Frederik William Engdahl Es klebt Blut an Euren Händen

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Inhaltsangabe zu „Es klebt Blut an Euren Händen“ von Frederik William Engdahl

Alles dreht sich ums Öl - damals, heute und erst recht morgen und übermorgen. Je knapper der Rohstoff, umso erbarmungs- und skrupelloser tobt der Kampf darum. Wer Öl besitzt, dem gehört die Welt - und umgekehrt. Waren im Ersten und Zweiten Weltkrieg lediglich die Versorgungswege kriegsentscheidend, wird spätestens seit den Golfkriegen um den dirketen Zugang zu den Ölquellen gerungen und Blut vergossen. Daran wird sich voraussichtlich auch nichts ändern. Im Gegenteil, der Kampf um den Schmierstoff der Weltwirtschaft wird sich verschärfen - so die Feststellung von William Engdahl. In seinem aktuellen Buch geht er zurück zu den Ursprüngen der einseitigen und elementaren Abhängigkeit der westlichen Welt vom Öl als Energieträger Nr. 1. Heute verschärfen die aufstrebenden Schwellenländer, die neuen 'Big Player' wie China oder Brasilien, die Konkurrenz. Sie behaupten kompromisslos ihre Ansprüche und stecken ihre Einflusssphären mit allen Mitteln ab. Eine packende Geschichte über den Status des Öls in der westlichen Welt, die Big Player im brutalen Kampf um die Vorherrschaft und den Zusammenhang zwischen Weltherrschaft und dem schwarzen Gold.

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  • Das Öl reicht noch 20 Jahre. Und das schon seit 100 Jahren.

    Es klebt Blut an Euren Händen
    R_Manthey

    R_Manthey

    17. July 2015 um 15:23

    Erdöl ist die unverzichtbare Grundlage moderner Industriegesellschaften. Nicht nur das es neben Erdgas die bedeutendste Quelle für elektrischen Strom liefert, ohne den die moderne Zivilisation zusammenbrechen würde, es wird auch als Grundstoff für die unzählige Produkte benötigt und liefert die Energie für fast alle Antriebstechniken. Deshalb kann es nur von Vorteil sein, wenn man über alle bedeutenden Erdölquellen herrscht oder sie wenigstens kontrolliert. Darüber hinaus verhilft das fast schon religiöse Mantra ihrer bald nahenden Vergänglichkeit eine hervorragende Begründung für einen immer höheren Preis des Öls. Was bald nicht mehr zur Verfügung stehen wird, muss selbstverständlich immer teurer werden. Engdahls neustes Buch versucht mit diesem Mythos aufzuräumen, der von interessierter Seite in den 1930er Jahren ins Spiel gebracht wurde und erklärt andererseits viele bedeutsame politische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte unter dem Blickwinkel der Herrschaft über das Erdöl. Denn klar ist: Wer den Zugang zum Erdöl kontrolliert, herrscht über die Welt. Erdöl - so haben wir das in der Schule gelernt - entstand aus den Überresten von urzeitlichen Pflanzen und Tieren. Wenn das so ist, dann sagt uns die Logik, dass diese Vorräte endlich sind. Merkwürdigerweise wird diese Entstehungstheorie aber nicht wirklich hinterfragt, noch ist sie gar bewiesen. Seit dem Ende der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts werden gewisse Kreise in den USA nicht müde, das baldige Ende der Ölreserven vorherzusagen. Doch statt zu Ende zu gehen, stiegen diese Reserven ständig an. Der sogenannte "Peak Oil" verschiebt sich seit seiner Erfindung immer weiter in die Zukunft. Engdahl geht auf diese Merkwürdigkeiten recht ausführlich ein. Und er schildert, dass es eine alternative Theorie zur Entstehung von Erdöl gibt, die nicht von irgendwelchen Spinnern entwickelt wurde, sondern von namhaften sowjetischen Wissenschaftlern. Diese sogenannte abiotische Entstehungstheorie wurde sowohl in Laborversuchen als auch praktisch bestätigt. Denn die meisten Erdölquellen auf dem ehemaligen Staatsgebiet der Sowjetunion wurden entsprechend dieser Theorie entdeckt. Dort, wo dieses Öl aus der Erde sprudelt, hätte es nach der US-Theorie niemals auffindbar sein können. Wenn aber Erdöl durch großen Druck tief im Erdinneren aus Gestein entsteht, also ein erneuerbarer Rohstoff ist, werden sofort alle Angstszenarien vor dem sogenannten Peak Oil hinfällig. Ganze Entwicklungsstrategien würden über den Haufen geworfen. Für diesen Fall, so der Autor, steht dann aber immer noch die Klimaangst zur Verfügung, die aus der Verbrennung von Erdöl oder Erdgas ableitbar ist. Der Autor widmet diesen Themen mehrere Kapitel seines Buches. Wenn man den Titel dieses Buches liest, dann erwartet man solche Erklärungen eher nicht, sondern vermutet ein moralisierenden Text über die Macht der US-Ölkonzerne, die sich fast alle in den Händen der Rockefeller-Familie befinden. Doch das Buch ist erstaunlich sachlich geschrieben und analysiert viele Kriege oder Revolutionen der Neuzeit unter dem einfachen Gesichtspunkt der Zugangskontrolle zu den Erdöl-Quellen. Dann nämlich werden sie erst wirklich verständlich. Der Autor geht dabei chronologisch vor. Den meisten interessierten Menschen wird klar sein, dass die beiden Irak-Kriege der USA ausschließlich wegen der riesigen irakischen Ölvorräte geführt wurden. Es geht dabei allerdings nicht darum, dass die USA dieses Öl wirklich brauchen oder sich sichern wollen. Vielmehr ist entscheidend, dass sie allein die Kontrolle darüber besitzen und nicht die politische oder ökonomische Konkurrenz, die ihnen gerade in Asien entsteht. Das Buch erklärt beispielsweise auch die in den westlichen Massenmedien als "Arabischer Frühling" gefeierten Umstürze, die wohl alle von den USA nach bewährtem Modell inszeniert oder wenigstens gesteuert wurden. Man kann ihren Sinn erst verstehen, wenn man sie unter dem Gesichtspunkt der Zugangskontrolle über das Erdöl betrachtet. Unter eine solche Kontrolle fällt übrigens auch die Sicherheit von eigenen Pipelines oder die Zerstörung von Leitungen konkurrierender Staaten, so wie das im Tschetschenien-Konflikt geschah. Der Autor schreibt, dass es den USA vor allem um die "Demokratisierung" der Wirtschaft in einigen arabischen Staaten ginge, was nichts anderes heißt als die Privatisierung der staatlichen Erdölindustrie, um sie dann in amerikanische Hand zu bringen und um zu verhindern, dass der chinesische Konkurrent wie einst im Irak oder in Libyen einen solchen Zugang erhält. Selbst wenn man nicht alle Schlüsse des Autors teilt, erweist sich der Text als wahrer Augenöffner, denn gegen die Logik dieser Analyse kann man nur schwer ein Argument vorbringen.

