Der Narr und seine Maschine

von Friedrich Ani 
4,0 Sterne bei28 Bewertungen
Der Narr und seine Maschine
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Vielleicht gefällt es nicht jedem Leser, mir hat es gefallen. Ein Krimi ohne Mörder.

Kritisch (1):
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Trauriger Abgesang zweier Alkoholiker

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Inhaltsangabe zu "Der Narr und seine Maschine"

Auftritt: Tabor Süden, der unbegreifliche Typ, der zunächst als Polizeibeamter, dann als Privatdetektiv sich zum vielerfahrenen und vielerleidenden Spezialisten für Vermissungen, vulgo: für Vermisstenfälle entwickelte. Eigentlich wollte er seine Ermittlertätigkeit nie wieder aufgreifen, nachdem beim letzten Fall ein Mitarbeiter der Detektei das Leben verloren hatte.
Wie eine aus dem Leben gefallene Erscheinung taucht er dennoch plötzlich am Münchner Hauptbahnhof wieder auf – jedoch nur um aus München für immer zu verschwinden, ohne sich von irgendjemandem zu verabschieden. Ziel und Zukunft: Solche Begriffe liegen für Tabor Süden außerhalb seines Begriffsvermögens. Die Chefin, die meint, ihn zurückzuhalten zu können mit einem Auftrag der besonderen Art, weiß, dass er den Bahnhof als Startplatz ins Verschwinden nutzt, trifft ihn dort und bringt ihn dazu, sich, zum allerallerletzten Mal, auf Personensuche zu machen.
Vielleicht stimmt Süden nur zu, weil ihm nach kurzer Zeit klar wird: Wenn er den Vermissten aufspürt, wird er dem eigenen Spiegelbild begegnen. Dieser Cornelius Hallig schreibt unter dem Pseudonym Georg Ulrich Romane. Er schrieb Kriminalromane, eine Zeitlang war er sogar eine Berühmtheit, allerdings nicht für immer, und nicht für lange. Er lebte mit seiner Mutter in einem Münchner Hotel, sie starb, er versuchte unablässig in seinem Genre weiter zu tun. Und verschwindet, ohne sich zu verabschieden. Aufenthaltsort: natürlich unbekannt.
Friedrich Ani führt in seinem neuen, an Finsternis nicht zu überbietendem Roman die Lebensläufe des Detektivs und des Autors parallel: Beide versuchen, jeder auf seine Weise, den Tod zu betrügen und eine Zeitlang die Finsternis zu überwinden, die ihnen seit jeher vertraut war. Ihre Erfahrungen, wie sie in den prägnanten, durchdringenden Szenen und Dialogen geschildert werden, lassen nicht den leisesten Hoffnungsschimmer aufkommen. Selbst Pessimismus wird von Ani entlarvt als kaum verschleierter Optimismus. Trotzdem, vermag der Roman, durch Empathie, selbst den Fatalismus erträglich zu gestalten.
Bleibt die Frage: Werden sich der Vermisstensucher und der Vermisste, beide verloren für diese Welt, begegnen? Und wie könnte das ausgehen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518428207
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:143 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:02.10.2018

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    ute54vor einem Tag
    Kann man den Tod betrügen?

    Kann man den Tod betrügen?   
    Das Cover ist zwar dunkel und recht einfach, aber trotzdem wirkungsvoll dargeboten. Das Buch ist recht dünn und somit schnell gelesen, die Spannung hält aber bis zum Schluss an. Der Text ist zwar flüssig geschrieben, enthält jedoch Stolpersteine. Die wenigen Personen sind so beschrieben, als würde man sie schon ewig kennen.
     Die Einblicke in das jeweilige Leben von Tabor Süden ( Ex-Polizist) und Cornelius Hallig ( Krimiautor) sind sehr erhellend und hervorragend beschrieben.
    Eigendlich wollte Tabor Süden nicht mehr als "Menschendetektor" arbeiten, jedoch kann er von seiner Chefin überredet werden, Cornelius Hallig aufzuspüren. Dieser will einfach nur untertauchen. Süden und Hallig verbindet eine ähnliche Lebenssituation, geprägt duch vergleichbare Vorerfahrungen. Wie werden die beiden sich annähern?
    Dieser Krimi war meine Urlaubslektüre. Er ist empfehlenswert, jedoch macht das Ende etwas nachdenklich. Anzumerken ist auch, dass es ein Krimi ohne Mörder ist.

