Frido Mann Achterbahn

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Inhaltsangabe zu „Achterbahn“ von Frido Mann

Neues von der Mann-Familie: Frido Mann zieht die Bilanz seines ungewöhnlichen Lebens. «Frido Mann ist der Prinz einer Dynastie des Wortes.» Süddeutsche Zeitung

Ganz interessant, aber auch nicht mehr. Schlechter Stil, Lektorat hat m.E. versagt

— Lucina
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  • Rezension zu "Achterbahn" von Frido Mann

    Achterbahn
    cosima73

    cosima73

    11. August 2012 um 18:16

    Als Sohn von Michael Mann in Amerika geboren, führte der Weg Frido Manns bald in die Schweiz, wo er nach einem kurzen Intermezzo in Österreich die Schule abschloss und ein Musikstudium aufnahm. Eine grosse Zeit wohnte er bei seinen Grosseltern, sehr zur Freude seines ihn vergötternden Grossvaters. "Er ist ein sehr ruhiger Grossvater, trotzdem präsent, auch wenn er wenig oder gar nicht spricht. Gelegentlich sprudeln Meinungsäusserungen oder Erzählungen aus ihm heraus, heiter, hell, prägnant; gesetzt und doch leicht und oft lustig. Und durch alles hindurch spüre ich, obwohl wir einander körperlich kaum berühren, seine durchgehende, verlässliche Liebe und Zärtlichkeit mir gegenüber, besonders bei den alltäglichen Begrüssungen oder Verabschiedungen." Frido findet auch einen Platz in Thomas Manns Schreiben. Im Werk Doktor Faustus erschafft dieser den fünfjährigen Nepomuk, genannt Echo, und lässt ihn im Werk qualvoll sterben. Frido Mann zahlt den Preis dafür, in dem er fortan die Blicke der Kundigen auf sich spürt und nicht weiss, ob sie bewundernd oder mitleidig sind. Der Doktor Faustus wird zum Stigma, welches er nie in einem klärenden Gespräch auflösen kann. "Dies ist vermutlich der Hauptgrund dafür, denke ich heute, dass ich meinem Grossvater lange jene literarische Vereinnahmung nachgetragen und mich deshalb mein halbes Leben über geweigert habe, seine Werke zu lesen." Frido Mann erscheint als Suchender im Leben. Nach einem Musikstudium stürzt er sich in die Theologie, promoviert da, beginnt danach mit Psychologie, habilitiert. Dass er irgendwann noch zu schreiben beginnt, erstaunt in der Familie nicht, es scheint nicht anzugehen, dass ein Mann-Nachkomme nicht schreibt. Alle stehen sie im Schatten Thomas Manns und beklagen ebendiesen Schatten. Zwar ebnet Thomas Manns Ruhm und Bekanntheitsgrad so manchen Weg, öffnet manche Tür und bringt Interesse für die eigene Geschichte, trotzdem betonen seine Nachkommen oft lieber das Leiden im Leben, welches sie dem Schatten geschuldet sehen. Doch auch hier, im Falle Frido Manns: Gäbe es diesen Grossvater, Thomas Mann, nicht, wäre dieses Leben wohl kaum je erzählt und gelesen worden. Das Buch macht dem Titel alle Ehre, in einer Achterbahn schwirrt es zwischen näheren und ferneren Zeiten hin und her, führt durch diverse Orte, Studien und Lebensstationen, mischt Erinnerungen mit Briefen, verliert sich in Ausschweifungen und rettet sich durch kleine Anekdoten um Thomas Mann. Die Frage bleibt: wie viele Generationen prägt das Erbe eines solchen Vorfahren? Fazit: Zeugnis eines bewegten Lebens, welches den Anschein macht, dass in der äusserlichen Suche nach dem richtigen Platz im Leben die innere Suche nach der eigenen Identität repräsentiert ist.

