Freidoune Sahebjam

 4.2 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Tot unter Lebenden, Die gesteinigte Frau und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Freidoune Sahebjam

Tot unter Lebenden

Tot unter Lebenden

 (4)
Erschienen am 01.06.2005
Die gesteinigte Frau

Die gesteinigte Frau

 (1)
Erschienen am 01.06.1997
The Stoning of Soroya M.

The Stoning of Soroya M.

 (0)
Erschienen am 14.01.1994

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Rezension zu "Tot unter Lebenden" von Freidoune Sahebjam

Erschütternder Bericht über ein Frauenschicksal in Afghanistan
Tini2006vor 2 Jahren


Das Buch "Tod unter Lebenden", in dem es um das tragische Leben des afghanischen Bauernmädchens Bilqis geht, ist schon etwas älter, doch ich bezweifle, das sich seither viel geändert hat, was die Umsetzung von Frauenrechten in dieser vom Krieg zersetzten Gesellschaft betrifft. Ein iranischer Journalist, der in Frankreich lebt, hat es geschrieben; es wurde 2003 das erste Mal in deutscher Sprache veröffentlicht und ich habe es in einer Hotelbibliothek entdeckt.


Dass Frauen in Afghanistan unterdrückt werden, hat sich mittlerweile ja herumgesprochen. Insofern bot das Buch für mich keine wahnsinnig neuen Erkenntnisse, und dass nur die Gesetze der Taliban schuld an den Umständen wären - wie in der Buchbeschreibung online angedeutet - stimmt so sicher nicht. In der gesamten geschilderten Gesellschaft herrscht ein streng patriachalisches, unmenschliches Frauenbild; dazu muss man(n) kein Taliban sein.... Von der ersten Vergewaltigung an im Alter von 12 gilt Bilqis bei allen - sogar in den Augen ihrer eigenen Mutter - als Hure und wer sich später an ihr vergreift, tut das, weil sie ja quasi eh schon eine Hure ist...zum kotzen. Die Denke ist so tief in dieser Gesellschaft verankert und wird nicht nur, aber natürlich AUCH durch die Religion manifestiert, so dass ich stark bezweifle, dass sich daran je etwas ändern wird.


Das Buch ist relativ nüchtern geschrieben. Angeblich hat die 28-jährige Bilqis dem Journalisten ihre Lebensgeschichte erzählt, da sie wolle, dass alle von ihrem Schicksal wissen. Hmm. Ich persönlich halte es eher für eine Art großes journalistisches Feature. Es ist sicher ein gelungenes Tool, um auf nicht existierende Frauenrechte in Afghanistan aufmerksam zu machen, aber eine 1:1 Biographie ist es vermutlich nicht.

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