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    SuuperMichis avatar
    SuuperMichivor 6 Tagen
    Kurzmeinung: Ein kurzweiliger Kriminalfall, der mich trotzdem angesprochen hat.
    Schriftsteller vermisst

    Der einst sehr erfolgreiche Autor Cornelius Hallig wird vermisst. Eigentlich hat die Welt ihn schon längst vergessen, gibt es doch seit langem nichts neues von ihm. Doch da er vor vielen Jahren mit seiner Mutter von einem kleinen Häuschen in zwei Zimmer in einem großen hotel gezogen ist, machen sich die Angestellten dort Sorgen um ihn. Seit dem tot seiner Mutter ist wohl nichts mehr wie vorher. Wo könnte er sich nur aufhalten?

    Auf der anderen Seite der Stadt versucht gerade Tabor Süden aus seinem aktuellen Leben zu fliegen. Kurz bevor er in den Zug steigt, hält ihn seine Chefin jedoch auf und übergibt ihm die Aufgabe nach dem vermissten Schriftsteller u suchen.

    Das Buch ist mit nur knapp 140 Seiten fix gelesen, auch der flüssige schreibstil trägt dazu bei. Wichtig gefesselt war ich nicht, aber es hat mich auch nicht gelangweilt  Es handelt sich hierbei nicht um einen typischen Krimi, in dem nach einem Täter gesucht wird.
    Für zwischendurch, durchaus ein gutes Buch auch wenn ich finde das der Preis für die Ausgabe nicht gerechtfertigt ist. 

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    Leseratte83s avatar
    Leseratte83vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Vielleicht gefällt es nicht jedem Leser, mir hat es gefallen. Ein Krimi ohne Mörder.
    Interessantes Buch

    Eigentlich wollte Tabor Süden seine Ermittlertätigkeit nie wieder aufnehmen, nachdem bei seinem letzten Fall ein Kollege zu Tode kam. Doch als er ohne Abschied für immer aus München verschwinden will, erteilt ihm seine Chefin in letzter Minute einen Auftrag der besonderen Art, den er nicht abschlagen kann. Zum allerletzten Mal macht Tabor Süden, Spezialist für Vermisstenfälle, auf Personensuche. Vermisst wird der Autor Cornelius Hallig, der unter Pseudonym Kriminalromane veröffentlichte und selbst ohne Abschied verschwunden ist. Aufenthaltsort: natürlich unbekannt. Werden sich Tabor Süden und der vermisste Schriftsteller, beide verloren für diese Welt, begegnen?
    In seinem neuen, düsteren Roman lässt Friedrich Ani den vielerfahrenden Detektiv Tabor Süden zurückkehren und führt die Lebensläufe von Ermittler und Vermisstem parallel: Beide versuchen den Tod zu betrügen und eine Zeit lang die Finsternis zu überwinden, die ihnen seit jeher vertraut war … (Kurzbeschreibung vom Buchrücken)

    Einfach nur eine geniale Geschichte. Der Text ist flüssig zu lesen und die Personen sind sehr gut dargestellt, so dass man meint die Personen schon länger zu kennen. Tabor Süden ist ein Ex-Polizist, der jetzt verschwundene Personen sucht. In diesem Fall muss er den Krimiautor Cornelius Hallig finden, der seit einigen Tagen verschunden ist. Die Einblicke in das Leben der zwei sind toll geschrieben und wir erfahren sehr viel über die beiden Personen. Das alles ist so sehr interessant geschrieben, dass es nichts ausmacht, das nur wenige Spannung in der Geschichte ist. Der Schluss war einfach genal geschrieben und hat mir sehr gut gefallen. Das Buch kann ich nur empfehlen, es hat Tiefgang und es ist ein Krimi ohne Mörder.

