Friedmar Apel Nanettes Gedächtnis

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Inhaltsangabe zu „Nanettes Gedächtnis“ von Friedmar Apel

»Ich sah alle Buchstaben und Zahlen in Farben, Musik erzeugte farbige Linien in mir, und ich konnte mir beliebig viele Wörter und Zahlen merken, sofern ich sie vorher mit Aufmerksamkeit betrachtet hatte.« Die Buchhändlerin Nanette ist Gedächtniskünstlerin, hat aber ihre synästhetischen Merkfähigkeiten durch einen mysteriösen Vorfall verloren. Um so mehr interessiert sich ein berühmter russischer Gehirnforscher für sie, der sie bittet, ihre Geschichte aufzuschreiben. Als junge Frau streift sie durch das Berliner Nachtleben der achtziger und neunziger Jahre. Sie lernt bekannte Persönlichkeiten kennen, verliebt sich aber in einen jungen Mann, den sie Dutschke nennt. In ihren Erinnerungen spielen zwei Bilder von William Turner eine geheimnisvolle Rolle, die 1995 aus der Frankfurter Ausstellung »Goethe und die Kunst« verschwunden waren. In der Deutung der Farbigkeit dieser Bilder verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Dichtung, und die Geschichte wird zunehmend unheimlich. In diesem virtuosen wie aberwitzigen Roman aus Stimmen und Stimmungen zwischen Melancholie und spöttischer Heiterkeit spielen Farben und Worte, Fiktion und Realität ein Verwirrspiel mit dem Leser, der nie sicher sein kann, ob er der Erzählerin glauben kann.

Entweder es war zu hoch für mich oder das Buch ist erinfach nur verwirrend und ermüdend.

— wlatata
wlatata

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  • Wirres Namedropping

    Nanettes Gedächtnis
    wlatata

    wlatata

    23. August 2015 um 17:32

    Zum Inhalt: Tja... das steht man vorm ersten Problem. Was passiert in diesem Buch überhaupt? Es handelt sich hauptsächlich um die Aufzeichnungen von Nanette, die offensichtlich in einer psychatrischen Einrichtung weilt, weil sie auf Grund ihrer Synästhesie (alles ist bei ihr mit Farben verknüpft  - Zahlen, Wörter, Gefühle usw.) einen Mord begangen haben soll und der ominöse Dr. Luria untersuchen soll, ob sie überhaupt schuldfähig ist. Gleich zu Anfang sagt Nanette selbst, dass ihre Erzählungen selten chronologisch geordent oder zusammenhängend sind. Und da kann man ihr als Leser nur Rechte geben.. Fazit: Da es sich um die Aufzeichnunen einer psychisch offenbar labilen Frau handelt, ist die Erzählung dementsprechend serh verwirrend und konfus. Immer wieder werden ganz kurze Episoden erzählt, die Sinn machen und Ereignisse erzählen, die meiste Zeit geht es aber um die Gedanken der Protagonistin. Sie benutzt von Anfang an viele verschiedene Namen, bei denen man teilweise erst im letzten Drittel des Buch wirklich weiß, um wen es sich dabei handelt. Das ist die eine Seite des Namedropping. Die andere Seite ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass es sich bei dem Autor um einen Literaturwissenschaftler handelt. Dementsprechend wimmelt es nur so von berühmten Philosophen und Autoren bzw. Literaturwissenschaftlern im Buch. Mir war das alles viel zu umständlich, gewollt anspruchsvoll und literarisch. Allein dem Ende verdankt der roman seine zwei Sterne: Dort wird klar, dass alles, was man zuvor als wahr angenommen hat, genauso gut nur Schein gewesen sein kann. Hätte das Buch mehr Seiten gehabt, hätte ich mich wahrscheinlich nicht bis zum Ende durchgebissen. Ich fand die Lektüre sehr anstrengend und ermüdend. Schade! Das Thema ist sicherlich sehr interessant aber für mich war das Buch nichts!

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  • Rezension zu "Nanettes Gedächtnis" von Friedmar Apel

