Das Weiße Haus des Exils

von Frido Mann 
4,0 Sterne bei1 Bewertungen
Das Weiße Haus des Exils
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Inhaltsangabe zu "Das Weiße Haus des Exils"

Pacific Palisades: Thomas Manns Leben im Exil

1942 bezog Thomas Mann sein neues Haus in Pacific Palisades. Es ist ein Refugium für den Schriftsteller gewesen, ein Treffpunkt des Exils und ein Ort der Geborgenheit für den Enkel. Im März 2018 kehrt Frido Mann auf den Spuren seiner Erinnerung zurück, kurz bevor das Haus von der Bundesregierung als Zentrum des transatlantischen Dialogs eröffnet werden soll. Frido Mann erinnert an das politische Engagement der Manns im Exil und sieht sich mit der Frage konfrontiert, welche Wirkung der offene Dialog heute – in Trumps Amerika – noch entfalten kann. Sein Essay ist ein radikales Plädoyer für Verantwortung und Verständigung in einer Zeit der globalen Krise.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783103974041
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:S. FISCHER
Erscheinungsdatum:22.08.2018

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    michael_lehmann-papevor einem Monat
    Persönliche Erinnerungen

    Persönliche Erinnerungen

    Themas Manns Haus „Pacific Palisades“ in Kalifornien war Ort seines Exils, ebenso der Ort, an dem sein Alterswerk entstand (Dr. Faustus, Der Erwählte etc.), durchaus aber auch jenes Ort, den Mann selbst lange als sein „schönstes Zu Hause“ empfand. Und doch auch der Ort zunehmender Bedrängung, familiärer Sorge (vor allem um Erika, die sich politisch weniger und weniger Freunde in der „neuen Heimat“ machte).

    Die Bundesregierung hat dieses Haus erworben aus der privaten Hand der damaligen Käufer nach der Rückkehr Manns nach Europa und es zu einem Ort des Nachdenkens und der Begegnung gestaltet.

    Kurz vor der Eröffnung war der Enkel Thomas Manns, Frido Mann, vor Ort und lässt eine Woche lang Erinnerungen und Gedanken frei fließen. An seinen Geburtsdort, seine Kinderjahre, an seinen persönlichen Abschied vom Haus, aber auch an Thomas Manns Stimmungen, seiner Enttäuschung über die politische Entwicklung der USA in der McCarthy Ära und, das vor allem, Frido Mann legt das Augenmerk des Lesers fast unbewusst sehr auf die „Fühligkeit“ des Nobelpreisträgers.

    Wie sehr Thomas Mann auch körperlich die Zustände des Umfeldes erlebt, immer öfter deprimiert, aber auch mit Angst vor der Frage, wohin, auch mit einer starken, inneren Verbundenheit zum Haus, die lange die Spannung zwischen Kopf und Gefühl in den Raum stellt, eben nicht dem Verstand nach klar entscheiden zu können, Amerika wieder zu verlassen (und später, als das Gefühl des „Weg-Wollens“ klar war, dann mit dem Verstand noch aus Sicherheitsgründen abzuwarten), dass liest sich durchaus interessant in diesen Betrachtungen Frido Manns.

    Die mit persönlichen Erinnerungen (auch an Heinrich Mann), an Nachmittage als „Vorlesezeit“ im Arbeitszimmer Manns, wie auch an regelmäßige Spaziergänge von Großvater und Enkel ebenso versehen sind, wie Frido Mann dem Leser gestattet, Einblick u nehmen in die Nervosität der letzten Jahre im Haus, an illustre Gesellschaften und politisches Äußerungen.

    Auch im Übrigen die letzte Lebenszeit Manns in Zürich ist Teil dieser Erinnerungen zum Ende hin und bietet so im Gesamten dem Leser einen Einblick in die Phase des alternden und alten Thomas Manns mitsamt seiner Stärken, aber auch der schwächer werdenden Kraft an Körper und Nervenkostüm.

    Eine anregende Lektüre für jene Leser, die an Thomas Mann und seinem Gedanken der Demokratie als beste Staatsform interessiert sind.

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