Die Nacht des Zorns

von Fred Vargas 
4,3 Sterne bei85 Bewertungen
Die Nacht des Zorns
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (72):
supersusis avatar

Den besonderen Reiz des Buches machen die liebevoll gestalteten Personen aus. Sie sind so interessant und lebendig beschrieben, dass man sic

Kritisch (5):
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Konnte damit leider nichts anfangen: Langatmig, ausufernd, viel Blabla um ein relativer Nichts!

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Inhaltsangabe zu "Die Nacht des Zorns"

"Ihre Poesie und ihr Witz prickeln wie Champagner." WAZ

Glühend steht die Sonne über Paris, als eine verängstigte Dame Kommissar Adamsberg aufsucht: Ihre Tochter Lina hat das "Wütende Heer" gesehen - der Legende nach kündigt dieser Geisterzug Todesfälle an. Vier Opfer sah Lina in dem Heer, und als der erste Mann spurlos verschwindet, zögert Adamsberg nicht lange. Er bricht in die kühlen Wälder der Normandie auf, wie immer geleitet allein von seiner Intuition. Bevor er die Fährte jedoch aufnehmen kann, wird ein Anschlag auf einen einflussreichen Pariser Geschäftsmann verübt, man ruft ihn zurück. Kaum aber hat der Kommissar dem Städtchen Ordebec den Rücken gekehrt, erfüllt sich Linas Vision erneut. Adamsberg ist sicher: Jemand bedient sich des mittelalterlichen Mythos, um ungestört zu morden. Für den Kommissar beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

"Wie immer sehr klug, sehr spannend und diesmal so angenehm gruselig, dass man der wilden Jagd kein Ende wünscht." Brigitte

Ausgezeichnet mit dem Europäischen Krimipreis 2012

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746629377
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:454 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:15.04.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 16.03.2012 bei Bastei Lübbe erschienen.

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    supersusis avatar
    supersusivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Den besonderen Reiz des Buches machen die liebevoll gestalteten Personen aus. Sie sind so interessant und lebendig beschrieben, dass man sic
    tolle Charaktere

    Ich liebe Krimis und hatte schon viel von Vargas gehört. Also war ich sehr gespannt, wurde aber auf den ersten Seiten etwas enttäuscht, da es so langsam und bedächtig anfing und auch nicht wirklich spannend war. Sobald man sich in das Buch aber reingefunden hatte und mit der Art des Kommissars vertraut war, wollte man es gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Eine ältere Dorfbewohnerin macht sich auf nach Paris, um den Kommissar zu sprechen. Zunächst druckst sie rum, traut sich gar nicht. Dann aber erwähnt sie, dass ihre Tochter das "Wütende Heer" gesehen habe und bittet um Schutz. Der Kommissar kann damit so gar nichts anfangen, bis Kollegen ihm von der alten Legende erzählen. Und dann gibt es einen ersten Toten. Der Kommissar begibt sich dorthin und geht den Spuren nach.

    Den besonderen Reiz des Buches machen die liebevoll gestalteten Personen aus. Sie sind so interessant und lebendig beschrieben, dass man sich jeden einzelnen genau vorstellen kann. Es ist, als sei man dabei. Auch wenn es mehrere Tote gibt und es auch richtig spannend wird, bleibt das Tempo gemütlich-gemächlich-bedächtig. Die Sprache ist schön und es liest sich gut. Und wie gesagt, es wird so spannend, dass man es kaum aus der Hand legen kann.


    Jetzt freu ich mich, dass ich noch 3 Bücher von Vargas hier liegen habe.


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    yana27s avatar
    yana27vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Raffinierter Plot
    Raffinierter Plot

    Einem mittelalterlichem Mythos zufolge soll ein Heer von Toten  ungesühnte Verbrechen strafen. Tatsächlich dauerte es auch nicht lange, bis nach der ersten Sichtung das erste Opfer stirbt. 


    Was sich im ersten Augenblick als mythische Legende anhört, erweist sich als ein vorgeschobener Grund für das Morden von bestimmten Menschen.