    Nanettes Gedächtnis
    GräfinDracula

    GräfinDracula

    09. August 2011 um 23:30

    Im Rahmen eines Seminars musste ich Friedmar Apels Roman »Nanettes Gedächtnis« lesen. Ich kannte weder den Autor, noch den Titel und sprang ins kalte Wasser. Das Eintauchen in die Welt der Synästhetikerin Nanette, die in einer Psychiatrie sitzt und versucht, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern, hat sich gelohnt. In ihrem Elternhaus erlebt sie die Streitigkeiten ihrer Eltern mit. Nanettes Mutter hasst sie und lässt den Frust an ihrem Vater aus, der als Geisteswissenschaftler in ihren Augen nichts wert ist. Nanette beschreibt, wie sie ihre Kindheit in Berlin erlebt; wie ihre Fähigkeit, Worte, Zahlen, Buchstaben und alle Sinneswahrnehmungen farblich wahrzunehmen, sie in der Grundschule beeinflusst und wie sie sich während ihrer Ausbildungszeit als Buchhändlerin sämtlich Buchtitel merken kann. Der Leser springt mit ihr von einem Berliner Lokal zur nächsten Szene-Kneipe, erlebt mit ihr die Prominenten und die gesamte Kulturschickeria (von Max Frisch bis Udo Waltz) und lernt auch Nanettes ausschweifendes Liebesleben kennen. Sie lernt Dutschke kennen, der sich in sie verliebt. Sie fährt nach Frankfurt, wo ihr Vater eine Kunstausstellung organisiert hat, und ab hier fängt vielleicht der ganze Schlamassel an. Vielleicht auch schon früher. Zwischen den Rückblenden (sie muss ihre Erinnerungen aufschreiben) analysiert Nanette gemeinsam mit dem russischen Psychiater Professor Luria ihren körperlichen und seelischen Zustand. Nach und nach kommt heraus, dass Nanette wegen eines Verbrechens in der Klinik sitzt, an das sie sich nur langsam erinnert. Das Buch ist spannend aufgebaut – aus vielerlei Hinsicht. Das Thema Synästhetik ist exotisch, das Berlin der 80er/90er Jahre mit all ihren schillernden Persönlichkeiten und Anekdoten ist reizvoll. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, eine Reise zu verschiedenen Szene-Kneipen, Bars, Literatursalons und zu berühmten Persönlichkeiten aus dem realen Leben. Das ganze Lebensgefühl wird in Nanettes Schilderungen lebendig. Die Geschichte lebt aber vor allem durch die Hauptfigur Nanette. Sie ist undurchschaubar, bleibt zugleich authentisch. Interessant ist vor allem die Frage, wie zuverlässig Nanette als Erzählfigur ist – schließlich hat sie nach dem mysteriösen Unfall im Wachkoma gelegen, ist in einer psychiatrischen Klinik, nimmt Medikamente und wird wegen nicht identifizierten Störungen, Psychosen, Traumas therapiert. Wie klar und echt sind ihre Schlüsse, die sie am Ende zieht und zu radikalen Handlungen treibt? Einzig ihre ab und an sehr kindliche und einfache Sprache passen an einigen Stellen nicht zu dieser ansonsten intelligenten Gedächtniskünstlerin.

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  • Rezension zu "Nanettes Gedächtnis" von Friedmar Apel

    Nanettes Gedächtnis
    yoko

    yoko

    20. June 2009 um 18:47

    Ich hätte der SZ vertrauen sollen, weil mich das Cover und die Inhaltsangabe von diesem Buch mehr in den Bann gezogen haben. Es war eine große Täuschung. Über das Buch eine Rezension zu schreiben, wäre vergeudete Zeit. Wer etwas Schönes als Zierde für sein Bücherregal sucht, bitte das Buch eignet sich bestens dazu, zu mehr jedoch nicht.

  • Rezension zu "Nanettes Gedächtnis" von Friedmar Apel

    Nanettes Gedächtnis
    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    17. February 2009 um 09:53

    Nanette ist Buchhändlerin und Gedächtniskünstlerin. Eigentlich ist sie Synästhetikerin, hat aber durch einen mysteriösen Vorfall ihre synästhetischen Merkfähigkeiten verloren. Synästhetiker haben verknüpfte Wahrnehmungen. Sie können beispielsweise Geräusche nicht nur hören, sondern auch Formen und Farben dazu sehen. In Nanettes Fall verhält es sich so, dass sie alle Buchstaben und Zahlen in Farben sehen kann, auch Musik erzeugt bei ihr farbige Linien. Da sich Synästhetiker sehr leicht an solche verknüpften Wahrnehmungen erinnern können, kann sich Nanette beliebig viele Wörter und Zahlen merken - eine Eigenschaft, die sie als Buchhändlerin natürlich gut einsetzen kann. Der berühmte russische Gehirnforscher und Professor Luria interessiert sich sehr für die in Berlin lebende Nanette und bittet sie, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. So begleiten wir die Protagonistin durch das Berlin der achtziger und neunziger Jahre. Nanette lernt viele berühmte Persönlichkeiten kennen, vorrangig Schriftsteller, Lektoren und Verleger, verliebt sich aber in einen jungen Mann, den sie liebevoll Dutschke nennt. In ihren Erinnerungen spielen nicht nur Kafkas Sätze und die Literatur eine Rolle, sondern auch die Malerei, zu der sie eine ambivalente Einstellung hat, können doch Farben und Formen bei ihr eine extreme Sinnesüberreizung hervorrufen. Nicht so bei zwei Landschaftsbildern von William Turner, die bei ihr eine emphatische Begeisterung auslösen. Da das menschliche Gedächtnis nicht zwischen Fiktivem und Erlebtem unterscheiden kann und in Nanettes Gedächtnis zusehends die Grenzen durch die Interpretation von Farben und Formen verschwimmen, werden auch für den Leser die Grenzen zwischen Wahrheit und Dichtung immer unklarer. Deshalb ist dieses melancholisch-heitere Verwirrspiel für den Leser ein vergnügliches Leseabenteuer, eine Don Quichotterie, ein moderner Schelmenroman, bei dem er sich niemals sicher sein kann, was er in diesem unterhaltsamen Roman glauben kann und was nicht. Der Leser erfährt einiges über Hirnforschung, Malerei, Liebe, Literatur und den Literaturbetrieb. Der Autor schreibt leichtfüßig und flüssig über das Leben und Abenteuer einer Gedächtniskünstlerin, was sehr interessant und kurzweilig zu lesen ist, auch wenn die Charakteristika der Figur etwas konturenlos und konstruiert erscheinen mögen und die Mechanismen des Literaturbetriebs, die hier beschrieben werden etwas „angestrengtes“ haben.

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