Friedemann Karig

 3.8 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor von Wie wir lieben, Dschungel und weiteren Büchern.
Friedemann Karig

Lebenslauf von Friedemann Karig

Friedemann Karig wurde 1982 bei Freiburg geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Er studierte unter anderem Medienwissenschaften, Soziologie, Politik und VWL in Passau und Köln. Karig veröffentlichte für die Süddeutsche Zeitung, das SZ-Magazin, die ZEIT, Focus, Deutschlandfunk und viele mehr. Außerdem hält er Vorträge, konzentriert sich jedoch aufs Lesen, Schreiben und Reden. Heute lebt er in Berlin und München.

Alle Bücher von Friedemann Karig

Wie wir lieben

Wie wir lieben

 (35)
Erschienen am 17.08.2018
Dschungel

Dschungel

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Erschienen am 02.05.2019
Dschungel

Dschungel

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Erschienen am 02.05.2019

Neue Rezensionen zu Friedemann Karig

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Rezension zu "Wie wir lieben" von Friedemann Karig

Im Verlauf wird es zu einem guten Sachbuch
MsPanvor einem Monat

Es geht um Geschichten von Paaren, die eine "offene" Beziehung führen. Mit Kindern, ohne Kinder, Glücksmomente, Eifersucht, Zweifel, Verliebtheit.
Neben den Geschichten der Paare erklärt der Autor viel zur "Geschichte der Liebe" bzw. Der Monogamie, Polygamie, Polyamourie. Diese Einblendungen der Erklärungen, die viele Kapitel in diesem Buch belegen, haben einen Sachbuch Charakter.
Ich hätte mir Einzelnachweise von den aufgestellten Aussagen bzw. Belege anhand derer der Autor seine Schlüsse zieht gewünscht.
Kennt man sich mit diesem Thema nicht aus, lässt sich nicht abschätzen, was Wahrheit, Unwahrheit oder These ist.

Ich kann dieses Buch weiterempfehlen. Es befasst sich mit einer anderen Form als der monogamen Liebe. Dabei zwingt es einem keine Meinung auf und ich unterstütze nicht viele Schlüsse des Autors bzw. sehe das ganze differenzierter. Allerdings führt uns dieses Buch in einen Bereich, mit dem die Wenigsten jemals Berührungspunkte haben oder hatten. Es schadet nicht, seinen Horizont dahingehend zu erweitern, dass man sich bewusst macht, dass es andere Formen gibt und diese sind berechtigt. Denn der Mensch ist Mensch und es sollten keine Schwierigkeiten damit verbunden sein, zu leben wie man möchte, solange man niemand anderem schadet.

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Rezension zu "Wie wir lieben" von Friedemann Karig

Wie wir lieben
Simona1277vor einem Jahr

Es hat dieses Mal lange gedauert, bis ich mir dieses Rezensionsexemplar zur Brust genommen habe. Aber auf dieses Thema muss man echt Bock haben, sonst wird das Buch schnell langweilig und uninteressant. Denn es ist kein normaler Roman. Der Roman ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt und erinnert sehr an eine Reportage. Das Thema der Reportage: Die Monogamie ist am Aussterben, hoch lebe die offene Beziehung und das Fremdgehen.

Neben Interviews mit Pärchen wird sehr theoretisch in Daten, Zahlen und Studien hantiert. Im Vordergrund steht die Biologie des Menschen und nicht die Romantik.

Das Buch habe ich nicht zu Ende gelesen. Ich konnte die Sichtweise und Einstellung des Autors nicht teilen und habe mich über seine Thesen geärgert. Konsens des Romans war ja: Treue und langlebige Beziehungen gibt es nicht mehr. Fremdgehen ist an der Tagesordnung. Das soll auf jeden Menschen zutreffen. Damit kam ich nicht klar.

Die Schreibweise des Autors hat mir trotz des Themas gefallen. Er hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt. An Humor hat es im Text auch nicht gefehlt. Wer sich mit dem Thema des Buches anfreunden kann, hat sicher Spaß am Lesen.

