Fliehe weit und schnell

von Fred Vargas 
4,3 Sterne bei184 Bewertungen
Fliehe weit und schnell
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Neue Kurzmeinungen

Alanda_Veras avatar

Wunderbare scurille Charaktere, Witz, trotzdem spannend. Ein wahrer Lesegenuss.

mareikealbrachts avatar

Außergewöhnlich gut! Mein erstes und sicherlich nicht mein letztes Buch von Vargas

Alle 184 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Fliehe weit und schnell"

Die Pest in Paris! Das Gerücht hält die Stadt in Atem, seit auf immer mehr Wohnungstüren über Nacht eine seitenverkehrte Vier erscheint und morgens einToter auf der Straße liegt. Viele Pariser vermuten einen Zusammenhang zwischen den apokalyptischen Meldungen eines bretonischen Matrosen und den gespenstisch ermordeten Todesopfern. Auch Kommissar Adamsberg glaubt an einen Zusammenhang und nimmt seine unkonventionellen Ermittlungen auf.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783800092963
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:519 Seiten
Verlag:Ueberreuter
Erscheinungsdatum:01.07.2008
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.08.2007 bei Der Audio Verlag, DAV erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    NicolePs avatar
    NicolePvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Krimi-Freunden und solchen, die es noch werden wollen, kann dieses Buch empfohlen werden.
    Fliehe weit und schnell

    Der bretonische Seemann Joss Le Guern ist ein „Ausrufer“ in Paris Montparnasse. Für 5 Francs verliest er Nachrichten, welche man ihm in eine Urne steckt. Eines Tages gibt es zu den üblichen „Zu verschenken-“, „Suche-“ und sonstigen Angeboten eine merkwürdige Mitteilung über Getier, welches zur Erde zurückkehren und der Menschheit Schrecken bringen würde. Da diese Nachrichten übermäßig gut bezahlt werden, verliest Joss diese.

    Mit Beginn dieser Nachrichten erscheint an verschiedenen Pariser Wohnungstüren die Zahl 4 – jedoch seitenverkehrt. Immer mehr Vieren tauchen auf, und eines Tages liegt hinter einer nicht markierten Tür ein Toter. Dieser hat schwarze Flecken und Flohbisse. Haben diese Vorgänge etwas mit den Nachrichten zu tun, die Joss verliest? Für die Medien ist das alles ein gefundenes Fressen – die Pest ist wieder zurück in Paris.

    Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg weiß es jedoch besser. Nicht die Pest, sondern ein Mörder treibt in Paris sein Unwesen und tarnt sich als „schwarzen Tod“. Es ist ein rätselhafter Fall, denn die Opfer haben scheinbar nichts miteinander zu tun.

    Gemeinsam mit seinem Team macht sich Adamsberg auf die Suche nach Täter und Motiv. Eine spannende, wendungsreiche Geschichte beginnt. Der Kommissar bekommt dabei auch Unterstützung von den Mitgliedern einer aus anderen Romanen bekannten Wohngemeinschaft. Marc Vandoosler, Historiker und Mittelalterfachmann, hilft mit seinem Wissen über die Pest bei der Lösung des Falles und räumt auch mit Missverständnissen auf.

    Fred Vargas hat die Figuren gut dargestellt und einen straffen Spannungsbogen gehalten. Bis zum Ende bleibt offen, was die Wahrheit hinter all den Verbrechen ist. Natürlich hat auch diesmal Adamsberg wieder seine Marotten und Eigenheiten, welche ihn in die ein oder andere Situation bringen. Der Roman ist Teil einer ganzen Reihe um Adamsberg, kann jedoch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, da der Fall abgeschlossen ist. Krimi-Freunden und solchen, die es noch werden wollen, kann dieses Buch empfohlen werden.