    Fred Vargas streute geschickt verschiedene Fährten und ich wußte fast bis zum Ende nicht, wer der Mörder sein könnte. Kommissar Adamsberg arbeitet intuitiv. In dieser Geschichte ermittelt er gleich in 3  Fälle -teils kleine , teils schwere Fälle. Manchmal findet Adamsberg Hinweise bei einem der 3 Kriminalfall und es tauchen Querverbindungen, die hilfreich für den anderen Kriminalfall ist. 
    Dies ist mein 1. Fred Vargas. Scheinbar ist es so, daß Vargas einen Mikrokosmos ihrer Geschichten aufbaut. Es gab immer wieder Hinweise auf andere Bücher von ihr und es tauchen Figuren aus anderen Bücher auf, worauf lediglich mit einem Sternchen vermerkt wird, aus welchem Buch diese Figuren zu finden ist. Eigentlich fand ich diese Querverweise ganz interessant, erklärt aber z.B nicht, wer Dr. Hellebaud ist und was er eigentlich verbrochen hat, um ins Gefängnis zu kommen. Doch durch diese Hinweise spornt mich es irgendwie an, weitere Fred Vargas zu lesen. 

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    NicolePs avatar
    NicolePvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Die schwierige Suche nach den Tätern ist bis zum Ende des Romans spannend.
    Ermittlung in der Normandie

    Kommissar Adamsberg verschlägt es diesmal in die Normandie. Der Legende nach kündigt dort das „Wütende Heer“ vier Todesfälle an, wenn es einem Menschen erscheint. Im „Wütenden Heer“ befinden sich drei Personen, die dem „Sehenden“ bekannt sind, und eine unbekannte Person. Es ist Lina, die das „Wütende Heer“ gesehen hat und somit weiß, welche drei Personen bald sterben werden.

    Bald wird das erste Opfer tot aufgefunden. Doch noch bevor Adamsberg richtig mit den Ermittlungen starten kann, wird er wegen eines Anschlages zurück nach Paris beordert. Dann gibt es in der Normandie einen weiteren Todesfall. Wieder jemand, den Lina im „Wütenden Heer“ gesehen hat. Adamsberg kehr zurück, denn nun gilt es zwei Morde aufzuklären und eine dritte Person zu schützen.

    Ein Mörder geht um und bedient sich dieser Legende in der Normandie, und auch der Fall in Paris scheint nicht so einfach zu lösen zu sein. Denn der ermittelte Täter wurde zu schnell und zu einfach für Adamsberg Geschmack festgestellt. Er hält den Verdächtigen für unschuldig und verhilft ihm zur Flucht.

    Mit diesen beiden Fällen hat Adamsberg es nicht leicht. Doch auf seine eigene Art und mit seinen Helfern gelingt es ihm auch diesmal wieder, den richtigen Spuren zu folgen. Fred Vargas hat auch noch eine Geschichte um eine Taube und was ihr widerfahren ist eingeflochten. Dem Leser tun sich somit drei Fragen auf. Wer ist der Mörder, der sich hinter einer Legende versteckt? Wer hat den Geschäftsmann ermordet? Was ist mit der Taube und welche Rolle spielt sie in der Geschichte?

    Ein Roman, der auch die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht außer Acht lässt. Die schwierige Suche nach den Tätern ist bis zum Ende des Romans spannend. Das Buch ist ein Muss für alle Freunde von Kommissar Adamsberg und seiner besonderen Art, Fälle zu lösen.

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    AnnMans avatar
    AnnManvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Guter Krimi, interessante Dialoge und ein überraschendes Ende.
    Mein erster Krimi von Vargas und ich denke ich werde noch einen weiteren lesen

    Ich habe den Krimi geschenkt bekommen und war erst skeptisch, da ich eigentlich kein Krimi-Leser bin.
    Für den Urlaub packte ich es dann ein und muss gestehen, dass ich Spaß beim Lesen hatte, auch wenn es mich nicht vollkommen hingerissen hat, so war ich am Ende doch nicht mehr vom Buch wegzukriegen, weil ich das Ende wissen wollte.
    Die Figuren sind wirklich mit viel Liebe und Charme gestaltet, sehr individuell und gerade die verschiedenen Polizisten und Kommissar Adamsberg haben mich begeistert. Seine einzigartige Art war für mich der Grund, weswegen ich doch einige Kapitel gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden, doch solche, für mich, Kunstfiguren sind das, weshalb ich das Lesen so spannend finde. 
    Die Geschichte hatte für mich dann zwar viele kleine Highlights, vor allem sprachlicher Natur in den Dialogen, doch mir fehlte etwas Spannung und Gänsehaut, aber das ist eine Typ-Frage. Gut gefiel mir, dass das Ende überraschend kam und die Geschichte rund abgeschlossen wurde.
    Auf jeden Fall bin ich nicht abgeneigt einen weiteren Vargas mal zu lesen. 