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    M
    Murksyvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Trauriger Abgesang zweier Alkoholiker
    Des Lesens müde

              Der Krimi, der keiner ist, auch wenn es um eine vermisste Person geht, dreht sich um zwei Personen. Besagte vermisste Person, ein ehemals bekannter Schriftsteller, der in einem Hotel wohnte und plötzlich verschwunden ist und einem Detektiv, ehemals Polizist, der am Ende seiner Karriere steht und seinen letzten Fall annimmt. Das könnte der Plot für eine spannende Geschichte sein, entwickelt sich aber zu einem trostlosen Abgesang zweier Menschen, die sich in Alkohol und Verzweiflung flüchten. Nicht nur die sperrigen Namen der Personen, auch die unglaubhaften Gespräche der Personen lassen keine Nähe zur Handlung zu. Man nehme nur die Biografin, die über den Schriftsteller berichtet. Ich persönlich kenne niemanden, der so reden würde. Hätte der Autor hier die Personen in Gedanken oder Briefform erzählen lassen, wäre dies deutlich glaubhafter geworden. Auch die merkwürdige Befragungsart des Ermittlers, die in auf irgendwelchen Wegen zum Vermissten führt, erscheint fadenscheinig. Die Handlung springt zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her, so weiß der Leser jeder Zeit, wohin die Reise führt. Eine überraschende Wende hätte der kurzen Geschichte gut getan. Der hohe Preis ist für die paar Seiten nicht gerechtfertigt. Und trotzdem schafft es die ermüdende Erzählweise, das Buch unerträglich in die Länge zu ziehen. Immerhin schafft es der Stil des Autors das finale Trinkerduell der beiden Hauptdarsteller glaubhaft hoffnungslos erscheinen zu lassen. Ich stelle mir nach jedem Buch einige Fragen. War das Buch spannend, unterhaltsam, lehrreich, interessant, kurzweilig oder gar lustig? Würde ich es weiterempfehlen und wenn ja, mit welchen Worten? Was nehme ich aus dem Buch mit? Leider habe ich auf diese Fragen keine oder hauptsächlich negative Antworten. Meine persönliche Meinung zu diesem Buch ist leider eine abwertende, was andere Leser ganz anders empfinden mögen. Aber für einen sogenannten Krimi entspricht das Buch in keiner Weise meinen Erwartungen. Als sozialkritische Studie über den Sinn des Lebens und das selbst bestimmte Sterben ist das Werk in meinen Augen leider auch nicht wirklich geeignet, hinterlässt es doch zu viele offene Fragen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Autor wenig Autobiografisches in die wenigen Seiten gepackt hat.
           

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    Xirxes avatar
    Xirxevor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Ein trauriges Buch über zwei Menschen, denen das Leben zu viel abverlangt hat. Nun möchten sie nur noch eins: Verschwinden.
    Zwei verwandte Seelen gegen Ende ihrer Leben

    Der Suhrkamp-Verlag hat wohlweislich gut daran getan, dieses kleine Büchlein mit seinen nicht einmal 140 Seiten nicht in irgendeine Genreschublade zu stecken. Zwar ist der Protagonist (unter anderem) Tabor Süden, der frühere Polizist und Privatdetektiv, doch mit einem Kriminalroman hat dieses Buch nun wirklich nichts zu tun.
    Eigentlich wollte Süden es seinen 'Fällen' gleich tun: einfach verschwinden. Doch kurz bevor es soweit ist, erwischt ihn seine frühere Chefin und gute Freundin und bittet ihn, noch einmal einen Auftrag zu übernehmen. Ein früher berühmter Schriftsteller ist verschwunden und seine Freunde sorgen sich.
    Weshalb Süden den Auftrag angenommen hat, bleibt unklar - vielleicht, weil er den Autor von früher kennt (und seine Bücher gelesen hat) und es damit für ihn eine Art Reise in die Vergangenheit ist. Als LeserIn folgt man den beiden Männern: dem Schriftsteller, der auf der Suche nach seiner Vergangenheit ist; und Tabor Süden auf der Suche nach ihm. Beide ähneln sich, sowohl in ihrer Art wie auch ihren Absichten: Das bisherige Leben hat ihnen zuviel zugemutet und beide wollen verschwinden, wenn auch auf unterschiedliche Art.
    Eine kleine, traurige Geschichte über zwei Menschen, die am Leben leiden und die wenig Hoffnung lässt, dass man über Tabor Süden noch einmal etwas lesen wird.

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    Heidi_Leifgenvor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Eine düstere Geschichte!
    Die vertraute Finsternis von zwei, ansonsten fremden, Personen!

