Friederike Hausmann

 4 Sterne bei 131 Bewertungen
Autor von Das Gegenteil von Tod, Garibaldi und weiteren Büchern.

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Das Gegenteil von Tod

Das Gegenteil von Tod

 (15)
Erschienen am 04.02.2009
Garibaldi

Garibaldi

 (2)
Erschienen am 01.02.2007
Italien

Italien

 (1)
Erschienen am 15.09.2009
Kleine Geschichte Italiens

Kleine Geschichte Italiens

 (0)
Erschienen am 01.09.2006
Herrscherin im Paradies der Teufel

Herrscherin im Paradies der Teufel

 (0)
Erschienen am 22.08.2014
Die deutschen Anarchisten von Chicago

Die deutschen Anarchisten von Chicago

 (0)
Erschienen am 01.08.1998

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Herrscherin im Paradies der Teufel: Maria Carolina, Königin von Neapel (Beck Paperback)" von Friederike Hausmann

"Des Teufels Großmutter" - Maria Carolina, Königin von Neapel und beider Sizilien
Bellis-Perennisvor 3 Monaten

Ursprünglich sollte Maria Carolinas ältere Schwester Maria Josepha (1751-1767) den neapolitanischen Kronprinzen heiraten. Doch leider starb sie kurz vor der Hochzeit.

Also bestimmte Maria Theresia dann die nächstälteste Tochter Maria Carolina (1752–1814) Königin von Neapel zu werden. »Sie sind Opfer der Politik«, sagte Maria Theresia über ihre Töchter. Wie auch bei Marie Antoinette sollte sich dieser Seufzer der Mutter bewahrheiten. 

Maria Theresia rät allen ihren Töchtern sich von der Politik fern zu halten, obwohl sie das beste Beispiel einer Herrscherin abgibt. Nicht alle beherzigen diesen Rat. An der Seite des ungehobelten, kindischen und ausschließlich an der Jagd interessierten Thronfolgers, muss sie in einem rückständigen kleinen Königreich leben. Die Ratschläge der Mutter werden in den Wind geschlagen und Maria Carolina mischt nach der Entlassung des greisen Ministerns Tanucci 1776 selbst in der Politik mit. Dabei mag ihr die eigene Mutter als Vorbild erschienen sein. Leider umgibt sich Neapels Königin mit falschen Beraten, und wird für ihre Bemühungen, dem Land Fortschritt und Wohlstand, zu bringen, wie es die Verwandtschaft in der Toskana zuwege gebracht hat, gedemütigt und als herrschsüchtig abgekanzelt. Ihr infantiler Gemahl spielt hier natürlich auch eine intrigante Rolle.

Maria Carolinas Bestreben eine fortschrittliche Monarchin zu sein, ändert sich mit der Französischen Revolution und der Ermordung ihrer jüngeren Schwester Marie Antoinette um 180 Grad. Aus der glühenden Bewunderin der Freimaurer wird eine fanatische Reaktionärin, die alle Reformen rückgängig macht. Zweimal wird sie aus Neapel vertrieben und muss mit ihrer Familie nach Sizilien fliehen, während Napoleon seiner Schwester Caroline und deren Ehemann Joachim Murat als Herrscher von Neapel einsetzt.

Hilfe findet sie zeitweilig bei den Engländern, die Neapel und dann später Sizilien als Operationsbasis für ihre Flotte im Mittelmeer brauchen. Doch ihre Sprunghaftigkeit, die durch übermäßigen Opiumkonsum bedingt ist, vergrätzt auch diesen Bündnispartner. Von ihrem Vetter und Schwiegersohn, dem Kaiser Franz I. in Wien kann sie auch keine Hilfe erwarten. Der hat andere Sorgen, kämpft er doch mit seinen Truppen in jeweils wechselnden Koalitionen gegen Napoleon Bonaparte. Nach dem verlorenen 5. Koalitionskrieg muss er seine Tochter Marie Louise mit Napoleon verheiraten. Das Blöde ist nur: Die Braut ist nicht nur Franzens Tochter, sondern gleichzeitig die Enkelin von Maria Carolina, deren Tochter wiederum die 2. Frau von Franz ist. Die Königin von Neapel ist, wie sie selbst so treffend sagt „des Teufels (=Napoleons) Großmutter“.

1813 erzwingen die Briten die Abreise der Königin nach Wien, wo sie nicht wirklich willkommen ist. Sie versucht weiter mit völlig untauglichen Mitteln ihr Königreich zu retten. Das endgültige Ende ihres Erzfeindes Napoleons wird sie nicht mehr erleben.  