Da ich den Inhalt des Buches kaum bewerten kann, fällt mir eine Einschätzung schwer. Ich habe keine Ahnung ob seine Thesen und Recherchen irgendwo Hand und Fuß haben, oder ob er da völligen Bullshit von sich gelassen hat. Diese Beurteilung überlasse ich anderen. Daher bewerte ich Schreibweise und Aufmachung des Buches. Ich fand die Idee einer Reportage als Buch sehr gut und die Schreibweise empfand ich als sehr angenehm. Daher 3/5 Sterne.



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Rezension zu "Wie wir lieben" von Friedemann Karig

Über moderne Liebesmöglichkeiten
Trishen77vor einem Jahr

Hinter der romantischen Liebe, diesem oft beschworenen Phänomen, steckt eine schöne und wahrhafige Idee, jedoch ist diese Idee durchaus problematisch (wie sehr oft angemerkt wird) weil sie erstens: nicht realistisch sei und zweitens: verklärende Wirkung haben kann, unsinnige Erwartungen und Hoffnungen mit sich bringt, Illusionen fabriziert. Ob die Liebe nun einfach eine Sache von Chemie ist oder ob sie etwas mit den Seelen in unserem Innersten zu tun hat (und ob es letztendlich im konkreten Fall wichtig ist, was die Liebe nun bedingt oder nicht, wenn sie da ist) könnte wohl nur abschließend geklärt werden, wenn die Menschheit sich kollektiv von transzendenten Vorstellungen oder von wissenschaftlichen Analysen verabschieden würde. Das wird in absehbarer Zeit nicht geschehen, denke ich. Ob Liebe also ein Holzweg ist, kann nicht so einfach geklärt werden. Aber wie steht es mit der Monogamie, mit den klassischen Beziehungstypen?

Die Monogamie kurzerhand für tot zu erklären ist schlicht unsinnig und so vorschnell wie Nietzsches Gottesmord (wenn auch vielleicht ähnlich erfolgreich). Allein schon deshalb, weil nicht für alle Menschen Sexualität eine zentrale oder überragende Rolle in ihrem Dasein einnimmt und somit das Argument der sexuellen Unzufriedenheit nicht zwangsläufig immer und überall ziehen muss. Ich erwähne diesen offensichtlichen Fakt nur, um klarzumachen, dass auch ein so ambitioniertes und streckenweise innovatives Buch wie dieses, sich letztlich an eine Zielgruppe richtet und nicht an die Menschheit im Allgemeinen. Gern wird in solchen Büchern von “uns Menschen” geredet, vom Menschen “an sich”. Ja, alle Menschen haben einen Körper, aber davon abgesehen könnte man die gesamte Menschheit niemals, nicht einmal biologisch, unter einen Hut bringen. Man kann sich eine Vorstellung von der Menschheit und der Welt auf sein eigenes Maß zurechtschneiden und gerade wenn man über so umfassende Themen wie Liebe und Geschlechtlichkeit schreibt, ist der Schritt von den gut ausgesuchten Beispielen zu den Vielen und schließlich zu Allen nicht sehr weit. Aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass Sexualität, obwohl sie viele Menschen verbindet, doch eine individuelle Angelegenheit ist – wofür dieses Buch ja auch in Teilen wirbt (um dann allerdings wiederum vieles auf die Belange des Körpers zu reduzieren.)

Aber auch wenn die Monogamie nicht totgeredet werden kann, ist es ebenfalls nicht mehr möglich, über die Tatsache hinwegzusehen, dass in Gesellschaften mit emanzipierter Sexualität  die üblichen Beziehungsformen und -ideen oft als zu eng empfunden werden und nicht mehr als erstrebenswert gelten – und es vielleicht auch nicht sind. Das Recht am eigenen Körper sprengte zuerst die Ketten und nun die Grenzen von exklusivorientierten Partner*innenschaften. Sexuelle Treue, ein möglicherweise erst mit dem Sesshaftwerden der menschlichen Spezies wichtig gewordenes Konzept (zur Sicherstellung der klaren Erbfolge), wird derzeit an vielen Ecken und Enden infrage gestellt (und gilt oft als verklemmt und als unsexy; man sollte nie vergessen, dass wir hier auch über Trends reden.) In vielen Fällen überfordern diese propagierten Möglichkeiten natürlich auch.