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  • Rezension zu "Achterbahn" von Frido Mann

    Achterbahn
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    30. May 2011 um 18:45

    Dieser ungewöhnliche Lebensweg des Lieblingsenkels von Thomas Mann ist erstaunlich gelassen geschrieben und das hat mich beeindruckt! Wie er und sein Bruder von seinen Eltern Michael Mann und Frau nicht akzeptiert worden sind und bei den jeweiligen Großeltern "abgestellt" wurden ist schon eine traurige Ausgangspostion für Kinder.Aber er hat sich wacker durchgebissen,auch wenn seine Leben einer "Achterbahn" glich die er aber mit Hilfe seiner späteren Frau, einer Tochter von Werner Heisenberg,meisterte um sich dann nach einem Theologie- und Psychiatrie-Studium auch noch dem Schreiben zugewandt hat als "Familienerbe" der Familie Mann.Das ist eine sehr lesenswerte Lebensgeschichte!

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  • Rezension zu "Achterbahn" von Frido Mann

    Achterbahn
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 13:00

    Die Kunst des Loslassens - Der Lieblingsenkel des "Zauberers" schildert sein unstetes Leben im Bann eines allmächtigen Namens - den seines Großvaters Thomas Mann - Am Ende der jüngst erschienenen Autobiografie des ersten Enkels Thomas Manns, des 1940 im Kalifornischen Exil geborenen Fridolin Mann, ist ein Gespräch mit seinem Sohn Stefan wiedergegeben. Auf die Frage, ob er gegenüber seinem Großvater - dessen ausgesprochener Lieblingsenkel er war - große Dankbarkeit empfindet, antwortet Frido: "Ich weiß nicht, was ich ohne ihn wäre. Denn für mich war er offensichtlich ein sehr viel größerer Segen als für seine drei Söhne, möglicherweise auch mehr als für seine Töchter. Aber es sind eigentlich nur er und meine Großmutter Katia, denen ich bis heute dankbar bin." In diesen Worten schwingt eine große Liebe, aber auch Verbitterung und Wehmut mit. Drei Sätze, die eigentlich das gesamte Leben Frido Manns umschreiben, vergleichbar mit einer Fahrt auf der Achterbahn: ein permanenter Wechsel zwischen Hoch und Tief, ein Auf und Ab zwischen Himmel und Erde und ständig versuchen die Fliehkräfte, den eigenen Wagen aus der Bahn zu werfen. Und genau dieses spektakuläre Gefährt hat er zum Titel seiner Autobiografie erkoren. Seinem Buch voran stellt er ein Gedicht von Karl Kraus - "Traum vom Fliegen", das man erst nach der Lektüre in seiner vollen Tragweite erschließt und dann auch versteht, warum es Frido Mann gewählt hat, ist es doch prägnant für seinen ganzen bisherigen Lebensweg: Traum vom Fliegen Und wieder mir träumte, ich wäre geflogen, und diesesmal war es doch sicherlich wahr, denn ich hatte so leicht wie die Luft ja gewogen und hatte die Knie an den Körper gezogen, und es ging wie im Flug, im beherztesten Bogen hoch über schwergewichtigen Schar, es war keine Täuschung, ich war nicht betrogen, es flogen die Stunden, die Tage, das Jahr. Mit fliegenden Hoffnungen vollgesogen, so wach' ich mit müden Gliedern auf. Zu Lande ist Leben; und angelogen, vom leichtesten Trug an der Nase gezogen, aus allen Himmeln zur Erde geflogen, da lieg' ich, da liegen die Lügen zuhauf. Und trotzdem bleib' ich dem Traume gewogen, so läuft er sich leichter, der Lebenslauf. Steter Wechsel von Licht und Schatten Hatten bereits die Kinder des "Zauberers" allesamt Probleme ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, so ging diese schwere Bürde - das sogenannte Enkel-Klischee - auch auf Frido über, der zeitlebens immer - jedoch einseitig - an seinem übermächtigen Großvater gemessen wurde und immer noch wird und dementsprechend überhöhte Erwartungen weckt. Nach den ersten - wohl augenscheinlich glücklichsten - Jahren in Kalifornien, aber schon damals mit einem völlig unberechenbaren und extremen Stimmungsschwankungen unterlegenen Vater Michael Mann und der gleichmäßig unterkühlten und eher desinteressiert wirkenden Art seiner Mutter Greta, beginnt ein Leben mit ständig wechselnden Wohnsitzen und Bezugspersonen, in dem das Wort Elternliebe kaum auftaucht. Dieses Unstete setzt sich gleichfalls in Frido Manns späteren Jahren fort. Sein Berufsweg reicht vom Dirigenten über den katholischen Theologen zum klinischen Psychologen (um "etwas über die 'Seele' meiner Familie, meines Vaters, und damit auch etwas über mich selbst zu erfahren"). Letztlich wurde er zum freien Schriftsteller. Auch einige Semester Medizin studierte er. Dabei war ihm das Gutbürgerliche stets suspekt. Ja, er entdeckte sogar die DDR für sich und pendelte eine zeitlang zwischen West und Ost, lehrte Psychologie in Leipzig, habilitierte an der dortigen Karl Marx Universität - ganz zum Entsetzen seines Onkels Golo. Ein ständiges Suchen und auch Weglaufen vor seiner allmächtigen Familie. Ein steter Wechsel von Licht und Schatten, Hoffnung und Verzweiflung, Schuld und Vergebung - auch seine Frau sollte er zweimal heiraten. Zeitreise, Bestandsaufnahme und therapeutische Verarbeitung Nicht stringent chronologisch durchschreitet der Leser Frido Manns Lebensweg, sondern es ist eher ein Ineinanderschwimmen von Gegenwart und Vergangenheit, beinahe protokollartig, aber immer ungeheuer lesenswert. Viele berühmte Namen kreuzen seine Bahn: so zum Beispiel der Dirigent Bruno Walter, der katholische Theologe Karl Rahner, der Psychologe Reinhard Tausch und auch der Physiker und Philosoph Werner Heisenberg, dessen Schwiegersohn er wurde. Man liest über Erika und Klaus Mann, über Golo, Fridos Patenonkel oder die familiäre Außenseiterin Monika. Doch Klatsch und Tratsch erwartet man vergeblich. Frido Mann verschweigt zwar nicht alle Macken, Ecken und Kanten seiner Verwandtschaft, doch er erzählt sie stets unprätentiös und weiß sie geschickt in den ganz normalen Alltag zu integrieren. Dieses Buch ist nicht nur eine Zeitreise, sondern gleichfalls eine Bestandsaufnahme und eine therapeutische Verarbeitung seiner traumatischen Erlebnisse in der Großfamilie Mann. Bei dem eingangs erwähnten Gespräch mit seinem Sohn wirft dieser noch eine andere Frage auf: wo er - Frido Mann - nun seinen Platz auf der Welt sieht, als Theologe, als Psychologe oder als Schriftsteller. "Ich möchte mich nicht gern ausschließlich auf eines dieser Gebiete festlegen lassen.", antwortet dieser, "Aber mein Wunsch ist es, bei jeder möglichen Gelegenheit engagierte und verantwortungsbewusste Menschen aus den Bereichen Religion und Ethik, Kunst, Naturwissenschaft und Naturschutz an einen Tisch zu bringen und sie dazu zu ermutigen, einen allgemeinen Nenner zu finden." Fazit: Ein wirklich bemerkenswertes Leben schildert Thomas Manns Lieblingsenkel. Nun ist sicherlich schon jede Menge über die "amazing family" geschrieben worden, aber Frido Mann fügt ein ganz eigenes, schonungslos offenes und zudem spannendes Kapitel hinzu, mit jeder Menge durchaus noch unbekannter biografischer und zeitgeschichtlicher Details.

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