    Weitere Rezensionen unter www.nicole-plath.de

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    Nightflowers avatar
    Nightflowervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Krimi mit schrulligen Charakteren.
    Schrullige Charaktere und Story, aber spannend

    Buchinfo: Die Pest in Paris! Das Gerücht hält die Stadt in Atem, seit auf immer mehr Wohnungstüren über Nacht eine seitenverkehrte 4 erscheint und morgens ein Toter auf der Straße liegt – schwarz. Kommissar Adamsberg sitzt in einer kleinen Brasserie in Montparnasse. Im Kopf hat er eine rätselhafte lateinische Formel, die auf jenen Türen stand – und vor sich, am Metroausgang, einen bretonischen Seemann, der anonyme Annoncen verliest. Auch lateinische darunter. Aber wo ist der Zusammenhang zwischen den immer zahlreicheren Toten in der Stadt und den sympathischen kleinen Leuten, die dem Bretonen so gebannt zuhören? Plötzlich hat Adamsberg, der Mann mit der unkontrollierten Phantasie, eine Vision.

    Seiten: 395 Seiten

    Cover: eine Tür, keine Ahnung was ich dazu sagen soll… Soll das Flucht symbolisieren?

    Meinung zum Inhalt: Also ich muss gestehen, dass das mein 1. Vargas war und ich echt ne lange Weile gebraucht hab um in das Buch reinzukommen. Außerdem konnte ich mich auch nicht mit allen diesen schrulligen Charakteren anfreunden oder ich hab meine Freude nach ner Weile wieder ein wenig verloren. Die Story ist aber gut aufgebaut und in sich logisch. Am Ende klärt sich alles auf, das freut mich immer. Auch ist es die ganze Zeit sehr spannend und es wird auch nie zu viel verraten, das wird geschickt gemacht. Die Story ist natürlich genauso schräg wie die Charaktere. Das passt immerhin zusammen. Manchmal war es mir ein wenig zu viel des Guten.

    Fazit: Spannender Krimi mit schrulligen Charakteren.

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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Hochspannender Krimi mit einem Hauch von Skurrilität.
    Der schwarze Tod?

    Der ehemalige bretonische Fischer Joss Le Guern hat in Paris das uralte Handwerk seiner Vorfahren wieder aufgenommen: Er ist "Ausrufer". Zweimal täglich verliest er in der Nähe des Gare Montparnasse auf einer Kiste stehend Nachrichten, die die Leute zusammen mit fünf Francs in seine Urne geworfen haben. Eines Tages tauchen Mitteilungen auf, die er nicht versteht, abgefasst in altem Französisch oder in Latein, versehen mit größeren Geldbeträgen. Erst nach einem Monat wird klar, dass ein Unbekannter mit diesen Texten das Nahen der Pest ankündigt.

    Gleichzeitig werden überall in Paris in Mehrfamilienhäusern Wohnungstüren mit einer spiegelverkehrten Vier gekennzeichnet - alle bis auf jeweils eine. Und hinter den nicht markierten Türen findet die Polizei Tote, die von Flohbissen übersät und schwarz sind.

    Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg, der neue Chef der Pariser Strafverfolgungsbrigade, Referat Delikte am Menschen, kämpft nicht nur gegen einen offensichtlich Verrückten, sondern auch gegen die immer hysterischer werdende Presse und die verunsicherte Bevölkerung...

    Fred Vargas, französische Archäologin, die für ihre Krimis bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, beherrscht vor allem die Schilderung von Personen und Orten meisterhaft. Ihre Krimis sind von höchster Spannung, allerdings muss man einen Hang zum Skurrilen haben, um sie uneingeschränkt zu mögen.

