Frederick Taylor

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Autor von Die Mauer, Dresden und weiteren Büchern.

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Frederick TaylorDie Mauer
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Die Mauer
Die Mauer
 (3)
Erschienen am 17.01.2011
Frederick TaylorDresden
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Dresden
Dresden
 (2)
Erschienen am 15.09.2008
Frederick TaylorZwischen Krieg und Frieden
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Zwischen Krieg und Frieden
Zwischen Krieg und Frieden
 (1)
Erschienen am 10.09.2011
Frederick TaylorInflation
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Inflation
Inflation
 (1)
Erschienen am 23.09.2013
Frederick TaylorCoventry: Der Luftangriff vom 14. November 1940: Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg
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Coventry: Der Luftangriff vom 14. November 1940: Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg
Frederick TaylorCoventry
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Coventry
Coventry
 (0)
Erschienen am 09.11.2015
Frederick TaylorZwischen Krieg und Frieden: Die Besetzung und Entnazifizierung Deutschlands 1944-1946
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Zwischen Krieg und Frieden: Die Besetzung und Entnazifizierung Deutschlands 1944-1946
Frederick TaylorCONFESSIONS OF A HORSE DEALER (1861)
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CONFESSIONS OF A HORSE DEALER (1861)
CONFESSIONS OF A HORSE DEALER (1861)
 (0)
Erschienen am 30.03.2010

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Rezension zu "Zwischen Krieg und Frieden" von Frederick Taylor

Rezension zu "Zwischen Krieg und Frieden" von Frederick Taylor
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Die Entwicklungen nach der Stunde Null

„Zugunsten der Deutschen würde ich nicht mal auf ein halbes Brötchen verzichten“, sagt ein befragter Brite gegen Ende des Jahres 1945. Und das lag nicht nur an der eigenen Not Englands und der strikten Rationierung dort in der Nachkriegszeit. Nach der Kapitulation Deutschlands lag halb Europa in Trümmern, fand sich ein riesiges Kerngebiet Europas, allem voran Deutschland selbst, als mehr oder minder „weißer Fleck“ auf der Landkarte.
Und es gab keinen Plan, das vor allem.

Dieser „Zeitenwende“ nimmt sich Frederick Taylor in seinem Buch nüchtern, sachlich und in durchgehender Berichtsform an. Bietet etwas (eher wenig) an Bildmaterial, lässt Zeitzeugen der Sieger und der Besiegten in Protokollausschnitten und Interviewnachzeichnungen zu Wort kommen und verschafft dem Leser auf diese Weise zunächst einen guten Einblick in den Zustand jener Monate und Jahre, ein zustand zwischen „Sieg- und Beutementalität“ der Sieger, zwischen florierendem Schwarzmarkt mit Kaffee- und Zigarettenwährung (und der des eigenen Körpers, so man eine einigermaßen ansehnliche deutsche Frau zu jener Zeit war), zwischen Infektionen mit Geschlechtskrankheiten (zahlreich) die zu solch merkwürdig anmutenden Aktionen wie „Verbrecheralbummärschen“ führten (alliierte, infizierte Soldaten marschierten durch die Stadt, damit sie den Frauen durch Ansehen bekannt waren), zwischen Drangsalierung, Kälte aber auch Fraternation unter den beteiligten Mächten in Deutschland.

Zwei Entwicklungslinien vor allem aber sind es, welche Taylor im Buch intensiv und nachvollziehbar nachzeichnet, die weitreichende Folgen für die nächsten Jahrzehnte europäischer und transatlantischer Geschichte haben sollten.

Zum einen legt Taylor den Weg der Entnazifizierung offen, von zunächst eher ungesteuerten und ungeordneten Versuchen über die Entwicklung eines Rechtsansatzes und einer Systematik, sicherlich mit gipfelnd in den Nürnberger Prozessen. Dies mit dem Ziel, möglichst schnell die Bevölkerung aus den Fängen der zerstörerischen Ideologie zu lösen und damit die Grundlagen für eine demokratische Entwicklung zu schaffen.

Zum Zweiten verweis Taylor fundiert auf die Folgen der sich rasch abkühlenden Verhältnisse zwischen den westlichen Besatzungsmächten einerseits und der Sowjetunion andererseits. Eine Abkühlung und Verschärfung im Klima, die, folgt man Taylor, die wichtigste Ursache einer konstruktiven Restauration Deutschlands durch die westlichen Siegermächte war. Getrieben von der Dynamik der zunehmend feindseligen Haltung zwischen Ost und West wurde zielgerichtet daran gearbeitet, Deutschland wieder aufzubauen und als wichtigen Verbündeten und wichtiges Bollwerk gegenüber der Sowjetunion überlebensfähig zu gestalten. Pläne der Endindustrialisierung oder andere radikale Ideen verschwanden so doch recht schnell in den Schubladen und der Weg für eine eigenständige, stärkende wirtschaftliche und politische Entwicklung wurde geebnet und unterstützt.

Taylor nimmt sich eines hoch interessanten Zeitraumes ins einem Buch an und vollzieht in nachvollziehbaren Schritten die Entwicklung von der Kapitulation Deutschlands über die massiven Bedrängnisse der Menschen in der Folgezeit bis hin zu sich entfaltenden konstruktiven Plänen und Strategien der Westmächte fundiert nach. Ebenso interessant sind seine Einlassungen aber auch im Blick auf die sowjetische Besatzungszone und die Entwicklung sozialistischer Strukturen im Osten Deutschlands.
Im Stil und Tonfall leider oft etwas zu trocken und distanziert, es braucht eine gewisse Konzentration und ein Interesse am Thema, um dem Buch dann gut folgen zu können. Ebenso wäre eine Ausweitung des Bildmaterials wünschenswert gewesen, dies gerät im Buch ein wenig zu kurz.

Fundiert recherchiert, umfassend dargelegt und die wesentlichen Weichenstellungen für die folgenden Jahrzehnte darlegend, bietet Frederick Taylor trocken und nüchtern einen umfassenden Einblick in die entscheidenden Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkrieges in Deutschland, spart einzelne Schicksale nicht aus, bietet vor allem aber eine Erläuterung der großen Linien der Entwicklungen und reiht sich damit gut ein in die Liste der jüngeren Literatur über die Zeit des zweiten Weltkriegs wie Blokada oder Bloodlands.

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