    Ohne Abschied wollte Tabor Süden eigentlich verschwinden, doch da erteilt Ihm seine Chefin in letzter Minute noch einen Auftrag, den er nicht ablehnen kann. Dieser Auftrag ist von besonderer Art, da Cornelius Hallig vermisst wird bzw. ohne Abschied verschwunden ist. Bei Cornelius Hallig handelt es sich um einen Autor, der unter einem Pseudonym Kriminalromane schreibt. Wird Tabor Süden, der Spezialist für Vermisstenfälle, es schaffen, Cornelius Hallig ausfindig zu machen. Und wie wird die Begegnung der Beiden sein, die doch eigentlich den Tod betrügen wollten?
    Das ist mein erstes Buch von dem Autor, welches ich gelesen habe. Es ist kein leichter Stoff, aber mir gefällt dieser düstere Roman. Die Protagonisten wurden mir durch die parallel geführten Lebensläufe näher gebracht. Der Schreibstil ist eigenwillig, aber präzise. Auf jeden Fall lesenswert!
           

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    ameliesophievor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Der neue Kriminalroman von F. Ani
    Aufwühlend!

    Ein Vermisstenermittler, der aus privaten Gründen selbst untertauchen wollte, bekommt einen Spezialfall, den er nicht ausschlagen kann. Ein berühmter Autor ist verschwunden beziehungsweise untergetaucht und Kriminaldetektiv Tabor Süden soll ihn finden. Doch wie soll er das anstellen, wenn er seinem Job zu entfliehen versucht, nachdem ein guter Kollege von ihm einst bei diesem Job zu Tode kam? Dennoch kann er von diesem Fall nicht ablassen, denn der Vermisste zeigt Parallelen zu Tabor Südens Leben und Beweggründen. Vielleicht sind sich Ermittler und Vermisster ähnlicher als man es denkt? Friedrich Ani schreibt äußerst prägnant, präzise und überlegt. 
    Interessante Idee des Handlungsdramas und sorgt auf jeden Fall für Spannung!

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    booklovings avatar
    booklovingvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Ein beklemmender, düsterer Roman - mit sehr berührenden Geschichte und außergewöhnlichem Erzählstil. Kein klassischer Krimi!
    Der letzte Fall für Tabor Süden?

    INHALT
    Tabor Süden, der unbegreifliche Typ, der sich zunächst als Polizeibeamter, dann als Privatdetektiv zum vielerfahrenen und vielerleidenden Spezialisten für Vermissungen, vulgo: für Vermisstenfälle, entwickelte. Eigentlich wollte er seine Ermittlertätigkeit nie wiederaufgreifen, nachdem beim letzten Fall ein Mitarbeiter der Detektei das Leben verloren hatte. Wie eine aus dem Leben gefallene Erscheinung taucht er dennoch plötzlich am Münchner Hauptbahnhof wieder auf jedoch nur, um aus München für immer zu verschwinden, ohne sich von irgendjemandem zu verabschieden. Ziel und Zukunft: Solche Begriffe liegen für Tabor Süden außerhalb seines Begriffsvermögens. Die Chefin , die meint ihn zurückhalten zu können mit einem Auftrag der besonderen Art, weiß, dass er den Bahnhof als Startplatz ins Verschwinden nutzt, trifft ihn dort und bringt ihn dazu, sich, zum allerallerletzten Mal, auf Personensuche zu machen. Vielleicht stimmt Süden nur zu, weil ihm nach kurzer Zeit klar wird: Wenn er den Vermissten aufspürt, wird er dem eigenen Spiegelbild begegnen.
    (Quelle: Klappentext Suhrkamp Verlag)