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    jenvo82s avatar
    jenvo82vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Keine Liebe auf den ersten Blick oder besser die erste Zeile, wer aber dranbleibt wird mit einem spannenden Krimi belohnt.
    Der schwarze Tod

    Die Geschichte an sich ist spannend, weil sie die Schrecken einer mittelalterlichen Krankheit als moderne Tötungsmethode thematisiert. Die Umsetzung lässt allerdings zu wünschen übrig: der Schreibstil ist sonderbar fast gewöhnungsbedürftig und der ermittelnde Hauptkommissar eine verschrobene Persönlichkeit mit zahlreichen Macken aber andererseits mit einer schier untrüglichen Intuition. Die ersten zwei Drittel des Buches lesen sich schleppend, man könnte es ebenso gut bei Seite legen. Erst nachdem der mutmaßliche Täter in U-Haft sitzt, kommt Bewegung in die Handlung. Auf wundersame Weise wird es nun doch noch ein guter Kriminalroman, wenn auch kein Meisterwerk. Dies war mein erstes Buch der Autorin, ein zweites werde ich noch lesen, um mir ein genaueres Bild zu machen. 

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    SalanderLisbeths avatar
    SalanderLisbethvor 5 Jahren
    Die Pest in Paris

    Ein ehemaliger Seemann hält auf einem öffentlichen Platz plötzlich apokalyptische Reden, die die Ankunft von etwas Schrecklichem verkünden. Im 18. Arrondissement in Paris erscheinen über Nacht auf einigen Wohnungstüren spiegelverkehrte 4en, ein Pestabwehrzeichen aus dem Mittelalter. Nachdem dann noch auf der Straße der 1. Tote mit Flohbissen und schwarzen Flecken übersät gefunden wird und weitere Leichen folgen, erfasst Panik die Pariser Bevölkerung.

    'Fliehe weit und schnell' war der erste Roman, den ich von Fred Vargas gelesen habe.

    Ich war von Anfang an fasziniert von der wunderbar poetischen Sprache, der unerschöpflichen Phantasie der Autorin, dem Fundus an Skurrilitäten, den verschrobenen aber immer liebenswert gezeichneten Charakteren und nicht zuletzt dem Humor, der oft in den schrägen Dialogen aufblitzt. Allen voran Kommissar Adamsberg, ein egozentrischer Kauz, der anstatt logisch und nüchtern eher intuitiv, leidenschaftlich und aus dem Bauch ermittelt.

    Originell fand ich die Idee, die Infektion mit einer tödlichen Seuche aus dem Mittelalter ins Paris des 21. Jahrhundert zu transportieren und damit auch die einhergehende Panik und die menschlichen Urängste zu thematisieren. Daraus ergibt sich eine ungeheure spannende Story mit einem fantastisch konstruiertem Plot. Wenn man sich auf das 'Vargas-Universum' einlässt, entwickelt das Buch bis zum überraschenden, doch einigermaßen überzeugenden Schluss einen Sog.

    Fern ab vom Mainstream hat Vargas hier einen herrlich unkonventionellen Krimi geschaffen.

    Man liebt sie oder kann damit nichts anfangen.

    Kommentare: 1
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    sternbluts avatar
    sternblutvor 5 Jahren
    Fliehe weit und schnell - aber nicht vor diesem Buch

    Eine ganze Weile schon findet in Paris der Ausrufer Joss Le Guern in seinem “Briefkasten” sehr gut bezahlte, mysteriöse Mitteilungen. Mitteilungen, die den ehemaligen Lehrer Decembrais beunruhigen. Als herauskommt, dass es sich um verschiedene Abhandlungen und Tagebucheinträge zur Pest handelt, alarmieren sie Jean-Baptiste Ademsberg, seines Zeichens Leiter der Pariser Mordkommision, dem in der Zwischenzeit von scheinbar willkürlich angebrachten, umgedrehten Vieren an mehreren Wohnungstüren in ganz Paris berichtet wurde. Nach und nach wird der Zusammenhang erkennbar und mit dem ersten, schwarz bemalten Toten macht sich die Angst in der Hauptstadt breit – ist wirklich die Pest in der Stadt?

     

    Meine Mutter hatte das Buch mit flammendem Interesse gelesen und konnte es gar nicht aus der Hand legen, deswegen dachte ich mir: wenn sie es mir schon für mein Bücherregal vermacht, dann lese ich es doch auch mal, zumal ich sowieso gerade im Lesefieber bin.

