Freya Klier

 3,8 Sterne bei 13 Bewertungen
Autor*in von Unter mysteriösen Umständen, Wir sind ein Volk! - Oder? und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Freya Klier

Freya Klier, geb. 1950 in Dresden. Autorin, Schauspielerin, Theaterregisseurin, Dokumentarfilmerin, Bürgerrechtlerin. 1980 war sie Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung, 1968 erstmalige, 1988 erneute Verhaftung und Ausbürgerung. Ausgezeichnet als „Botschafterin für Demokratie und Toleranz“ mit der „Sächsischen Verfassungsmedaille für besonderes demokratisches Engagement in Schulen, in Literatur und Kunst“ (2007), den Verdienstorden des Landes Berlin (1995) und des Freistaates Sachsen (2017), dem Bundesverdienstkreuz (2012) und dem „Franz-Werfel-Menschenrechtspreis“ (2016).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Freya Klier

Cover des Buches Unter mysteriösen Umständen (ISBN: 9783451033063)

Unter mysteriösen Umständen

 (3)
Erschienen am 14.09.2021
Cover des Buches Gelobtes Neuseeland (ISBN: 9783746671031)

Gelobtes Neuseeland

 (2)
Erschienen am 17.09.2012
Cover des Buches Wir letzten Kinder Ostpreußens (ISBN: 9783451068430)

Wir letzten Kinder Ostpreußens

 (2)
Erschienen am 15.09.2017
Cover des Buches Dresden 1919 (ISBN: 9783451359996)

Dresden 1919

 (2)
Erschienen am 02.10.2018
Cover des Buches Und wo warst du? (ISBN: 9783451385537)

Und wo warst du?

 (1)
Erschienen am 19.08.2019
Cover des Buches Wir sind ein Volk! - Oder? (ISBN: 9783451388378)

Wir sind ein Volk! - Oder?

 (2)
Erschienen am 17.08.2020

Neue Rezensionen zu Freya Klier

Cover des Buches Unter mysteriösen Umständen (ISBN: 9783451033063)
Jorokas avatar

Rezension zu "Unter mysteriösen Umständen" von Freya Klier

War der DDR-Staat zu Morden fähig?
Jorokavor 2 Monaten

Klar wird man sagen: an der Todesgrenze. Aber, wurden auch systematisch unliebsame Menschen durch die Mitarbeiter der Staatssicherheit aus dem Wege geschafft? Etwa durch arrangierte Unfälle, Gift- und Strahlen-Anschläge in den Gefängnisse und selbst noch nach ihrer Flucht in den Westen?

Das Buch greift diese Anschuldigung auf und findet eindeutige Antworten, verbunden mit Hypothesen über die Hintergründe, die zum Teil aber im Dunklen bleiben müssten, da viele Akten nach Zusammenbruch der Stasi schlicht und ergreifend unauffindbar verschwunden sind.

Die Autorin Freya Klier hat wohl umfassend recherchiert und zusammengetragen. Von Fällen aus den 1950ziger Jahren bis quasi in die Gegenwart. Auch nach dem offiziellen Ende der DDR ging das Leid der Geschädigten nach ihren Erkenntnissen weiter. Sehr auffällig auch die hohe Zahl an Krebserkrankungen bei ehemaligen Gegnern des Systems.

So ist ein Sachbuch entstanden, dass recht fakten-lastig erscheint und manch ein Geschädigter auch selbst zu Wort kommt. Ergänzt wird der Text durch 17 Fotografien (in schwarzweiß).

In der Zusammenstellung hätte ich mir ein wenig mehr Struktur und weniger Aufzählung gewünscht, das lässt das Werk an manchen Stellen etwas sperrig erscheinen. Den Stil der Autorin finde ich angemessen, über weite Strecken sachlich und aber auch zum Teil durchaus sehr nachdrücklich.

Fazit: Empfehlenswert für Leser, die sich mit diesem Aspekt der deutsch-deutschen Geschichte auseinandersetzen möchten. Das Unrecht wird klar beim Namen genannt.