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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Vargas bleibt für mich unübertroffen. Wer sonst würde es schaffen, gleich drei Handlungen und viel Witz in einem (!) Buch unterzubringen?
    Altes und Neues - sehr gelungene Mischung

    Dies ist nicht das erste Buch von Fred Vargas, das ich lese. Aber trotzdem bin ich immer wieder überrascht. Jedesmal denke ich, sie zu kennen, nichts Neues mehr erwarten zu können. Und doch bin ich auch diesmal überwältigt von ihrer Kreativität, ihrer Liebe zu ihren Figuren, und ihrem Sinn für schräge Dialoge und Atmosphäre.

    Manches bleibt beim alten Vargas-Rezept. Schon aus dem "Verbotenen Ort" und "Fliehe weit und schnell" kennt man ihr Vorgehen: eine alte Legende, ein Mythos, wird in die heutige Zeit transportiert, und bildet den Ausgangspunkt für ein ganz und gar neuzeitliches Verbrechen. Diesmal ist es die Legende des "Wütenden Heers", die aus der Normandie stammt. Und die sich jemand zunutze macht, um seine eigenen Pläne zu verfolgen.

    Genau wie in anderen Vargas-Büchern, ist auch hier wieder der Humor sehr speziell. Es gibt zahlreiche Dialoge, die sehr, sehr schräg sind - würden sie in der Wirklichkeit stattfinden, würden die Teilnehmer umgehend in die Psychiatrie eingewiesen. Nicht so hier! Der trainierte Vargas-Leser weiß vielmehr die Figuren seit langer Zeit zu schätzen, hat sie kennengelernt, und freut sich, sie alle wiederzutreffen.

    Aufgefallen ist mir diesmal aber, dass Fred Vargas auch "running gags" innerhalb (!) des Buches erfindet. So gibt es beispielsweise zu Beginn des Buches ein sehr seltsames Verbrechen. Darauf wird immer mal wieder in einer Szene oder in einem halben Satz angespielt. Ich habe mich gekringelt! Ein anderer, immer wiederkehrender Witz ist die Tatsache, dass Adamsberg sich Namen von Personen oder Restaurants nicht merken kann. Auch das führt zu so manch komischer Wendung.

    "Besonders" fand ich diesmal ebenfalls, dass gleich drei (!) Handlungsstränge verfolgt werden. Erstens, die Morde (und die Legende) in der Normandie. Zweitens, ein in seinem Auto verbrannter Großindustrieller in Paris. Drittens, eine misshandelte Taube. Jawohl, eine Taube! Die sogar von Adamsberg adoptiert wird. Vargas schafft nun das Kunststück, alle drei Handlungen gleichmäßig zu gewichten, und organisch miteinander zu verknüpfen. Wunderbar, es wird einem wirklich nie langweilig!

    Was sie vorher auch nicht gemacht hat (zumindest nicht, dass ich wüsste): sie spielt sehr oft auf vorige Fälle an. Nicht so, dass man das neue Buch nicht verstünde. Aber es sind schon "Bonbons" für die Leser der vorigen Bücher. Der Aufbau-Verlag hat sich sogar die Mühe gemacht, bei den meisten dieser Anspielungen Fußnoten zu erstellen. Ein oder zwei hat man aber übersehen!

    Ich finde des weiteren, dass dieses Buch doch ein sehr speziell französisches Flair hat. Besonders der Teil um den verbrannten Großindustriellen. In Verdacht gerät nämlich ein junger Einwanderer muslimischen Glaubens, ein Kleinkrimineller aus der Pariser Vorstadt, der gerne mal Autos anzündet. Also ehrlich, was könnte französischer sein? Auf französische Leser muss diese Handlung umso innovativer gewirkt haben, weil Adamsberg sich erdreistet hat, den Verdächtigen zu... aber das verrate ich nicht!