     

    Ich muss sagen: der Anfang war wirklich schwach. Für mich war es ein ewiges Hin und Her zwischen verschiedenen Personen, die irgendwie in keinerlei Zusammenhang zu stehen schienen. In kurzen Abschnitten werden die unterschiedlichen Personen und ihr Verhalten charakterisiert und dargestellt, es wirkt ein bisschen abgehackt und auch wenn jeder Abschnitt für sich eine kleine Einheit darstellt, so ist es doch ein recht schneller Wechsel vom Einen zum Anderen. Erst mit der Zusammenführung der unterschiedlichen Parteien wurde ich langsam mit dem Buch warm, auch wenn gerade da eine neue Sichtweise, nämlich die des “Pestbereiters”, eingeführt wird. Zwar wird danach immernoch zwischen den verschiedensten Ansichten gesprungen, aber zumindest versteht man alle Zusammenhänge – das macht es zumindest nicht ganz so schlimm.

    Daneben ist die Schreibweise von Vargas – angeblich – einzigartig. Er schreibt mit unheimlicher Detailtreue, was mir persönlich sehr gefallen hat. Man kann sich reinleben. Mein Problem: die Dialoge. Zwar sind darin die Charakterzüge der verschiedenen Personen wunderbar wiedergespiegelt, für mich wirken sie allerdings etwas plump in den meisten Fällen, wobei man dazu sagen muss, dass nicht jeder in dem Buch so ist. Es gibt auch einige gute Dialoge, aber die meistens finde ich – wie oben schon gesagt – eher plump. Ansonsten ist es sprachlich doch recht schön ausformuliert, gegen Ende hin zumindest immer besser.

    Auch die Geschichte wird von Anfang bis Ende aufsteigend besser. Nachdem die Charaktere und ihre jeweiligen eigenen Erfahrungen nach und nach zusammengeführt worden sind, macht es richtig Spaß, die Jagd nach dem Pestbereiter und Mörder zu verfolgen. Einige verblüffende Elemente sind eingebaut, sodass es eigentlich gegen Ende hin an Spannung enorm zunimmt und die Dichte der Ereignisse rapide zunimmt. Während am Anfang eher ein leises Dahingeplätscher an Informationen und Handlung besteht, so drängt sich am Ende die Auflösung und alles innerhalb weniger Kapitel zusammen.

    Nachdem ich mich jetzt hier aber die ganze Zeit über die Charaktere, ihre seltsamen Dialoge und ihre vereinzelte Darstellung beschwert habe, muss ich dazu sagen, dass sie wirklich stark gezeichnet sind. Jeder Charakter hat seine Eigenheit, die in dem Buch wunderbar herauskommt. Jeder hat eine eigene Persönlichkeit mit seinen eigenen Macken und seiner eigenen Geschichte. Sogar die Nebenpersonen werden so eingeführt, dass man sich bisweilen ihre Situation und Lebensweise gut vorstellen kann. Das zusammen mit der Detailtreue, was Umgebungen und andere Bereiche betrifft, macht das Buch lebendig.

     

    Mein Resumé zu diesem Buch ist: keine Panik vor den ersten Seiten! Auch wenn das Buch wirklich lahm und irgendwie seltsam beginnt, so verbessert sich die Lage doch nach den ersten hundert Seiten in etwa, also nicht abschrecken lassen. Man sollte dem Buch wirklich eine Chance geben, wie ich es getan habe – und ich habe es nicht bereut. Insgesamt, auch wenn es meiner Meinung nach ein bisschen grob ist, hat es sich am Ende wirklich gelohnt. Ich konnte das Buch gegen Ende hin gar nicht mehr aus der Hand legen! Grausam, wenn man nur noch 30 Seiten zu lesen hat und den ganzen Tag bis zur Heimfahrt warten muss, weil man sonst keine Beschäftigung hat. Demnach: empfehlenswert, auch wenn es einige verbesserungswürdige Kleinigkeiten (oder auch nicht Kleinigkeiten) gibt.