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Cover des Buches Unter mysteriösen Umständen (ISBN: 9783451033063)
Dr_Ms avatar

Rezension zu "Unter mysteriösen Umständen" von Freya Klier

"Wir haben es gehört, wir haben es gesehen, wir haben es erlebt!"
Dr_Mvor einem Jahr

Gleich zu Beginn ihres Buches verweist Freya Klier, darauf, dass sie vieles aus dem Folgenden nicht beweisen kann. Da sie ein Opfer der Stasi ist, sieht sie auch manches nicht mehr objektiv. Verübeln kann man es ihr nicht, denn sie leidet bis heute psychisch unter ihren Stasi-Kontakten und gibt an, auch physische Beschwerden zu haben, die sie auf die DDR-Zeit zurückführt. Beweisen wird sie auch das nicht können. Aber sie geht noch viele Schritte weiter und führt im letzten Drittel des Buches immer mehr Fälle von Menschen an, die angeblich von der Stasi langfristig vergiftet oder verstrahlt wurden. Als Kronzeugen treten die jüngsten angeblichen Opfer solcher Attacken auf: Russen, für die Putin höchstselbst die Vergiftung befohlen haben soll.

Man kann das glauben oder es lassen, nur beweisen wird man es nicht können. Und damit entsteht die Frage nach der Glaubwürdigkeit solcher Behauptungen, die schließlich auch die Glaubwürdigkeit der Autorin betreffen. Dass sie auch noch den Barschel-Tod der Stasi unterschiebt, verbessert die Lage nicht, eher im Gegenteil. Warum sollte die die DDR das Risiko eingehen, einen westdeutschen Ministerpräsidenten töten zu wollen und dabei erwischt zu werden? Welchen politischen Sinn und Zweck hätte ein solches Attentat?

Leider gesellen sich in diesem Buch noch andere Ungereimtheiten zu diesen Zweifeln. Freya Klier hat in der DDR gelebt. Sie müsste also Bescheid wissen. Besonders am Ende des Buches häufen sich Kleinigkeiten, die einfach nicht stimmen. Aber sie nähren Zweifel an der Sorgfalt und dem Versuch, die Dinge objektiv betrachten zu wollen. Ich kann ihr es nicht übel nehmen, wenn sie das nicht kann. Aber es ist eben etwas anderes, eine persönliche Sichtweise zu besitzen oder aber ein Buch zu schreiben, in dem sich unzählige Behauptungen befinden, die man nicht beweisen kann , die aber andererseits als Tatsachen dargestellt werden.

Bei Beschreibungen aus der DDR, die nichts mit der Stasi zu tun haben, beginnt mein dann deutlich zunehmendes mulmiges Gefühl. In Jena nimmt sich eine Frau das Leben. Klier glaubt nicht an Selbstmord. Dann schreibt sie (172): "Eine Todesanzeige im Neuen Deutschland wird nicht gedruckt. Wochen später bekommt Gisela Uschkoreit das bereits gezahlte Geld kommentarlos zurück. In der Volkswacht und der Thüringer Landeszeitung wird sie (die Anzeige) gedruckt." Das Zentralorgan der SED war eine überregionale Zeitung, die nie lokale Todesanzeigen druckte. Die Volkswacht war die SED-Zeitung des Bezirkes Gera, sie veröffentlichte ohne Probleme die Anzeige. Die Thüringer Landeszeitung war das Organ der LDPD (eine Art Ost-FDP) in den Bezirken Gera und Erfurt, hieß (und heißt) in Wirklichkeit Thüringische Landeszeitung. Was sollen solche merkwürdigen und zum Teil falschen Einlassungen dem Leser eigentlich sagen? Und: Wenn eine Autorin keine Sorgfalt bei solchen unbedeutenden Kleinigkeiten hat, warum sollte sie sie dann insgesamt besitzen?

Ich könnte noch zahlreiche andere solcher unscheinbaren Kleinigkeiten anbringen, die mich verwirrt haben. Keine Kleinigkeit ist jedoch eine Bemerkung auf Seite 212, nach der 1989 das Jahr war, "in dem Gorbatschow Glasnost und Perestroika auch in der DDR einführte". Das ist kompletter Unfug. Bekanntlich hat Gorbatschow Honecker bedrängt, ihm zu folgen, doch das passierte eben gerade nicht. Man kann über die senile SED-Clique denken was man will, muss ihr aber lassen, dass sie in ihrem Sinne schlauer waren. Gorbatschows Maßnahmen wären ihr Ende gewesen. Sie waren es schließlich auch, denn der sowjetische Obergenosse ließ sie anschließend fallen, was erst die sogenannte friedliche Revolution ermöglichte. Wieso Klier einen solchen, oben zitierten Blödsinn in ihr Buch aufnimmt, verstehe wer will.

