Fredrik Sjöberg

 4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Die Fliegenfalle, Der Rosinenkönig und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Fredrik Sjöberg

Fredrik Sjöberg wurde 1958 in Västervik, Schweden geboren. Sjöberg verfasste zahlreiche Aufsätze, wirkte an mehreren Anthologien mit und übersetzte zahlreiche Bücher. Mit seiner Familie lebt er in Runmarö, in der Nähe von Stockholm.

Alle Bücher von Fredrik Sjöberg

Die Fliegenfalle

Die Fliegenfalle

 (11)
Erschienen am 24.07.2010
Der Rosinenkönig

Der Rosinenkönig

 (7)
Erschienen am 15.02.2013
Die Kunst zu fliehen

Die Kunst zu fliehen

 (2)
Erschienen am 18.07.2014
Wozu macht man das alles?

Wozu macht man das alles?

 (1)
Erschienen am 22.02.2016
Vom Aufhören

Vom Aufhören

 (0)
Erschienen am 16.08.2018

Neue Rezensionen zu Fredrik Sjöberg

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Tintenklecks98s avatar

Rezension zu "Der Rosinenkönig" von Fredrik Sjöberg

"Entweder das ist genial oder völlig bescheuert."
Tintenklecks98vor 2 Jahren

Leser, dies ist ein seltsames Buch! Da verbringt einer Jahre damit, den um die halbe Welt verstreuten Spuren eines vergessenen Menschen nachzuforschen, der sich seinerseits mit bedingungsloser Hingabe den seltsamsten Passionen widmete. Leser, dies ist ein wunderbares Buch! Denn wenn Fredrik Sjöberg über Gustav Eisens Leben schreibt, schlägt er bizarrste Kapriolen und bleibt doch auch in der skurillsten Abschweifung immer beim Thema... Als ich mir dieses Buch auf Empfehlung hin kaufte, gab es dazu eine Postkarte mit folgendem Aufdruck: "Entweder das ist genial oder völlig bescheuert." Wahrscheinlich ist dieses Buch tatsächlich eine Mischung aus beidem. Allenfalls ist es außergewöhnlich und ich kann es mit nichts bisher Gelesenem vergleichen, was eine Kunst für sich ist. Der Autor bringt einen durch Zeit und Raum in diverse Winkel und Nischen der Naturwissenschaft. Ich wollte mich überraschen lassen und das ist dem "Rosinenkönig" redlich gelungen. Es gibt gute 3 Sterne für ein Buch, über welches ich mir noch nicht im Klaren bin, ob es nun genial oder bescheuert ist; unbedingt jedoch ausgefallen und einmalig. ;)

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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Wozu macht man das alles?" von Fredrik Sjöberg

Wildes Denken
JulesBarroisvor 3 Jahren

Wozu macht man das alles?: Geschichten und Essays von Fredrik Sjöberg (Autor), Paul Berf (Übersetzer), 224 Seiten, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (22. Februar 2016), 19,90 €, ISBN-13: 978-3446250642

Das Umschlagbild zeigt ein glänzenden Citroen aus den 60iger Jahren, voller Kinder und Erwachsene. Außerhalb des Autos beugt sich eine Frau und ein Mädchen zur Heckscheibe, während ein Junge, vielleicht vier oder fünf Jahre alt, das im Lack reflektierte Bild seines vorgestreckten Bauches betrachtet.

Dieses Bild scheint mir typisch für den Autor und das vorliegende Buch: ein Narziss in ihm (und in uns) der zu Selbstreflexion und Selbstbeobachtung hingezogen wird, aber auch das neugierige Beobachten der Welt außerhalb des Selbst. Und Je mehr sich der Junge zurückbeugt, je größer wird der Bauch im konvexen Spiegel des Lacks. Warum sich mit dem Vettern auf dem Rücksitz auseinandersetzen, wenn es so ein süßes Proben zu untersuchen gilt?

Und genau das macht Fredrik Sjöberg in dieser Sammlung von insgesamt 12 Geschichten, persönlichen Anekdoten, Essays, sehr unterhaltsam mit einer cleveren Ironie.

Ob es um Tropfsteinhöhlen geht oder um unbekannte Krebstiere, um Guonaokäfer, neben dem Interesse an allem was kriecht und fliegt und wächst scheint kein Thema zu klein, um nicht Aufmerksamkeit zu bekommen. Es geht um das Wort ‚Bing’ oder um Briefmarkensammlungen, um umgangssprachliche Ausdrücke für die menschlichen Genitalien,um Ludwig Tieck, um die Frühzeit des Naturschutzes,um Lenin in Stockholm oder die Erfindung der Tasche. Oder wo er nichts für sein geschultes Auge findet, dort sucht er unverwechselbare Seelenverwandte, um sie zu porträtieren.

Weil Menschen mehr an Menschen als an Mäusen interessiert sind, geht es in all seinen Essay und Geschichten immer auch um menschliche Phänome, um ausgefallene Passionen. Es sind kleine, elegante Mini-Vorträge, kleinen unterhaltende Einheiten. Sjöberg verfolgt Seiten- und Nebenwege, nimmt sich den gefundenen Merkwürdigkeiten und (auto)biographischen Souvenirs mit besonderer Sorgfalt an, und fächert so sukzessive seinen weitverzweigten Erfahrungsschatz auf.