    Was mich jetzt noch interessiert ist der dazugehörige Film. Erst nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich zufällig entdeckt, dass es da einen gibt, der mit unterschiedlichen Meinungen versehen ist. Seitdem steht Saat des Todes auf meiner Liste – und irgendwann werde ich ihn mir ansehen und hoffen, dass das Buch annähernd so gut verfilmt wurde wie es es verdient.

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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 6 Jahren
    Rezension zu "Fliehe weit und schnell" von Fred Vargas

    Ich hatte schon von einigen Lesern gehört, dass sie dieses Buch für den besten Krimi von Fred Vargas halten. Nun kann ich verstehen, warum. Auch mir hat er - wider Erwarten - grandios gefallen; ich fand ihn definitiv noch besser als den "Verbotenen Ort".

    Die Pest in Paris? In der heutigen Zeit? Noch dazu verkündet von einem Ausrufer? Wo gibt's denn sowas? Die Antwort ist klar - im Universum der Fred Vargas, da gibt's sowas. Und doch ist alles ein wenig anders, als es auf den ersten Blick (und nach dem Lesen des Klappentextes) scheint.

    Die "schrägen" Elemente halten sich in den Büchern von Fred Vargas genau die Waage mit den nachvollziehbaren, und gerade darin liegt für mich die große Kunst der Autorin. Der Ausrufer ist selber ein wenig seltsam, aber auf liebenswerte Art. Er ist ein mit dem Leben verkrachter, alter Seemann, der sich auf diese Weise wieder einen Platz in der Gesellschaft erobert hat. Er begreift zunächst gar nicht, was er da vorliest - erst ein gebildeter Nachbar (noch so eine herrliche Nebenfigur) bringt ihn darauf, dass da entschieden etwas nicht stimmen kann. Gemeinsam wenden sie sich dann an Kommissar Adamsberg - erst nach ein paar (sehr erheiternden) Kapiteln fließen diese Stränge also zusammen. Das fand ich taktisch wunderbar klug gemacht von der Autorin.

    Adamsberg war - scheinbar - gerade mit einem ganz anderen Problem beschäftigt, nämlich mit ominösen, auf Türen gemalten Vieren, die über Nacht in Paris auftauchten. Doch - oh Wunder - die Autorin schafft es, den Bogen zu spannen hin zum Ausrufer und den seltsamen Ankündigungen. Von diesem Punkt an nimmt das Buch ständig an Fahrt auf; es gibt beinahe pro Kapitel neue Entwicklungen. Doch erst kurz vor Schluss stellt sich heraus, dass... nein, das verrate ich nicht! Jedenfalls wird der Leser gründlich überrascht. Und ein wenig erleichtert ist man auch, weil dann doch halbwegs die Guten die Guten und die Bösen die Bösen geblieben sind.

    Ein "heiles Universum" bietet uns Fred Vargas hier nun beileibe nicht. Auch keinen ganz "reinrassigen" Krimi. Dafür aber ein Buch, dass vor gelungenen Figuren nur so zu platzen scheint; unerhört "anders klingende" Dialoge, die man sich am liebsten immer wieder durchlesen möchte, diverse herrliche Prisen Humor, und einen Plot, der sich trotz aller Win- und Wendungen als überzeugend herausstellt. Besonders nett fand ich auch, dass die "drei Evangelisten" (bekannt aus früheren Büchern) hier diverse Nebenrollen haben...!

    Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. Vielleicht nicht unbedingt dem hartgesottenen Krimi-Fan, der einen "Whodunit" erwartet, sondern eher dem Leser mit einer deutlichen Neigung zum Abstrusen, Schrägen, und Unerwarteten.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Fliehe weit und schnell" von Fred Vargas

    Viele Krimis fallen bei mir bereits nach der Kurzbeschreibung durch, weil sie die immer gleichen Klischees bedienen: Ein kaltblütiger Serienkiller, der möglichst blutig mordet; ihn verfolgt entweder ein zynischer Eigenbrötler-Cop oder ein normaler Kommissar mit Problemen in seinem Privatleben. Naja.

