Friedrich-Wilhelm von Hase

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Friedrich-Wilhelm von HaseHitlers Rache
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Hitlers Rache
Hitlers Rache
 (2)
Erschienen am 09.04.2014
Friedrich-Wilhelm von HaseDie Kunst der Griechen mit der Seele suchend
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Die Kunst der Griechen mit der Seele suchend

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Ralphfwilds avatar

Rezension zu "Hitlers Rache" von Friedrich-Wilhelm von Hase

Ein grauenhaftes Kapitel
Ralphfwildvor 4 Jahren

Es war die finsterste Zeit, die die deutsche Geschichte erlebte. Das Dritte Reich wird für immer als dunkler, schwarzer Fleck an Deutschland haften bleiben, auch wenn die seit dem vergangene Zeit – Gott sei Dank – viele Wunden geschlossen hat. In dieser Zeit des Terrorregimes von Adolf Hitler gab es Themen, die nochmals vieles andere in den Schatten stellten: die Judenverfolgung, die Vertreibungen, die KZ… Die Liste ließe sich wahllos verlängern. Zu tiefst erschreckend war aber auch, was Hitler mit seinen reichsinternen Gegnern anstellen ließ. Damit verbunden die schlimmste Art der Sippenhaft, die sich ein Mensch ausmalen kann.
Und mit dieser Sippenhaft befasst sich das Buch „Hitlers Rache“. Es ist den Angehörigen der Familie des Grafen von Staufenberg gewidmet, aber auch all den anderen, deren Männer, Väter, Onkel usw. am Attentat auf Hitler in der Wolfschanze 1944 beteiligt waren. Die Kinder kommen mit Ihren Rückblicken auf die Zeit nach der versuchten Tötung des Diktators ebenso zu Wort wie viele andere, die im Großen und Ganzen nur weitläufig mit den Widerständlern verwandt waren.
Erschreckende Bilder der Sippenhaft halten den Leser gefangen in dieser düstersten Epoche der deutschen Vergangenheit. Ein beklemmendes Bild entsteht (einmal mehr), zu welchen schrecklichen Taten Hitler und vor allem sein getreuer Gefährte Himmler fähig waren. Schreckgespenste der Geschichte.
Viele Zeitzeugen kommen zu Wort – soweit sie noch am Leben sind beziehungsweise soweit von Ihnen bereits schriftliche Dokumente von dieser Hetzjagd vorliegen.
Während der Inhalt der Aussagen ausschließlich Entsetzen hervorruft, so muss das Buch doch auch Kritik aushalten. Da es sich aber um ein derart schwieriges und grauenhaftes Kapitel Deutschlands dreht, sind Glacee-Handschuhe beim Kritisieren sicherlich angebracht. Jedoch leidet das Buch darunter, so meine Meinung, dass sich die Aussagen der Zeitzeugen sehr ähneln. Rein in Bezug auf die Literatur sind es mir persönlich zu viele gleiche Aussagen, die einem Leser es schwer machen, stets mit voller Bedacht beim Inhalt zu bleiben. Andererseits ist es natürlich dennoch auch beängstigend, wie vielen der Betroffenen die Zeiten so exakt im Gedächtnis geblieben sind, dass sich Ihre Aussagen etliche Jahrzehnte später so gleichen.
Insgesamt ist das Buch „Hitlers Rache“ kein neuer Meilenstein in der Aufarbeitung des Dritten Reiches. Und dennoch ist es negativst beeindruckend und gleichzeitig Angst einflößend zu lesen, wie das Regime Hitler vor keiner Untat zurückschreckte.


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mabuereles avatar

Rezension zu "Hitlers Rache" von Friedrich-Wilhelm von Hase

Sippenhaft
mabuerelevor 4 Jahren

„…Vielleicht kommt doch einmal die Zeit, wo man eine andere Würdigung für unsere Haltung findet, wo man nicht als Lump, sondern als Mahnender und Patriot gewertet wir…“ (Peter Graf York von Wartenburg)

Siebzig Jahre ist es her, dass am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler scheiterte. Der Herausgeber des Buches ist der Sohn des Berliner Wehrmachtkommandanten Generalleutnant Paul von Hase.

Auf verschiedene Weise wird das Attentat und dessen Folgen für die Familienangehörigen im Buch beleuchtet.

Im ersten Teil werden Berichte von Zeitzeugen veröffentlicht. Dabei handelt es sich bis auf zwei Ausnahmen um Kinder der Attentäter. Die Reaktion des Regimes auf das Attentat war schnell und brutal. Ehefrauen, Kinder und Geschwister der beteiligten Familien wurden inhaftiert. Während die Frauen und die älteren Kinder ins Gefängnis kamen, wurden die jüngeren in das Kinderheim in Bad Sachsa gesteckt. Dort waren Kinder von weniger als einem Jahr bis zu 15 Jahren untergebracht.

Der Schreibstil dieses Teils ist sehr berührend, gerade weil die Berichte nach der inzwischen vergangenen Zeit meist sachlich gehalten sind. Jeder Abschnitt beginnt mit einem kurzen Lebenslauf des Vaters und seiner inneren Einstellung, die ihn zu dem Kreis der Attentäter führte.

Danach folgen die Erinnerungen der Kinder. Die erste Erinnerung allerdings ist von Margarethe von Hase, der Ehefrau. Eines wird bei allem deutlich. Das Schlimmste war die Ungewissheit. Die Mütter wussten nicht, was mit ihren Kindern passiert war, die Kinder bekamen neue Namen und erhielten keinerlei Nachricht über die Eltern. Den Höhepunkt des Kapitels, wenn der Begriff überhaupt angemessen ist, bildet der bewegende Abschiedsbrief von Heinrich Graf von Lehndorf-Steinort  an seine Frau.

In einem zweiten Kapitel werden Beiträge aus der Forschung zusammengefasst. Dazu gehört ein ausführlicher Lebenslauf von Paul von Hase, eine Darstellung über christlichen Glaube und militärischen Widerstand, die Themen Fahneneid, Volksgerichtshof und Sippenhaft. Wie zum Teil schon im ersten Teil werden Originalzitate kursiv eingefügt. Fußnoten weisen auf die Quellen hin. Der Schreibstil dieses Teils ist fachwissenschaftlich und trotzdem auch für einen Laien allgemeinverständlich.

Bitter für die Angehörigen war, dass Hitlers Rache nach dem Krieg weiter wirkte. Viele sahen in den Männern des 20. Juli Verräter und ließen das Frauen und Kinder spüren. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis das Bild revidiert wurde und sich das Zitat von Graf von Wartenburg erfüllte.

Im dritten Teil wird ein Blick von außen auf die Vorgänge geworfen.

Das Buch verfügt über einen umfangreichen Anhang. Dazu gehört die Liste der nach Bad Sachsa deportierten Kinder, ein Brief Himmlers, Text- und Bildnachweise sowie Autorenbiografien.

Das Cover in schwarz gehalten mit dem Stacheldraht passt zum Thema.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Hier wurde ein Kapitel deutscher Geschichte vielseitig aufgearbeitet. Die Kombination von wissenschaftlicher Darstellung und persönlichen Lebensberichten gibt dem Buch eine besondere Authentizität und lässt die Protagonisten lebendig werden.

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