Sjöbergs Essays sind solchen beweglichen und wandelbaren Gegenständen gewidmet: Zu aller erst finden die Themen ihren Darsteller Sjöberg – und nicht umgekehrt –, der sich deren Bedeutung erst allmählich im Laufe seiner Überlegungen bewusst wird. Als neugieriger Sammler. Dass der Autor lange als Entomologe tätig war, rechtfertigt die Einschätzung, dass hier ein genauer Beobachter nach einem eigenwilligen poetischen System sammelt und reflektiert.

Fredrik Sjöberg hat einen ganz besonderen Stil. Er sammelt Fehler, wahrscheinlich leicht nach vorn gebeugt die Hände auf dem Rücken, schreibt er doch zurückgelehnt, mit einem Augenzwinkern, in einem britisch anmutenden Stil. Sehr vergnüglich und mit einem guten Auge für Tiefen unter der glänzenden Oberfläche. Ironisch, auf eine ein wenig altmodische, kunstvolle Art und Weise.

Dieses Büchlein erfordert Energie für all diese Neugier, und auch die richtige Stimmung. Und Sie sollten viel Zeit mitbringen, für die hoch interessanten Details der Geschichten. Aber wer es liebt, Gewicht und Relevanz der behandelten Gegenstände und Themen selbst ein zu schätzen, der wird ein wahres Lesevergnügen erleben.

Dann beantwortet sich auch die Titelfrage „Wozu macht man das alles?“ selbst – in diesem Vorgang des Suchens, des Herantastens, des Skizzierens und des Verwerfens. Es ist eine Ermutigung zum ‚wilden Denken’.

Wer daran Freude hat, dem sein dieses Buch sehr ans Herz gelegt.



Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages

http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/wozu-macht-man-das-alles/978-3-446-25064-2/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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yokos avatar

Rezension zu "Die Fliegenfalle" von Fredrik Sjöberg

Rezension zu "Die Fliegenfalle" von Paul Berf
yokovor 8 Jahren

Kann sich Richtiges falsch anfühlen? Es kann. Das weiß ich nun mit einer großen Gewissheit. Komisch ist es, und ich verwandle mich bei dem Gedanken in einen Topf mit schiefem Deckel. Wie beim Buch „Fliegenfalle: Über das Glück der Versenkung in seltsame Passionen, die Seele des Sammlers, Fliegen und das Leben mit der Natur“ von Fredrik Sjöberg. Es ist eine wunderbare Lektüre. Aber auch schöne Bücher treffen uns manchmal nicht mitten ins Herz, weil eine Kleinigkeit fehlt. Was genau, können wir oft nicht sagen. Das Bruchstück taucht auf und bleibt beharrlich anwesend – egal, wie viel wir lesen. Und so ziehe ich mich heute zurück, schließe den Deckel und lasse das Buch selbst sprechen.

Liebe Bücherfreunde,

Yoko hat ja schon angekündigt, dass sie nicht ganz warm mit mir geworden ist. Trotzdem hat sie mich weitergelesen, weil sie mich mochte. Ich habe es in ihren Augen gesehen und gespürt, wie sie meine Seiten umgeblättert hat. Sie hat mich liebevoll in ihrer Büchertasche herumgetragen, unterwegs und im heimischen Sessel gelesen. Ich kann es ihr nicht übel nehmen, dass es nicht gefunkt hat, ich bin nämlich schon recht speziell. Mein Autor, Fredrik Sjöberg, erzählt die Geschichte von einem Mann, der aus dem Leben aussteigt und sich auf einer Insel ganz den Fliegen widmet. Er folgt quasi seiner Berufung: „Ich hatte ein Talent für Fliegen.“ Besonders die Schwebefliegen haben es ihm angetan. Von denen gibt es nicht wenige. Er sammelt sie und behandelt sie wie ein verliebter Mann seine Liebste. Er streift durch die Natur und spürt sie auf. Von den Insekten gibt es so viele verschiedene Arten, dass einem fast schwindelig wird. Unser Sammler bleibt jedoch nicht allein in der Geschichte. Er dreht sich nicht nur im eigenen Kreis, weil Fredrik Sjöberg sehr raffiniert die Biographie von dem bekannten Entomologen, René Malaise, einarbeitet.

Und der Blick über den Tellerrand geht weiter und führt euch, liebe Bücherfreunde, auch in die Welt der guten Literatur. Die liebt der Protagonist auch sehr. Hier und da streut er einzelne Passagen aus den Werken von D.H. Lawrence ein oder denkt über Milan Kunderas Roman „Die Langsamkeit“ nach. Dabei entschlüpfen dem Protagonisten interessante Ansichten wie diese hier: „Wenn alles langsamer ginge, würden wir alle mehr oder weniger verrückt werden und mit einer Aufrichtigkeit um Schnelligkeit flehen, in deren Nähe die Prediger der Bedächtigkeit nicht einmal ansatzweise kommen.“

Was bin ich nun also? Eine kleine Studie über Schwebefliegen, ein Dokument über das Leben eines Entomologen und ein philosophisches, nachdenkliches Werk. Wenn man mich liest, hört man die Wellen rauschen und verspürt da so einen Juckreiz am Arm, weil dort irgendwas krabbelt. Es ist angenehm warm, man räkelt sich glücklich am Strand und blinzelt vergnügt in die Sonne. Nichts ist fremd, alles ist vertraut, alles ist richtig, selbst wenn es sich hier und da falsch anfühlt. So ist es wohl als schräges gutes Buch.

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