    MEINE MEINUNG
    Der Roman „Der Narr und seine Maschine“ vom bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller Friedrich Ani ist der neuste Fall um den sehr eigenwilligen Vermisstenfahnder Tabor Süden.
    Wie schon das dem Roman vorangestellte Zitat andeutet stellt Anis Geschichte eine Hommage an den amerikanischen Autoren Cornell Woolrich dar, der zahlreiche düstere Kriminalgeschichten in den 1940er und 50er Jahren schrieb und als einer der Väter der Noir-Literatur angesehen wird. Obwohl die meisten seiner Bücher verfilmt oder für das Radio vertont wurden, blieb ihm der große Ruhm verwehrt. 1968 starb er einsam und verbittert in einem schäbigen New Yorker Hotel. Ani hat viele biografische Details Woolrichs auf seine Romanfigur, den vermissten, früher einmal bekannten Krimiautor Cornelius Hallig, übertragen und mit ihm eine anrührende, tragische Figur geschaffen.
    Der neue Fall für Tabor Süden ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne, sondern ein beklemmender, düsterer Roman über die Einsamkeit, Selbstzweifel, Verzweiflung und Todessehnsucht.
    Ani hat einen sehr außergewöhnlichen, pointierten Erzählstil, der sicherlich nicht jedem Leser liegen wird, mich aber sehr überzeugen konnte. Er versteht es, Stimmungen und Bilder mit viel Feingefühl einzufangen und sehr gefühlvoll zu beschreiben. Schon recht schnell verbreitet sich eine dunkle, fatalistische Atmosphäre.
    Im Mittelpunkt seiner intelligenten, berührenden Geschichte stehen zwei alte Männer, die sich desillusioniert und aus der Bahn geworfen am Ende ihres Lebenswegs zu befinden scheinen: zum einen der spurlos verschwundene Autor Cornelius Hallig und zum anderen der Vermisstensucher Tibor Süden, der seine Ermittlertätigkeit eigentlich nie mehr aufnehmen wollte und kurz davor stand, sich auf Nimmerwiedersehen davonzustehlen. Sehr vielschichtig und faszinierend zeichnet Ani seine beiden bemerkenswerten Protagonisten – verschrobene Einzelgänger, die seltsam verloren wirken. Seinen Ermittler Süden erleben wir dennoch als ausgezeichneten Beobachter und Zuhörer, der Äußerungen und Umfeld perfekt analysieren und daraus messerscharfe Schlüsse ziehen kann. Mit seiner speziellen Intuition und großen Empathie gelingt es Süden schon bald, den Vermissten aufzuspüren. Hervorragend ist Ani vor allem die bewegende Schilderung der persönlichen Begegnung dieser zwei seelenverwandten Menschen gelungen, die sich für einen kurzen Moment öffnen und die Finsternis, ihre bitteren Enttäuschungen und Schicksalsschläge hinter sich lassen können.
    Der Ausklang des Romans knüpft an den Beginn an und macht neugierig auf Südens persönliche und berufliche Zukunft.

    FAZIT
    Ein beklemmender, düsterer Roman mit einer bemerkenswerten, sehr berührenden Geschichte, die noch lange in einem nachklingt! Ein Muss für alle Tabor-Süden-Fans, aber auch empfehlenswert für alle neugierigen Neueinsteiger!

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    L
    Limericksvor 14 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Detektiv-Roman über zwei unterschiedliche Menschen, den Ex-Polizisten Tabor Süden und den Schriftsteller Cornelius Hallig.
    Feine Detektivarbeit

    Tabor Süden ist auf dem Weg zu verschwinden, wird allerdings von seiner Chefin am Bahnhof aufgehalten weil sie seine Hilfe noch einmal benötigt. Es geht um einen Schriftsteller, der seit ein paar Tagen vermisst wird.
    Tabor hat eigene Methoden zu ermitteln, welche auf andere Leute ser komisch wirken, aer seine Erfolge geben ihm Recht.
    Auch jetzt fängt er an auf die ihn eigene Art zu ermitteln und bald lässt ihn der Fall nicht mehr los und er taucht ab in das Leben des Cornelius Hallig und findet heraus dass sie sich gar nicht so unähnlich sind...

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    Michael_Blumvor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Düster!!!
    Bin sehr angetan...

    in kein Thriller-Verschlinger und kein Blutkrimi-Wegleser. Vielleicht hat mir gerade deshalb dieses Buch von Friedrich Ani so gut gefallen. Und doch geht es um den Tod, oder vielmehr um Todessehnsucht; darum, das Leben vergessen zu haben und nicht mehr so richtig im Leben zu stehen, ein Niemand zu sein. Privatdetektiv Tabor Süden und der vermisste Schriftsteller - dessen ruhmreiche Zeit längst vorbei ist - verbindet eine depressive Grundstimmung. Süden sucht den Schriftsteller, wird dabei mit sich selbst konfrontiert und nimmt am Ende zwei Gegenstände des schließlich Gefundenen an sich und übernimmt damit auch symbolisch den Balanceakt zwischen Todessehnsucht und Lebenswillen. Das Buch endet, wo es beginnt: Am Bahnhof - unklar, wohin die Reise geht. Düster-stimmungsvolle Herbstlektüre mit fantastischen Sätzen: "... in eine Kneipe gehen und trinken wie früher und reden und schweigen und Unsinn verzapfen und im Lauf des Abends immer blöder weise werden."

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