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  • Rezension zu "Es klebt Blut an Euren Händen" von Frederik William Engdahl

    Es klebt Blut an Euren Händen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    06. September 2012 um 09:46

    Was jeder politisch bewusste und informierte Autofahrer schon lange im Ansatz weiß, und woran er vielleicht manchmal auch noch denkt, während er der sich in schwindelnde Höhen schraubenden Euroanzeige beim Tanken zuschaut, das wird in diesem Buch auf eine ernüchternde Weise erneut beschrieben. Das Buch verfolgt die Geschichte eines Jahrhunderts des Erdöls sowie die ungewöhnlich und oft schockierenden Mittel, mit denen in Amerika der Mythos von den begrenzten Ölreserven zur tragenden Säule einer weltweiten Macht von anglo-amerikanischen Eliten wurde. Sie werden in diesem Buch mit Namen genannt und genau identifiziert. Doch dabei bleibt Engdahl nicht stehen. Er beschreibt genau, wie dieser Mythos, den man in fast religiöser Überhöhung als „Peak-Oil-Theorie“ bezeichnet hat, in der Gegenwart erschüttert wird. Und zwar von einer nach seiner Meinung nach stichhaltigen Theorie über den Ursprung des Erdöls tief im Erdmantel. Nach dieser Theorie ist die Aussicht hoch, „ dass das Erdöl heute genauso in unbegrenzter Menge und zu erschwinglichen Preisen verfügbar ist wie die einst kostbaren exotischen Gewürze - nachdem das Geheimnis um ihren Ursprung gelüftet worden war.“ Das ist kurz gefasst, die These des Buches. Mir ist es nicht möglich, sie nachzuprüfen. Manches klingt mir doch arg nach Verschwörungstheorie. Dennoch schafft es ein Bewusstsein über die Zusammenhänge auch jüngster politischer und militärischer Auseinadersetzung mit dem Kampf um das Öl, der leider nicht aufhören wird, da auch die aufstrebenden Schwellenländer mit in das brutale Spie eingestiegen sind und ihre Einflusssphären abstecken. Es verheißt auf jeden Fall nichts Gutes. Es wird weiter, wie schon so oft, um Öl Krieg geführt werden.

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