Meine Meinung: 

Friederike Hausmann präsentiert eine sehr schwungvolle und farbige Biografie einer intelligenten und selbstbewussten Frau. Mit einem Mann, wie ihrem Vater Franz Stephan, an ihrer Seite hätte sie das rückständige Königreiche Neapel bzw. Sizilien aus ihrem Dämmerschlaf holen können. Mit dem infantilen und an Regierungsgeschäften desinteressierten Ehemann ist leider kein Staat zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl und Einbindung der alteingesessenen Familien, wäre es vielleicht gelungen, dem Königreich trotz der widrigen Umstände ein wenige Wohlstand zu bringen. Dazu hat es Maria Carolina eindeutig an politischem Einfühlungsvermögen gefehlt.   

Ihre Feinde (vor allem jene im eigenen Land) stellen sie als Inbegriff einer anmaßenden und herrschsüchtigen Frau, die nur Unheil anrichtet und ihr Land ins Unglück stürzt. Dabei ist das kleine Königreich Neapel nie mehr als ein Spielball der europäischen Mächte. Eine eigenständige Außenpolitik konnte das Königreich nicht betreiben.   

Die Biografie ist bestens recherchiert. Die Rollen und Charaktere anderer historischer Persönlichkeiten wie Horatio Nelson, Lord und Lady Hamilton oder des Nachfolgerkönigspaares Murat sind vortrefflich gelungen. 

Diese Biografie gibt einen guten Einblick in die Heiratspolitik der Habsburger, in das Leben einer jungen Erzherzogin, die mit einem völlig ungeeigneten Mann verheiratet wurde. Einer jungen Frau, die voller Tatendrang das alte, verkrustete Feudalsystem ihrer neuen Heimat aufbrechen wollte und letzten von allen gemieden, einsam und opiumsüchtig in Wien verstorben ist.   

Fazit: 

Mir hat diese Biografie über Königin Maria Carolina von Neapel sehr gut gefallen. Die Autorin hat vielfältige Literatur und Quellen verarbeitet. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

 


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lesemauss avatar

Rezension zu "Gomorrha" von Friederike Hausmann

Gomorrha - Die Reise in das Reich der Camorra
lesemausvor 5 Jahren

Camorra, auch die italienische Mafia, aus Neapel. Der Journalist, Roberto Saviano, recherchiert und schleust sich bei der Camorra ein, um mehr über sie zu erfahren. So arbeitet er in der Textilfabrik, die Kleidung für Stars herstellt. Denn bald erkennt er sein Kleid im Fernseher, welches eine berühmte Frau trägt. Weiter geht seine Reise in ein Zementwerk, welches Geschäftsbeziehungen in ganz Europa, wie Deutschland, hat.
Roberto Saviano erzählt seine Geschichte, was ihm wiederfahren ist und beschreibt auch seine Heimatstadt: Neapel. Neapel versinkt immer mehr im Dreck, Unrat und Gewalt. Roberto bringt sich mit seinen Nachforschungen oft in Gefahr, kann sich daraus, für den Leser zum Glück, immer glimmrig retten.
Die ersten Seiten des Buches haben mich geschockt und ließ ein Bild von Italien auferstehen, was ich noch nie so gesehen habe. Wobei ich schon vorher wusste, dass die Mafia eine riesige Macht in Italien ist.
Roberto Saviano bracht sich mit der Veröffentlichung des Buches in großer Gefahr, denn er verriet viele Namen von hohen Tieren. Er setzte sich eines Mordes aus und hat es trotz der vielen Versuche bis heute überlebt.
Eine Zeit später kam der Film zu dem Buch raus. Den Film habe ich mir angeschaut und war an einigen Stellen unschlüssig, da ich es aus dem Buch anders kannte.
Ich wünsche den Autor, Roberto Saviano, ganz viele glückliche Jahre und weiterhin eine tolle Spürnase für Kriminalität.

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katerusmaximuss avatar

Rezension zu "Das Gegenteil von Tod" von Friederike Hausmann

Rezension zu "Das Gegenteil von Tod" von Friederike Hausmann
katerusmaximusvor 6 Jahren

Es beeindruckt, es macht sprachlos, es macht wütend, es macht traurig und hoffnungslos. Eine Jugend gefangen in alten Traditionen, gefangen in der Lebensweglosigkeit, gefangen von der einzigen Möglichkeit der Flucht: Sie ziehen in den Krieg! Das muss man sich mal vorstellen.
Zurück bleibt ein leeres Land, nicht weil die Menschen fortgehen, sondern weil sie zurückkommen und niemals wieder ankommen. Und das Dasein vor Ort ist auch wie der Krieg, so sinnlos und fremdbestimmt.
Die 17-jährige Maria ist ein Synonym für alle in diesem Land.
Das aufgebürdete Schicksal wird geduldet, weil es Tradition ist.

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