In einigen Fallgeschichten und mehreren theoretischen Ausführungen, kreist Friedemann Karig seine Vorstellungen zu Partnerschaft, Lust, Freiheit, Beziehung und Erfüllung ein. Wie bereits an anderen Stellen richtig angemerkt wurde, vertritt Karig dabei vor allem die Position des Körpers: seine Bedürfnisse, seine Determinationen. Was nicht bedeutet, dass er ignorant oder unversiert vorgeht und argumentiert. Aber es ist richtig, dass er einen Fokus hat und einige wichtige Aspekte übergeht. Er argumentiert in eine Richtung und das ist auch nicht wirklich verwunderlich, denn wir haben es hier mit einem Plädoyer, mit einer Streitschrift zu tun, einer bestimmten Idee , die propagiert wird, und nicht mit einer differenzierten Studie. Und wenn man das Buch als Ausformung und Unterfütterung einer bestimmten Meinung liest, dürfte es vielleicht leichter fallen, nicht über die Lücken den Kopf zu schütteln, sondern sich auf die interessanten Fakten zu konzentrieren und sich auch in einigen Beispielen wiederzufinden.

Eigentlich könnte ja alles ganz einfach sein: freie Liebe unter allen und dennoch Partner*innen, die gemeinsam wohnen oder Kinder haben und jeder gönnt jedem sein Vergnügen, sein Glück. Ähnlich vernünftig könnte man für den Weltfrieden argumentieren: zerstört alle Waffen, arbeitet alle zusammen, gemeinsam errichten wir eine perfekte Welt für alle. Nicht verkehrt und bitte auch anzustreben, aber derzeit ebenso utopisch wie die Idee der vollkommenen, romantischen Liebe. Der Mensch ist nun mal ein Wesen, in dem auch Unsicherheiten vorhanden sind und in dem Dunkles wirkt, sowie Ängste und Narben und allerlei andere Einschränkungen. Wenn wir uns immer so begegnen könnten, wie Karig es vorschlägt, dann wäre die Abschaffung der Monogamie nicht das einzige Hurra. Es ist selbstverständlich wichtig, zu solchen Utopien den Weg zu weisen, Türen zu Vorstellungen zu öffnen und das gelingt Karig hier und da ganz wunderbar und schlüssig. Aber so mancher Philosoph hat die Welt so beschrieben wie sie sein sollte, nicht wie sie war; kein Manko, aber auch kein himmelschreiender Verdienst.

Viele Menschen in ihren 20ern gieren geradezu nach sexuellen Erfahrungen. Das hat biologische Ursachen, ebenso gesellschaftliche und Teile davon haben auch mit der Sexualisierung unserer Wahrnehmung zu tun; die aber natürlich nicht möglich wäre, wenn es nicht Anlagen in uns gäbe, die daran ein Interesse haben. “Kapital ist die neue Religion und Sex ist ein wichtiger Götze”, wie John Updike einmal schrieb; inwieweit unser Erleben und unsere Vorstellungen von Sexualität durch Werbung und Pornopgraphie und andere Dinge korrumpiert sind, ist schwer auszumachen. Auch wenn das nicht seine Absicht ist, schlägt Karig durchaus mit in diese Kerbe, wenn er die sexuelle Befreiung als körperliche Befreiung propagiert; optimiert euch!, so klingt der Ruf dann und wann. Oder: orientiert euch an den Wurzeln!, ein ebenso problematischer Schlachtruf. Mir ist klar, dass es ihm um ein Ideal geht; aber er trägt darin die problematischen Zeitgeisterscheinungen trotzdem mit.