    Auch sehr Frankreich-bezogen: der Landadelige in der Normandie, die Macht und der Einfluss, den er ausübt. Die sehr französische Tendenz der Bevölkerung, Menschen auszugrenzen, die "anders" sind. Der Glaube an Legenden. Und die Verachtung der Polizei. Nicht zu vergessen: gute Weine und gutes Essen, was beides mehrmals vorkommt.

    Ich kann das Buch wirklich rundum guten Gewissens empfehlen. Die Spannung gerät zwar bisweilen zwischen den drei Handlungen in den Hintergrund, aber das bestätigt für mich nur, dass Vargas-Bücher eher Romane sind, die man immer wieder lesen kann. Und weniger Krimis.


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    ElisFischers avatar
    ElisFischervor 5 Jahren
    Endlich ein neuer Adamsberg!

    Der neueste Krimi von Fred Vargas "Die Nacht des Zorns" führt den Pariser Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg in die Normandie. Dort treibt ein mythisches Herr seit Hunderten von Jahren sein Unwesen. Immer wenn das Heer auftaucht, werden die Bewohner des Ortes Ordebec, die im Tross des Heeres gesehen werden, in Kürze umkommen. Adamsberg der in Paris noch den Fall eines ermordeten Wirtschaftsmagnaten erklären muss, und den Fall einer misshandelten Taube klären will, lässt sich trotz Zweifel dazu überreden, nach Ordebec zu fahren, um mehr über dieses Heer zu erfahren. Und vielleicht einige der zukünftigen Opfer zu retten.

    Die drei Handlungsstränge - ja die Taube ist wirklich einer - sind anfangs etwas zu viel, doch bald konzentriert sich Vargas hauptsächlich auf das "Wütende Heer", auf die Intuition von Adamsberg und sein wohl bekanntes "Wolken-Schaufeln".

    Es ist schön, das gesamte Personal von Danglard, über Retancourt und Veyrenc wieder zu treffen. Die Figuren mit all ihren Macken sind dem langjährigen Vargas-Fan doch schon sehr ans Herz gewachsen.

    Fazit: Der Krimi ist wie immer fesselnd und man versinkt in der Welt und den Worten von Vargas. Und zeitweise gibt es diese magischen Momente, wo man in der Literatur eintaucht und die Krimihandlung einfach vergisst. 

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    -Favola-s avatar
    -Favola-vor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Nacht des Zorns" von Fred Vargas

    - Ein Mann ermordet seine Frau mit Brotkrumen . . .
    - in Paris wird ein Auto in Brand gesetzt, in dem ein bedeutender Industrieller sass . . .
    - ein Unbekannter quält Tauben, indem er ihnen die Beine zusammenbindet . . .
    - und in der Normandie geht das wütende Heer umher und holt sich diejenigen, die für ihre begangenen Verbrechen bisher nicht geschnappt wurden.

    In Fred Vargas` neuem Kriminalroman ermittelt wieder Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg mit seinen Leuten aus der Brigade in Paris. Gleich vier verschiedene Fällen beschäftigen ihn. Davon werden drei in je einem Handlungsstrang weiterverfolgt. Aus diesem Grund hatte ich zu Beginn etwas Mühe, in die Geschichte reinzukommen.
    Umso mehr freute ich mich, die altbekannten Ermittler wieder zu treffen, denn Fred Vargas`s Bücher leben von ihren Charakteren. Alle haben ihre Eigenarten und Macken und sind mir schon in den früher gelesenen Bücher ans Herz gewachsen. Da ist der langsam denkende, dafür aber sehr intuitiv handelnde Kommissar Adamsberg, Danglard, der gerne das eine oder andere Glas Wein zuviel trinkt und mit seinem Perfektionismus und seinem imensem Wissen Adamsberg manchmal an den Rande des Wahnsinns treibt und die gewaltige Retancourt, auf die man sich einfach verlassen kann. Fred Vargas hat in ihren Büchern wirklich ein einmaliges und aussergewöhnliches Ermittlerteam erschaffen, das sich nicht nur für Mord und Todschlag interessiert, sondern sich auch Kleinigkeiten wie gequälten Tauben widmet.
    In "Die Nacht des Zorns" spielen aber auch Adamsbergs neu gefundener Sohn Armel, Lina mit den grossen Brüsten, der von der gesamten Pariser Polizei gesuchte Momo und die Taube Hellebaud eine Rolle.