    Dieser Krimi hier ist ziemlich anders, obwohl auch eine Art Serienmörder darin vorkommt. Aber zunächst eine Inhaltsangabe:

    Der ehemalige Seemann Joss LeGuern hat von einem seiner Vorfahren das Amt des "Ausrufers" übernommen, das heisst, er liest auf einem öffentlichen Platz allerlei kurze Botschaften vor, die ihm über Nacht zugetragen wurden. Das ist zwar reichlich anachronistisch, aber für ihn recht einträglich. Seit einiger Zeit sind darunter seltsame Phrasen, die irgendwie ein kommendes Unheil andeuten. Diese werden immer konkreter, bis Kommissar Adamsberg mit Hilfe eines Anwohners herausfindet, dass hier die Geissel des Mittelalters, die Pest, angekündigt wird. Als er sich anschickt, dieser Spur nachzugehen, wird ein erstes Todesopfer gefunden.

    Die Geschichte ist wunderbar originell, leicht schräg, jedoch nicht so sehr, dass sie komplett von der Realität losgelöst wäre. Sie hat mit Kommissar Adamsberg eine tolle Hauptfigur, die manchmal scharfsinnig und entschlossen ist, dann wieder komplett "neben den Schuhen". Daneben wird die Geschicheine von einer Fülle liebevoll gezeichneter Nebencharaktere bevölkert. Die Handlung ist wendungsreich und die Auflösung des Falles spannend. Ich habe definitiv Lust auf mehr gekriegt.

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    ralluss avatar
    rallusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Fliehe weit und schnell" von Fred Vargas

    Fred Vargas schreibt Krimis die nicht von der Stange sind, sowie ihre Protagonisten.
    Der Kriminalkommissar Adamsberg trägt Kleidung die ihn als solchen nicht identifiziert, am Schluss läuft er barfuss in Ledersandalen.
    Er kann sich schlecht Namen merken, versieht jeden Mitarbeiter seiner Brigade mit Kennzeichen, damit er ihn mit richtigem Namen ansprechen kann.
    Danglard, die rechte Hand von Adamsberg hat dessen Intuition nicht, hilft ihm aber mit Namen, Kleidung, Lebensberatung weiter.
    Der Fall - die Pest erschüttert Paris, dazu passt daß sie von einem Ausrufer verkündet wird, Häppchen für Häppchen.
    Adamsberg folgt seiner Intuition und verliert sich in seinen Nicht-Gedanken, mit dem er letztendlich den Fall löst.
    In Vargas Universum ist vieles nicht normal doch die recht ungewöhnlichen Menschen, Dialoge fügen sich zu einem einheitlichen Ganzen.
    Wenn man einmal eingetaucht ist wird man mit viel Philosophie, einem atmosphärischen Plot und ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden belohnt.
    Fred Vargas ist eine der außergewöhnlichsten Krimiautorinnen die es auf dem Markt gibt.

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    PrinzessinMurkss avatar
    PrinzessinMurksvor 8 Jahren
    Rezension zu "Fliehe weit und schnell" von Fred Vargas

    Vargas hat mich von einem Vorurteil befreit: Bisher las ich Krimis als leichte Literatur. Sommerbücher ohne großen sprachlichen Anspruch. Einfach zu verschlingen - immer im Dienste der Handlung. Sprache als Zweck. Krimi als Mörderjagd.
    Aber nicht so bei Vargas! Sie bringt Adamsbergs Kopfstreifzüge und kluge, überraschende Blicke auf die Realität so kunstvoll rüber, das es einfach Spaß macht, ihr zu folgen. Dass dabei auch noch Spannung, Geheimnis und Mörder-Jagt im Buch stecken ist fast nur noch ein nettes Gimick.
    Das wird nicht der letze Adamsberg gewesen sein, den ich lese.

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