder Ludwig nennen will, gerne einmal illustre Namen zu seinen Ahnen zählt (wobei er nicht nur bei Menschen bleibt, sondern seinem Stammbaum sogar Flüsse - nämlich den Rhein - einverleibt) und eine Kröte als Haustier hält, ist eine Figur mit Tiefe, ein ungewöhnlicher, gewitzter, origineller Charakter. Die Dialoge sind oft absurd komisch, die Handlung nimmt gern einmal Umwege - der Weg ist das Ziel. Ob man nun unbedingt die Wahrscheinlichkeitsrechnung heranziehen sollte, um die Zufälle in diesem Roman zu erklären - eher nicht. Das hat mich allerdings nicht gestört. Ich mag Fred Vargas' Schreibweise sehr - wie bei allen "nicht stromlinienförmigen" Stilen scheiden sich daran aber die Geister.

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  • Rezension zu "Das Orakel von Port-Nicolas" von Fred Vargas

    Das Orakel von Port-Nicolas

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. September 2012 um 12:22

    Einen Inspektor muss schon etwas Besonderes antreiben, wenn er aus einem winzigen Knöchelchen auf einem Pariser Baumgitter eine Mordermittlung strickt. Louis Kehlweiler jedenfalls ist so ein Mensch, für den ein löchriges Fundstück aus einem Hundehaufen die Spur zu einer Leiche bedeutet und der mit Akribie an die Arbeit geht. Hartnäckig katalogisiert er alle Hunde, die am Fundort mit dem Herrchen Gassi gehen. Etwas ungewöhnlich geht das Kehlweilersche System vonstatten, aber es funktioniert. Im kleinen Ort Port-Nicolas in der Bretagne wird Kehlweiler mit einer passenden Leiche fündig. Louis Kehlweiler zur Seite steht Marc Vandoosler, ein Historiker, der sich auf das Mittelalter spezialisiert hat. Einen Teil seines Lebensunterhalts verdient er damit, für Kehlweiler Zeitungen zu sichten, zu ordnen und zu einem privaten Referenz- und Recherchearchiv aufzubauen. Vandoosler lässt sich nur ungern zu einer neuen Arbeit heranziehen, denn den Rest der Zeit durchforstet er alte Wirtschaftsbücher, um über die Wirtschaft des Burgunds im 13. Jahrhundert zu schreiben. Aber Kehlweiler ist zum Einen auf geheimnisvolle Art überzeugend und zum Anderen ist Vandoosler doch ein klein wenig zu neugierig auf die seltsamen Schachzüge seines Arbeitgebers. Dieses Buch verschaffte mir die Begegnung mit zahlreichen spleenigen Menschen. Kehlweiler allen voran. Verwunderlich ist es nicht, dass sein Anfangsverdacht auf wenig Gegenliebe stößt. Vor allem, nachdem er beim Innenministerium rausgeflogen ist. In diesem Buch erfährt man nicht warum, spürt aber, dass sein Name einen gewissen Beigeschmack hat. Auskünfte erhält er durchaus; Kehlweiler stellt allerdings auch fest, dass er nicht allen Auskünften trauen kann. Und er wäre nicht Kehlweiler, wenn er dazu nicht Vandoosler im Schutz der Dunkelheit Richtung Rathaus losschicken würde. Kehlweiler löst in Port-Nicolas nicht nur diesen einen Mordfall, sondern hat zusätzlich die Chance, eine private Rechnung erfolgreich zu begleichen. Zu den ungewöhnlichen Bekanntschaften von Kehlweiler zählt außerdem jemand, der einen Mörder laufen ließ. Auch dieser wurde freilich von seinem Arbeitgeber wegen breiter Interpretationsbereitschaft der eigenen Aufgaben längst gefeuert, verursacht aber beim Leser heftige Neugier. Warum es zu diesem Schritt gekommen ist, muss schließlich herausgefunden werden. Dagegen wirken Vandoosler und sein Freund, der Prähistoriker Mathias, geradezu harmlos in ihrer auf ihre Forschungen fokussierten Welt. Aber auch sie ticken innerhalb ihrer Welt wie Kehlweiler in seiner: Die leidenschaftliche Spezialisierung sorgt dafür, dass Mathias einen entscheidenen Hinweis geben kann, den außer ihm niemand hätte lesen können. Ausgerechnet so eine Zusammensetzung wirkt auf mich geradezu liebenswürdig und bisher habe ich jedes Vargas-Buch mit dem Wunsch verlassen, möglichst bald bestehende Leselücken zu füllen. Kehlweiler spürt absolut schlüssige Verbindungen auf, die aber lange im Dunklen bleiben. Es gibt keine Diskussionen, in denen Varianten abgeklopft und Stück für Stück untersucht werden. Mitraten funktioniert kaum und doch bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als wärend der Lektüre zu versuchen, in Kehlweilers System einzudringen und es zu verstehen. Und das ist bis dato bis zum Ende immer spannend gewesen.

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  • Rezension zu "Das Orakel von Port-Nicolas" von Fred Vargas

    Das Orakel von Port-Nicolas

    Thomas_Kastura

    02. September 2010 um 18:45

    Mein Lieblingskrimi von Fred Vargas, abgedreht, aber nicht überdreht. Außerdem mag ich die Kehlweiler-Reihe lieber als die Adamsberg-Krimis.

  • Rezension zu "Das Orakel von Port-Nicolas" von Fred Vargas

    Das Orakel von Port-Nicolas

    Lady_in_Black

    01. March 2010 um 17:41

    Die Grundidee des Buches finde ich sehr interessant, und auch die Personen sind sehr ansprechend, da sie eher nicht dem normalen Bild von Ermittlern, und deren Umfeld darstellen. Soweit sogut. Doch habe ich etwas zu kritisieren. Das Ende war wirklich fesselnd, aber bis dahin hat es sich teilweise doch ganz schön gezogen. Ewig lange Nachforschungen über die Identität des Hundes sind nicht jedermanns Geschmack. Die verschiedenen Personen und Motive (oder ben auch nicht vorhandenen Motive) brachten zum Ende hin aber immer mehr Spannung mit sich. Anfang und Ende finde ich beides sehr gut gelungen.

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  • Rezension zu "Das Orakel von Port-Nicolas" von Fred Vargas

    Das Orakel von Port-Nicolas

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. December 2009 um 23:49

    Ein wirklich spannender und außergewöhnlicher Krimi. Ich mag die Erzählweise von Fred Vargas einfach, sie ist so literarisch.

  • Rezension zu "Das Orakel von Port-Nicolas" von Fred Vargas

    Das Orakel von Port-Nicolas

    BertieWooster

    02. May 2009 um 12:04

    Die Geschichte beginnt mit einem Zehknochen den der pensionierte Inspektor Kehlweiler findet und dessen Geschichte er bis zu einem kleinen Dorf zurückverfolgt. Skurrile Geschichte, bei dem auch die drei Evangelisten erscheinen. Interessant ist auch die konstruierte Orakelmaschine.

  • Rezension zu "Das Orakel von Port-Nicolas" von Fred Vargas

    Das Orakel von Port-Nicolas

    millereader

    07. December 2008 um 17:00

    Sehr spannend, mitreisend und skurril - eben typisch Vargas.

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