Im Alter spielt für viele Menschen nachweislich Sicherheit und Verlässlichkeit und Gemeinschaft eine größere Rolle als sexuelle Abwechslung. Bei manchen früher, bei anderen später, bei manchen nie. Wie wir lieben: so wie wir glauben lieben zu müssen, wie wir gelernt haben zu lieben, wie wir lieben können? Dazwischen zu unterscheiden fällt schwer. Und das ist ja auch nur der derzeitige Stand. Inwieweit die Menschheit sich trotz Determination und Kulturpessimismus noch entwickeln kann, ist unklar, wir wissen nur, dass wir vermutlich nicht in der besten aller Welt leben. Aber wohin geht die Entwicklung? Friedemann Karig glaubt, einen Weg gefunden zu haben, der einen Hauch von Paradies verspricht.

Auf eine gewisse Art und Weise transportiert dieses Buch eine sehr romantisierte Vorstellung von heutigen Möglichkeiten in der Welt der Beziehungsmodelle. Aber es weist wichtige Alternativen aus, es zeigt Potentiale, es engagiert sich für einen offeneren Umgang mit dem Thema und zumindest letzteres ist ungemein wichtig und sei dem Buch hiermit hoch angerechnet. Denn auch wenn in diesem Buch nicht steht, wie alle lieben, müssen wir alle uns doch mehr darüber austauschen, wie wir lieben wollen, was das überhaupt heißt, wie es für den Einzelnen gehen kann. Zu diesem Dialog liefert das Buch einen teilweise provozierenden, teilweise fundierten, teilweise inspirierenden Beitrag.

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Gespräche aus der Community

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Ein neues Zeitalter der Liebe?

Was bedeutet Liebe heute? Sind etablierte Beziehungsmodelle noch zeitgemäß und nützlich? Oder brauchen wir neue Definitionen, die offener und freier sind, die sich dem Geist der Zeit anpassen? "Wie wir lieben" erzählt Geschichten von Menschen, die sich nicht an Konventionen binden und voran gehen auf einem Weg, zu einem neuen Verständnis von Liebe.

Habt ihr Lust mit Friedemann Karigs Buch "Wie wir lieben" anders denkende Menschen kennzulernen und ein packendes Buch über die Liebe zu lesen? Dann macht gleich mit bei unserer Leserunde – dem Auftakt zu #jungwildblumenbar !

Mehr zum Inhalt
Ein neues Zeitalter der Liebe. Die Monogamie ist ein Desaster. Jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden, Tendenz steigend. Monogamer Alltag: lügen, betrügen, verletzen, verlassen. Wie wollen wir also heute lieben, in einer Zeit, in der alles erlaubt ist? In der Liebe kein politisches Projekt und kein Zufall mehr ist, sondern Labor individueller Glücksforschung zu sein scheint? Friedemann Karig hat ein offenes und zärtliches Buch geschrieben über Menschen, die die Erfüllung in einer Liebe suchen, die anders ist und frei. Mit allem Schmerz. Mit allem Glück. Mit oder ohne Kinder. Mit oder ohne Happy End. Die Liebe in Zeiten unbegrenzter Möglichkeiten scheint theoretisch wohl untersucht. Doch was machen die Menschen da draußen wirklich? 

Mehr zum Autor
Friedemann Karig wurde 1982 bei Freiburg geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Er studierte unter anderem Medienwissenschaften, Soziologie, Politik und VWL in Passau und Köln. Karig veröffentlichte für die Süddeutsche Zeitung, das SZ-Magazin, die ZEIT, Focus, Deutschlandfunk und viele mehr. Außerdem hält er Vorträge, konzentriert sich jedoch aufs Lesen, Schreiben und Reden. Heute lebt er in Berlin und München.

Gemeinsam mit dem Blumenbar Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Wie wir lieben" . Bewerbt euch für dieses einfühlsam-packende Buch bis zum 22.02.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und beantwortet folgende Frage:

Friedemann Karig geht auf Menschen zu, die sich mit dem Begriff Liebe auseinander setzen. Was bedeutet Liebe für euch im 21. Jahrhundert?

Ich drücke euch die Daumen!


Noch mehr #jungwildblumenbar!

Weitere Titel aus dem Blumenbar und dem Aufbau Verlag findet ihr auch auf unserer Aktionsseite zu #jungwildblumenbar. Schaut doch mal vorbei! 



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