    Die Kriminalromane sind wirklich spezielle Meisterwerke. Es sind keine rasanten, atemlose Storys sondern wie Adamsberg ruhige, langsame Geschichten, die die Autorin trotzdem sehr spannend erzählt und unauffällig mit geschichtlichem Wissen verknüpft. Im aktuellen Fall webt sie die mythische Legende um das wütende Heer in der Normandie ein. Diese Abstechter in das 12. Jahrhundert und in den heutigen Aberglauben im kleinen Ort Ordebec sind wirklich sehr interessant und meine Highlights im Buch. Auch Kommissar Adamsberg lässt sich gerne in diese Welt aus Aberglauben und Mythen hineinziehen, die aber niemals die Wirklichkeit verlässt. Das ist wirklich eine Besonderheit von Fred Vargas. Ihre Art zu schreiben wird auch "magische Realismus" genannt. Er vermischt die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Volkskultur, Mythologie und Geschichte verschmelzen in ihrem Buch und sind immer erkennbar. Trotzdem gibt es immer einen realistischen Kern.

    Fazit
    Nicht nur die aussergewöhnlichen Charakteren und ein Abstecher in eine alte Legende sondern auch die wunderbar poetische Sprache von Fred Vargas machen "Die Nacht des Zorns" zu einem wirklich lesenswerten Krimi.

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    MissGluecks avatar
    MissGlueckvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Nacht des Zorns" von Fred Vargas

    Spannung über 453 Seiten hinweg.

    Ich bin, das gebe ich gerne zu, bekennender Vargas-Fan. Mit 'Die Nacht des Zorns' setzt die Französin mit dem interessanten Pseudonym ihre Reihe fort und lässt Kommissar Adamsberg, seinen Stellvertreter Danglard und die bereits aus den vorangegangen Romanen bekannten Figuren der Brigade in gleich drei Fällen parallel ermitteln.

    Sicherlich ist es der Möglichkeit des Serienromans zu verdanken, dass Vargas' Figuren so ganz besonders gut gelingen, mir inzwischen fast wie gute alte Bekannte vorkommen und mir in ihren Schwächen, Eigenarten und Macken so richtig ans Leserherz gewachsen sind. Adamsberg selbst, ein wenig abgehoben, schrullig im besten Sinne, ein Mann der großen Schwächen und gleichzeitig von unschlagbarer Intuition. Danglard, der gerne einen über den Durst trinkt, einem wandelnden Lexikon gleichkommt und darüber hinaus an seiner eigenen Eitelkeit, seinem Perfektionismus und seinem Stolz wächst und wiederum zu krepieren scheint.

    Ich bin kein Krimi-Fan.
    Die Begegnung mit Fred Vargas und ihren mystisch geheimnisvollen Romanen verdanke ich einem Zufall, für den ich dankbar bin.
    Ihr gelingt nämlich genau das zu umgehen, was mich vom Lesen anderer Kriminalromane a la Beckett und Co. dauerhaft abzuhalten versteht: Sie lässt ihre Figuren in die Irre gehen, sie lässt sie scheitern und lässt sie zu Erkenntnissen gelangen, denen ich als Leser absolut folgen mag und kann.
    Ich begegne keinen Stereotypen und sehe mich keinen grell beleuchteten Hausecken gegenüber, um die mich der Autor locken will, um mir von hinten ins Genick zu schlagen. Nein, Vargas nimm mich mit ihrer angenehmen Erzählstimme, ihrem unauffällig eingeflochtenen umfassenden Wissen, ihren klugen Recherchen und ihren spannenden Wendungen von der ersten Seite an gefangen. Und das in bisher jedem ihrer bereits erschienen Romane. Ausnahmslos.

    Kleiner Störfaktor in diesem Band ' die großen Brüste von Lina, die für meinen Geschmack über viele Seiten hinweg allzu oft Erwähnung finden, ohne Adamsbergs ohnehin kompliziertes Lebensleben auch nur ansatzweise wirklich berührt zu haben.

    Das besondere an ihren Kriminalfällen ist das vorerst scheinbar im Bereich des Mystischen liegende Motiv ' sie umgibt ihre Morde mit Legenden und Aberglauben ' um sie zuletzt absolut plausibel und zutiefst menschlich begründet aufzulösen. Legt sie falsche Fährten, dann so, dass der Leser wohl die Lunte riecht, sich aber gerne auf das Verwirrspiel zwischen Fiktion und Realität einlässt.