Nach meinem Empfinden ist das ganze Buch von einer Weltsicht durchdrungen, die alles andere als objektiv ist. Ich kann völlig verstehen, dass sie vielen Menschen, die ihren Widerstand gegen das SED-Regime mit ihrem Leben oder ihrer Gesundheit bezahlten, ein Denkmal setzen wollte. Unter diesen Menschen ist auch ihr Bruder.

Aber der Widerstand gegen die SED, heute als DIE LINKE umfirmiert und mit dem Anstrich einer "demokratischen Partei" getarnt, war unbedeutend, unorganisiert und sinnlos. Nicht an diesem punktuellen Widerstand ist die DDR zerbrochen, sondern an der Unfähigkeit, eine freie Wirtschaft zu ermöglichen. Die DDR war bereits 1985 pleite und völlig heruntergewirtschaftet. Eine freie Wirtschaft braucht freie Menschen. Und freie Menschen konnte die SED nicht zulassen, weil Linke einen unerschütterlichen totalitären Anspruch auf den Besitz der alleinigen Wahrheit zu haben glauben. Der unvermeidliche Untergang eines solchen Regimes kann sich jedoch schier endlos hinausziehen, wie das Beispiel der DDR zeigt. Ich kann jedem nur empfehlen, sich Dokumentarfilme aus dem Jahre 1990 anzusehen, die ostdeutsche Städte zeigen. Diesen Verfall kann man sich heute kaum noch vorstellen.

Klier sieht die Geschichte der DDR aus ihrem speziellen Blickwinkel, was man ihr nicht verdenken kann, schließlich war der Widerstand gegen das Regime ihr Lebensinhalt. Und so ist dieses Buch ein nicht wirklich objektiver, also in eine Richtung verzerrter Bericht, der vieles Behauptungen enthält, auch sehr abenteuerliche, die man wohl nie beweisen können wird, selbst wenn sie wahr sein sollten.

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Cover des Buches Unter mysteriösen Umständen (ISBN: 9783451033063)
HEIDIZs avatar

Rezension zu "Unter mysteriösen Umständen" von Freya Klier

Wieder ein extrem gutes Buch der Autorin
HEIDIZvor einem Jahr

Freya Klier durfte ich mit einem anderen ihrer Bücher schon einmal live erleben zu einer Lesung in Mühlhausen im Rahmen von C.Strecker präsentiert, in der tollen Kirchenbibliothek.

Nun hat die Autorin ein neues Buch herausgebracht, welches mich vom Inhalt sehr interessierte, sodass ich es gelesen habe und euch berichten möchte, wie es mir gefallen hat.

Thematisch inhaltlich geht es um Morde der Staatssicherheit - ein noch immer brisantes Thema - sehr interessant und perfekt recherchiert beschrieben.

Der 8. November 1987 - Freya Klier un dihr Mann Stephan Krawczyk sollten ermordet werden - es war ein schicksalhafter Tag, den die Autorin nicht vergessen wird. Aber sie waren nicht die einzigen ...

Klier befragt Zeitzeugen und lässt sie im Buch zu Wort kommen. Unliebsam gewordene DDR-Bürger erzählen von ihren Erlebnissen ...

Gegliedert ist das Buch in die Jahrzehnte beginnend bei den 50ern bis zu den 80ern. Das letzte Kapitel trägt die Überschrift: "Noch lange wird die DDR in unseren Hirnen und Körpern nisten"

Leseprobe:
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Weit nach dem Mauerfall werde ich in den Stasi-Akten über die Nervenheilanstalt und sein Personal lesen: Der Chefarzt und die Oberärztin sind beide bei der Staatssicherheit. Der Stationsarzt wiederum ist für zwei Jahre strafversetzt, er kommt aus einer Dresdner Klinik, soll "verhängnisvolle" politische Witze gerissen haben. ...

Ob Bauer Schwerdt aus Thüringen, Mord - Eine Arbeitsmethode des MfS, Menschen verschwinden in Bautzen oder Der zweite Mordversuch an einem Spiegel-Korrespondenten - all diese Kapitel im Buch sind perfekt recherchiert und geben die Begebenheiten nachvollziehbar sachlich und verständlich wieder.

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und wurde rundherum zur Thematik informiert, es ist harter Tobak, was man da zu lesen bekommt, es ist ja schließlich kein fiktiver Krimi, sondern war bittere Realität - daher zwar spannend - aber halt emotional auch aufrüttelnd neben aller sachlicher Information.

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