Friederike Wißmann Hanns Eisler

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Inhaltsangabe zu „Hanns Eisler“ von Friederike Wißmann

Die maßgebliche neue Biografie eines der bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts

Hanns Eisler war in Wien einer der bekanntesten Schüler von Arnold Schönberg. Den überzeugten Kommunisten zog es in den 20er Jahren nach Berlin. Das Elitäre der Avantgarde war ihm stets ein Dorn im Auge, weshalb er Arbeiterlieder und Gassenhauer in 12-Ton-Technik komponierte. Er floh vor den Nazis nach Hollywood, wo er mit Bertolt Brecht, Charlie Chaplin und Thomas Mann zusammenkam und für den Oscar nominierte Filmmusik schrieb. Wegen seiner politischen Haltung aus den USA ausgewiesen, ging er nach dem 2. Weltkrieg in die DDR – und schrieb eine der schönsten Nationalhymnen: 'Auferstanden aus Ruinen …'. Als streitbarer Geist kam er immer wieder in Konflikt mit dem DDR-Regime, weshalb er seine österreichische Staatsbürgerschaft nie ablegte. Friederike Wißmann erzählt eine spannende Komponistenbiografie und ein Stück packende Zeitgeschichte. Erstmals ist darin auch von Eislers Frauen die Rede.

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  • Rezension zu "Hanns Eisler" von Friederike Wißmann

    Hanns Eisler

    michael_lehmann-pape

    04. April 2012 um 14:40

    Eine vielschichtige Biographie über ein vielschichtiges Leben „Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt“, so beginnt der Text der Nationalhymne der ehemaligen DDR. Ein Text, der späterhin nicht mehr gesungen wurde, eine Melodie aber, die blieb und die von Hanns Eisler komponiert wurde. Beileibe aber ist das Werk Eislers nicht nur auf diese Hymne zu reduzieren, wie auch der Mensch Eisler nicht auf seine sozialistische Überzeugung, auf seine revolutionäre Grundausrichtung zu reduzieren wäre. Ganze Pole vereinte er in sich, vorrangig natürlich zu erkennen an seinem kompositorischen Werk. An den Märschen als Hintergrund für den „Marsch der Arbeiter“, die sozialistische Revolution und an vielen, filigranen und komplexen Kompositionen, die ebenfalls zu seinen Möglichkeiten gehörten. Als würde man eine stampfende Welt des Schlagers mit modernen Sinfonien und Klavierkonzerten in einer Person bündeln. Ein überzeugender 8und überzeugend dargestellter) Ausdruck eben der dynamischen Vielschichtigkeit dieser Künstlerpersönlichkeit. Es gehört unbedingt zu den Stärken dieser sensibel und „lebenskundig“ verfassten Biographie, dass die Facetten der Persönlichkeit und wie sich diese im musikalischem Schaffen widerspiegeln von Friederike Wissmann aufgegriffen und detailliert wieder gegeben werden. Einer, der seine Musik „in den Dienst“ stellen wollte und sich doch nicht nur in dieser erschöpfte. Der die Vielfalt des Lebens und Denkens auch für sich hoch hielt und sich nie nur auf eine Seite, einen Weg, eine Gruppe festlegen mochte. Einer, der, wie man an seiner Filmmusik nachvollziehen kann, das Schönbergsche Erbe weiterentwickelte zu einem ganz eigenen Stil, zu einer musikalischen „Bilderwelt“, welche gerade in Eislers Sinne „Bildern wie Texten zu widerstehen versteht“ und damit noch etwas ganz künstlerisch Eigenes jenen Bildern und Texten hinzuzufügen verstand. So in etwa, wie es in einem der Kapitel des Buches heißt, es eben (mindestens) „Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben“ musikalisch gibt. Chronologisch geht Wissmann vor und versteht es zu jeder Zeit, kompositorische Feinheiten, ein Stück auch allgemeine Musiktheorie, vor allem aber die Intentionen des Komponisten sachkundig aufzuzeigen und diese jederzeit mit dem Erleben, der Zeitgeschichte, der Persönlichkeit und ihrer Entwicklung zu verbinden. Die Musikwissenschaftlerin stellt so nicht nur ihr profundes Wissen zur Verfügung, sondern überzeugt auch in der Weitergabe dieses Wissens. Friederike Wißmann schreibt in sachlichem Stil, aber durchaus mit Wärme und keineswegs abstrakt. „Hans Eisler“ bietet so ein gutes Stück modernen Kunstgeschichte (in der Verbindung mit Bertolt Brecht, in der Weiterentwicklung der Musik Schönbergs u.a.) ebenso, wie sich politische Zeitgeschichte (Sozialismus und kalter Krieg), verbinden mit der Darstellung einer vielschichtigen Persönlichkeit und einem breiten, musikalischem Schaffen.

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