    Wer also wissen möchte, was General Michel Ney, die Schlacht bei Preußisch Eylau, der Fluch eines Heeres Untoter und die ungeklärten Mordfälle in der Normandie mit einer verletzten Taube, einem brennenden Großindustriellen und einer seltsamen Familie in einem kleinen französischen Dörfchen, ein jugendlicher Brandstifter und eine Unmenge an Zuckerwürfeln miteinander zu tun haben, der lese diesen feinen, unglaublich spannenden, atmosphärisch wie gewohnt starken Kriminalroman.

    Fünf Sterne für Fred Vargas und den Aufbau-Verlag, dem mit dieser Autorin ganz sicher ein großer Glücksgriff gelungen ist.

    Und nun heißt es: Warten auf den nächsten Coup aus dieser berufenen Feder.

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    walli007s avatar
    walli007vor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Nacht des Zorns" von Fred Vargas

    Retter der Seelen
    Kommissar Adamsberg hat mal wieder eine Mission, dazu strapaziert er seine Kompetenzen ganz schön. Und noch ein anderer Fall weckt sein spezielles Interesse. Eine verhuschte ältere Dame berichtet ihm hinter vorgehaltener Hand, ihre Tochter habe eine Vision des "wütenden Heeres" gehabt und nun seien vier Menschen dem Tode geweiht und ihre Tochter schwebe in Gefahr. Das nimmt der Kommissar zunächst nicht ganz ernst. Neugierig geworden reist er dennoch in die Normandie, um dem Pfad des seltsamen Todesheeres aus der Legende genauer zu betrachten. Auf seinem Weg trifft er auf eine rüstige alte Dame, die gerade den ersten Toten gefunden hat. Und nun ist es doch ein Fall.
    Bei Adamsberg, verschroben wie er ist, handelt es sich um einen meiner Lieblingsermittler und auch mit dem neuen Fall hat mich die Autorin wieder aufs Beste unterhalten. Ein altes Kriegsheer, dass keine Ruhe finden kann und wer es sieht und Menschen erkennt, der weiß, wer dem Tode nahe ist. Und natürlich geht es hier selten um ein sanftes Entschlafen. In der Normandie ist das Heer los und auch Paris ruht nicht und Adamsberg läuft zu Höchstform auf. Beide Ermittlungen koordiniert er ohne eine Sekunde den Überblick zu verlieren und der Leser folgt seinen Spuren. Zwar ermittelt Adamsberg eher ruhig und bedächtig, doch mangelt es diesem Roman in keinem Moment an Spannung. Ausgeklügelt die Gedanken und Überlegungen, die schließlich nach und nach zur Lösung der Fälle führen. Vielleicht nicht immer ganz überraschend doch immer schlüssig und fesselnd. An diesem Buch stimmt so ziemlich alles und das Lesen bereitet soviel Freude, dass einige andere Beschäftigungen für eine Weile völlig ins Hintertreffen geraten, da Adamsberg und seine Mannen für den Moment einfach wichtiger sind.

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Nacht des Zorns" von Fred Vargas

    *Frankophilenfutter*
    Wieder ein _schwelgerischer Krimi_ aus Frau Vargas begnadeter Feder.
    Die Fälle, es sind gleich mehrere, sind nebensächlich, die Charaktere wie gewohnt das Besondere. Adamsberg ist unterwegs in der Normandie, in seinem Kopf herrscht, bedingt durch seine neuerworbene Vaterschaft, mehr Verwirrung als sonst.
    Es fehlen ein wenig die Sätze die man als Leser mehrmals liest um sie sich auf der Zunge zergehen zu lassen, daher nur 4 Sterne, wobei die verzweigte Handlung eigentlich die 5 rechtfertigen würde.
    Das Tüpfelchen auf dem i, fehlt mir diesmal. Die schwurbelige Denkmaschine des Adamsberg ist nicht ganz nachvollziehbar, läuft untertourig, die ihm eigene Trance ruckelt ausgeprägter.
    Bei der Mystik wurde geknausert.
    Was bleibt ist ein, ein wenig abgespeckter hervorragender Kriminalroman, den man nicht aus der Hand legen will. Am Ende aber im Gegensatz zu den sonstigen Adamsberg Krimis ohne Wehmut beiseitelegt.

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